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Juli und August 10

Melodramen waren es, von denen die Erneuerer des lateinamerikanischen Kinos der 1960er und 1970er Jahre in ihrer Jugend tränenfeuchte Augen bekamen und die sie später umso entschiedener als "Produkte der Entfremdung" ablehnten. Telenovelas sind längst an ihre Stelle getreten und zu den audiovisuellen Massenerlebnissen von heute geworden. Sie bedienen sich oft der gleichen Stereotypen und Mythen, die das klassische Traum- und Tränenkino um die Mitte des letzten Jahrhunderts hervorgebracht hat: Liebe mit allen Konvulsionen der Leidenschaft, Mutterschaft und Männerwahn, Ehre und Treue, Schuld und Sühne. Die Geschichten sind oft hanebüchen und moraltriefend, enthalten aber mitunter auch bemerkenswerte sozialkritische Befunde. Jedenfalls ist in diesem Querschnitt durch die Subgenres des Melodramas die erlesene Fotografie des Kameramanns Gabriel Figueroa wie auch die schauspielerische Ausdruckskraft der großen Stars jener Zeit zu bewundern: María Félix, Libertad Lamarque, Dolores del Río und Pedro Armendariz.

 

SALÓN MÉXICO (Emilio Fernández, 1948, 2.7., Einführung: Peter B. Schumann & 25.7.), mit dem die Reihe eröffnet wird, vereint alle Qualitäten des Melodramas. Zum ersten Mal wählt Emilio Fernández das Cabaret als Schauplatz, einen Hort der Unmoral für eine umso moralischere Geschichte. Die Tänzerin Mercedes verkauft sich, damit ihre jüngere Schwester Beatriz in einem teuren Mädcheninternat zu einem ehrenwerten Fräulein erzogen werden kann. Eines der berühmtesten Melodramen mit unvergesslichen Boleros von Agustín Lara und grandiosen Aufnahmen von Gabriel Figueroa.


DER AMERIKANISCHE FREUND, 1977
On the Road – Die Filme von Wim Wenders

Wim Wenders zählt seit vier Jahrzehnten zu den bedeutendsten Autoren des Gegenwartskinos. Er war, neben Rainer Werner Fassbinder und Werner Herzog, der herausragende Vertreter des Neuen Deutschen Films und er war der erste deutsche Regisseur seiner Generation, dem der Sprung in die USA und die Synthese von Massen- und Autorenkino gelang. Sein filmisches Werk umfasst bis heute mehr als 50 Arbeiten, darunter 30 abendfüllende Filme. Ein Werk, in dem sich, bei aller Vielfalt der Formen und Genres, einige immer wiederkehrende Aspekte ausmachen lassen: die Reflexion über die Produktion von Bildern und den Niedergang der Kinokultur, eine herausgehobene Rolle der Musik, die Vorliebe für das Kino von John Ford und Yasujiro Ozu, das Interesse an der genauen Beobachtung von Bewegungen – Fahrten, Ortsveränderungen, Reisen, Begegnungen – und, häufig damit in Verbindung stehend, ein ambivalentes Verhältnis zu "Amerika". Viele von Wenders' Filmen sind Road Movies, die von Ausbruch aus dem Alltag, neuen Erfahrungen und Abenteuern ebenso erzählen wie von Ruhelosigkeit, Heimatlosigkeit, Fluchtbewegungen und unbestimmter Suche, in denen Amerika als Fluchtpunkt – vor allem in Wenders' frühen Filmen – eine entscheidende Rolle spielt.

 

Anlässlich des 65. Geburtstags von Wim Wenders zeigen wir eine Auswahl seiner Filme, mit einem Schwerpunkt auf dem selten zu sehenden Frühwerk. Wir freuen uns sehr, zur Eröffnung der Reihe Wim Wenders im Arsenal begrüßen zu dürfen.

 

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Der Kalender online oder zum Download
(PDF-Format)

Weitere Programmreihen

LaBruce
Retrospektive Andrej Tarkowskij
Magical History Tour im Juli – Special und Visual Effects
Magical History Tour im August — Production Design
Berlin am Kabel
Moving Politics – Cinemas from India
Arsenal Summer School
50. TATORT mit Ulrike Folkerts
Neu im Verleih: SATURN RETURNS
Studiengang "Kunst und Medien" der UdK
Im Dschungel
Winfried Junge zum Geburtstag
Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars
6. Berlin Biennale
DAAD-Stipendiat Akram Zaatari

Medien- und Kooperationspartner
im Juli und August 10


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