januar 2015, berlinale forum

Berlinale ehrt Naum Kleiman

Mit der Berlinale Kamera zeichnet die Berlinale seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlt und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchte. Bei den 65. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird der Filmhistoriker und ehemalige Leiter des Moskauer Filmmuseums Naum Kleiman mit der Berlinale Kamera geehrt. Die Verleihung findet am 12. Februar 2015 im Delphi Filmpalast im Rahmen des Forumprogramms statt. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm CINEMA: A PUBLIC AFFAIR von Tatiana Brandrup gezeigt.

januar 2015, berlinale forum

Programm online!

Ab sofort ist das komplette Programm von Forum und Forum Expanded online. Viel Spaß beim Stöbern!

januar 2015, berlinale forum

Special Screenings 2015

Mit einer Reihe von Special Screenings, die sich historischen Filmen und Wiederentdeckungen ebenso widmet wie der Auseinandersetzung mit Filmen und Filmgeschichte, komplettiert das Forum sein Programm.

Neben sogenannten B-Scheme Filmen, die im Südafrika der Apartheid für ein schwarzes Publikum entstanden, zeigen wir zwei Filme der Reihe „Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust aus der Sammlung des Arsenal“, drei Werke des Japaners Kon Ichikawa aus den Jahren 1958- 63, den mexikanische Film noir Klassiker CUATRO CONTRA EL MUNDO (FOUR AGAINST THE WORLD), Leo Hurwitz’ STRANGE VICTORY aus dem Jahr 1948, der an Aktualität nichts eingebüßt hat, sowie zwei aktuelle Filme, die sich mit der Rezeption von Film und Filmgeschichte beschäftigen: CINEMA: A PUBLIC AFFAIR von Tatiana Brandrup und WAS HEISST HIER ENDE? DER FILMKRITIKER MICHAEL ALTHEN von Dominik Graf.

januar 2015, berlinale forum

Forum 2015: Der Blick zurück, der Blick nach vorn

Das 45. Berlinale Forum zeigt insgesamt 43 Filme im Hauptprogramm, davon 31 als Welt- und 10 als internationale Premiere. Eröffnet wird das diesjährige Programm mit dem bisher wohl anarchischsten, entfesseltesten Film des Kanadiers Guy Maddin. THE FORBIDDEN ROOM kommt als nicht enden wollender, scheinbar chaotischer, aber doch stets bedeutungsvoller erotisch-klaustrophobischer Alptraum daher. Die zahllosen fantastischen Handlungsstränge des Films sind inspiriert von realen, eingebildeten und fotografischen Erinnerungen an verschollene Werke der Stummfilmzeit, denen auch die Ästhetik halbzerstörter viragierter Filmkopien fabelhaft huldigt.

januar 2015, berlinale forum

10. Forum Expanded komplett

Das Programm des 10. Forum Expanded unter dem Titel "To the Sound of the Closing Door" ist komplett. Die Gruppenausstellung in der Akademie der Künste (Hanseatenweg) besteht aus 19 Installationen von 16 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern sowie der Filmloop-Version einer Performance von David Askevold aus dem Jahre 1971: Für CONCERT C WITH DOOR produzierte er mit einer Stimmgabel Töne einer sich öffnenden und schließenden Tür. Einen eigenen Raum bespielt der kanadische Künstler Michael Snow. Seine Installation TAUT besteht aus einem Klassenzimmer, angefüllt mit journalistischen Fotografien der Black Star Collection, die das Ryerson Image Centre zur Verfügung stellte.

Im Studio der Akademie sowie im Kino Arsenal werden außerdem 32 Filme in 18 Filmprogrammen und zwei Performances aus insgesamt mehr als 20 Ländern präsentiert. Der Trend des letzten Jahres schreibt sich auch in diesem Jahr fort: Das halblange Filmformat setzt sich zunehmend gegen den Kurzfilm durch. Der längste Film im Programm ist hingegen der 243-minütige Film LES CHOSES ET LES MOTS DE MUDIMBE von Jean-Pierre Bekolo. Darin werden wir zu Zuschauern eines autobiografischen Interviews mit dem kongolesischen Literaturwissenschaftler Valentin-Yves Mudimbe, der Position zu den Revolutionen und Veränderungen der Zeitgeschichte bezieht.

januar 2015, berlinale forum

Kinostart "Ich will mich nicht künstlich aufregen"

Bild aus Ich will mich nicht künstlich aufregen

Ab dem 8. Januar bringt arsenal distribution ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN von Max Linz in ausgewählte Kinos.

Der Film, der im letztjährigen Forum uraufgeführt wurde, erzählt von der jungen Berliner Kuratorin Asta Nielsen, die mit Stil, Charme und Theorie für ihr neues Projekt kämpft. Durch ein selbstkritisches Interview gerät sie in Schwierigkeiten. Eine vergnügliche Reflexion aktueller Diskurse und künstlerisch visueller Formen von der Fernsehsoap bis zur Videoinstallation.

dezember 2014, berlinale forum

Forum Expanded 2015: To the Sound of the Closing Door

Bild aus Beauty and the Right to the Ugly

Im 10. Jubiläumsjahr präsentiert Forum Expanded nicht nur die Gruppenausstellung, sondern auch das komplette Filmprogramm, Performances und Diskussionsveranstaltungen in den Räumen der Akademie der Künste im Hanseatenweg. Damit wird eine historische Verbindung der Berlinale zu diesem Ort wieder aufgenommen: Bis zum Jahr 1999 gehörte die Akademie bereits zu den Spielorten des Forums, das 2015 ebenfalls wieder mit Filmvorführungen dort vertreten sein wird. So wird sie zu einem Resonanzraum für das Zusammenspiel von Forum und Forum Expanded.

dezember 2014, berlinale forum

Kinostart "The Second Game"

Mit Corneliu Porumboius THE SECOND GAME (AL DOILEA JOC) bringt arsenal distribution im Dezember einen weiteren Film aus dem Programm des diesjährigen Forums in die Kinos. In der ungewöhnlichen Dokumentation kommentieren der Regisseur und sein Vater in Echtzeit ein winterliches Fußballspiel aus dem Jahre 1988, bei dem der Vater als Schiedsrichter tätig war: alte Videobilder, politische Zwänge, das Festhalten von Geschichte und immer dichter fallender Schnee.

Der Film ist ab 4. Dezember in ausgewählten Kinos zu sehen.

november 2014, berlinale forum

Berlin Art Film Festival

Vom 4.-7. Dezember findet erstmalig das BERLIN ART FILM FESTIVAL statt, das Arbeiten aus dem letzten Jahrzehnt versammelt, die Berlin auf besondere, künstlerische oder experimentelle Weise darstellen. Darunter befinden sich viele Filme, die das Forum ursprünglich präsentiert hat, beispielsweise Max Linz' ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN, Tatjana Turanskyjs EINE FLEXIBLE FRAU, PIERROT LUNAIRE von Bruce LaBruce sowie Filme von Angela Schanelec, Thomas Arslan und Maria Speth.

Am 21. November gibt es mit Cynthia Beatts "Böse zu sein ist auch ein Beweis von Gefühl" und Karim Aïnouz' "Praia do Futuro" ein Kick-Off Screening gefolgt von einer Party im Südblock. Alle Filmvorführungen finden im Berliner fsk Kino statt und werden von Publikumsgesprächen und Panel Diskussionen in englischer Sprache begleitet.

november 2014, berlinale forum

"Pădurea e ca Muntele, vezi?" in Duisburg ausgezeichnet

PADUREA E CA MUNTELE, VEZI? (THE FOREST IS LIKE THE MOUNTAINS) von Didier Guillain und Christiane Schmidt hat bei der Duisburger Filmwoche den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis der Stadt Duisburg erhalten. Der Film, der im diesjährigen Forum uraufgeführt worden war, dokumentiert ein Roma-Dorf in der rumänischen Provinz. Die Bewohner leben von der Natur und verwerten, was der Boden gerade hergibt. Einfühlsam beobachten die Filmemacher den Alltag im ökonomischen Abseits, der von einem starken Gemeinschaftsgefühl zusammen gehalten wird.

november 2014, berlinale forum

Im Kino: "Castanha"

Bild aus Castanha

Mit CASTANHA von Davi Pretto bringt arsenal distribution einen weiteren Film aus dem Programm des diesjährigen Forums in die Kinos. Der Film erzählt von Schauspieler und Crossdresser João, 52, der seine besten Jahre schon hinter sich hat. Er ist krank, hat Liebhaber und Weggefährten verloren und wirkt müde, setzt seinen Lebenswandel indes unbeirrt fort. Gemeinsam mit seiner Mutter bewohnt er zwei Zimmer in einer abgeriegelten kleinbürgerlichen Wohnanlage, nachts tritt er in kleinen Theatern und Schwulenbars auf.

Mindestens genauso viel Zeit wie für Joãos Performances und sein unvergessliches Gesicht nimmt sich der Film für die einsamen Momente in schäbigen Backstage-Räumen und die präzise Erkundung eines – mal zärtlichen, mal unbarmherzigen und brutalen – Milieus, dessen flüchtiger Glanz billige Oberfläche ist. Auf vielschichtige Weise verbinden sich dokumentarische Beobachtung, Inszenierung und fiktive Elemente zu einer Erzählung über Leben und Tod: Während sich João schon mit einem Bein im Grab wähnt und von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht wird, feiert er hartnäckig das Leben. "I think I might go to hell. Hell is a rave. An eternal rave."

Kurz vor dem Kinostart am 6. November läuft CASTANHA im Rahmen des Filmfestivals "Première Brasil" am 30.10. und 5.11. im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Première Brasil 2014 ist das Best-of der gleichnamigen Sektion des Festival do Rio und zeigt dieses Jahr Geschichten von Verlangen, vom Streben nach Gerechtigkeit und sozialem Aufstieg und von den Gefahren des Absturzes – Dokumente aus der Realität einer Gesellschaft der Unterschiede und Bilder, die von der Isolation in der Großstadt erzählen.

oktober 2014, berlinale forum

Kinostart "Butter on the Latch" und "Thou Wast Mild and Lovely"

Bilder aus Butter on the Latch and Thou wast mild and lovely

Mit BUTTER ON THE LATCH und THOU WAST MILD AND LOVELY bringt arsenal distribution zwei Filme von Josephine Decker in ausgewählte Kinos, die im Rahmen des diesjährigen Forums uraufgeführt und begeistert aufgenommen worden waren.

Der mystisch anmutende Debütfilm BUTTER ON THE LATCH (USA 2013) spielt in den finsteren Wäldern von Mendocino, wo ein Balkan-Folk-Festival stattfindet, auf dem Sarah ihre Freundin Isolde mit einem Besuch überrascht. Ausgelassen werfen sie sich in das Festivalgeschehen. Sarah lernt einen gutaussehenden Mann kennen und entscheidet sich, ihn zu verführen – langsam und über mehrere Tage. Während sie sich ihrem Ziel nähert, verändern unirdische, erschreckende Gefühle ihr Verhalten. Sie stürzt immer tiefer in die mystische Welt der anderen Festivalbesucher und vergisst darüber fast ihre Freundin. Was als unschuldiger Besuch beginnt, entwickelt sich bald zu einer verwirrenden Reise in eine Welt der Fantasie, in der sich Realität und Mythos unauflöslich miteinander verbinden. In ihrem zweiten Spielfilm THOU WAST MILD AND LOVELY (USA 2014) lässt Decker Schönheit und Horror unbekümmert miteinander flirten. Sarah lebt mit ihrem Vater auf einer Farm in Kentucky. Über den sattgrünen Bildern liegt eine Frauenstimme, die geheimnisvoll und sinnlich von ihrem Liebhaber erzählt, der ein Mensch sein mag oder auch die ganze Welt. In diese Abgeschiedenheit platzt Akin, der für den Sommer aushelfen soll. Frau und Kind hat er daheim gelassen – und seinen Ehering vorsorglich abgelegt. Bald umkreisen sich die drei. Als Akins Frau zu Besuch kommt, explodiert die Situation, harmlose Fantasien münden in einem gewalttätigen Alptraum. Beide Filme starten am 16. Oktober im Kino.

oktober 2014, berlinale forum

Im Kino: "Das große Museum"

Bild aus das große Musuem

Ab dem 16. Oktober ist Johannes Holzhauses DAS GROSSE MUSEUM bundesweit in ausgewählten Kinos zu sehen.

Der Film, der im diesjährigen Forum uraufgeführt und mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet worden war, wirft einen Blick hinter die Kulissen des Kunsthistorischen Museums in Wien. Gerne folgt man der Kamera auf ihren ausgedehnten Streifzügen durch die prachtvollen Räume und gut gefüllten Magazine, hört den Ausstellungskuratoren zu und verweilt fasziniert bei den Restauratoren. Alle, die hier inmitten der Kunstschätze und Porträts der Habsburger arbeiten, sind mit ihnen irgendwie per Du, einigen wird dieses staatstragende Erbe auch zum Klotz am Bein.

Um heutzutage die hehren Aufgaben eines Museums – Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln – zu erfüllen, ist gutes Management erforderlich. Während die einen also fast zärtlich Gemälde auf Insektenfraß untersuchen, wird in zahllosen Meetings das Budget geplant, werden Marketingkampagnen erdacht und Politikerbesuche vorbereitet. Der Film beobachtet diesen Spagat zwischen altehrwürdiger Gedächtnisinstitution und moderner Kulturdienstleistung, ohne zu bewerten. Nur dem nunmehr pensionierten Direktor der Hofjagd- und Rüstkammer darf angesichts des glatten Marketingsprechs herausrutschen, dass das alles auch für Zahnpasta gelten könne. Und dann füttert er die Tauben auf dem Sims seines Büros mit Brie und Walnüssen. (Anna Hoffmann)

oktober 2014, berlinale forum

Im Kino: "The Airstrip - Aufbruch der Moderne, Teil III"

Bild aus The Airstrip

Ab dem 2. Oktober bringt die Filmgalerie 451 Heinz Emigholz' THE AIRSTRIP aus dem Programm des diesjährigen Forums in die Kinos. Am 12. und 19. Oktober ist der Film in Anwesenheit des Regisseurs im Kino Arsenal zu sehen.

THE AIRSTRIP ist nach "Parabeton" und "Perret in Frankreich und Algerien" der dritte Teil der Reihe Aufbruch der Moderne und "bietet als Schlussteil der Serie kein großes Finale der Architekturfilmgeschichte, sondern eine fulminante Wüstenlandschaft voller unerwarteter Neuanfänge." (Stefanie Schulte Strathaus)

september 2014, berlinale forum

First Steps Award für "Los Ángeles"

Bild aus Los Angeles

LOS ÁNGELES von Damian John Harper ist mit dem "First Steps Award" für den besten abendfüllenden Spielfilm ausgezeichnet worden. "FIRST STEPS – Der Deutsche Nachwuchspreis" wird jährlich an Abschlussfilme von Studentinnen und Studenten der Filmschulen in den deutschsprachigen Ländern verliehen. Der Preis für den besten abendfüllenden Spielfilm ist mit 25.000 Euro dotiert.

LOS ÁNGELES war im diesjährigen Forum uraufgeführt worden. Die Begründung der Jury lautet: "Ein Dorf im Süden Mexikos. Die meisten Männer arbeiten illegal in den USA, und auch der 17-jährige Mateo wird nach Los Angeles gehen. Um in der " gefährlichsten Stadt der Welt" zu überleben, schließt er sich der lokalen Gang an. Zu spät erkennt er, auf was er sich da eingelassen hat. – Wir tauchen ein in die Lebenswirklichkeit einer Gemeinschaft zwischen zapotekischer Tradition und den modernen Einflüssen, die die Arbeitsmigranten aus den USA mitbringen. Die zentralen Werte verkörpern die Mütter, die dem Film seine aufwühlendsten Momente schenken. Der Regisseur hat ihn mit der Dorfgemeinschaft entwickelt, die großartigen Darsteller spielen sich selbst – jede Einstellung wirkt hier wahrhaftig. Ein Film mit Haltung und Anliegen, für den Damian John Harper einen extrem eigenständigen Stil gefunden hat."

september 2014, berlinale forum

Protest gegen Zensur von "To Singapore, With Love"

Bild aus To Singapore with Love

Gegen die Zensur von Tan Pin Pins TO SINGAPORE, WITH LOVE aus dem Programm des diesjährigen Forums haben zahlreiche prominente FilmemacherInnen und KünstlerInnen des Landes mit einem öffentlichen Statement protestiert. Der Dokumentarfilm porträtiert die Wirtschaftswundermetropole aus der Sicht politischer ExilantInnen: Gewerkschafter, Kommunisten und politische Studierende, die Singapur in den 1960er und 70er Jahren verlassen mussten und bis heute nicht zurückkehren dürfen.

Mit der Begründung, dass der Film "die nationale Sicherheit gefärde" hatte die Media Development Authority des Landes (MDA) die Aufführung des Films in Singapur vergangene Woche grundsätzlich verboten.

september 2014, berlinale forum

"Powerless" größter Dokumentarfilmstart in Indien

Bild aus Powerless

Mit über 60 Kopien in zwölf Städten erlebt POWERLESS von Fahad Mustafa und Deepti Kakkar derzeit den wohl größten Kinostart eines Dokumentarfilms in Indien. Der Film, der 2013 im Forum uraufgeführt worden war, erzählt von der Stromversorgung in der indischen Großstadt Kanpur, die Geschichte entrollt sich entlang des Kabelgewirrs und zeichnet dabei Konfliktlinien von teuflischer Komplexität nach. (Dorothee Wenner)

Zusätzlich zum regulären Kinobetrieb sind Aufführungen in Gegenden mit besonders problematischer Stromversorgung sowie politische Veranstaltungen geplant.

september 2014, berlinale forum

Kinostart "Sto spiti (At Home)"

Bild aus Sto spiti

Am 4. September bringt arsenal distribution STO SPITI (AT HOME) von Athanasios Karanikolas in ausgewählte Kinos. Der Film, der im diesjährigen Forum uraufgeführt wurde, erzählt von Nadja, die seit vielen Jahren als Haushälterin bei einem wohlhabenden Paar der griechischen Oberschicht und deren Tochter lebt. Sie darf sich als Teil der Familie fühlen. Als man bei ihr eine schwere Krankheit diagnostiziert und der Hausherr im Zuge der Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wird Nadja entlassen. Beide Erschütterungen lässt sie sich nicht anmerken. Ein lichter Film. Die Misere ist den Bildern nicht anzusehen. Es ist Sommer, die Luft flirrt, das Meer glitzert.

Erst allmählich werden die Verhältnisse klar: Oben und unten, zu Hause und fremd, mit oder ohne Krankenversicherung scheiden sich voneinander. Doch die Klassenfrage ist für Nadja keine. Sie streitet nicht für ihr Recht. Stattdessen hält sie an ihren Gefühlen fest, besteht nicht auf dem Arbeitsverhältnis, sondern auf der emotionalen Bindung. Der realen Welt zugewandt und stilisiert zugleich, mit eleganten CinemaScope-Bildern und Rauminszenierungen erzählt der Film die Geschichte um seine leise Heldin in Zeiten sozialer Kälte im Stil eines zarten Melodrams. Keine Großaufnahmen, keine großen Gefühlsausbrüche – aber großes Kino. (Birgit Kohler)

august 2014, berlinale forum

Im Kino: "Die langen hellen Tage"

Bild aus Die langen hellen Tage

Ab dem 21. August ist Nana Ekvtimishvili und Simon Groß' DIE LANGEN HELLEN TAGE (Grzeli nateli dgeebi/In Bloom) bundesweit in ausgewählten Kinos zu sehen. Der Film war im Forum 2013 uraufgeführt und in der Folge auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet worden.

Erzählt wird eine Coming-of-Age Geschichte im Tbilissi des Jahres 1992. Die Sowjetzeit ist vorüber, Georgien ist auf sich selbst gestellt, in der Provinz Abchasien herrscht Bürgerkrieg. Für Natia und Eka, die erst 14-jährigen Heldinnen von GRZELI NATELI DGEEBI, geht die Kindheit zu Ende. Eka wächst ohne ihren Vater auf, sie rebelliert gegen die besorgte Mutter und die ältere Schwester. Bei Natia terrorisiert der cholerische, trunksüchtige Vater die Familie. Frieden finden die beiden Freundinnen aber auch draußen nicht, in der Schule, auf der Straße, in der Schlange vor der Brotausgabe. Chaos, Unsicherheit, Zukunftsangst regieren den Alltag. Ein Verehrer schenkt Natia eine Pistole mit einem einzigen Schuss Munition. Wenig später wird Natia von einem anderen Verehrer entführt. Virtuos nimmt der erste Spielfilm von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß die verschütteten Traditionen des georgischen Kinos wieder auf, verwebt Laut und Leise, Melancholie und Lieblosigkeit, Gewaltausbrüche und Idylle, frühreife Kaltblütigkeit und kindliche Naivität zu einer wunderbar rhythmischen, aufregenden filmischen Komposition. In Georgien ist eine neue Generation von Filmemachern erwacht, und sie beginnt damit, sich der eigenen Geschichte zu erinnern. (Christoph Terhechte)

In Berlin findet am 13. August im Hackesche Höfe Kino eine Premiere in Anwesenheit der Regisseure statt.

märz 2014, berlinale forum

Cinéma du Réel: Grand Prix für "Iranien"

IRANIEN von Meran Tamadon hat den großen Preis des Cinéma du Réel in Paris erhalten. Der Film, der im diesjährigen Forum uraufgeführt wurde, dokumentiert ein mehrtägiges Experiment: Um einen Dialog über ihre fundamental unterschiedlichen Werte und Denkgebäude zu führen und Möglichkeiten einer Koexistenz auszuloten, initiiert der im Exil lebende Filmemacher eine Begegnung mit regimetreuen Geistlichen im Iran.

märz 2014, berlinale forum

Kamerapreis für "The Forest is Like the Mountains"

Beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln hat Christiane Schmidt für ihre Kameraarbeit bei PĂDUREA E CA MUNTELE, VEZI? (THE FOREST IS LIKE THE MOUNTAINS) den Preis für die beste Nachwuchsbildgestalterin erhalten. Der nationale Wettbewerb für Bildgestalterinnen des IFFF Dortmund | Köln stellt – weltweit einzigartig – die Kameraarbeit von Frauen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Nachwuchspreis zeichnet die beste Bildgestaltung in den Bereichen Spiel- und Dokumentarfilm aus und wird für Abschlussfilme sowie Filme aus den ersten beiden Jahren nach dem Abschluss verliehen. Er wird alle zwei Jahre in Köln vergeben.

Christiane Schmidt, geb. 1978 in Lüneburg, studierte Politik- und Kunstwissenschaft mit Schwerpunkt Visuelle Medien sowie Dokumentarfilm- und Fernsehpublizistik mit Schwerpunkt Kamera. THE FOREST IS LIKE THE MOUNTAINS, ihr Abschlussfilm, den sie in Ko-Regie mir Didier Guillain realisierte, wurde im diesjährigen Forum uraufgeführt und erzählt von einem Roma-Dorf in der rumänischen Provinz. Die Bewohner leben von der Natur und verwerten, was der Boden gerade hergibt. Einfühlsam beobachtet der Film den Alltag im ökonomischen Abseits, der von einem starken Gemeinschaftsgefühl zusammen gehalten wird.

märz 2014, berlinale forum

Mehrfach-Auszeichnung für "Blind Dates" in Sofia

SHEMTKHVEVITI PAEMNEBI (BLIND DATES) von Levan Koguashvili aus dem Programm des diesjährigen Forum ist beim Sofia International Film Festival gleich dreifach ausgezeichnet worden: Der georgische Film erhielt neben dem mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs auch den Preis für die beste Regie sowie den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik.

BLIND DATES erzählt auf lakonische Weise von dem Lehrer und ewigen Junggesellen Sandro, der sich in die Mutter einer Schülerin verliebt. Als ihr Mann aus dem Gefängnis entlassen wird, gerät Sandro unfreiwillig in dessen Konflikte. Unfähig, sein Glück in die Hand zu nehmen, fügt er sich dem Lauf der Dinge.

februar 2014, berlinale forum

Think:Film Award für Amie Siegel

Der im Rahmen von Forum Expanded erstmalig vergebene Think:Film Award geht an Amie Siegel für PROVENANCE. Der Preis, der eine Präsentation der ausgezeichneten Arbeit im Kino Arsenal sowie in der in Gründung befindlichen Cimatheque in Kairo beinhaltet, wird gemeinsam mit der Allianz Kulturstiftung ausgelobt und würdigt eine Arbeit, die ihr Medium auf kreative Weise dazu nutzt, geopolitische Verortungen zu reflektieren, ästhetische Erfahrungsräume zu erweitern und mentale Perspektivwechsel zu ermöglichen. Der Jury gehörten Mohamed Beshir (Kairo), Marcel Schwierin (Berlin) und Ala Younis (Amman) an.

februar 2014, berlinale forum

Musical Extravaganza von Ja, Panik und Christiane Rösinger

Anlässlich der Premiere von Georg Tillers DMD KIU LIDT spielen die Mitglieder der porträtierten Band Ja, Panik sowie Christiane Rösinger, Chris Immler und Maurice Summen am Freitag 14. Februar im Alter Roter Löwe Rein in der Richardstraße 31 in Neukölln einige Klavierstücke ihrer Songs. Einlass ist ab 19:30, die Musik beginnt um 20 Uhr.

oktober 2013, berlinale forum

Filmanmeldung noch bis 31. Oktober

Die Einreichfrist für das 44. Berlinale Forum endet am 31. Oktober 2013. Die Anmeldung erfolgt online über berlinale.de.

Bitte machen Sie sich mit den Richtlinien des Forums vertraut, bevor Sie einen Film einreichen.

januar 2013, berlinale forum

"For Ellen" und "Hiver nomade" im Kino

Bild aus For Ellen

Mit FOR ELLEN und HIVER NOMADE starten diese Woche gleich zwei Filme aus dem Programm des letztjährigen Forums in den Kinos. FOR ELLEN, der dritte Film von So Yong Kim nach IN BETWEEN DAYS und TREELESS MOUNTAIN erzählt von einem pflichtvergessenen Rockmusiker, der nach langer Abwesenheit verzweifelt versucht, eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. Manuel von Stürlers Debütfilm HIVER NOMADE, der gerade mit dem europäischen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde, begleitet den beschwerlichen Alltag zweier Schweizer Schafhirten während der Wintermonate.

januar 2015

First Feature Award: nominierte Forumsfilme

Fünf Spielfilmdebüts aus dem Programm des Forums sind in diesem Jahr für den mit 50.000 Euro dotierten Preis für den besten Erstlingsfilm nominiert: BEIRA-MAR (SEASHORE) von...

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januar 2015

"Tagesspiegel"-Leserjury gesucht

Auch in diesem Jahr beruft "Der Tagesspiegel" eine Leserjury, die einen Preis für den besten Film im Forum vergibt. Wer mitmachen will, kann sich bis zum 26. Januar beim...

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november 2014

45. Berlinale Forum

Vom 5.- 15. Februar 2015 findet das 45. Forum im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Die Einreichfrist für Filme ist abgelaufen. Das Programm wird...

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