Marie Losiers THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE, im diesjährigen Forum uraufgeführt und mit dem Caligari-Preis sowie dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet und in der Folge auf zahlreichen internationalen Festivals gefeiert, ist ab der kommenden Woche bundesweit in ausgewählten Kinos zu sehen. Im Rahmen der Caligari-Preis-Tour zeigt das Arsenal am 23.11. eine Preview in Anwesenheit von Marie Losier. Danach tourt die Regisseurin durch sieben weitere Städte. Ab Kinostart am 24.11. läuft der Film täglich im Kino Arsenal sowie im Berliner fsk-Kino. THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE (USA/Frankreich 2011) ist ein intimes, berührendes Porträt über das Leben und Werk des bahnbrechenden Performance-Künstlers und Musik-Pioniers Genesis Breyer P-Orridge – bekannt durch Throbbing Gristle und Psychic TV – und seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Lady Jaye. Man mag einen Film über die Geschichte der Industrial Music erwarten, über Genesis als Bindeglied zwischen Pre- und Postpunkära, über den Underground seit den 70er Jahren. Das ist er auch, aber erzählt aus der Perspektive einer großen romantischen Liebe. Genesis und Lady Jaye beginnen durch Operationen eins zu werden, ein Drittes, ein Pandrogyn. Beeinflusst, wie so vieles in Genesis’ Arbeit, von Brion Gysins und William Burroughs "Cut Ups", war es der Versuch, zwei einzelne Identitäten zu dekonstruieren, durch die Schaffung einer unsichtbaren Dritten.
THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE ist auch ein Film von Marie Losier, einer Filmautorin, deren Handschrift es ist, spielerisch ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Undergroundvorbildern aufzubauen. Küchen- und Gartenaufnahmen werden abgelöst von Home-Movie-Performances, Interviews (Orlan, Peaches, Peter Christopherson), Rollenspielen, Konzerten, magischen Tricks und Archivaufnahmen. Der Film hält seinen Bewegungsrhythmus -- unterstützt durch Genesis' Cut-Up-Erzählungen -- auch dann noch aufrecht, als er durch Lady Jayes überraschenden Tod zu einem Film über die Trauer wird. Nun geht es um die Frage, wie man stirbt, wenn zwei eins geworden sind -- und wie man weiterlebt.
Verleih in Kooperation mit Neue Pegasos.
Ermöglicht durch den von den Kommunalen Kinos und dem FILM-DIENST gestifteten Caligari-Preis tourt die Regisseurin Marie Losier mit ihrem Film vom 24. bis 29. November durch folgende Kinos:
Do. 24.11. um 19 Uhr Mal Seh'n Kino, Frankfurt
Do. 24.11. um 20.30 Uhr Programmkino Rex, Darmstadt
Fr. 25.11. um 19.15 Uhr Filmhaus im Künstlerhaus, Nürnberg
Sa. 26.11. um 21.15 Uhr Kinemathek Karlsruhe
So. 27.11. um 20 Uhr METROPOLIS - Kinemathek Hamburg
Mo. 28.11. um 20.15 Uhr cine k, Oldenburg
Di. 29.11. um 20.30 Uhr City 46, Bremen