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edition arsenal experimental

Album, 2004

THE MEMO BOOK

Filme, Videos und Installationen von Matthias Müller

 

Hg. von Stefanie Schulte Strathaus

mit Beiträgen von Christa Blümlinger, Robin Curtis, Mike Hoolboom, Georg Kaplan, Scott MacDonald, Volker Pantenburg, Dirk Schaefer, Marc Siegel und Daniel Hendrickson

 

Die Filme von Matthias Müller lassen sich als ungeschriebene Geschichte des deutschen Experimentalfilms lesen. Von der Super 8-Bewegung der achtziger Jahre sowie der genreübergreifenden Arbeit mit Found Footage über die gegenseitige Durchdringung analoger und digitaler Bildmedien bis hin zur kinematographischen Installation: In Müllers Künstlerbiographie und seiner Filmästhetik brechen sich Hollywoodkino, Avantgarde und Queer Cinema so sehr wie die medien- und abspieltechnischen Umwälzungen der achtziger und neunziger Jahre - mitsamt den daraus resultierenden Veränderungen in der Kinolandschaft, die sich auch für ihn in den Kunstraum ausgeweitet hat. Müllers dezidiertes Interesse an Fragen der Erinnerung, Spuren der Vergangenheit und der Bedeutung des geschichtlichen Körpers lässt ihn zum Angelpunkt unterschiedlichster beziehungsreicher Betrachtungen werden.

 

Die Autoren von THE MEMO BOOK spüren jener herausragenden Besonderheit nach, die in der für Müllers Werk konstitutiven Grenzüberschreitung liegt und ihn dabei immer wieder auf das Kino zurückkommen und es neu ergründen lässt.

 

Matthias Müller lehrt derzeit als Professor für Experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

 

Das Buch "The Memo Book" ist seit September 2005 im Handel erhältlich.

 

- zweisprachig deutsch und englisch

- 280 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen

 

Verlag Vorwerk 8

ISBN 3-930916-76-2

 

In Zusammenarbeit mit LUX (London), YYZ (Toronto) und dem Bundesverband Kommunale Filmarbeit (Frankfurt). Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Kulturwerk VG-Bildkunst (Bonn).

 

Anlässlich des Erscheinens des Buches bieten wir untenstehend drei Programme mit Filmen und Videos von Matthias Müller an.

 

Wenn es sich einrichten lässt, sind Matthias Müller und/oder Stefanie Schulte Strathaus gern bereit, zu einer Buchpräsentation mit Filmprogramm anzureisen.

 

Für Vorführungen in Deutschland fallen lediglich die Leihmieten für die Filme in Höhe von 200 € je Programm sowie ein etwaiges Honorar für Matthias Müller in Höhe von 100 € an.

Reise- und Unterbringungskosten sind gedeckt.

 

Selbstverständlich können auch nur einzelne Programme gezeigt werden.

 

Programm 1

 

AUS DER FERNE – THE MEMO BOOK, Matthias Müller, 1989, 28 min

SLEEPY HAVEN, Matthias Müller, 1993, 14 min

STERNENSCHAUER - SCATTERING STARS, Matthias Müller, 2004, 2 min

HOME STORIES, Matthias Müller, 1990, 6 min

ALPSEE, Mattias Müller, 1994, 15 min

 

AUS DER FERNE – THE MEMO BOOK (1989) ist eine Reminiszenz an einen an AIDS verstorbenen Freund. Die eigene Trauerarbeit findet unmittelbar Ausdruck in der Verschmelzung von gefundenem und selbstgedrehtem Material, das wiederum mit dem Filmmaterial eins zu werden scheint. In diesem Film, wie auch in SLEEPY HAVEN (1993), entsteht dadurch eine besondere körperliche Nähe zur Leinwand. SLEEPY HAVEN verbindet gefundene Bilder von Ozeandampfern und zum Teil von Freunden auf Super 8 gedrehtes Material mit Aufnahmen ihrer Körper zu einem Bilderfluss in ozeanischem Blau. Der Film wurde u.a. inspiriert durch Texte von Herman Melville, Joseph Conrad und Filme von Kenneth Anger und Jean Genet. STERNENSCHAUER - SCATTERING STARS (2004) stellt eine verglühende Phantasie da und erinnert an Kenneth Angers Fireworks. HOME STORIES (1990) inszeniert Hollywoodkörper ein weiteres Mal. Der Film gehört zu den bekanntesten Filmen Müllers: Lana Turner und andere Schauspielerinnen erzählen durch Gesten und Blicke eine ganz eigene Geschichte des Melodrams. Mit ALPSEE (1994) tauchte Müller in die Welt eines Jungen ein, der in einem sterilen Haushalt der 60er Jahre lebt, wo das Überlaufen eines Glas Milch in der Phantasie des Kindes einer Überflutung der mütterlichen Ordnung gleich kommt.

 

 

Programm 2

 

NEBEL, Matthias Müller, 2000, 12 min

PENSÃO GLOBO, Matthias Müller, 1997, 15 min

PHANTOM, Matthias Müller, 2001, 5 min

VACANCY, Matthias Müller, 1998, 15 min

ALBUM, Matthias Müller, 2004, 24 min

 

Dieses Programm enthält Matthias Müllers neuere Film- und Videoarbeiten. Es beginnt mit NEBEL (2000), der Verfilmung eines Jandl-Gedichts. Es folgt PENSÃO GLOBO (1997), die filmische Reise eines AIDS-Kranken. Dem Film liegen Tagebücher von Wolfgang Max Faust, Herve Guibert, Derek Jarman und Mike Hoolboom zugrunde, letzterer spricht den Voice Over. PHANTOM (2001) ist für den Kunstraum entstanden und spielt meditativ mit der Idee des Kinos als Vorhang. VACANCY (1998) verbindet den Bau der Stadt Brasilia als Gussform für die Zukunft seiner Generation mit dem Geburtsjahr Müllers (1961). ALBUM (2004) ist ein sehr persönliches Gewebe aus gesammelten Bildern und Texten.

 

Programm 3

 

PLAY, Matthias Müller und Christoph Girardet, 2003, 7 min

PHOENIX TAPES, Matthias Müller und Christoph Girardet, 1999, 26 min

MANUAL, Matthias Müller und Christoph Girardet, 2002, 10 min

BEACON, Matthias Müller und Christoph Girardet, 2002, 15 min

MIRROR, Matthias Müller und Christoph Girardet, 2003, 8 min

 

Das letzte Programm enthält Arbeiten, die gemeinsam mit Christoph Girardet entstanden sind. Wie Müller hat Girardet an der HBK Braunschweig studiert, mit den PHOENIX TAPES begannen sie 1999 ihre Zusammenarbeit. Im Anschluss an PLAY (2003), einem Loop, der das Kino- und Theaterauditorium in Szene setzt, zeigen wir die Teile 3 - 6 aus der Hitchcock-Installation, die im Auftrag des Museum of Modern Art Oxford für die Ausstellung „Notorious - Alfred Hitchcock and Contemporary Art" entstanden ist. MANUAL (2002) ist eine Choreographie, in der Schalter, Knöpfe und Hebel bedient werden. Wie diese Arbeit führt auch BEACON (2002) gesammelte Filmbilder der beiden Künstler zusammen, in diesem Fall sind es Ozeanaufnahmen. In den Dialog der Bilder mischt sich ein von einer Frauenstimme gesprochener Text von Mike Hoolboom. Der Schluss von Antonionis L’Eclisse (1962) inspirierte Girardet und Müller zu MIRROR (2003), der durch sein 35mm-Cinemascopeformat (hergestellt durch zwei nebeneinandermontierte DV-Kameras) erneut das Kino selbst in Szene setzt.

 

Für weitere Informationen und Reservierungen:

 

verleih(at)arsenal-berlin.de

 

oder: +49 (0)30-26955150