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Die Akademie der Künste im Tiergarten war im Sommer 1975 erstmals Spielort des Forums. Auch in seinem sechsten Jahrzehnt hat das Gebäude von Werner Düttmann nichts von seinem Charme verloren. Heinz Emigholz hat es für uns fotografiert. Das 47. Forum zeigt vier neue Filme des Regisseurs. Ein Gespräch über Architektur, Fotografie, selbstreferentielles Filmemachen und die Emanzipation des szenischen Hintergrunds.

Das vor einer Dekade gegründete Sensory Ethnography Lab definiert nicht nur den ethnografischen Film neu, sondern stellt auch die grundsätzliche Frage: Was ist ein Dokumentarfilm? Zwei Arbeiten aus diesem Umfeld sind im Forum zu sehen.

Der fünfte „Think Film“-Kongress folgt dem Leitgedanken von „Archival Constellations“. Über Archive als Zeitmaschinen und die Ungleichzeitigkeit des Wissens.

Vor einigen Jahren war das Neue Argentinische Kino in aller Munde. Die drei argentinischen Filme, die das Forum in diesem Jahr zeigt, sind auf diesem Nährboden gewachsen. Sie sind so argentinisch wie global. Machen nationale Kategorien überhaupt noch Sinn? Gedanken aus Buenos Aires.

Fernando Birris ORG ist ein monströses, seit seiner Uraufführung 1979 äußerst selten gezeigtes, knapp dreistündiges Wahrnehmungsexperiment mit über 26.000 Schnitten und knapp 700 Tonspuren. Und bis heute ein Geheimnis, über das noch immer viel zu sagen und zu schreiben bleibt.

Der 16-mm-Film erlebt eine neue Konjunktur. Filmemacherin Deborah Stratman über die Arbeit mit transparentem brennbaren Plastik und den Zusammenhang zwischen Malteserkreuz und Stringtheorie.

Vergesst Aristoteles! Der dramatischste Moment des Films ist das Casting, nicht die Katharsis. Im Casting wird nicht nur das Schauspiel auf die Probe gestellt, sondern die pure Existenz.

Das Programm von Forum Expanded richtet den Blick nicht zu den Sternen, sondern auf den Boden der Tatsachen. Anselm Franke über Adorno, über Täter, die sich als Opfer gebärden, und über eine Kunst, die eine Sprache für die Wirklichkeit findet.

Ahmed Bouanani musste seine Vision eines künstlerischen marokkanischen Kinos gegen zahllose Widerstände durchsetzen. Er schuf nur einen Spielfilm und wenige Kurzfilme, doch sein Einfluss wirkt bis heute. Ali Essafi beschreibt die Odyssee des Filmpioniers und seine Bedeutung für die Gegenwart.

Vier Filme in Forum und Forum Expanded beschäftigen sich mit archivierten Filmbildern von Revolutionen, realen wie imaginierten, vorbewussten und gescheiterten. Film konstruiert Mythen, Filme dekonstruieren Mythen.

Christoph Terhechte