Mohanad Yaqubi

Off Frame aka Revolution until Victory
2016

13.02. 16:30 OmEU Delphi
17.02. 17:30 OmEU Kino Arsenal 1

Weiterführende Informationen finden Sie im Forum-Expanded-Blatt (PDF).

„... und für jene, die an Unsichtbarkeit leiden, wird die Kamera zur Waffe werden.“ (Elias Sanbar)
Off Frame aka Revolution until Victory spürt den Fragmenten einer Revolution nach und setzt Bilder eines Traums von Freiheit zusammen. Er nutzt dazu Filme aus der Zeit des palästinensischen Widerstandskinos, die zwischen 1968 und 1982 im Zusammenhang mit der palästinensischen Revolution produziert wurden. Für den Rest der Welt zeigten diese Filme ein Beispiel eines Volks im Widerstand. Sie erklärten, wofür und gegen wen diese Menschen kämpften. Doch für die Palästinenser markierten sie einen Identitätswandel: von Geflüchteten zu Freiheitskämpfern. Die palästinensische Revolution arbeitete mit Filmemacher*innen, Schauspieler*innen und Aktivist*innen aus vielen Teilen der Welt zusammen und ging Partnerschaften mit Institutionen in Berlin, Moskau, Bagdad und auf Kuba ein. Trotz des hohen Produktionsaufkommens haben nur wenige Filme bis heute überlebt. Allen Einstellungen, Ausschnitten und Sequenzen, die Yaqubi kombiniert, ist gemein, dass sie die Geschichte eines Volks im Widerstand auf der Grenze zwischen Fiktion und Propaganda, Traum und Wirklichkeit erzählen.

Mohanad Yaqubi, geboren 1981 in Kuwait, unterrichtet neben seiner Arbeit als Filmemacher und Produzent Filmwissenschaften an der International Art Academy in Palästina. Er ist Mitbegründer der Produktionsfirma Idioms Film in Ramallah und des Kollektivs Subversive Film, das sich mit militanter Filmpraxis beschäftigt. Er ist Regisseur und Produzent sowohl dokumentarischer als auch fiktionaler Kurzfilme. Seine Filme wurden auf internationalen Festivals gezeigt.

Produktion: Idioms Film, Ramallah; Monkey Bay Productions, Marseille
Buch: Reem Shilleh
Kamera: Sara Sea
Darsteller: Mustafa Abu Ali, Sulafa Jadallah, Hani Jawaharieh, Yaser Arafat

Länge: 63 min
Sprache: Arabisch, Englisch

Foto: © Mohanad Yaqubi

Riwaq

Bawabet Yafa / Jaffa Gate
2016

09.02.–20.02. täglich 11:00–21:00, Akademie der Künste, Hanseatenweg

Weiterführende Informationen finden Sie im Forum-Expanded-Blatt (PDF).

„Sonntag, 18. Dezember 1917: Mit großem militärischem Zeremoniell zieht Feldmarschall Allenby in Jerusalem ein und markiert damit den offiziellen Sieg und die Eroberung der Stadt... Ich erinnere mich immer noch an diesen großen Tag als er durch das Jaffator kam.“ (Wasif Jawhariyyeh).

Die Multimedia-Installation BAWABET YAFA befragt die Konzepte Erbe und Gedächtnis im palästinensischen Kontext am Beispiel des Jaffators. Mithilfe früher palästinensischer Fotografie und der gelebten Erinnerung Wasif Jawhariyyehs erzählt sie eine alternative Geschichte der Beziehung zwischen materieller Vergangenheit und kollektiven Vorstellungen von Nation. Sie denkt zukünftige Generationen mit und zeigt, dass die Bauten, die uns umgeben, obwohl sie nicht als Erbe anerkannt sind, Teil der räumlichen Diskurse waren, die Wissensproduktion über vergangene Ereignisse (in der Zukunft) beeinflussten. BAWABET YAFA lässt uns spekulieren, was passiert wäre, „hätte Jawhariyyeh Ashbee* eine Abreibung verpasst.“ 
*Charles Robert Ashbee, städtebaulicher Berater des britischen Mandatsgebiets von Palästina, war verantwortlich für den Abriss des Uhrenturms am Jaffator. Wasif Jawhariyyeh war sein Sekretär.

Khaldun Bshara, geboren 1972 in Palästina, ist Architekt, Restaurator und Anthropologe und lebt in Ramallah. Er ist der Direktor des Riwaq Centre in Ramallah, wo er seit 1994 arbeitet. Bshara hat Architektur- und Restaurationsprojekte durchgeführt und ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel. Seine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Raum und Identitätsbildung. Er interessiert sich vor allem für Randgebiete, Peripherien und begrenzte Räume, die identitätsstiftende Erzählungen und Raumtheorien herausfordern.
Mohanad Yaqubi, geboren 1981 in Kuwait, unterrichtet neben seiner Arbeit als Filmemacher und Produzent Filmwissenschaften an der International Art Academy in Palästina. Er ist Mitbegründer der Produktionsfirma Idioms Film in Ramallah und des Kollektivs Subversive Film, das sich mit militanter Filmpraxis beschäftigt. Er ist Regisseur und Produzent sowohl dokumentarischer als auch fiktionaler Kurzfilme. Seine Filme wurden auf internationalen Festivals gezeigt.

Produktion: Idioms Film, Ramallah; Riwaq, Ramallah
Recherche: Kaldun Bshara
RegieVideo „On That Day“: Mohanad Yaqubi
3D-Modell
: Yousef Taha

Format: Multimedia-Installation
Sprache
: Arabisch, Englisch

Foto: © Mohanad Yaqubi