Juli 2012, distribution news

"Call me Kuchu": Kinostart und 'Cinema fairbindet'-Roadshow

Bilder aus Call me Kuchu

© Katherine Fairfax Wright

CALL ME KUCHU von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright, auf der diesjährigen Berlinale mit dem entwicklungspolitischen Filmpreis 'Cinema fairbindet' sowie dem Dokumentarfilm-Teddy ausgezeichnet, startet ab 20. September bundesweit in ausgewählten Kinos. Begleitend tourt der Film mit der 'Cinema fairbindet'-Roadshow durch mehrere Städte; Auftakt ist am 18. September in Bonn.
Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, das Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter_innen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. CALL ME KUCHU dokumentiert ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandische Regierung. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Der Ausgang der Debatte ist noch offen.

Die Regisseurinnen von CALL ME KUCHU begleiteten David Kato über ein Jahr vor seiner Ermordung und schildern in ihrem Film das Leben eines mutigen und geistreichen Mannes mit kräftiger Stimme, dessen Errungenschaften erst nach seinem Tod in vollem Ausmaß erkannt wurden. Nuanciert beleuchtet der Film das Leben der "Kuchus" von Kampala, ihre Bemühungen, ihr eigenes Schicksal und das von vielen Anderen in ganz Afrika nachhaltig zu verändern. Wenn auch erschütternd, geht der Film in seiner Erzählweise über die in der internationalen Presse vorherrschende Viktimisierung der "Kuchus" hinaus und öffnet den Blick auf eine Bewegung, die gerade wegen der ihr entgegengebrachten Repression immer weiter erstarkt. Durch die in Katos Worten erzählte Geschichte lebt sein Vermächtnis in CALL ME KUCHU weiter.

FSK: "Freigegeben ab 12 Jahren" Der Film darf an allen Tagen des Jahres (einschließlich der gesetzlich geschützten stillen Feiertage) vorgeführt werden.

Download der Freigabekarte als pdf

Den englischen Trailer sowie weitere aktuelle Informationen finden Sie hier: callmekuchu.com sowie auf der Facebookseite des Films.

Die Regisseurinnen über ihren Film
"Sie werden behaupten, wir wären nicht hier.
"
CALL ME KUCHU wirft einen Blick auf das Leben unseres Freundes David Kato, des ersten sich öffentlich bekennenden schwulen Aktivisten Ugandas, der im Januar 2011 brutal ermordet wurde; einen Blick in eine Welt voller Leidenschaft und unaufhaltsamer Entschlossenheit, voller Humor und lebendiger Träume.(...) Kurz nach unserer Ankunft in Kampala erklärte uns ein Parlamentsabgeordneter, dass es "in Uganda keine Diskussion mehr darüber gibt, ob Homosexualität richtig oder falsch ist – sie ist falsch." Nach allem was wir über das bevorstehende "Anti-Homosexualitäts-Gesetz", das die Todesstrafe für HIV-positive homosexuelle Männer vorsieht und denjenigen, die sich weigern vermeintliche Homosexuelle zu denunzieren, Gefängnisstrafen androht, wussten, waren wir versucht, zu glauben, dass es keine Diskussion gibt. Aber David zeigte uns eine ganz andere Wirklichkeit. Anfänglich stellte er sich uns gegenüber als eine Art Mittelsmann dar, als unsere Verbindung zur queeren Community, zu den "Kuchus". Bald jedoch stellten wir fest, dass der als "Großvater der Kuchus" bekannt gewordene Mann einer der entschlossensten und begnadetsten Aktivisten in Ostafrika war. Je mehr Zeit wir damit verbrachten, seine Arbeit zu dokumentieren, desto deutlicher wurde, dass David und die anderen Aktivistinnen und Aktivisten entgegen der Behauptung des Abgeordneten schon lange einen Diskurs angeregt hatten. Die "Kuchus" aus Kampala haben begonnen, den diskriminierenden Status Quo zu dekonstruieren und arbeiten unermüdlich daran, ihr eigenes Schicksal und das von vielen Anderen in ganz Afrika zu ändern. Wenn wir heute unsere Erinnerungen an David Revue passieren lassen, gedenken wir seiner Standhaftigkeit, seinen bemerkenswerten juristischen Errungenschaften sowie seinem Mut – geleitet von der Vision eines "gay villages" in Uganda. Aber am deutlichsten erinnern wir uns seiner folgenden Worte: "Wenn wir uns weiterhin verstecken, werden sie behaupten, wir wären nicht da."

Katherine Fairfax Wright studierte Filmwissenschaften und Anthropologie an der Columbia University. Als Produzentin und Koproduzentin arbeitete sie in der Vergangenheit u.a. eng mit Bent-Jorgen Perlmutt, Nelson Walker III und Felipe Barbosa zusammen. Neben ihrer Tätigkeit beim Film, gewann sie in den letzten Jahren als Fotografin zahlreiche Preise. Malika Zouhali-Worral studierte an der Universität Cambridge und am Institut d'Études Politiques de Paris (Sciences Po). Heute arbeitet sie als freie Journalistin. Ihre Reportagen aus Indien, Uganda, China und den USA über Politik, Technologie und LGBT-Rechte wurden unter anderem in der Financial Times und bei CNN veröffentlicht.

Pressestimmen zur Berlinale

"Ruhig beobachtend zeichnet der Film ein Bild extremer Homophobie, christlich-religiösen Fanatismus und einer gerade daraus erstarkenden LGTB-Gemeinschaft." (rbb)

"Der Film dokumentiert einfühlsam und differenziert den ugandischen Queer-Aktivisten David Kato und andere. Nicht nur Kato wird dicht porträtiert, auch andere Protagonistinnen und Protagonisten erlauben tiefe Einblicke in ihre persönlichen Ängste und Nöte, ihre Sorgen und Hoffnungen. Deutlich wird: Ugandas LGBT-Bewegung ist nicht ausschließlich Opfer eines repressiven Regimes, sondern auch sehr aktiv im Kampf für Gleichberechtigung." (Tobias Sauer, Siegessäule)

"Call Me Kuchu is not only touching – it is extremely important and necessary for its time, as it documents history in the making and raising of political awareness. Uganda’s LGBT fight is not yet won, – but Malika and Katherine promise to keep us updated, and consider re-cutting the film as the situation progresses. Highly recommended for self-education." (Ruta Buciunaite, The Upcoming)

Der Verleih sowie die Roadshow von CALL ME KUCHU werden ermöglicht durch den entwicklungspolitischen Filmpreis 'Cinema fairbindet', gestiftet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Das Projekt 'Cinema fairbindet' wird durchgeführt von der
Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Kooperationspartner: Bundeszentrale für politische Bildung, Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), DW-Akademie

Medienpartner: Queer.de

CALL ME KUCHU
Land / Jahr: Uganda/USA 2012, Länge 90 Min., Format: (gedreht auf HDCAM) DCP und Blu-ray, Sprachen: Englisch und Luganda, Sprachfassung: OmU, Regie: Malika Zouhali-Worrall, Katherine Fairfax Wright, Kamera: Katherine Fairfax Wright, Zweite Kamera: Samuel Benjamin, H. Allen-Falconi, Schnitt: Katherine Fairfax Wright, Musik: Jonny Mandabach, Produzent: Malika Zouhali-Worrall, mit David Kato Kisule, Naome Ruzindana, Stosh Mugisha, Giles Muhame, John "Long Jones" Abdallah Wambere, Bishop Christopher Senyonjo, Frank Mugisha, Parlamentsmitglied David Bahati, Kasha Jacqueline Nabagesera, Onyango John Francis