Oktober 2012, distribution news

"Beziehungsweisen"

von Calle Overweg, Kinostart: 11. Oktober 2012

Drei Paare in der Krise suchen Rat in einer Therapie. Sie tragen Kontroversen um Seitensprünge, Abtreibung und getrennte Schlafzimmer aus. Vorwürfe, Ängste und Verletzungen kommen zur Sprache. Die Option Trennung steht im Raum. Die Fallgeschichten lassen überindividuelle Konfliktlinien, Strukturen und Beziehungsmuster zutage treten. Ein Film über Liebes-Beziehungs-Arbeit in progress. Die Versuchsanordnung: Im nüchternen Ambiente eines Studios finden Therapiesitzungen statt. Die verhandelten Probleme sind gängige. Die Klienten werden von Schauspielern dargestellt, die Therapeuten sind tatsächlich in diesem Beruf tätig und nicht inszeniert. Hinzu kommen in der Tradition des epischen Theaters gestaltete Szenen aus dem Alltag der Paare, die mit minimalem Dekor auskommen, sowie Werkstattgespräche, in denen die Therapeuten dem Filmteam aus ihrer Praxis berichten. Dokumentarische Elemente und improvisiertes Schauspiel gehen eine ungewöhnliche Verbindung ein und ergeben eine Spiel-Art des Dokumentarischen, die mit Abstraktion und Fiktion arbeitet und sich um Authentizität nicht schert. In der offensichtlichen Laborsituation und ihrer Künstlichkeit entstehen berührende Momente voller Emotion.

Calle Overweg wurde am 18. Januar 1962 in Krefeld geboren. Nach dem Abitur begann er verschiedene Ausbildungen in den Bereichen Landwirtschaft, Jura und als Bankkaufmann, bevor er drei Jahre als Puppenspieler arbeitete. Von 1989 bis 1995 studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) in Berlin. 1993 nahm er in Moskau an den „Höheren Kursen für Szenaristen und Regisseure“ teil. Calle Overweg lebt als Autor, Regisseur und Cutter in Berlin.

Weitere Informationen und Termine zu Beziehungsweisen finden Sie auf der Facebook Seite des Films.

Hier geht es zum Trailer

Presse zur Berlinale

"Mutiges Kino, ein visuelles Experiment, das man so noch nicht gesehen hat…" Info Radio, Berlinale Tipp

"Eine riskante „Versuchsanordnung“: Schauspieler sind in der faktischen Therapie-Sitzung gefangen und erörtern, objektivieren die ewige Wiederkehr des Streits und Neids für jedermann, machen in den gespielten Szenen plastisch, wie es zu Eifersucht kommt, warum sich der eine in jemand anderes verliebt oder fremdgeht." Annika Bunse, Berliner Morgenpost

"Je länger die Schauspieler bei der Sache sind, desto mehr schaffen sie sich ihre eigene Realität." Zeit Online

BEZIEHUNGSWEISEN
Land/Jahr: Deutschland 2012. Format: Blu-ray, 16:9. Länge: 85 Minuten. Sprache: Deutsch. Konzept, Regie, Schnitt, Produzent: Calle Overweg. Kamera: Susanna Salonen. Ausstattung: Juliane Friedrich. Musik: Stefan Lienenkämper. Ton: Ulla Kösterke. Sounddesign: Martin Ehlers-Falkenberg. Mischung: Titus Maderlechner. Redaktion: Katya Mader (ZDF/3sat, Mainz). Darsteller: Leopold Altenburg (Hermann), Abak Safaei-Rad (Dorothea), Axel Hartwig (Heiko), Anja Haverland (Amelie), Gerhold Selle (Siegfried), Franziska Kleinert (Eva), Therapeuten: Heidemarie Zunken-Kreplien, Joachim Maier, Marion Braun.