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berlinale-baer

Donnerstag, 4. Februar 2010
WDR-Kinozeit zum Forumsjubiläum

Zum 40-jährigen Jubiläum des Forums zeigt die WDR-Kinozeit fünf internationale Produktionen aus vier Jahrzehnten Festivalprogramm, die bislang noch nicht im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Den Auftakt macht Regarde-moi am 18. Februar.

"Regarde-moi"

Die weiteren Filme der Reihe sind Kurz davor ist es passiert (Forum 2007) am 25. Februar, "Jeanne Dielman, 23 Quai du Commerce - 1080 Bruxelles" (Forum 1975 und 1990) am 27. Februar, "Born in Flames" (Forum 1983) am 4. März und "Madame l'eau" (Forum 1993) am 11. März.

 

Um die Filme des Forums über die Zeit des Festivals hinaus einem internationalen Publikum zugänglich zu machen, entstand 1971 mit Beginn des ersten Forums ein Verleihprogramm. arsenal distribution umfasst heute rund 2000 Titel und ein Archiv von 7000 Titeln. Die Kinozeit des WDR ist dem Forum und arsenal distribution seit langem verbunden. Sehr viele Filme, die im Forum gezeigt wurden, fanden den Weg ins deutsche Fernsehen über die Kinozeit.

 

Zu den Filmen im Einzelnen:

 

Donnerstag, 18.2.2010, 23.15 Uhr

REGARDE-MOI
von Audrey Estrougo, Frankreich 2007, 97’

Die Jugendlichen in diesem Film tragen die Farben der Welt, in der sie leben: Schwarz und Weiß. Ihr Leben spielt sich in einer Vorstadt ab, wo sie sich treffen, miteinander diskutieren, streiten und sich verlieben. Das Leben hier ist nicht einfach. An dem Tag, als Jo erfährt, dass er als Nachwuchsspieler beim berühmten Londoner Fußballclub Arsenal angenommen ist, erreichen die Spannungen unter den Jugendlichen einen Höhepunkt.

 

Donnerstag 25.2.2010, 23.15 Uhr

KURZ DAVOR IST ES PASSIERT
von Anja Salomonowitz, Österreich 2006, 72’

Kurz davor ist es passiert ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem globalen Phänomen des Frauenhandels. Der Film basiert auf realen Erzählungen gehandelter Frauen, aus denen die Regisseurin ein dokumentarisches Drehbuch erarbeitet hat. Die Geschichten werden nicht von Schauspielern, sondern von Menschen nacherzählt, die mit den Ereignissen und Orten des Films in einer Beziehung stehen könnten: einem Zöllner, einer Dorfbewohnerin, einem Kellner in einem Bordell, einer Diplomatin und einem Taxifahrer. Ein Film über falsche Versprechungen, Ausbeutung und Enttäuschung.

 

Samstag 27.2.2010, 23 Uhr

JEANNE DIELMAN, 23 QUAI DU COMMERCE – 1080 BRUXELLES
von Chantal Akerman, Belgien 1975, 202’

Drei Tage im Leben einer etwa 40jährigen verwitweten Frau, Mutter eines 16jährigen Sohnes, die auch als Gelegenheitsprostituierte arbeitet. Minutiös beschreibt der Film den ritualisierten Ablauf dieser Tage, das von der Frau perfekt organisierte und geregelte Leben, das emotionslos und formalisiert abläuft und weder spontane Entscheidungen noch Abweichungen zulässt. Am Ende des dritten Tages haben kleinste Störungen und Irritationen zur Eskalation geführt: die Frau hat einen Mord begangen. Das mit eindrucksvoller Konsequenz und Strenge entwickelte Porträt einer Frau, deren Dasein leer und entindividualisiert ist. Der von der hervorragenden Hauptdarstellerin (Delphine Seyrig) geprägte Film erklärt sich weniger aus Handlung und Dialogen als aus dem Zwang seiner Bilder und den sich daraus ergebenden emotionalen Sogwirkungen.

 

Samstag 27.2.2010, 23 Uhr

BORN IN FLAMES
von Lizzie Borden, USA 1982/83, 81’

"Born in Flames" spielt in der Zukunft — zehn Jahre nach einer sozialistischen Revolution in Amerika. Auch in diesem alternativen Amerika hat sich für Frauen nichts geändert: Unterdrückung, alltägliche Diskriminierung, sexuelle Übergriffe, Doppelbelastung — den Frauen reicht es. Sie verbünden sich quer zu sozialen, ethnischen, kulturellen oder sexuellen Identitäten und nehmen den Kampf auf.

 

Donnerstag 11.3.2010, 23.15 Uhr

MADAME L’EAU
von Jean Rouch, Niederlande/Frankreich/Niger 1992, 127’

Jean Rouchs Film erzählt die Geschichte dreier Männer aus Niger, die nach einer Lösung suchen, um die verheerende Dürre, die ihre Ernte zu vernichten droht, ein Ende zu setzen. Sie beschließen, in die Niederlande zu reisen, um die traditionellen Windmühlen zu studieren. Doch deren Größe ist für die Bedingungen Afrikas ebenso ungeeignet wie die hoch aufragenden Stahlkonstruktionen der modernen Windmühlen. Sie radeln durch die flache Landschaft Hollands und stellen Vergleiche zwischen Kühen hier und Flusspferden dort an. Sie besuchen Universitäten und reden mit den Leuten vom Fach, bis sie endlich eine hölzerne Windmühle finden, die sie sogar selbst bauen können. Schließlich wird ihr Traum wahr: da steht sie nun, selbst erdacht, selbst gebaut und selbstgenügsam, und bewässert das Land, auf dem sie sogar (schwarze!) Tulpen pflanzen können.