August 2011, startseite

24.-28.8.: Künstlerinnenprogramm

Bild aus Absent Present

ABSENT PRESENT (2010)

Seit zwölf Jahren präsentieren wir die Ergebnisse des Bereichs Film der Künstlerinnenförderung der Kulturverwaltung des Berliner Senats. Ohne Zeit-, Innovations- oder Vermarktungsdruck können die geförderten Künstlerinnen Projektphasen durchlaufen, die heute allzu häufig als Luxus deklariert werden. Frauen Zeit zu geben zum Nachdenken, zum Recherchieren, zum Sammeln, zum Experimentieren oder für die Postproduktion: Dies ist der Grundgedanke des Künstlerinnenprogramms. In diesem Sinne eröffnen wir das Programm mit zwei Arbeiten von Angelika Levi, der mittels des Künstlerinnenprogramms eine Publikation und Präsentation ihres filmischen Schaffens im Arsenal ermöglicht wurde.

Bei der Durchsicht der diesjährigen Projekte fällt vor allem eines auf: Es geht um die künstlerische Auseinandersetzung mit Biografien – eigenen und fremden. Die fremden jedoch stehen stets im Bezug zur eigenen: Welche Generation erinnert sich an Die große Flatter, deren Autorin Leonie Ossowski in einer Arbeit der ehemaligen DFFB Studentin Lih Janowitz porträtiert wird? Susanne Sachsse setzt sich als Schauspielerin mittels einer Doppelprojektion sogar direkt ins Verhältnis zum Werk der Autorin Jane Bowles, mit der sie sich in Serious Ladies befasst. Titel anderer Arbeiten, wie MAKING HISTORY von Constanze Fischbeck oder BECOMING von Yishay Garbasz, muten wie eine Wiederkehr der Frühzeit des Feminismus an. Doch anders als in anderen westlichen Ländern war es in Deutschland lange Zeit auch in der feministischen Filmarbeit nicht üblich, dass das (Auto-)Biografische zum Ausgangspunkt einer ästhetischen Form genommen wurde. Dabei geht es heute keineswegs um simple Identitätspolitik: Mindestens ebenso von Bedeutung ist die Auseinandersetzung mit Räumen und Territorien. Seien es die Alpen, das Ufer des Mississippi, Kuba, die Neue Mitte in Berlin oder ein Kurort am Schwarzen Meer: Orte sind in Bewegung und Frauen gestalten ihre Veränderung. Dabei stehen sie im ständigen Austausch mit sich selbst und anderen: Im Blickpunkt der Künstlerinnen Juliane Zelwies und Lucile Desamory stehen performative und spielerische Kommunikationsformen. Scheitert die Kommunikation im Alltag, so entsteht – wenn nötig auch zum wiederholten Male – ein ERSTES MANIFEST GROßER UND ANGESEHENER KÜNSTLERINNEN – RELOADED! (Nathalie Percillier). Wir freuen uns, Ihnen diese und andere Arbeiten – fertiggestellt oder als Work in Progress – vorzustellen und zahlreiche Künstlerinnen für Diskussionen im Anschluss an die Vorführungen im Arsenal begrüßen zu dürfen.

Mi 24.8., 20h, Eröffnung, Anschließend Diskussion mit Angelika Levi
FAUST AUFS AUGE (Angelika Levi, BRD 1988, 5’)
ABSENT PRESENT (Angelika Levi, 2010, 85’)

Do 25.8., 21h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
это все только начало / DAS IST ALLES ERST DER ANFANG (Steffi Wurster, 30’)
MAKING HISTORY (Vortrag & Filmausschnitte von Constanze Fischbeck, ca. 15’) REINER SCHÜRMANN  (Minka Maslowski, Filmausschnitte, ca. 15’)

Fr 26.8., 21h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
LEONIE OSSOWSKI – EINE BIOGRAFIE UND EINE REISE (Lih Janowitz, ca. 20’) PUTZEN MACHT SPASS (Janne Busse,   ca. 60’)

Sa 27.8., 21h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
ERSTES MANIFEST GROSSER UND ANGESEHENER KÜNSTLERINNEN – RELOADED!  (N. Percillier, ca. 20’)
PORTRAIT IN THREE COLORS, ALL PINK (Videoessay in drei Teilen von Christine Woditschka, Maya Schweizer, Sylvia Schedelbauer, ca. 30’)
LE COIN DI DIABLE (Lucile Desamory, Filmausschnitt, ca. 30’)

So 28.8., 17.45h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen

LEAVES (Susanne Bürner, 8’)
DIE NEUE MITTE (Signe, Theill, work in progress, ca. 20’ & Fotoausstellung im Roten Foyer vom 24.8. bis 28.8.)
PROJEKT "BILDAGENTUR SCHWIMMER" (Sibylle Hofter, Präsentation von Fotografien, ca. 30’)

So 28.8., 19.30h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
BECOMING (Y. Garbasz Videoclip, work in progress, ca. 5’)
RACETRACK (Heike Baranowsky, Dokumentation der 3-Kanal-Videoinstallation, 4’) FOUND CUBAN MOUNTS (Adriana Salazar Arroyo, 2010, 7’)
NO MORE WORDS, NO OTHER THOUGHTS. ABOUT THE RITUALS OF SPEAKING (Juliane Zelwies, work in progress, ca. 8’)

So 28.8., 21h, Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen

DISQUIETING NATURE (Christine Meisner, work in progress, ca. 15–30’)
ECHOPFAD (Susanne Kohler, 6’)
WENN DIE BÄUME UND NACH IHNEN DIE ALPEN WEGEN DER GROSSEN KÄLTE AUFHÖREN (Susanne Kohler, 14’)