Das Interview hat eine Nähe zum Geständnis, zur Beichte, zum Verhör, zur "Redekur" und scheint auf dem Gesetz der absoluten Identifikation zu basieren. Die Person, die spricht, versichert uns, dass sie es in ihrem Namen tut. Das Interview ist der Ort, an dem man sich selbst spielt, sich dauernd bestätigt und performt, indem man den Sprechakt benutzt, um eine Eins-zu-eins-Identität zu behaupten. Aufmerksamkeit und Haltung der Interviewerin sind auf ganz besondere Weise herausgefordert. Wo also positionierst du dich, wie interagierst du, welche Idee von Austausch hast du, was passiert nach dem Interview? Das Filmprogramm stellt drei Beispiele zur Diskussion. In Alan Berliners NOBODY'S BUSINESS (USA 1996, 6.6.) verweigert sich der Zeuge, in Hayn / Remmerts SCHULDNERBERICHTE (D 2002, 13.6.) werden die Interviews anonymisiert und Syberbergs SEX-BUSINESS – MADE IN PASING (BRD 1969, 27.6.) wird zu einem situativen "Beitrag zur Filmsoziologie in Deutschland 1969". (Madeleine Bernstorff)
Schuldnerberichte – Privatverschuldung in Berlin
Stefan Hayn, Anja-Christin Remmert D 2002 DigiBeta 88 min
Le maître ignorant – commentaires
Der unwissende Lehrmeister – Kommentare Jordane Maurs D 2011 DV OmU 71 min
How to Re-establish a Vodka Empire Daniel Edelstyn GB 2011 DigiBeta OF 75 min
Restoration Joseph Madmoni Israel 2011 35 mm OmE 102 min
Mirt sost shi amit Ernte 3000 Jahre
Haile Gerima Äthiopien 1975 16 mm OmU 138 min