märz 2017, kino arsenal

50 Jahre dffb

Filmhochschulen sind nicht nur Ausbildungs-, sondern auch selbst Produktionsstätten. Seit ihrer Eröffnung am 17. September 1966 wurden an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin mehrere tausend Filme hergestellt – lange wie kurze, dokumentarische, fiktionale und experimentelle. Zum 50. Jubiläum der dffb zeigen wir eine Auswahl, die von den Anfängen bis in die Gegenwart reicht.

Angesichts der Menge an Produktionen kann eine solche Retrospektive keine Repräsentativität beanspruchen. Auch erscheint es wenig sinnvoll, sich an den wenigen prominenten und deshalb im Kinoalltag einigermaßen sichtbaren Absolvent_innen zu orientieren. Stattdessen lädt die Reihe dazu ein, Aspekte des Filmschaffens an der dffb zu entdecken, die zumeist im Verborgenen bleiben – und doch unzweifelhaft wichtige Bestandteile der deutschen Film- und Fernsehgeschichte sind.

Zu sehen sind agitatorische Filme aus den turbulenten frühen Jahren der Akademie, aber auch aktuelle Produktionen, die den Versuch unternehmen, den politisch radikalen Geist dieser Ära in die Gegenwart zu übersetzen. Ein Schwerpunkt der Auswahl liegt auf Filmen, die kurz vor und kurz nach dem Fall der Berliner Mauer entstanden sind – eine auch institutionelle Umbruchphase, in der das Klima an der dffb ästhetischen Experimenten gegenüber besonders aufgeschlossen war. Kuratiert wurde die Reihe von Hannes Brühwiler, Ralph Eue, Lukas Foerster, Frederik Lang und Fabian Tietke.

märz 2017, kino arsenal

Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

Zum 50. Geburtstag will die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) nicht nur zurück, sondern auch nach vorne schauen. Mit dem Symposium Shock of the Real widmet sie sich zugleich Fragen, die für die dffb schon immer bestimmend waren. Jeder Film ist eine Annäherung an die Frage: "Was ist wirklich?", aber um zum titelgebenden "Erschrecken vor dem Wirklichen" zu kommen, muss der Abstand zwischen Vorstellung und Erfahrung forciert, filmisch thematisiert werden. Diese Wunde zu suchen gehört zu den Herausforderungen jeder neuen "realistischen" Ästhetik. Das Symposium will sich zusammen mit internationalen Filmkünstler_innen in Panels, Lectures und Podiums-gesprächen mit neuen Wirklichkeitsbegriffen auseinandersetzen. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Filmzeitschrift "Revolver" statt.

märz 2017, kino arsenal

Werkschau Helena Třeštíková

Über 50 Dokumentarfilme umfasst die Filmografie der renommierten, mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichneten tschechischen Regisseurin Helena Třeštíková. Seit Mitte der 70er Jahre dreht sie fürs Kino, aber auch fürs Fernsehen so unaufdringliche wie eindrückliche Porträts – oftmals Langzeitbeobachtungen – von Eheleuten, Persönlichkeiten der tschechischen Geschichte, aber immer wieder auch von gesellschaftlichen Außenseitern. In Anwesenheit der Regisseurin beleuchtet unsere Werkschau Třeštíkovás beeindruckendes Œuvre, das um menschliche Beziehungen, gesellschaftliche und politische Zeitenwenden und nicht zuletzt um die Möglichkeiten und Grenzen des Dokumentarischen kreist.