januar 2018, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – Sweet 16 mm Never Been Kissed

Rising Stars, Falling Stars … Über 100 Mal hat Vaginal Davis seit 2007 im Arsenal und seit 2016 im silent green Funde aus dem Archiv vorgestellt, stets in einem anderen Kleid, singend, tanzend, Text vortragend und mit anschließenden Drinks – immer in Begleitung ihres Ko-Kurators und Pianisten Daniel Hendrickson. Am 12. Januar werden die beiden nun zum letzten Mal zu den Sternen greifen, wenn sie in der Kuppelhalle des silent green EVERY DAY’S A HOLIDAY (1937) von A. Edward Sutherland vorstellen, mit Mae West als Trickbetrügerin, Louis Armstrong als er selbst, und fünf Musketieren.

dezember 2017, living archive

Filmmakers' Choice am 21.12.

Auch in diesem Jahr präsentiert Kurzfilmexpertin Maike Mia Höhne am kürzesten Tag ein Kurzfilmprogramm. Wenn Meerjungfrauen die Nacht umkreisen und Träume dichter werden: 21.12. Le jour le plus court. Wintersonnenwende. Internationaler Kurzfilmtag. Feier der kurzen Form – hier und weltweit. Heute noch steht die Nacht über dem Tag. In drei Tagen ist Weiße Weihnacht (WHITE CHRISTMAS, Harun Farocki, 1968). Manchmal wünsche ich mir eine Wichtelfamilie ans Bett – Gott (THE VOICE OF GOD, Bernd Lützeler, 2012) klopft an die Tür. Dreiklang im Ohr. Das Wunder (LA REPRISE DU TRAVAIL AUX USINES WONDER, 1968) führt durch die Nacht, die von Meerjungfrauen (THE NATURAL LIFE OF MERMAIDS, Isabell Spengler, 2004) erzählt. Der Dschungel übernimmt die Regie – wirft Licht (LIGHTS, Mary Menken, 1964) auf Schatten (SCHATTENFILM – DIE FRAU MIT DEN ZWEI KÖPFEN, Shuji Terayama, 1977). Am Ende des Abends ist eine ephemere Skulptur entstanden, ein imaginäres Gespräch zwischen Vorstellungen und längst Vergangenem.

oktober 2017, living archive

Filmmakers' Choice – Irrfahrt und kosmische Resonanz

Am 16. Oktober wiederholen wir das Lucile Desamory kuratierte Programm aus dem Juni, das aufgrund technischer Probleme ausfallen musste. In LA CABALE DES OURSINS (Frankreich 1992) stellt Luc Moullet Bergbauhalden neben Vulkane und Pyramiden. Als pataphysischer Kartograf entwirft er ein Brachland der geheimen Pfade seiner Kindheitserinnerungen. Die Ansichten verschieben sich, was als historisches Monument, große Naturlandschaft oder Industriemüll gilt. Mein Interesse gilt dem Moment, in dem diese Verschiebung passiert, dem "Dazwischen" und seinen emo-tionalen Auswirkungen. CORPUS CALLOSUM (Michael Snow, Kanada 2001) verbindet einen Realismus der normalen Metamorphose in glaubwürdigen, "realen" Innenräumen mit "unmöglichen" Formveränderungen. In beiden Filmen ist die Verschiebung ein physischer Ort, ein Riss: der Ort der Verzückung. Beide Filme führen die Zuschauer*innen zum Gleichgewichtspunkt wechselnder Wahrnehmungsmodi.

oktober 2017, living archive

Öffentliche Sichtung

In regelmäßigen Abstände zeigen wir Filme aus unserer Sammlung im Rahmen öffentlicher Sichtungen. Am 12. Oktober findet die nächste solche Sichtung statt.

Die mit dem inoffiziellen Berufsverbot belegte ungarische Regisseurin Judit Elek konnte Anfang der 70er Jahre aufgrund eines Drehbuchs zu den Schauprozessen gegen die ungarischen Jakobiner acht Jahre lang keine Spielfilme drehen. In dieser Zeit entstand mit ISTENMEZEJEN, EIN UNGARISCHES DORF (Ungarn 1974) und EINFACHE GESCHICHTE (Ungarn 1975) ein beeindruckendes dokumentarisches Porträt zweier Mädchen, Ilonka und Marika, die sich zwischen Feldarbeit und Schule, Ehe und Umzug in die Stadt entscheiden müssen, ohne das wirklich entscheiden zu können. Die zweiteilige Langzeitbeobachtung Eleks entstand in einem kleinen Dorf im Nordosten Ungarns, wo Männer und Jungen in einem Bergwerk arbeiten und junge Mädchen mit 15 Jahren heiraten. Nicht einmal Vögel schaffen es, von hier wegzufliegen, sondern werden immer wieder eingefangen, wie die Eröffnungsszene des zweiten Teils zeigt.

september 2017, living archive

Vaginal Davis presents: Rising Stars, Falling Stars – Sweet 16 mm, Never Been Kissed

Auf der Suche nach vergessenen 16-mm-Juwelen im Arsenal-Archiv fanden Vaginal Davis und Daniel Hendrickson eine rotstichige Kopie des Films LET'S MAKE LOVE mit Marilyn Monroe, Yves Montand und Tony Randall von George Cukor. In dem Musical von 1960 singt Marilyn Monroe ihr berühmtes Lied "My Heart Belongs to Daddy." Die "screening-performance" am 3.9. ist in diesem Monat Teil der "Berlin Summer School-DIY Art Film and Performance" der Goldsmiths, University of London, die vom 28.8. bis 10.9. unter der Leitung von Susanne Sachsse und Katya Sander im silent green Kulturquartier stattfindet.