september 2017, transfer

Großes Kino, kleines Kino #13

Die von Anna Faroqhi und Haim Peretz geleitete 13. Ausgabe von "Großes Kino, kleines Kino" am 24.9. richtet sich an Kinder ab 10 Jahren und steht ganz im Zeichen unserer Farocki-Retrospektive: In seiner Dokumentation JEAN-MARIE STRAUB UND DANIÈLE HUILLET BEI DER ARBEIT AN EINEM FILM NACH FRANK KAFKAS ROMANFRAGMENT "AMERIKA" (BRD 1983) zeigt der Filmemacher andere Filmemacher bei ihrer Arbeit. Harun Farocki war ein Schüler und Bewunderer der Regisseure, die er in seinem Film porträtiert. Das Paar Straub/Huillet inszeniert, wie man am Theater probt – sehr genau und ohne auf die Zeit zu achten. Der Klang der Wörter ist wichtig. Es dürfen keine Fehler entstehen, denn die Kamera zeichnet alles für immer auf. Vor allem springt ins Auge, wie unaufgeregt gearbeitet wird. Der Entstehungsprozess eines Films wird als die Umsetzung einer Idee gezeigt. Wir sehen uns den Film über das Filmemachen an. Im Anschluss ist Gelegenheit, selbst bei der Herstellung einer kurzen Filmszene mitzuwirken und mit oder ohne Kamera zuzuschauen.

september 2017, transfer

Harun-Farocki-Retrospektive: 
Schulworkshop I

Im Rahmen der Harun Farocki-Retrospektive findet am 29.9. unter Leitung von Anna Faroqhi & Haim Peretz ein weiterer Workshop für Schüler*innen ab der 10. Klasse statt: In seinem Filmessay BILDER DER WELT UND INSCHRIFT DES KRIEGES (BRD 1988) denkt Harun Farocki über das Gewalttätige des technisch erstellten Bildes nach. Der Film erzählt von den nackten Gesichtern algerischer Berber-Frauen, von Luftaufnahmen der Alliierten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, von der Idee des Vermessens und Herrschens hinter technischen Bildern, die den Vermessern und Herrschern aber nicht immer gelingt. Der Film stellt thematisch und formal eine Basis für Farockis filmisches Werk dar, die Gedanken werden in vielen nachfolgenden Arbeiten vertieft und weitergeführt. Im anschließenden Mini-Workshop wird gemeinsam eine eigene Montage von Bildern vom Krieg erstellt. Wie fügen sich gefundene Bilder aneinander? Welche Möglichkeiten des Erzählens ergeben sich?

august 2017, transfer

Arsenal Summer School: Curating the Archive

Die diesjährige Summer School mit dem Titel "ONE PLUS ONE. Curating the Archive" findet vom 24. bis 26. August im silent green Kulturquartier und im Kino Arsenal statt und widmet sich den Themen Digitalisierung, Restaurierung und Langzeitarchivierung, die das Arsenal derzeit sehr beschäftigen.

Die Zeit ist knapp, da analoge Filme vom Zerfall bedroht sind, und die Kosten sind hoch, so dass in der Regel für jede Maßnahme erst einmal eine Finanzierung gefunden werden muss. Trotz dieses Handlungsdrucks darf nicht übersehen werden, dass zu einem nachhaltigen Umgang mit Filmgeschichte auch das kollektive Gedächtnis beiträgt. Filme leben in der Erinnerung derjenigen weiter, die sie gesehen haben. Die Art und Weise, wie sich dabei ein Film ins Gedächtnis einprägt, steht in enger Verbindung mit den Bedingungen der Rezeption: Wann, wie und unter welchen Umständen wurde der Film gesehen? Welche anderen Filme oder filmischen Ereignisse haben seine Vorführung gerahmt?

One Plus One: Die Summer School 2017 geht davon aus, dass ein Archivfilm nur in Bezug auf die Gegenwart Bedeutung haben kann und nicht losgelöst von der konkreten Aufführungssituation erinnert wird. In den Beiträgen und Workshops geht es deshalb um die Praxis des Kuratierens: Wie schaffe ich Wahrnehmungsräume für Archivfilme, in denen die Filmgeschichte zu einer Erfahrung der Gegenwart werden kann? Wie kann die Aufführungspraxis zur Gedächtnisbildung und damit zu Prozessen der Archivierung beitragen?

august 2017, transfer

Analog-Workshop

Je mehr wir uns dem Erhalt und der Neuentdeckung und -belebung von Archivfilmen widmen, desto mehr müssen wir Sorge tragen, dass es auch künftig ausreichend Kompetenz im Umgang mit analogem Filmmaterial gibt.

Aus diesem Grund bieten wir vom 18.-23. August erstmalig einen sechstägigen Analog-Workshop an. Arsenal-Mitarbeiter*innen und Partner*innen begleiten die Teilnehmer*innen von der Herstellung eines 16-mm-Films über seine Digitalisierung bis hin zur Projektion im Kino und geben Einblicke in die Archivierung und Pflege von Kopien. Der letzte Tag dient der Archivsichtung.

Der Workshop gibt Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche und enthält gleichermaßen Theorie- und Praxisteile, in denen Grundlagen vermittelt werden. Ab 2019 bietet das Arsenal vertiefende Workshops in den einzelnen Bereichen an.

april 2017, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #12

Das nächste Arsenal Filmatelier "Stadt-Rhytmen" für Kinder ab 8 Jahren findet am 30. April unter Anleitung von Anna Faroqhi und Haim Peretz statt.

Die Stadt als Lebensort ist ein beliebtes filmisches Motiv. Mal wird sie freundlich, oftmals feindlich und ablehnend gezeigt, fast immer fasziniert sie. In vier kurzen Filmen zeigt sich, wie unterschiedlich Stadtporträts sein können und wie die Bewegung der Stadt eingefangen wird. In VORMITTAGSSPUK (Hans Richter, Deutschland 1928) machen sich Objekte (Hüte, Tassen, Kragen usw.) selbständig und rebellieren gegen den Menschen und die alltägliche Routine. Hans-Jürgen Pohland erzählt in SCHATTEN (BRD 1960) eine Stadt über Lichter und Dunkelheit. WOCHENENDE (Walter Ruttmann, Deutschland 1930) fügt aus gefundenem Tonmaterial eine eigene Erzählung der Großstadt Berlin zusammen. Ähnliches wird in DIE SPRACHE DER STADT (2016) versucht: 15 Kinder machten sich mit einer Kamera auf die Suche nach dem Geschehen, das sich ihnen an einem Nachmittag bot. Anschließend gibt es die Gelegenheit, eigene Stadtpanoramen für ausdrucksvolle Schattenbilder zu erstellen.

april 2017, transfer

"Offener Vorführraum" am 29. April

Vorführraum des Arsenal

Was bedeutet 16mm, 35mm und 70mm? Wie kommt der Ton zum Bild? Was ist und wozu dient ein Kasch? Wie funktioniert eine Überblendung? Und was passiert, wenn auf der Leinwand das Bild stehen bleibt und dahin schmilzt? Das Arsenal lädt all jene, die sich dafür interessieren, wie die Bilder auf die Leinwand kommen, zu einem Blick hinter die Kulissen in den "Offenen Vorführraum" ein. Bei einem Rundgang durch die Bildwerferräume erklärt unser Vorführer Bodo Pagels Filmformate, Projektoren und Vorführtechniken, er zeigt, wie ein Film in den Projektor eingelegt wird und führt kenntnisreich in die Geheimnisse der Vorführkunst ein. Selbstverständlich beantwortet er gerne alle Fragen zur Kinotechnik und orientiert seine Führung nach Möglichkeit auch an den Interessen und Wünschen der BesucherInnen. Der nächste Termin ist am Samstag, den 29. April um 16 Uhr. Um Anmeldung im Voraus wird gebeten.

märz 2017, transfer

Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #11

Das nächste Arsenal Filmatelier findet am 26. März statt und umfasst ein Kurzfilmprogramm mit Klangwerkstatt für Kinder ab 8 Jahren.

Was klingt, kratzt, raschelt da im Film? Bereits zur ersten öffentlichen Filmvorführung im Jahr 1895 wurden die Filme von Klängen und Musik begleitet. Bevor wir eigene Klangexperimente machen und gemeinsam Ideen für einen Soundtrack zum Film HORSE OVER TEA KETTLE erfinden und live spielen, entdecken wir, was in sieben Kurzfilmen zu sehen und zu hören ist: FLUKE von Emily Breer (USA 1985) reist durch die Luft. HORSE OVER TEA KETTLE (USA 1962) von Robert Breer lässt Farben und Formen fliegen und in LIGHTS (Marie Menken, USA 1965) wirbeln Lichter durch die Nacht. Len Lyes RHYTHM (USA 1957) lässt Maschinen tanzen und in 4000 FRAMES – AN EYE-OPENER FILM (Arthur & Corinne Cantrill, AUS 1970) beschleunigen sich die Bilder zu einem Sog. Gunvor Nelson lässt uns in MY NAME IS OONA (USA 1981) einem Mädchen lauschen. In Georges Méliès' LE TONNERRE DE JUPITER (Frankreich 1903) hat Jupiter unerwartete Probleme mit dem Donner.

februar 2017, transfer

Think Film No. 5: Archival Constellations

Unter dem Titel "Archival Constellations" findet im Rahmen von Forum Expanded am 16. Februar die fünfte Ausgabe von Think Film statt. Tagungsort ist das silent green Kulturquartier in der Gerichtstraße 35 im Wedding. Präsentiert werden acht Archivpräsentationen, drei Archivbesuche und eine Performance.

Welche Rolle spielt der Ort eines Archivs, sei es als Schutzraum, Verwahrungsort, Produktionsstätte, aber zuweilen auch als Gefahrenzone? Archive können sich in Bewegung setzen, sie können neue Verbindungen eingehen, die sie zum Leben erwecken. So befinden sich im Filmarchiv des INCA (Instituto Nacional de Cinema e Audiovisual) in Guinea-Bissau auch Filme der ehemaligen Sowjetunion und so gelangten Werke der Schule des wissenschaftlichen Films in Kiew in einen zeitgenössischen Kunstkontext. Die Archivbesuche führen in die Ausstellung von Amos Gitai bei SAVVY Contemporary sowie in das Filmarchiv des Arsenal - Institut für Film und Videokunst, wo auch Konzertmitschnitte (u.a. von Einstürzende Neubauten, Malaria, Nick Cave) aus dem West-Berlin der 1980er Jahre zu sehen sind, die aus dem Archiv von !K7 stammen. Den Abschluss des Tages bildet eine Spezialausgabe der Serie "Rising Stars, Falling Stars", in der Ms. Vaginal Davis, Archivarin und Performerin, eine kleine 16mm-Ausgrabung präsentiert.

Alle Vorträge, Diskussionen und Präsentationen finden auf Englisch statt.

februar 2017, transfer

Großes Kino, kleines Kino #10

Am 26. Februar präsentieren Ute Aurand und Robert Beavers ein Programm für Kinder ab sieben Jahren. Es beginnt und endet mit Musik, die Mut macht. THE SUN'S GONNA SHINE (USA 1975) heißt Les Blanks Film, in dem der Bluesmusiker Lightnin' Hopkins erzählt, wie er im Alter von acht Jahren beschloss, nicht mehr Baumwolle zu pflücken, sondern zu singen. In SOMMERREGEN (Deutschland 1995) filmte der achtjährige Franz von Lucke Alltägliches im Garten und Zauberkunststücke auf dem Spielplatz. DOKTOR DOLITTLE UND SEINE TIERE (Deutschland 1928) ist ein Scherenschnittfilm der berühmten Lotte Reiniger mit vielen Affen. NEW YORK NEAR SLEEP FOR SASKIA (USA 1972) von Peter Hutton, ein Schwarz-Weiß-Film ohne Ton, überrascht durch seine Montage. Theo Thiesmeiers MY LINE (Deutschland 2000) ist ein Musikclip mit seinem Sohn Ernie.