juli 2014, distribution news

"Berlin Telegram"

von Leila Albayaty, Kinostart: 14. August 2014

Leila ist Singer-Songwriterin und lebt in Brüssel. Als Antoine, ihre große Liebe, sie plötzlich wegen einer anderen Frau verlässt, geht sie nach Berlin um dort ein neues Leben anzufangen. Bevor sie die Tür zu ihrer Wohnung ein letztes mal schließt, filmt sie sich selbst im Spiegel und schwört sich, die Bilder ihres neuen Lebens - als Rache - eines Tages an Antoine zu schicken. Der Film ist ein musikalisches Roadmovie, in dem uns Leila von Brüssel nach Berlin, Lissabon und Kairo führt. Eine Geschichte der sich überschneidenden Wege, die außerdem Leilas Bereitschaft zu einem neuen Leben, eine neue Öffnung zur Welt zeigt. Antoine wird die Bilder niemals zu sehen bekommen.

juli 2014, distribution news

"Sto spiti - At Home"

von Athanasios Karanikolas; Kinostart: 04. September 2014

Nadja lebt seit vielen Jahren als Haushälterin bei einem wohlhabenden Paar der griechischen Oberschicht und deren Tochter. Sie darf sich als Teil der Familie fühlen. Als man bei ihr eine schwere Krankheit diagnostiziert und der Hausherr im Zuge der Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wird Nadja entlassen. Beide Erschütterungen lässt sie sich nicht anmerken. Ein lichter Film. Die Misere ist den Bildern nicht anzusehen. Es ist Sommer, die Luft flirrt, das Meer glitzert. Erst allmählich werden die Verhältnisse klar: Oben und unten, zu Hause und fremd, mit oder ohne Krankenversicherung scheiden sich voneinander. Doch die Klassenfrage ist für Nadja keine. Sie streitet nicht für ihr Recht. Stattdessen hält sie an ihren Gefühlen fest, besteht nicht auf dem Arbeitsverhältnis, sondern auf der emotionalen Bindung. Der realen Welt zugewandt und stilisiert zugleich, mit eleganten CinemaScope-Bildern und Rauminszenierungen erzählt der Film die Geschichte um seine leise Heldin in Zeiten sozialer Kälte im Stil eines zarten Melodrams. Keine Großaufnahmen, keine großen Gefühlsausbrüche – aber großes Kino. (Forumskatalog, Birgit Kohler)

juni 2014, distribution news

"Concerning Violence"

von Göran Hugo Olsson, Kinostart: 18. September 2014, begleitet von der "CINEMA fairbindet" Roadshow

Bilder aus Concerning Violence

"Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defence" setzt sich mit den afrikanischen Befreiungsbewegungen der 60er und 70er Jahre auseinander. Neu entdecktes Archivmaterial über die gewaltvolle Konfrontation mit den Kolonialmächten wird kombiniert mit Zitaten aus Frantz Fanons polarisierendem Text zur Entkolonialisierung "Die Verdammten dieser Erde". Die Musikerin Lauryn Hill, die als Frontsängerin der Fugees bekannt wurde, erweckt die eingeblendeten Textausschnitte mit ihrer Stimme zum Leben. Kunstvoll beleuchtet der Film Fanons Analysen über die Folgen der Kolonialisierung Afrikas und plädiert für den Aufbau einer gerechteren Welt. Im Zentrum des Films steht dabei auch die Emanzipation der Frau, die mit der kolonialen Befreiung zusammengehört. Als ein kinematografischer Essay, der Fanons Text, Lauryn Hills Stimme, das Archivmaterial sowie Musik verbindet, setzt der Film die komplexen theoretischen Ideen in eine emotionale Filmerfahrung um.

juni 2014, distribution news

"Sieniawka"

von Marcin Malaszczak; Kinostart: 5. Juni 2014

In einer unwirklichen Zeit, in einer vom Braunkohletagebau entstellten Landschaft, leben noch Menschen. Alte Männer, mit vom Leben zerfurchten Gesichtern. Ein Kosmonaut mit einer verwitterten Montur inspiziert die entraubte Erde: Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart begegnen sich in dem wortkargen Spielfilm SIENIAWKA. Die Männer in der "Außenwelt" leben in der "Freiheit" einer Zone, die geografisch, politisch, filmhistorisch von einer apokalyptischen Gegenwart geprägt ist. Andere sind in die "Innenwelt" einer Anstalt geflohen, resigniert haben sie sich einem rigiden Alltag ergeben. Doch irgendwann wird es Sommer und das Licht zwischen den Birken wird gleißend hell, wie eine Verheißung. Wie wahr kann das Leben in einer von der Geschichte vergessenen Gegend sein? Sieniawka ist ein kleines Dorf im Grenzgebiet zwischen Polen, Deutschland und Tschechien, bekannt für seinen Grenzübergang – und für eine Psychiatrie. Kaum mehr als eine Autostunde von Berlin entfernt, Leben auf einem fremden Stern. (Forumskatalog, Dorothee Wenner)

mai 2014, distribution news

Neu im Verleih: "Manakamana", "Prabhat pheri" und "The Weight of Elephants"

Wir freuen uns, folgende drei Filme neu im Verleih zu haben: MANAKAMANA (Nepal, USA 2013) von Stephanie Spray und Pacho Velez entstanden am Sensory Ethnography Lab der Harvard University, PRABHAT PHERI / JOURNEY WITH PRABHAT (Indien 2014) von J. Sadana und S. Dixit aus den Special Screenings des Forums 2014 und THE WEIGHT OF ELEPHANTS (NZ, DK 2013) von Daniel Joseph Borgman aus dem Programm des Forums 2013.

april 2014, distribution news

"Museum Hours"

von Jem Cohen; Kinostart: 10. April 2014

Johann arbeitet als Museumswärter im prachtvollen Wiener Kunsthistorischen Museum. Hier begegnet er der kanadischen Touristin Anne. Sie ist wegen ihrer Cousine in der Stadt ist, die im Koma liegt. Ohne Geld und Stadtkenntnis, flieht Anne vor dem grauen Winter ins Museum. Nach anfänglichem Misstrauen, bietet Johann ihr seine Hilfe an und jeder taucht in die Welt des anderen ein. Gemeinsam entdecken sie Unbekanntes - in ihren eigenen Leben, in Wien, sowie in der Art und Weise, wie Kunstwerke tägliche Erfahrungen reflektieren und formen können.

märz 2014, distribution news

Neu bei realeyz.tv: "Bestiaire" von Denis Côté

Bild aus Bestiare

Wir freuen uns, nach dem Kinostart im letzten Jahr Denis Côtés BESTIAIRE nun auch auf unserem VoD-Channel bei realeyz.tv zu präsentieren.

Im Mittelpunkt der Beobachtung stehen Blick- und Wahrnehmungsverhältnisse, die gleichzeitig oft ungleiche Machtverhältnisse spiegeln. Dabei scheint der Film die Frage mitzudenken, wie man Tiere filmen kann. Eine kommentarlose nüchterne Betrachtung – die Kamera ist oft unbewegt und beobachtet von einem festen Punkt aus mit feinem Gespür für Formen und Bewegung: Hörner vor einer Betonwand, die Beine nervöser Zebras in der Enge des Stalls, die Sorgfalt in den kundigen Handgriffen des Tierpräparators. Wohlüberlegte Einstellungen lassen Zeit zum Nachdenken über Schönheit und Fremdheit, über die domestizierte Wildnis in der Zivilisation. Orchestriert von den Umgebungsgeräuschen ergibt das eine Choreografie, ein filmisches Bestiarium, in dem sich zu den stoischen, ungerührten, ungeduldigen, wilden und rebellischen Tieren auch der Mensch gesellt. (Forumskatalog, Anna Hoffmann)

märz 2014, distribution news

Neu: restaurierte digitale Fassung von "Schamanen im blinden Land"

Wir freuen uns sehr, einen der am meisten entliehenen Filme unseres Verleihs nach seiner diesjährigen Wiederaufführung im Berlinale Forum nun auch in der restaurierten digitalen Version anbieten zu können. SCHAMANEN IM BLINDEN LAND ist ein epischer Dokumentarfilm über magische Heilverfahren im Gebiet des Himalaya. Ende der 1970er Jahre reiste Michael Oppitz dreimal zu der abgeschlossenen Gesellschaft der Nördlichen Magar im Zentralland von West-Nepal, um ihren Schamanismus zu erforschen. Nicht nur sein Sujet, auch seine Genauigkeit, sein Rhythmusgefühl, sein sorgsamer Umgang mit Sprache machten SCHAMANEN IM BLINDEN LAND bald zu einem Klassiker der visuellen Anthropologie.

februar 2014, distribution news

Neu im Verleih: "All Divided Selves"

Bild aus All Divided Selves

Wir freuen uns sehr, seit kurzem Luke Fowlers ALL DIVIDED SELVES (UK 2011) verleihen zu können. Der britische Künstler und Filmemacher ist für seine Filmporträts radikaler Figuren bekannt: In ALL DIVIDED SELVES untersucht er die Ideen und das geistige Erbe des schottischen Psychiaters RD Laing (1927–89), Guru und Leitfigur der sozialen und kulturellen Revolutionen der 60er Jahre. In dem zum Klassiker erhobenen Text "Phänomenologie der Erfahrung" argumentiert Laing, dass Normalität bedeute, sich an die Mystifizierungen einer entfremdenden und entpersonalisierenden Welt anzupassen. Die dichte, lyrische Collage des Archivmaterials ergänzt Fowler mit eigenen filmischen Beobachtungen. Auf der Tonspur verbindet er dynamische Feldaufnahmen mit Musik von Éric La Casa, Jean-Luc Guionnet und Alasdair Roberts.

februar 2014, distribution news

"Concerning Violence"

von Göran Hugo Olsson, CINEMA fairbindet Preisträger 2014

Foto "Concerning Violence"

Zum vierten Mal zeichnete das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) auf der Berlinale einen Film mit dem ent­wick­lungs­politischen Sonderfilmpreis CINEMA fairbindet aus. Göran Hugo Olsson "Concerning Violence", der im Panorama präsentiert wurde, ist ein mutiger Film über die afrikanischen Befreiungsbewegungen der 60er und 70er Jahre. Neu entdecktes Archivmaterial über die gewaltvolle Konfrontation mit den Kolonialmächten wird kombiniert mit Zitaten aus Frantz Fanons „Die Verdammten dieser Erde“, gesprochen von Lauryn Hill. Der Film beleuchtet kunstvoll Fanons Analysen über die Folgen der Kolonialisierung Afrikas und plädiert für den Aufbau einer gerechteren Welt.

januar 2014, neu in distribution

Neu bei arsenal distribution

Wir freuen uns, dass wir folgende Filme aus dem Forum- und Forum Expanded-Programm 2013 in unseren Verleih übernehmen konnten: AL-KHOROUG LEL-NAHAR / COMING FORTH BY DAY (Hala Lotfy, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate 2012), HÉLIO OITICICA (Cesar Oiticia Filho, Brasilien 2012, 94 min), I USED TO BE DARKER (Matt Porterfield, USA 2013, 90 min), LEVIATHAN (Lucien Castaing-Taylor/ Véréna Paravel, USA/Frankreich/UK 2012, 87 min), SIENIAWKA (Marcin Malaszczak, Deutschland, Polen 2013, 126 min), STEMPLE PASS (James Benning, USA 2012, 121 min), LUNCH WITH GERTRUDE STEIN (Isabelle Prim, Frankreich 2012, 45 min), ONCE EVERY DAY (Richard Foreman, USA 2012, 64 min), ROTATION (Ginan Seidl/ Clara Wieck, Deutschland 2012, 8 min), NOT BLACKING OUT JUST TURNING THE LIGHTS OFF (James Richards, UK 2012, 17 min) und BÜHNE (Daniel Kötter, Deutschland 2012, 8 min).

januar 2014, distribution news

"I Used to Be Darker"

von Matt Porterfield; Kinostart: 9. Januar 2014

Bilder aus I Used to Be Darker

Anders als mit ihren Eltern vereinbart, verbringt Taryn den Sommer nicht in Wales, sondern in Ocean City, USA - der Liebe wegen. Als die zerbricht, flüchtet sie zu ihren Verwandten nach Baltimore. Sie hofft, hier Geborgenheit zu finden, doch ihrer Tante Kim befindet sich gerade selbst im emotionalen Umbruch. Ihre Ehe steht vor dem Aus. Ihrem Mann Bill, der seine Karriere als Musiker zugunsten der Familie für einen gut bezahlten Jobs an den Nagel gehängt hat, fällt es besonders schwer, die Trennung auch als Chance für einen Neuanfang zu begreifen. Obwohl sie die Scheidung ohne Streit über die Bühne bringen wollen, leidet ihre Tochter Abby besonders darunter. Sie alle müssen einen Neuanfang wagen und verbringen das Ende des Sommers in einer Mischung aus Abschied, Trauer und Vorfreude. Ein Film über das Loslassenkönnen. "And then I got lighter …"

november 2013, distribution news

"Al-khoroug lel-nahar – Coming Forth by Day"

von Hala Lotfy, Kinostart: 14. November 2013 mit begleitender Kino-Tour

Bild aus Coming Forth by Day

Kairo. Soad lebt mit ihrer Mutter und ihrem pflegebedürftigen Vater am Rande der ägyptischen Hauptstadt. Ihre Aufgabe, den kranken Vater zu pflegen, hat sie schicksalsergeben akzeptiert und das eigene Leben hintangestellt. Während hinter halb geschlossenen Fensterläden der Tag vergeht, folgt die Kamera Soads alltäglicher Routine und fängt dabei sowohl ihre Frustration als auch Momente großer Zärtlichkeit ein. Doch ihre Sehnsucht ist spürbar nach draußen gerichtet. Als sie am Abend die Wohnung verlässt und einsam durch das nächtliche Kairo treibt, wird deutlich, wie weit sie sich schon von ihren eigenen Bedürfnissen entfernt hat. In den Wirren der Revolution gedreht, legt Hala Lotfy in ihrem beeindruckenden Debüt den Fokus auf das Private und schafft darin einen revolutionären Film, ohne die Revolution selbst zu zeigen. AL KHOROUG LEL-NAHAR – COMING FORTH BY DAY ist der erste Film einer sich im Aufbau befindlichen neuen ägyptischen Filmkultur.

oktober 2013, distribution news

Die Filme von Ulrike Ottinger - jetzt auch digital für den Verleih verfügbar!

Bilder aus Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse und Johanna d'Arc of Mongolia

Wir freuen uns sehr, ab sofort die meisten Filme von Ulrike Ottinger auch in digitalen Formaten - DCP und/oder Blu-ray - anbieten zu können.

Hans-Jürgen Heinrichs schrieb über Ulrike Ottingers Filme: "Ulrike Ottinger hat mit ihren Filmen die theatralische und die ethnopoetische Erfassung und Beschreibung des Fremden im Film neu erfunden und geradezu spielerisch die Unterscheidung zwischen europäischen und außereuropäischen Kulturen, zwischen Spielfilm und ethnographischem Film aufgehoben. [...] Ihr Werk besticht in seiner schönen Verknüpfung von Ernsthaftigkeit und Heiterkeit, von Strenge und Poesie, von Epos und Leichtigkeit, von Mythos und Geschichte, von Tradition und Moderne."

oktober 2013, distribution news

"Art / Violence"

von Batoul Taleb, Mariam Abu Khaled, Udi Aloni; Kinostart: 17. Oktober 2013, begleitet von der "CINEMA fairbindet" Roadshow

Bilder aus Art / Violence

Ein Künstler wird erschossen. Juliano Mer-Khamis - Friedensaktivist, Regisseur und Schauspieler - starb 2011 vor seinem Theater, im Flüchtlingslager von Jenin. Bis heute wurde der Mord nicht aufgeklärt. Mer-Khamis, Sohn einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, leitete seit 2006 das Freedom Theatre und spielte mit den Mitteln der Kunst gegen die Hoffnungslosigkeit und die Gewalt im Flüchtlingslager an. Außerdem stellte für ihn das Theater eine Möglichkeit dar, Künstlern, ungeachtet von Nationalität und Geschlecht, eine Bühne zu bieten. Der Film ART / VIOLENCE dokumentiert die Zeit nach der Ermordung Juliano Mer-Khamis': Was soll man mit seinem Vermächtnis anfangen? Wie mit den ohnmächtigen Gefühlen der Trauer und Wut umgehen? Wie geht es mit dem Theater weiter? In einer Mischung aus Interviews, Szenen aus dem Theater, Aufnahmen eines Hip-Hop-Konzerts, Rückblicken und Animationen, dokumentiert der Film alte wie neue Theaterprojekte, aber auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bei ihrer Arbeit begegnen. Dabei ist die Struktur von ART / VIOLENCE in drei Kapitel unterteilt, die sich jeweils auf ein Projekt des Freedom Theatre beziehen: Alice im Wunderland, Warten auf Godot und Antigone.

september 2013, distribution news

"Hélio Oiticica"

von Cesar Oiticica Filho, Kinostart: 3. Oktober 2013, begleitet von der Caligari-Filmpreis Tournee vom 29.9.-9.10.

Bilder aus "Hélio Oiticica"

Hélio Oiticica (1937-1980) ist einer der bedeutendsten brasilianischen Künstler des 20. Jahrhunderts. In seinem Found-Footage-Dokumentarfilm verzichtet der Filmemacher und Neffe des Künstlers Cesar Oiticica Filho auf Kommentar und Interviews und lässt stattdessen in Film- und Tonarchivaufnahmen seinen Onkel selbst zu Wort kommen. Aus den Zeugnissen des Künstlers erfahren wir so etwas über Oiticicas künstlerische Entwicklung und seine umfassenden politischen und ästhetischen Interessen: über seine modernistischen Gemälde und Skulpturen der 1960er Jahre, die Quasi-cinemas und Dia-Environments der 1970er Jahre, über die Favelas und das urbane Leben von Rio, New York und London, über Samba-Schulen und die Tropicália-Bewegung, die von Oiticica losgetreten wurde, heute aber vorwiegend mit Musikern wie Caetano Veloso und Gilberto Gil in Verbindung gebracht wird. Die rhythmisch montierten Bilder illustrieren die Erzählungen des Künstlers nicht einfach nur, sondern stellen sie in neue Zusammenhänge und gehen weit über sie hinaus. Entstanden ist so das gewagte und komplexe Porträt eines Künstlers, bei dem Arbeit und Leben (Homosexualität und Drogen eingeschlossen) einander bedingen und verwandeln. (Text: Berlinale Forumskatalog, Marc Siegel)

august 2013, distribution news

"Jaurès"

von Vincent Dieutre, Kinostart: 8. August 2013

Gemeinsam mit einer Freundin, der Schauspielerin Eva Truffaut, schaut der Filmemacher Vincent Dieutre alte Aufnahmen, die er über Monate aus dem Fenster der Wohnung seines (mittlerweile Ex-) Geliebten Simon gemacht hat. Sie zeigen das Geschehen unweit der Pariser Metrostation Jaurès. Die Jahreszeiten vergehen - Winter, Frühling, Sommer. Wir sehen zufällige Straßenszenen, die vorbeifahrende U-Bahn, den Kanal, das aus Plastikplanen und Kartons unter der Brücke gebaute Camp afghanischer Flüchtlinge, die Polizei-Razzien und schließlich die Räumung des Camps.

juni 2013, distribution news

Wieder / Neu im Verleih

Living Archive hat es möglich gemacht, dass wir durch Digitalisierung, Kopienerneuerung, Vertragsverlängerung oder Neuaufnahme folgende Filme, teils mit Verleihrechten, ins aktuelle Verleihprogramm aufnehmen konnten: AMY! (Laura Mulvey, Peter Wollen, Großbritannien 1980, DCP, 33 min), ANNA (Alberto Grifi, Massimo Sarchielli, Italien 1972–1975, DCP, 213 min), ARSENAL (Alexander Dowshenko, UdSSR 1928, 35 mm / DCP, 92 min), CHIRCALES (Marta Rodríguez, Jorge Silva, Kolumbien 1972, DCP, 42 min), COME BACK, AFRICA (Lionel Rogosin, USA 1958, 35 mm / DCP, 84 min), COMMITTED, (Sheila McLaughlin, Lynne Tillman, USA 1983, DCP, 77 min), INSIDE OUT (Sheila McLaughlin, USA 1976/78, DCP, 25 min), KYA HUA IS SHAHAR KO? (What Has Happened to this City?, Deepa Dhanraj, Indien 1986, DCP, 95 min), LA VERIFICA INCERTA (Alberto Grifi, Gianfranco Baruchello, Italien 1965, Beta SP, 31 min), POR PRIMERA VEZ (Octavio Cortázar, Kuba 1967, 35 mm / DCP, 9 min), RIDDLES OF THE SPHINX (Laura Mulvey, Peter Wollen, Großbritannien 1976/77, DCP, 92 min), SHE MUST BE SEEING THINGS (Sheila McLaughlin, USA/BRD 1987, DCP, 94 min). Neu hinzugekommen sind außerdem: ABOUT LOVE (Vladimir Tyulkin, Kasachstan 2005, Video, 26 min), EXPERIMENT OF THE CROSS (Taras Popov & Vladimir Tyulkin, Kasachstan 1996, Beta SP, 52 min), LORD OF THE FLIES (Vladimir Tyulkin, Kasachstan, UdSSR 1990, 35 mm, 42 min) sowie ORG (Fernando Birri, Argentinien/Italien 1978, 35 mm / DCP, 177 min).

mai 2013, distribution news

"Leviathan"

von Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel, Kinostart: 23. Mai 2013

"Die Menschheit ist vom Meer besessen. [...] Es verhandelt die Grenze zwischen Leben und Tod, Oben und Unten, Luft und Wasser. [...] Es ist unendlich schön – wenn auch beunruhigend tief."

In den Gewässern, in denen schon Melvilles Pequod Moby Dick jagte, fängt Leviathan den Zusammenprall von Mensch, Natur und Maschine ein. Ein Jahr verbrachten Castaing-Taylor und Paravel filmend mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer. Das entstandene Porträt der Fischereiarbeit steht in der alten Tradition, Fischerleute als Motiv für Bilder zu benutzen. Und dennoch widersteht der Film jedweder Romantisierung und dem Anthropozentrismus, die oftmals mit dieser Tradition einhergehen. Er evoziert vielmehr eine weniger emotionale Beziehung zwischen Mensch und Ozean sowie eine in ästhetischer und ontologischer Hinsicht gleichwertige Gewichtung von Humanem, Ökologischem und Industriellem. Mit einem Dutzend Kameras gedreht – die herumgeschleudert und angebunden sowie von Fischer zu Filmemacher gereicht wurden – entsteht das kosmische Porträt eines der ältesten Unterfangen des Menschen.

mai 2013, distribution news

Neu bei realeyz.tv: "fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin."

Bild aus fremd gehen

Wir freuen uns sehr, ab sofort Eva Heldmanns FREMD GEHEN. GESPRÄCHE MIT MEINER FREUNDIN auf unserem Video-on-Demand-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. FREMD GEHEN. führt in eine Subkultur: in fremde Welten und auf fremdes Territorium. Auf der Suche nach Sex und Vergnügen begibt sich Eva Heldmanns Freundin Annette auf erotische Streifzüge durch Clubs und Kasernen der amerikanischen Armee in Frankfurt und Umgebung. Die Offenheit und provozierende Direktheit, mit der eine Frau über ihre sexuelle Lust spricht, und der Exhibitionismus, mit dem sich die deutsche Akademikerin an der Seite von schwarzen GIs vor der Kamera inszeniert, erhellt eine Seite weiblicher Lust, die nur wenig dargestellt ist. Durch Annettes neugieriges erotisches und waches Verhalten, ihren spezifischen und auch "unverschämten" Blick verändert und verkehrt sich die Perspektive auf eine Kasernen- und Männerwelt. Ihre Gefühle sind ambivalent: einerseits verführt sie der Charme, die Unverhohlenheit und Direktheit der Männer, das offensichtliche Begehrtwerden unabhängig von "Stand" und "Alter", gleichzeitig sind die Beziehungen die in den Militärclubs entstehen meist von Unverbindlichkeit, Flüchtigkeit und Fremdheit geprägt.

april 2013, distribution news

"Bestiaire"

von Denis Côté, Kinostart: 25. April 2013

Bild aus Bestiare

Ein Zeichenkurs, ein Safaripark, die Werkstatt eines Tierpräparators: drei Umgebungen, in denen sich Mensch und Tier begegnen. Im Mittelpunkt der Beobachtung stehen Blick- und Wahrnehmungsverhältnisse, die gleichzeitig oft ungleiche Machtverhältnisse spiegeln. Dabei scheint der Film die Frage mitzudenken, wie man Tiere filmen kann. Vom technisch hochgerüsteten zeitgenössischen Tierfilm, dessen allmächtige Kameras zu Wasser, zu Lande und in den Lüften jede Grenze überwinden und kein Geheimnis der Schöpfung mehr kennen, ist er dabei weit entfernt. Eine kommentarlose nüchterne Betrachtung – die Kamera ist oft unbewegt und beobachtet von einem festen Punkt aus mit feinem Gespür für Formen und Bewegung: Hörner vor einer Betonwand, die Beine nervöser Zebras in der Enge des Stalls, die Sorgfalt in den kundigen Handgriffen des Tierpräparators. Wohlüberlegte Einstellungen lassen Zeit zum Nachdenken über Schönheit und Fremdheit, über die domestizierte Wildnis in der Zivilisation. Orchestriert von den Umgebungsgeräuschen ergibt das eine Choreografie, ein filmisches Bestiarium, in dem sich zu den stoischen, ungerührten, ungeduldigen, wilden und rebellischen Tieren auch der Mensch gesellt. (Forumskatalog, Anna Hoffmann)

märz 2013, distribution news

Auf der Berlinale ausgezeichnete Filme neu im Verleih

Wir freuen uns sehr, den diesjährigen Caligari- sowie FIPRESCI-Preisträgerfilm HÉLIO OITICICA sowie den Gewinner des entwicklungspolitischen Filmpreises 'Cinema fairbindet' ART/VIOLENCE (Palästinensische Gebiete/USA 2013) als Neuzugänge im Verleih begrüßen zu können. Beide Filme starten diesen Herbst im Kino. Aus dem diesjährigen Forum-Expanded-Programm werden die folgende Arbeiten bereits über arsenal distribution verliehen: Isabelle Prims DEJEUNER AVEC GERTRUDE STEIN, ONCE EVERY DAY von Richard Foreman, ROTATION von Ginan Seidl und Clara Wieck, James Richards’ NOT BLACKING OUT JUST TURNING THE LIGHTS OFF sowie BÜHNE von Daniel Kötter.

dezember 2012, distribution news

"Das schlafende Mädchen"

von Rainer Kirberg, Kinostart: 17. Januar 2013

Düsseldorf, Anfang der 1970er Jahre. Der junge, introvertierte Beuys-Schüler Hans (Jakob Diehl) lernt Ruth (Natalie Krane) kennen, eine jugendliche Streunerin, die in einem Stadtpark lebt. Fasziniert von ihr, macht er Ruth zum Motiv seiner Videoarbeit und nimmt sie bei sich auf. Ruth wächst schnell in die Künstlerszene um Hans hinein, sie nimmt einen Job als Aktmodell an der Akademie an. Doch Hans misstraut ihrem neuen Leben, er argwöhnt, dass Ruth mit der Wandlung zum ‚Glamourgirl’ nur vor sich selbst flieht. Für ihn bleibt sie das rätselhafte, verirrte Mädchen, in das er sich insgeheim verliebt hatte, ein Sujet, das er mit niemandem teilen will. Eifersüchtig auf seinen besten Freund Philipp (Christoph Bach), sperrt er Ruth im Atelier ein, um – wie er glaubt – im Reagenzglas der Kunst ihr Geheimnis zu erforschen. Mit diesem Experiment geraten ihm Kunst und Leben unauflösbar durcheinander.

dezember 2012, distribution news

Neu bei ARTE Creative: ".Spurnahme"

Seit einiger Zeit ist bei ARTE Creative – einer interaktiven Plattform für experimentelle Film- und Videoarbeiten – eine Auswahl an Filmen von arsenal distribution zu sehen. Neuester Zugang ist .SPURNAHME von Juliane Henrich. .SPURNAHME ist der Versuch, einen Ort als Erinnerungsort zu zeichnen. Und stellt die Frage, inwieweit man Dinge erinnern kann, die man nicht selbst erlebt hat, aber glaubt aus einem Ort lesen zu können. Der Film kreist um das Areal in Berlin Mitte, auf dem die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes errichtet wird. Im Kaiserreich befand sich dort ein Exerzierplatz, zu DDR-Zeiten das "Stadion der Weltjugend." Eine Erzählerin spricht mit einem abwesenden Gegenüber, dabei greifen verschiedene Zeitebenen ineinander, verschiedene Perspektiven der Erinnerung und des Zurückdenkens – in eine vorgeschichtliche Vergangenheit, in die geschriebene Geschichte der Preußen, des Krieges, der Deutschen Demokratischen Republik. Im Hintergrund steht die Frage, wie sich Orte durch wechselnde Ideologien verändern oder Kontinuitäten aufweisen.

oktober 2012, distribution news

"Tepenin ardı - Beyond the Hill"

von Emin Alper, Kinostart: 15. November 2012, begleitet von der Caligari-Filmpreis Tournee vom 16.-19.11.

Wir gratulieren dem Team von "Tepenin ardı - Beyond the Hill" zum Best Feature Film award der 6. Asia Pacific Screen Awards, der höchsten filmischen Auszeichnung der Region. Mit der Begründung: „Ein Western aus der Türkei von heute!“ vergab die Caligari Filmpreis-Jury in diesem Jahr den Preis an Emin Alpers Spielfilmdebüt "Tepenin ardı - Beyond the Hill". Der pensionierte Forstverwalter Faik, der mit seinem jüngeren Sohn und dessen Familie ein abgeschiedenes Stück Land bewirtschaftet, bekommt Besuch von seinem älteren Sohn Nusret und den beiden Enkeln. Doch die Stimmung ist gedrückt. Faik hat Probleme mit Nomaden, die hinter dem Hügel leben, wo das Land nicht mehr ihm gehört. Sie wollen ihre Ziegen auch auf seinen Wiesen weiden lassen, Faik lehnt dies strikt ab. Auch innerhalb der Familie herrschen Spannungen. Nicht nur prallen unterschiedliche Temperamente aufeinander, sondern auch soziale Schichten. Doch Konflikte werden vermieden.

oktober 2012, distribution news

"Beziehungsweisen"

von Calle Overweg, Kinostart: 11. Oktober 2012

Drei Paare in der Krise suchen Rat in einer Therapie. Sie tragen Kontroversen um Seitensprünge, Abtreibung und getrennte Schlafzimmer aus. Vorwürfe, Ängste und Verletzungen kommen zur Sprache. Die Option Trennung steht im Raum. Die Fallgeschichten lassen überindividuelle Konfliktlinien, Strukturen und Beziehungsmuster zutage treten. Ein Film über Liebes-Beziehungs-Arbeit in progress. Die Versuchsanordnung: Im nüchternen Ambiente eines Studios finden Therapiesitzungen statt. Die verhandelten Probleme sind gängige. Die Klienten werden von Schauspielern dargestellt, die Therapeuten sind tatsächlich in diesem Beruf tätig und nicht inszeniert. Hinzu kommen in der Tradition des epischen Theaters gestaltete Szenen aus dem Alltag der Paare, die mit minimalem Dekor auskommen, sowie Werkstattgespräche, in denen die Therapeuten dem Filmteam aus ihrer Praxis berichten. Dokumentarische Elemente und improvisiertes Schauspiel gehen eine ungewöhnliche Verbindung ein und ergeben eine Spiel-Art des Dokumentarischen, die mit Abstraktion und Fiktion arbeitet und sich um Authentizität nicht schert. In der offensichtlichen Laborsituation und ihrer Künstlichkeit entstehen berührende Momente voller Emotion.

september 2012, distribution news

"Call me Kuchu"

von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright, Kinostart: 20. September 2012; begleitet von der Cinema fairbindet Roadshow vom 18.09. bis 18.12.12

Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, das Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter_innen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. CALL ME KUCHU dokumentiert ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandische Regierung. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Mitte November 2012 lies die ugandische Regierung wissen, dass sie das Gesetz bald möglichst verabschieden wollen.

september 2012, distribution news

"De Engel van Doel"

von Tom Fassaert, Kinostart: 20. September 2012

Das Dörfchen Doel ist dem expandierenden Hafen von Antwerpen im Weg. Ein Abrissbeschluss steht – die Vergangenheit muss der Zukunft weichen. Emilienne, eine rüstige Dame, sieht das anders. Sie will nicht umziehen, viel zu wohl fühlt sie sich in ihrem Haus mit wildem Garten. Aber die Arbeiten schreiten voran, und Doel wirkt schon jetzt wie ausgestorben. Nur die ältesten Bewohner, darunter Emiliennes Freundin Colette und der betagte Dorfpfarrer, bilden eine ausharrende Schicksalsgemeinschaft. Als der Pfarrer stirbt und Colette aufzugeben scheint, bleibt Emilienne allein zurück.

august 2012, distribution news

Neu im Verleih: "Bete & Deise"

Bild aus Bete & Deise

Wir freuen uns, am 16. August den neuen Film von Wendelien Van Oldenborgh zu präsentieren, den wir seit Juli in unserem Verleih führen: BETE & DEISE (Niederlande / Brasilien, 2012) zeigt die Begegnung zweier Frauen in Rio de Janeiro, die in ihrer jeweils eigenen Art und Weise der Öffentlichkeit eine Stimme geben. Bete Mendes ist eine Veteranin der Telenovela-Darstellerinnen und politische Aktivistin, Deise -Tigrona eine der stärksten Stimmen des Baile Funk, deren Song "Injeção" Ausgangspunkt für den Song "Bucky Done Gun" der Musikerin M.I.A. war. Der Film entstand im Rahmen von Van Oldenborghs Recherchen zum brasilianischen Kino und ihrer Untersuchung von Gesten im öffentlichen Raum als Ausdruck sozialer Verhältnisse. Die Filmemacherin wird zur Premiere im Kino Arsenal anwesend sein.

august 2012, distribution news

Neu bei realeyz.tv: "Das schlechte Feld"

Wir freuen uns, ab dem 1. September Bernhard Sallmanns Dokumentarfilm DAS SCHLECHTE FELD auf unserem Video-on-Demand-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. Der Blick aus dem Fenster seines Zimmers im elterlichen Haus auf DAS SCHLECHTE FELD ist die Antriebskraft dieses Filmprojekts. Das Feld ist die Schnittstelle und Projektionsfläche für alle verhandelten Themen: Kindheit, Krieg, das Verschwinden der bäuerlichen Welt – eine Kollision von Zeiten.

juli 2012, distribution news

"Karen llora en un bus - Karen Cries on the Bus"

von Gabriel Rojas Vera, Kinostart: 26. Juli 2012

Bilder aus Karen llora en un bus

Nach zehn Jahren Ehe verlässt Karen ihren Mann. Eigentlich, so wird sie ihm später sagen, haben sie nie zueinander gepasst. Sie will ihr Leben neu gestalten, herausfinden, wer sie ist oder noch sein könnte. Mehr noch als emotionale, wirft dieser Schritt erstmal lebenspraktische Fragen auf, denn Karen hat keinen Job, keine Freunde, kaum Geld. Sie schlägt sich durch und lernt in der Absteige, in der sie gelandet ist, Patricia, eine Friseurin, kennen. An der Seite der jüngeren und auf den ersten Blick stärkeren Freundin macht Karen ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit und lernt Eduardo, einen Schriftsteller, kennen. Eine Frau auf dem Weg zu sich selbst. Welche Sehnsucht treibt sie? Wann ist man eigentlich bei sich selbst? Wie leicht ist es, das, was andere erwarten, mit dem zu verwechseln, was man selbst will? Wie viel Alleinsein hält man aus, wann hört man auf, Kompromisse zu machen für eine herkömmliche Vorstellung von Sicherheit und Stabilität? Gabriel Rojas Vera richtet in seiner Beschreibung der kleinen Schritte, die Karen macht, seinen Blick mehr auf das Innere seiner Figur als auf das äußere Drama. Mit großer Sympathie für seine Figuren erzählt er eine kleine Geschichte, die große Fragen berührt.

juli 2012, distribution news

"Call me Kuchu": Kinostart und 'Cinema fairbindet'-Roadshow

Bilder aus Call me Kuchu

CALL ME KUCHU von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright, auf der diesjährigen Berlinale mit dem entwicklungspolitischen Filmpreis 'Cinema fairbindet' sowie dem Dokumentarfilm-Teddy ausgezeichnet, startet ab 20. September bundesweit in ausgewählten Kinos. Begleitend tourt der Film mit der 'Cinema fairbindet'-Roadshow durch mehrere Städte; Auftakt ist am 18. September in Bonn.

Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, das Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter_innen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. CALL ME KUCHU dokumentiert ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandische Regierung. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Der Ausgang der Debatte ist noch offen.

juli 2012, distribution news

"Os residentes - The Residents"

von Tiago Mata Machado, Kinostart: 12. Juli 2012

Bilder aus Os residentes

Angetreten um einer Welt, der die Utopien und die Poesie abhandengekommen sind, den Kampf anzusagen, haben die Bewohner eines Abrisshauses eine temporäre autonome Zone errichtet. Eine Art situationistische Stadtguerilla der Gegenwart, verbringen sie ihre Tage damit, auf materieller wie immaterieller Ebene Unruhe zu stiften. Es wird rezitiert und deklariert, diskutiert, performed und getröstet. Eine Frau wird gekidnappt, pantomimisch der Nahkampf geübt, Schamhaare zu Schnurrbärten umarrangiert. Viele der lustvoll-sinnlosen Aktionen der Bewohner drehen sich im Kreis; hierin ist bereits deren ironische Selbstreflexion enthalten: Letztlich sind sie bloße ästhetische Imitation der Parolen, Gesten und Posen der politischen und künstlerischen Praxis der 1960er und 1970er. So verkünden die Bewohner schließlich das Ende der eigenen Avantgarde und geben ihr Haus dem Abriss anheim. Mit der gleichen Freude am Verwirrspiel experimentiert dieser einfallsreiche, wunderbar fotografierte Film mit Form und Inhalt. Gespickt mit diskursiven und filmischen Referenzen ist er sich der eigenen Begrenztheit vollends bewusst und vertritt doch selbstbewusst die These, dass noch in jeder Wiederholung etwas von der unruhestiftenden Kraft der ursprünglichen Geste liegt.

juli 2012, distribution news

Arab Shorts

Ein Filmfestival hat zwei Funktionen: die Entdeckung neuer Filme, sowie die Begegnung mit Filmschaffenden, Kuratoren, Kritikern und Zuschauern, mit denen man sich über die Entdeckungen auseinandersetzt. Organisiert vom Goethe-Institut Kairo und unter der künstlerischen Leitung von Marcel Schwierin fand von 2009–2011 mit "Arab Shorts" ein Festival statt, das erfolgreich gezeigt hat, wie bedeutsam und keineswegs selbstverständlich beides immer noch ist. Kuratoren aus arabischen Ländern waren eingeladen, in Kairo Kurzfilmprogramme zu präsentieren. Zusammen gekommen ist eine Vielzahl an unabhängigen Arbeiten aus der arabischen Welt, wie wir sie in solch kompakter Form nur selten zu sehen bekommen. Überzeugt davon, dass die "Arab Shorts" über das Festival in Kairo hinaus gesehen und diskutiert werden sollten, haben wir einige kuratierte Programme und Einzelwerke ausgewählt. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kairo und durch seine großzügige Unterstützung konnten wir so insgesamt 61 Arbeiten in den Verleih übernehmen.

Das Ergebnis stellen wir vom 2.-5. Juli im Kino Arsenal vor: Drei Abende mit jeweils zwei kuratierten Programmen finden mit der Long Night of Arab Shorts ihre Vollendung, in der Einzelwerke in einem mehr als vierstündigen Programm gezeigt werden. Zuschauer, Kuratoren und Filmemacher sind dazu eingeladen, in den Pausen im Foyer zu essen, zu trinken und sich auszutauschen. Wir freuen uns besonders, dass die KuratorInnen Ala Younis, zur Zeit Living Archive-Stipendiatin, sowie Yazan Khalili und Maha Maamoun und die FilmemacherInnen und KünstlerInnen Monira Al Qadiri, Firas Taybeh, Ammar Bouras und Solmaz Shahbazi zu Gast sein werden. Im Anschluss gehen die "Arab Shorts" auf Tournee und stehen für den Verleih zur Verfügung.

juni 2012, distribution news

Neu im Verleih: Filme des diesjährigen Forum Expanded-Programms

Wir freuen uns, dass ein Großteil der Werke aus dem diesjährigen Forum Expanded-Programm nun in unserem Verleih ist: KING LOST HIS TOOTH und T.S.T.L (Libanon 2012) von Gheit Al-Amine, AS THEY SAY (Hicham Ayouch, Marokko, Vereinigte Arabische Emirate 2011) FALGOOSH / BLAMES AND FLAMES (Mohammadreza Farzad, Iran 2011), THE CONDITION OF THE WORKING CLASS IN ENGLAND – LITTLE IRLAND. 1842/ 2011 (Rainer Ganahl, Österreich, Großbritannien, USA 2011), BYE BYE (Paul Geday, Ägypten, Niederlande 2012), MY FATHER IS STILL A COMMUNIST, INTIMATE SECRETS TO BE PUBLISHED (Ahmed Ghossein, Libanon 2011), O.G.B.I.P. [ Our Global Behaviour Is Psychopathic II ] (Virlani Hallberg & Jennifer Rainsford, Schweden 2011), RIVERRED (Eva Heldmann, Deutschland 2011), TROLLSLÄNDOR MED FAGLAR OCH ORM / DRAGONFLIES WITH BIRDS AND SNAKES (Wolfgang Lehmann, Schweden, Deutschland 2011), LA ROUGE ET LA NOIRE (Isabelle Prim, Frankreich 2011), PERIL OF THE ANTILLES (Fern Silva, USA, Haiti 2011), VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN? (Isabell Spengler, Deutschland 2011) sowie die installativen Arbeiten BAROMETER (I) (Heike Baranowsky, Deutschland 2011), A TALE OF TWO ISLANDS (Paola Calvo & Steffen Köhn, Deutschland 2011), A WORLD OF OUR OWN (Eline McGeorge, Norwegen, Großbritannien 2011), SEEKING THE MONKEY KING (Ken Jacobs, USA 2011) und VENUS MISSION (Anne Quirynen, Belgien, Deutschland 2012).

april 2012, distribution news

Neu auf unserem VoD-Channel: "Aufnahme"

Bilder aus Aufnahme

Wir freuen uns sehr, Stefan Landorfs vielschichtiges Debüt AUFNAHME ab dem 1. Mai auf unserem VoD-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. Landorf, selbst ein ehemaliger Arzt, widmet sich hier einem Berliner Krankenhaus. Visite, der ärztliche Rundgang, und Anamnese, die Erfragung eines Krankenbildes, diese Begriffe aus der Medizin lassen sich auch auf die Struktur des Films anwenden, denn die Institution erscheint darin wie ein Organismus, der auf verschiedenen Wegen untersucht und abgeklopft wird.

april 2012, distribution news

"Traumfabrik Kabul"

von Sebastian Heidinger, Kinostart: 19. April 2012

Saba Sahar ist Polizistin in Afghanistan – sowie Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin. Als Vertreterin der staatlichen Exekutive wie als Filmemacherin setzt sie sich für die Rechte der Frauen in der stark männerdominierten afghanischen Gesellschaft ein. Sahars Stärke ist die unbeirrbare Leidenschaft für ihr zerrüttetes Land: wo Frauenrechte mit Füßen getreten werden, schlägt sie mit den Waffen des Films zurück. So kämpft sie in einem ihrer Filme als Superheldin im Martial-Arts-Stil gegen ihre männlichen Widersacher, um eine Frau aus deren Fängen zu befreien. Persönliche Begegnungen mit Sahar sowie unterhaltsamen Ausschnitten aus ihren Filmen, eröffnen einen ungewohnten Blick auf einen Schauplatz, der sonst Garant für traurige Nachrichten ist. Saba Sahar ist im wahren Leben keine Superheldin – aber eine Heldin, die Hoffnung gibt.

april 2012, distribution news

Neu im Verleih: Die Filme von Jack Smith!

Foto von Jack Smith

2009 präsentierten das Arsenal und das Hebbel am Ufer (HAU) "LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World", kuratiert von Susanne Sachsse, Stefanie Schulte Strathaus und Marc Siegel. Gemeinsam mit 50 internationalen Künstlern und Wissenschaftlern widmete sich das Event dem Underground-Pionier und der queeren Ikone Jack Smith (1932–89). Superstar Mario Montez, der für LIVE FILM zum ersten Mal wieder auf der Bühne stand, und die teilnehmende Regisseurin Ulrike Ottinger erhielten bei der Berlinale einen Ehren-Teddy. Nun gibt es wieder große Neuigkeiten: Auf Initiative von Jerry Tartaglia und durch die Leidenschaft und Tatkraft vieler stellt das Jack Smith Archive der Barbara Gladstone Gallery dem Arsenal nagelneue 16mm-Kopien für Verleihzwecke zur Verfügung. Pünktlich zu Camp / Anti-Camp können wir sie am 13. April dem Publikum präsentieren und wir hoffen, dass sie künftig auf vielen Leinwänden erstrahlen!

märz 2012, distribution news

Neu auf unserem VoD-Channel: "After Effect" & "UmdeinLeben"

Bilder aus After Effect und UmdeinLeben

Wir freuen uns sehr, zwei neue Filme auf unserem VoD-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. AFTER EFFECT von Stephan Geene erzählt eine Liebesgeschichte, die auf der Stelle zwischen Kunst, kulturellem Kapital und Marketing tritt. UMDEINLEBEN von Gesine Danckwart ist ein unterhaltsamer, selbstironischer Film über sechs Frauen, die an diesem Tag mal wieder versuchen, ihr Leben zu retten. Bisher sind auf unserem VoD-Channel folgende Filme verfügbar: AUSGERECHNET BULGARIEN von Christo Bakalski, DER TAG DES SPATZEN von Philip Scheffner, MR. GOVERNOR von Måns Månsson, SUNNY LAND von Aljoscha Weskott & Marietta Kesting, SUPER ART MARKET von Zoran Solomun, ÜBERTRAGUNG von Harun Farocki sowie Angelika Levis Filme MEIN LEBEN TEIL 2 und ABSENT PRESENT.

märz 2012, distribution news

"Treeless Mountain"

von So Yong Kim, Kinostart: 01.03.2012

Die sechsjährige Jin lebt mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Bin in einer kleinen Wohnung in Seoul, Südkorea. Als die Mutter sich auf die Suche nach dem Vater der beiden Mädchen macht, von dem sie getrennt lebt, müssen Jin und Bin den Sommer bei ihrer alkoholkranken Schwägerin verbringen. Zum Abschied bekommen sie von der Mutter ein Sparschwein; sie verspricht, zurück zu sein, sobald es voll ist. Doch als es soweit ist, bleibt die Mutter verschwunden. Jin und ihre Schwester werden auf eine Farm gebracht, die ihren Großeltern gehört. Durch dieses Erlebnis erkennt Jin die Bedeutung familiärer Bindungen. Unter dem Einfluss ihrer resoluten und hart arbeitenden Großmutter lernt Jin, dass sie durch ihre Fürsorge für die jüngere Schwester ihren Schmerz verwinden kann.

märz 2012, distribution news

Neue Arbeiten bei ARTE Creative

Bild aus ONCE UPON A SIDEWALK

Seit Februar letzten Jahres ist bei ARTE Creative – einer interaktiven Plattform u.a. für experimentelle Film- und Videoarbeiten – eine Auswahl an Filmen von arsenal distribution zu sehen. Jeden Monat kommt ein neuer Film hinzu, der für jeweils ein Jahr gestreamt wird. Ab März wird Gheith Al-Amines Video ONCE UPON A SIDEWALK (Libanon 2009, 20’) gezeigt, das die Darstellung von Frauen als Objekte des Begehrens betrachtet und das Medium Video analysiert, indem es wiederholt dessen Parameter manipuliert. Geith Al-Amines Arbeiten "T.S.T.L" und "King Lost His Tooth" wurden im Forum Expanded der Berlinale 2012 gezeigt.

dezember 2011, distribution news

"Utopians"

von Zbigniew Bzymek, Kinostart: 05.01.2012

Bilder aus Utopians

Roger arbeitet als Yoga-Lehrer. Das Verhältnis zu seiner frisch aus dem Militärdienst ausgeschiedenen Tochter Zoe wird durch deren Liebe zu Maya belastet, einer jungen Frau, der Schizophrenie attestiert wurde. Rogers wiederholtes Zuspätkommen und ein mitgebrachter herrenloser Hund sorgen für Spannungen mit den Teilnehmern seiner Yoga-Klasse. Auch ein Renovierungsauftrag, den Roger, Zoe und Maya in einem bürgerlichen Haus übernehmen, verläuft alles andere als plangemäß und spannungsfrei. Drei Menschen, die sich am Rand bewegen: der Gesellschaft, der Beherrschung, der Kräfte, des Zusammenbruchs. Die von Roger problematisierten unterschiedlichen Realitäten, für die Mayas Schizophrenie metaphorisch steht, holen ihn in der Yoga-Klasse ein, wenn sein Glaube "we can make our own time" ebenso schnell an seine Grenzen stößt, wie das "feel united with the world around you" mit der sozialen Realität kollidiert. Fernab vom Sozialdrama hat Zbigniew Bzymek in seinem Spielfilmdebüt eine Form gefunden: Entdramatisiert und nicht linear bildet sich aus teils durch Schwarzblenden separierte Szenen die Skizze einer Geschichte. Mit einer eigentümlich schwebenden Atmosphäre und einer der nachhaltigsten Gitarrenimprovisationen seit "Dead Man".

dezember 2011, distribution news

Neu im Verleih: "Sonnensystem" von Thomas Heise

Bilder aus dem Film Sonnensystem

SONNENSYSTEM ist ein Film über das Verschwinden. Er erzählt vom Alltag der indigenen Gemeinschaft der Kollas von Tinkunaku in den Bergen Nordargentiniens. Er erzählt von Ramona und Viviano im hoch gelegenen Santa Cruz und in Blanquito im Tal und vom taubstummen Fortunato und von Luis Familie, und von Soto dem Hirten, von Cecilia und Bernardo, dessen Traktor sich überschlug, und von Guido dem Kind, das den Menschen aus dem Lehm ritzt, von Gott und vom Fasching den alle feiern, und von den fließenden Wassern. Der Film zeigt Begegnung ohne Kenntnis der Sprache des andern. Eine Erzählung ohne Worte vom Kennenlernen und einander Sehen. Ausschließlich über Bilder, ohne jedes Interview oder Kommentierung nähert sich der Film den Menschen dieser kleinen Gemeinde, folgt der Wanderung von Viviano und Ramona vom Tal in das dreieinhalbtausend Meter hoch gelegene Dorf Santa Cruz, wo sie den Sommer verbringen bis der irgendwann einsetzende Herbstregen sie wieder hinabsteigen lässt nach Rio Blanquito. Mit den religiösen Kollas lebend, zwischen alten Riten und hereinbrechender Moderne, in der grandiosen Landschaft der Yunga und Quechua erzählt der Film vom Alltag des Verschwindens eines indigenen Volkes. Dies irae. (Text: Thomas Heise)

november 2011, kinostarts

"Day Is Done"

von Thomas Imbach, Kinostart 01.12.2011

Zuerst der qualmende Schlot, mit dem Teleobjektiv in nächste Nähe gerückt. Dann die Züge, die Wolken und die Vogelschwärme, das Stadtpanorama im Weitwinkel. Flugzeuge. Zeitraffer, Zeitlupe. Später schwarze Regenwolken, Sonne, Schnee, Mondschein. Die Straße vor dem Haus: Lagerhallen, vor denen Schrott sortiert wird, Wein geliefert, eine Party gefeiert. Brennende Autos, ein schwerer Motorradunfall. Eine junge Frau, die tagein tagaus ihre Post abholt und die NZZ. Von links durchquert sie das Bild, von rechts kehrt sie zurück. Den Beobachter scheint sie nicht zu bemerken über all die Jahre, die er mit seiner Kamera am Fenster steht und das Leben aufzeichnet, das sich vor seinem Atelier ausbreitet. Wie die Zeit vergeht, das stellt der Zuschauer zuerst an den Nachrichten auf dem Anrufbeantworter des Filmemachers fest. Anfangs wirken sie ein wenig komisch, die Anrufe glücklicher oder enttäuschter Freundinnen, die Urlaubsgrüße und Glückwünsche. Da sind sie noch aus dem Zusammenhang gerissen, der sich alsbald herstellt. Dann auf einmal kommt jeder Nachricht eine historische Bedeutung zu. Krankheit, Tod, Schwangerschaft, Geburt, Trennung, Erfolge, Misserfolge. Ein Schock, als man schließlich feststellt, dass man sich mitten in einem Leben befindet, dramatischer als jede Fiktion. (Forumskatalog, Christoph Terhechte)

november 2011, distribution news

"The Ballad of Genesis and Lady Jaye"

von Marie Losier, Kinostart 24.11.2011

Bilder aus dem Film The Ballad of Genesis and Lady Jaye

Der Film, der auf der Berlinale 2011 mit dem Caligari-Preis des Forums sowie dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, ist ein intimes, berührendes Porträt über das Leben und Werk des bahnbrechenden Performance-Künstlers und Musik-Pioniers Genesis Breyer P-Orridge - bekannt durch COUM Transmissions (1969-1976), Throbbing Gristle (1975-1981) und Psychic TV (1981 bis heute) - und seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Lady Jaye. Man mag einen Film über die Geschichte der Industrial Music erwarten, über Genesis als Bindeglied zwischen Pre- und Postpunk-Ära, über den Underground seit den 1970er Jahren. Das ist er auch, aber erzählt aus der Perspektive einer großen romantischen Liebe, die in den 1990er Jahren ihren Anfang nahm. Genesis und Lady Jaye beginnen durch Operationen eins zu werden, ein Drittes, ein Pandrogyn. Beeinflusst, wie so vieles in Genesis‘ Arbeit, von Brion Gysins und William Burroughs "Cut Ups", war es der Versuch, zwei einzelne Identitäten zu dekonstruieren, durch die Schaffung einer unsichtbaren Dritten.

november 2011, kinostarts

"Bad o meh - Wind und Nebel": "Cinema fairbindet"-Roadshow vom 18.10. bis 20.12.2011

Der Preisträgerfilm des in diesem Jahr zum ersten Mal während der Berlinale verliehenen entwicklungspolitischen Filmpreises "Cinema fairbindet", gestiftet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), tourt im Rahmen der "Cinema fairbindet"-Roadshow vom 18. Oktober bis 21. Dezember durch 25 Städte in Deutschland. Weiter unten finden Sie die komplette Liste der Kinos sowie die Vorführungsdaten. Bitte besuchen Sie die Homepage Ihres nächstgelegenen Kinos für weiteren Angaben.

oktober 2011, distribution news

"Bad o meh - Wind und Nebel"

von Mohammad Ali Talebi, Kinostart 20.10.2011

Bilder aus dem Film Bad o meh

Da der Vater des siebenjährigen Sahand Arbeit auf einem Ölfeld im Süden des Irans gefunden hat, muss die Familie aus dem fruchtbaren Norden in den heißen, trockenen Süden ziehen. Kurz darauf bricht der Krieg gegen den Irak aus. Sahand ist mit seiner Mutter allein zuhause, als eine Bombe die Mutter tötet. Er selbst überlebt schwer traumatisiert. Überfordert bringt der Vater Sahand und seine zwölfjährige Schwester Shooka zurück in ihr Heimatdorf, wo sie beim Großvater unterkommen. Die Ruhe und die Schönheit des Nordens sollen Sahand von seinem Trauma befreien. Doch Sahand hat es schwer, wird von den anderen Kindern im Dorf gehänselt. Bei einem Ausflug an einen nahegelegenen See entdeckt er eine angeschossene Wildgans. Ihr Gefieder erinnert ihn an das weiße Kleid seiner Mutter, das sie am Tag ihres Todes trug. Der Großvater verbietet Sahand, sich um die Gans zu kümmern. Doch in der Nacht schleicht sich der Junge davon, um sie zu suchen.

april 2011, distribution news

Neuzugänge aus Forum Expanded 2011 im Verleih

Bild aus dem Film Into Thin Air

13 Experimentalfilme aus dem Programm des diesjährigen Forum Expanded sind ab sofort im Verleih von arsenal distribution erhältlich: BLIND von Annika Larsson, (Deutschland/Schweden 2010, 20’), CARRYING PICTURES von Tom Holert (Deutschland 2010, 10’); CET HOMME von Markus Ruff (Deutschland 2011, 45’), DAS SCLAFENDE MÄDCHEN von Rainer Kirberg (Deutschland 2010, 114’), FÜHRUNG von René Frölke (Deutschland 2010, 37’), INTO THIN AIR von Mohammadreza Farzad (Iran 2010, 26’), MINOR von Patty Chang (USA 2010, 25’), NATIONAL MOTIVES von Raphaël Grisey (Frankreich/Ungarn 2010, 28’), PARALLEL WORLDS von Harald Thys und Jos de Gruyter (Belgien 2010, 26’), PAROLE À LA FEMME von Eléonore de Montesquiou (Estland 2010, 8’), PIGS von Pawel Wojtasik (USA 2007-2010, 7’), THE STORY OF MILK & HONEY von Basma Alshrif (Libanon 2010, 10’) und SURFACE NOISE von Tim Blue, David Phillips und Paul Rowley (Deutschland 2010, 7’).

april 2011, distribution news

Auftragswerke des Festivals LIVE FILM! JACK SMITH!

Bild aus dem Film Little White Cloud that Cried

Vom 28. Oktober bis 1. November 2009 präsentierte das Arsenal gemeinsam mit dem HAU / Hebbel am Ufer das Festival "LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World". Dieses Festival, kuratiert von Stefanie Schulte Strathaus, Marc Siegel und Susanne Sachsse, widmete sich gemeinsam mit 50 internationalen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen dem Pionier des US-amerikanischen Underground und der queeren Ikone, Jack Smith. Mit Performances, Filmen, Videos, Diashows, Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und Diskussionen eröffnete "LIVE FILM!" nicht nur unterschiedliche Perspektiven auf das Gender- und Genregrenzen sprengende Werk Jack Smiths, Andy Warhols und anderer Avantgardisten der 1960er Jahre, sondern inszeniert Smiths Werk auch im Austausch mit neuen Arbeiten einer Vielzahl internationaler zeitgenössischer KünstlerInnen.

Die im Rahmen dieses Festivals vom Arsenal Institut in Auftrag gegebenen Videos und Filme sind ab sofort im Verleih von arsenal distribution erhältlich.

april 2011, distribution news

Compilation 2009 & 2010 – Experimentalfilme von arsenal distribution

Bild aus dem Film Mr Sakuari at the Ticket Counter

Eine DVD-Box mit insgesamt 40 Arbeiten aus den Jahren 2009 und 2010 kann ab sofort von Kurator/innen, Festivals und andere Multiplikator/innen angefordert werden.