November 2011, distribution news

"The Ballad of Genesis and Lady Jaye"

von Marie Losier, Kinostart 24.11.2011

Bilder aus dem Film The Ballad of Genesis and Lady Jaye

Der Film, der auf der Berlinale 2011 mit dem Caligari-Preis des Forums sowie dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, ist ein intimes, berührendes Porträt über das Leben und Werk des bahnbrechenden Performance-Künstlers und Musik-Pioniers Genesis Breyer P-Orridge - bekannt durch COUM Transmissions (1969-1976), Throbbing Gristle (1975-1981) und Psychic TV (1981 bis heute) - und seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Lady Jaye. Man mag einen Film über die Geschichte der Industrial Music erwarten, über Genesis als Bindeglied zwischen Pre- und Postpunk-Ära, über den Underground seit den 1970er Jahren. Das ist er auch, aber erzählt aus der Perspektive einer großen romantischen Liebe, die in den 1990er Jahren ihren Anfang nahm. Genesis und Lady Jaye beginnen durch Operationen eins zu werden, ein Drittes, ein Pandrogyn. Beeinflusst, wie so vieles in Genesis‘ Arbeit, von Brion Gysins und William Burroughs "Cut Ups", war es der Versuch, zwei einzelne Identitäten zu dekonstruieren, durch die Schaffung einer unsichtbaren Dritten.

THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE ist auch ein Film von Marie Losier, einer Filmautorin, deren Handschrift es ist, spielerisch ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Undergroundvorbildern aufzubauen. Küchen- und Gartenaufnahmen werden abgelöst von Home-Movie-Performances, Interviews (Orlan, Peaches, Peter Christopherson), Rollenspielen, Konzerten, magischen Tricks und Archivaufnahmen. Der Film hält seinen Bewegungsrhythmus – unterstützt durch Genesis’ Cut-Up-Erzählungen – auch dann noch aufrecht, als er durch Lady Jayes überraschenden Tod zu einem Film über die Trauer wird. Nun geht es um die Frage, wie man stirbt, wenn zwei eins geworden sind – und wie man weiterlebt.

William S. Burroughs über Genesis P-Orridge:
"Er ist der einzige Mensch, den ich je kennengelernt habe, den ich als Held verehren würde… Ein Phänomen. Ich war schon immer von der Idee angetan, dass die wichtigste Arbeit die ist, wie man lebt, und man soll das Leben als ein Werk leben und versuchen, jeden Aspekt davon so interessant wie möglich zu gestalten."

Kino-Tournee
Ermöglicht durch den von den Kommunalen Kinos und dem FILM-DIENST gestifteten Caligari-Preis tourt Regisseurin Marie Loisier mit dem Film vom 23. bis 29. November 2011 durch ausgewählte Kinos.

Mi. 23.11. um 20 Uhr Kino Arsenal, Berlin
Do. 24.11. um 19 Uhr Mal Seh'n Kino, Frankfurt
Do. 24.11. um 20.30 Uhr Programmkino Rex, Darmstadt
Fr. 25.11. um 19.15 Uhr Filmhaus im Künstlerhaus, Nürnberg
Sa. 26.11. um 21.15 Uhr Kinemathek Karlsruhe
So. 27.11. um 20 Uhr METROPOLIS - Kinemathek Hamburg
Mo. 28.11. um 20.15 Uhr cine k, Oldenburg
Di. 29.11. um 20.30 Uhr City 46, Bremen

Weitere Vorführungen:

24.-26. + 28.-30.11. je um 21.15 Uhr - Kino Arsenal, Berlin
24.11.-07.12. tgl. 22.30 Uhr fsk - Kino am Oranienplatz, Berlin
25.- 30.11. je um 22 Uhr Mal Seh'n Kino, Frankfurt
24.11.-07.12. Programmkino Rex, Darmstadt
25.11. 18 Uhr + 30.11. 18 Uhr Murnau Filmtheater, Wiesbaden
7.-21.12. Tilsiter Lichtspiele, Berlin
12.-26.12. Filmrausch Moabit e.V., Berlin
15.-21.12. Kommunales Kino Hannover
27.-30.12. BlackBox im Filmmuseum Düsseldorf
05.-11.01. Cinémathèque Leipzig
12.-18.01. Cineding, Leipzig

Begründung der Caligari-Preis Jury:
"Zwei Bräute im Park, zwei Nasenoperationen, zwei Petersilienbüschel. In Marie Losiers THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE werden Erwartungen - und das ist gut so - enttäuscht. Ihre dokumentarische Collage ist keine angestrengte Analyse von Geschlechteridentitäten, keine klassische Musikdokumentation, keine Freakshow. Die Regisseurin kommt den beiden Menschen, die sie portraitiert, spürbar nahe. Über die eigenwillige Form zieht sie den Zuschauer mit in eine praktizierte Einheit von Kunst und Leben: Found Footage wird kompiliert mit reinszenierten Passagen, unterschiedliches Filmmaterial trifft auf eine bruchbetonte Montage, das rhythmische Pulsieren der Musik wird in filmische Strukturen übersetzt. Vielleicht ist das der eine Weg, diese "größte Liebesgeschichte aller Zeiten" ["greatest love story of all time"] zu erzählen."

THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE
Land/Jahr: USA, Frankreich 2011, Länge: 75 Minuten, Format: BluRay (gedreht auf 16mm), Sprache: Englisch, Format: OmU, Mitwirkende: Genesis Breyer P-Orridge, Lady Jaye Breyer P-Orridge, Edley Odowd, David Max, Markus Persson, Alice Genese, Tony Conrad, Peaches u.a.

Verleih: neue pegasos
Vertrieb: arsenal distribution


Weitere Informationen und den Trailer (OF) finden Sie unter www.balladofgenesisandladyjaye.com/ballad/