November 2011, kinostarts

"Day Is Done"

von Thomas Imbach, Kinostart 01.12.2011

Zuerst der qualmende Schlot, mit dem Teleobjektiv in nächste Nähe gerückt. Dann die Züge, die Wolken und die Vogelschwärme, das Stadtpanorama im Weitwinkel. Flugzeuge. Zeitraffer, Zeitlupe. Später schwarze Regenwolken, Sonne, Schnee, Mondschein. Die Straße vor dem Haus: Lagerhallen, vor denen Schrott sortiert wird, Wein geliefert, eine Party gefeiert. Brennende Autos, ein schwerer Motorradunfall. Eine junge Frau, die tagein tagaus ihre Post abholt und die NZZ. Von links durchquert sie das Bild, von rechts kehrt sie zurück. Den Beobachter scheint sie nicht zu bemerken über all die Jahre, die er mit seiner Kamera am Fenster steht und das Leben aufzeichnet, das sich vor seinem Atelier ausbreitet. Wie die Zeit vergeht, das stellt der Zuschauer zuerst an den Nachrichten auf dem Anrufbeantworter des Filmemachers fest. Anfangs wirken sie ein wenig komisch, die Anrufe glücklicher oder enttäuschter Freundinnen, die Urlaubsgrüße und Glückwünsche. Da sind sie noch aus dem Zusammenhang gerissen, der sich alsbald herstellt. Dann auf einmal kommt jeder Nachricht eine historische Bedeutung zu. Krankheit, Tod, Schwangerschaft, Geburt, Trennung, Erfolge, Misserfolge. Ein Schock, als man schließlich feststellt, dass man sich mitten in einem Leben befindet, dramatischer als jede Fiktion. (Forumskatalog, Christoph Terhechte)

Pressestimmen

"Ein betörendes Filmessay über Zeit und Alltagsleben." (epd Film 12 / 2011)

"Meditativ, melancholisch, komisch, eine fiktive Autobiografie von zielloser Schönheit." (rbb inforadio, 1. Dezember 2011)

"Nicht nur ein Porträt des Filmenden, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte der Stadt Zürich. Ein starker Soundtrack schafft zusätzlich Atmosphäre." (kino.de)

"Der Filmemacher kommt dabei oft nicht gut weg, eine Ehrlichkeit, die auch den Zuschauer entwaffnet. Suggestiv." (Der Tagesspiegel, 30.11.2011)

" 'Day Is Done' ist ein persönlicher Film, aber es geht Imbach nie um das eitle Ausstellen von Privatheit sondern vielmehr um alltägliche, universelle Erfahrungen, mit dem Tod, mit der Arbeit und der Liebe. (FILM-DIENST 24/2011) 

"Ein faszinierender Film, der einen in den Bann zieht, obwohl er den Zuschauer nicht zum Verweilen einlädt." (Fluter, 1.12.2011)

The DAY IS DONE Band
Für die Song-Aufnahmen stellte der Filmkomponist und Musikproduzent Balz Bachmann eine handverlesene Band zusammen. Die DAY IS DONE-Band spielte alle Aufnahmen wie einen Live-Auftritt ein, die Studio-Sessions fanden im Sonar Studio in Zürich statt und dauerten 3 Tage. Ihr Stil zwischen Folk-Rock und punkiger Bar-Band bildet der rote Faden durch eine eklektische Playlist, von Bob Dylans Gospel-Blues über Syd Barretts James Joyce-Vertonung bis hin zur 80er-Jahre Synthipop von Alphaville und den frechen zeitgenössischen Sounds von Conor Oberst.

Thomas Imbach wurde 1962 in Luzern geboren. Er ist ein unabhängiger Schweizer Regisseur, dessen Werk visuell, provokativ und schauspiel-fokussiert ist. Mit WELL DONE (1994) und GHETTO (1997) etablierte er seinen charakteristischen Stil, mit dem er stets die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, sowie traditionellem Kinohandwerk und neuen Technologien auslotet. 2007 gründete er zusammen mit der Regisseurin Andrea Štaka die Produktionsfirma Okofilm Productions. Wir führen neben DAY IS DONE auch seine Filme LENZ (2006) sowie I WAS A SWISS BANKER (2007) im Verleih.

Weitere Informationen sowie den Trailer finden Sie hier.

DAY IS DONE
Land/Jahr: Schweiz 2011, Länge: 111 Minuten, Format: BluRay (gedreht auf 35mm), Sprache: Schweizerdeutsch, Sprachfassung: OmU; Regie & Kamera: Thomas Imbach, Buch: Thomas Imbach, Patrizia Stotz, Gesang: George Vaine, Produktion: Okofilm Productions GmbH, Zürich