März 2017, distribution news

"Barakah Meets Barakah"

von Mahmoud Sabbagh, Kinostart: 9. März 2017

Die erste romantische Komödie, die je in Saudi-Arabien realisiert wurde. - Würde man eine Umfrage unter Filmexperten starten, welches Land ihrer Einschätzung nach derzeit das am wenigsten geeignete ist, eine sehr lustige und echt abgefahrene "Romantic Comedy" anzusiedeln: Saudi-Arabien hätte beste Chancen, die Top-Position einzunehmen. Aber falsch geraten – nichts weniger beweist BARAKAH MEETS BARAKAH: In der saudischen Hafenstadt Dschidda soll Barakah (Hisham Fageeh) als Ordnungsbeamter dafür sorgen, dass das öffentliche Leben nach dem islamischen Recht verläuft. Dies tut er immer freundlich aber ohne religiösen Eifer, viel lieber spielt er in einer Laientheatergruppe Hamlet. Seine Rolle ist die der Ophelia, Proben und Aufführungen mit Frauen sind verboten. Als er ein illegales Fotoshooting unterbinden soll, verliebt er sich auf den ersten Blick in Bibi (Fatima AlBanawi), die für das Label ihrer Adoptivmutter ‚Heavenly Hips‘ modelt, aber viel berühmter als gesellschaftskritische Vloggerin und IT-Girl ist. Nur wie soll er sie näher kennenlernen, in einem Land, das jeder Form von „dating“ feindlich gegenübersteht? Elegant und kreativ hebeln die beiden das System von Tradition, Etikette und Religionspolizei aus.

Trailer

BARAKAH MEETS BARAKAH wurde im Berlinale Forum 2016 mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Aus der Jurybegründung: «Der Film reflektiert über den Wert der Freiheit, über die Rolle der Frauen in der Saudi-Arabischen Gesellschaft und über die Frage nach Selbstverwirklichung trotz kultureller Beschränkungen. Mit Humor und Charme eröffnet er seine politische Botschaft über eine Jugend, die nach Freiheit strebt.»

Ein sonnendurchfluteter Film noir
Der Regisseur über seinen Film
Ich möchte Geschichten erzählen, ungekünstelte, unaufgeregte Geschichten aus meiner unmittelbaren Umgebung, die ich außerdem mit dem Rest der Welt in Verbindung bringen will. BARAKAH MEETS BARAKAH ist mein erster abendfüllender Spielfilm, davor war ich drei Jahre lang als Produzent und Regisseur tätig. Ich habe eine Reihe von Dokumentar- und Kurzfilmen sowie eine Fernsehserie gedreht und dabei viel praktische Erfahrung sammeln können.
Filmemachen ist überall schwierig. In der völlig unterentwickelten Filmlandschaft Saudi-Arabiens ist es möglicherweise noch schwieriger. Wir mussten aus dem Nichts heraus sowohl eine Produkti- onsinfrastruktur schaffen als auch ein Team zusammenstellen. Die Laiendarsteller haben wir sowohl in meinem Umfeld als durch aufwendige Castings gefunden. Die Probenphase dauerte vier Monate, dann hatten wir ein rundum zufriedenstellendes Ergebnis erreicht.
Für mich ist BARAKAH MEETS BARAKAH ein verrückter, sonnendurchfluteter Film noir. Ich habe neuartige Regiemethoden verwandt, Post-Romance-Aspekte verarbeitet, Anti-Helden entwickelt, auf ausgefallene Einstellungen verzichtet und mit einem Teleobjektiv in überaus verkehrsreichen Straßen gedreht. Der Film spielt ausschließlich in Dschidda, wo wir mit minimalem Ausstattungsaufwand an realen Schauplätzen gedreht haben. Bereits in meinem Drehbuch waren mir die Bildebene wie auch möglichst ungeschliffene Dialoge besonders wichtig.
BARAKAH MEETS BARAKAH zeigt, wie meine Generation über Themen wie den öffentlichen Raum, die Ungleichheit der Geschlechter, über Zensur und Freiheit denkt. Der Film handelt von uns, einer Jugend ohne Rechte. Ich möchte mich an den Gesprächen in Saudi-Arabien über diese Themen beteiligen und damit zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen. Darüber hinaus hoffe ich, dass mein Film andere saudische Filmemacher anregt, eigene zu realisieren, und sie diese dann weltweit präsentieren können.

Mahmoud Sabbagh wurde 1983 in Dschidda (Saudi-Arabien) geboren. Er schloss ein Dokumentarfilmstudium an der Graduate School of Journalism der Columbia University in New York ab. Seither arbeitet er als Filmregisseur und Produzent in Saudi-Arabien. BARAKAH YOQABIL BARAKAH ist sein erster abendfüllender Spielfilm. Filme: 2013: Story of Hamza Shahata (43 Min.)2014: Cash (TV-Serie, 10 x 24 Min.) 2016: BARAKAH YOQABIL BARAKAH

BARAKAH MEETS BARAKAH
Land/Jahr: Saudi-Arabien 2016. Format: DCP und Blu-ray. Länge: 88 Min. Sprache: Arabisch.Sprachfassung: OmU. Regie, Buch: Mahmoud Sabbagh. Kamera: Victor Credi. Schnitt: Sofia Subercaseaux, Daniel Garcia. Musik: Zeid Hamdan, Maii Waleed. Sound Design: Eli Cohen. Production Design: Zainab Al Mashat, Ahmed Mater. Kostüm: Nasibah Hafiz, Nasibah Hafiz, Samar Idress. Mit: Hisham Fageeh (Barakah), Fatima Al Banawi (Bibi), Sami Hifny (Da’ash), Khairia Nazmi (Daya Sa’adiya), Abdulmajeed Al-Ruhaidi (Maqbool), Turki Sheikk (Turki / Agent), Marian Bilal (Sara). Produktion: Mahmoud Sabbagh. Produktionsfirma: El Housh Productions (Dschidda, Saudi-Arabien). Uraufführung: 12. Februar 2016, Berlinale Forum