13 ou 14

- 13 ou 14 (13 oder 14), 2004
13 oder 14
Jan Peters
Frankreich 2004
Beta SP (gedreht auf Super- 8 und diversen Videoformaten), colour, 22 min., franz. OV mit engl. UT
Es gibt wirklich Filme, die einen atemlosen Schnitt zu einer Tugend machen. Denn dieses neue autobiografische Werk von Jan Peters überstürzt sich. Aus gutem Grund, begreift er doch als nun 39jähriger die Welt und den Sinn des Lebens immer noch nicht! In rasendem Tempo folgt er Wegen bis an den Rand der Vergangenheit und der Zukunft, in seinen eigenen Filmen und auch in den Archiven des Institut national de l’audiovisuel (INA) in Paris. Er stürzt sich in die Bilder, und das heisst etwas.
1980 verbrachte er irrtümlich Ferien in einem Nudistencamp am Meer. Sehr schöne Szenen von Nudistensport, begleitet von treffenden Kommentaren.
Im Bild betrachtet er seine kleine Digitalkamera, deren Rahmen er auf einen Kreis verengt hat. Im Ton "spricht er pausenlos wie ein Besessener". Er kann jedoch auch schweigen angesichts der Kraft der Bilder von Atomexplosionen und eines auf dem Meeresgrund gestrandeten Schiffs.
Jan Peters fragt sich, wie die Erinnerung funktioniert und wie die Bilder der Menschengeschichte, in denen er Fuss zu fassen versucht, ins Morgen hinüber gerettet werden können. Doch der Wortschwall seiner abrupten und spielerischen Gedanken können diese abgründigen Fragen nicht ausschöpfen. Erschöpft wird seine zwanghafte Beharrlichkeit. 13 OU 14 hat ein Happy end. Nach der Reise in eine albtraumhafte Zukunft (in Peters Welt ist alles möglich) kommt er nach Hause, wo Frau und Freunde auf ihn warten, um mit Champagner auf seinen Geburtstag anzustossen. Er scheint beruhigt, doch sein Tagebuch ist deswegen noch nicht zu Ende. Wenn er 40 ist, geht’s weiter, mit Sicherheit! (Katalog Vision du réel)
