oktober 2014, living archive

Visionary Archive: It all depends #4

Bild aus NOTES ON PASOLINI'S FORM OF A CITY

Anfang Oktober findet die vierte Veranstaltung von It all depends im Rahmen von Visionary Archive in Form zweier Abende statt. Am 1. Oktober ist Pier Paolo Pasolinis APPUNTI PER UN'ORESTIADE AFRICANA (Notizen für eine afrikanische Orestie, Italien 1969) zu sehen. Im Stil eines filmischen Notizbuchs erzählt, mischt sich Pasolinis dramaturgisches Interesse an einer Verfilmung der antiken Tragödie mit afrikanischen Darstellern mit einem ungebrochen kolonialen Blick auf Realitäten in Tansania, Uganda und Äthiopien. Die Struktur des filmischen Notizbuchs und dessen kulturideologische Aufladung fordern dazu auf, Pasolinis Film in Kontext mit zwei weiteren Filmen zu stellen. In ihrer Videoarbeit NOTES ON PASOLINI'S FORM OF A CITY (Deutschland 2013) untersucht Sandra Schäfer Pasolinis Afrika-Projektionen vor dem Hintergrund seiner Kritik an der Moderne. Wir zeigen den Film am 3. Oktober zusammen mit Haile Gerimas radikaler Gesellschaftssatire MIRT SOST SHI AMIT (Ernte 3000 Jahre, Äthiopien 1975), gedreht in Äthiopien am Ende der Herrschaft von Haile Selassie.

oktober 2014, kino arsenal

Retrospektive Pier Paolo Pasolini (II)

Im Oktober setzen wir die umfangreiche Retrospektive der Filme von Pier Paolo Pasolini fort und zeigen Werke aus der mittleren und späten Schaffensperiode des Regisseurs, der zu den vielseitigsten, einflussreichsten und radikalsten Künstlern und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts gehört. Schwerpunkte des zweiten Teils der Retrospektive sind die Filme Pasolinis, in denen er sich mit archaischen Themen und Kulturen, der griechischen Antike, aber auch mit den Abgründen der bürgerlichen Gesellschaft auseinandersetzt (EDIPO RE, TEOREMA, PORCILE und MEDEA), ferner seine "Trilogie des Lebens" (IL DECAMERON, I RACCONTI DI CANTERBURY und IL FIORE DELLE MILLE E UNA NOTTE) sowie sein letzter kurz vor seinem gewaltsamen Tod entstandener Film SALÒ.

Pasolinis erste Filme ACCATTONE und MAMMA ROMA werden im Oktober im Kinosaal des Martin-Gropius-Baus zu sehen sein, wo darüber hinaus auch zahlreiche Wortveranstaltungen, Diskussionen und Studientage die große Pasolini-Ausstellung, "Pasolini Roma", begleiten.

oktober 2014, kino arsenal

Am Rand – Sinti und Roma im zeitgenössischen europäischen Film

Sinti und Roma sind seit Jahrhunderten Projektionsfläche für Fremdzuschreibungen und Entlastungsmechanismen. Zahlreiche aktuelle Filme bieten neue Perspektiven auf Europas größte Minderheit. Welche Antworten findet das zeitgenössische europäische Kino in Formensprache und Inhaltsbezügen? Thematische und filmästhetische Implikationen werden mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Filmbranche länderspezifisch aufgegriffen und diskutiert.

Im Oktober setzen wir die im letzten Monat begonnene Reihe der Evangelischen Akademie zu Berlin mit vier aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen fort, die ein dynamisches und kontrastreiches Bild zeichnen.

oktober 2014, kino arsenal

Re:fuge! Zu:flucht! Filmtage über Flucht und Migration

Flüchtlinge machen sich jedes Jahr auf den Weg nach Europa. In überfüllten und oftmals kaum seetauglichen Booten versuchen sie den Weg über das Meer zurückzulegen; unzählige Menschen sterben bei der gefährlichen Passage. Die EU schottet derweil ihre Grenzen immer effektiver ab. Technologisch hoch gerüstet überwacht Europa mit Hilfe des Eurosur-Programms den Mittelmeerraum mit Drohnen und Satelliten – der Grenzschutz wird weiter ausgebaut und teilweise bis nach Nordafrika verlagert.

Obwohl die Tragödien gesunkener Flüchtlingsschiffe wie dem vor Lampedusa im Oktober 2013 zumindest kurzzeitig die Schlagzeilen bestimmen und ins Bewusstsein dringen, bleiben politische Antworten und humane Lösungen aus. Von einer nennenswerten Reform der EU-Flüchtlingspolitik, die Schutzverantwortung und Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt, ist der "Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" weit entfernt. Wir brauchen Bilder, die jenseits des Meeres anfangen; Einblicke in die Fliehkräfte bewaffneter Konflikte, in die Orte des Transits und in die Schicksalsgemeinschaften, die entstehen. Erzählungen, die von Europas vorgelagerten Grenzen berichten und danach fragen, warum Menschen aufbrechen, um diese Grenzen zu durchbrechen. Filme über Menschen, Ziele und Hoffnungen, über Lebensrealitäten in den europäischen Städten, über Heldinnen und Helden des eintönigen Alltags und über Flüge, die in Handschellen angetreten werden.

Mit den Filmtagen über Flucht und Migration vom 6. bis 9. Oktober im Kino Arsenal und einer Podiumsdiskussion über eine humane europäische Flüchtlingspolitik am 9. Oktober in der Heinrich-Böll-Stiftung bietet die Heinrich-Böll-Stiftung differenzierte Blicke auf die Realitäten und Räume diesseits und jenseits des gemeinsamen Meeres.

Januar '13
kino arsenal: Retrospektive Martin Scorsese (2)

19:30 Kino 1


The Age of Innocence

The Age of Innocence Zeit der Unschuld USA 1993
Mit Daniel Day-Lewis, Michelle Pfeiffer, Winona Ryder
35 mm OF 138 min

kino arsenal: Magical History Tour im Januar: Land in Sicht - Landschaften im Film

20:00 Kino 2


Sud Pralad

Sud Pralad Tropical Malady
Apichatpong Weerasethakul Thailand/D/F/Italien 2004
DCP OmU 118 min