märz 2015, kino arsenal

Ivan Mosjoukine Superstar

Bei Ivan Mosjoukine (1889–1939) ist der Superlativ angebracht. Er war Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, aber vor allem: einer der größten Stars der Stummfilmzeit. Charakteristisch waren sein durchdringender Blick, seine enorme Leinwandpräsenz und eine stupende Wandlungsfähigkeit, die es ihm erlaubte, innerhalb kürzester Zeit zwischen verschiedenen Stimmungslagen zu wechseln. Sein sehr körperliches Agieren machte ihn zum virilen Helden, der aber auch einen geradezu bubenhaften Charme und eine weiche Sensibilität entwickeln konnte. Er fand bei jedem Stoff den ihm gemäßen Ausdruck und beherrschte die große Geste ebenso wie das feine und subtile Mienenspiel.

Wir zeigen im März eine Auswahl von sieben Filmen, vor allem aus Mosjoukines französischer Phase, darunter die zwei einzigen Regiearbeiten, und zwei russische Filme aus den 10er Jahren. Eunice Martins wird alle Filme am Flügel begleiten.

märz 2015, kino arsenal

Magical History Tour im März: Montage (2) und CinemaScope

Noch bis zum 12. März wird die derzeitige Magical History Tour zum Thema Montage fortgesetzt. Anschließend nutzt sie die Gunst der Stunde und macht sich wegen notwendiger Umbaumaßnahmen im Kino 2 mit einer umfangreichen CinemaScope-Reihe auf der sehr viel größeren Leinwand im Kino 1 breit.

Die Montage gehört zu den wichtigsten und ursächlich filmischen stilistischen Werkzeugen des Kinos und ist so elementar, dass ihre Bedeutung leicht vergessen wird. Montage strukturiert Raum und Zeit, kann Kontinuitäten und Brüche schaffen, dynamisierend und rhythmisierend wirken.

CinemaScope – kaum eine andere filmtechnische Bezeichnung weckt größere Erwartung beim Zuschauer. Der sich langsam öffnende Vorhang zu Beginn der Vorführung gibt eine immer breiter werdende Leinwand preis, eine Projektionsfläche, der die Wände des Kinosaals kaum Einhalt gebieten können. Expandierende Bilder, spektakuläre Weiten, atemberaubende Nähe, visueller Reichtum – bigger than life oder doch eine unnütze Übergröße? Billy Wilder fand nüchterne Worte für die technische Neuerung um das anamorphotische Objektiv, die die Twentieth Century Fox 1953 mit dem epischen Kostümfilm The Robe lancierte: "Ein ideales Format, um das Leben eines Dackels zu verfilmen!" Unvergessen auch Fritz Langs Äußerung in Godards Scope-Film Le mépris: "Das CinemaScope-Format ist nicht für menschliche Wesen, es ist für Schlangen und Begräbnisse." Die Filme unserer CinemaScope-Reihe aus fünf Jahrzehnten kommen garantiert ohne Dackel, fast ohne Schlangen und mit nur wenigen Särgen aus. Stattdessen vermitteln sie einen Eindruck von der ungeheuren Bandbreite (!) künstlerischen Umgangs mit dem übergroßen Bildformat 1:2.35 und seiner Auswirkung in Bezug auf (Raum-)Inszenierung und Erzählstrategien.

februar 2015, distribution news

Digitalisiert: Filme des Projekts "Asynchron"

Die Erinnerung an den Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten ist heute, 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, von unverminderter Aktualität. An der Filmsammlung des Arsenal lässt sich die Geschichte unserer Institution, aber auch die Geschichte des Erinnerns und der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland ablesen. Das Projekt "Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust. Aus der Sammlung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V." umfasst 46 Filme aus den Jahren 1955 bis 2014, die sich mit dem Holocaust und den nationalsozialistischen Verbrechen auseinandersetzen. Hiervon können zehn Titel bis zum kommenden Herbst digitalisiert bzw. in digitaler Kinofassung angekauft werden. Dabei wurden sowohl bekannte Titel als auch bisher zu wenig beachtete oder zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke berücksichtigt.

Die zehn ausgewählten Filmen sind: DARK LULLABIES (Irene Lilienheim Angelico, Abbey Neidik, Kanada 1985), DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH (Paul Rosdy, Österreich 2011), HABEHIRA VEHAGORAL (Wahl und Schicksal, Tsipi Reibenbach, Israel 1993), HA’MAKAH HA’SHMONIM VE’AHAT (Der 81. Schlag, David Bergman, Jacques Ehrlich, Haim Gouri, Miriam Novitch, Zvi Shner, Israel 1975), ME’KIVUN HA’YAAR (Stimmen aus dem Wald, Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef, Israel 2003), PARTISANS OF VILNA (Josh Waletzky, USA 1986), SHOAH (Claude Lanzmann, Frankreich 1974–1985), SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES (Claude Lanzmann, Frankreich 2001), TOTSCHWEIGEN (Margareta Heinrich, Eduard Erne, Österreich/Deutschland/Niederlande 1994) und VOICES FROM THE ATTIC (Debbie Goodstein, USA 1988). Zu allen Titeln liegt ein Katalog vor, der die Filme vorstellt und kontextualisiert.

februar 2015, transfer

Arsenal Filmatelier

Im neuen Schulhalbjahr nimmt das Arsenal Filmatelier die filmvermittelnde Arbeit an Berliner Grund- und Oberschulen in Kreuzberg, Adlershof und Pankow auf. Unter Anleitung von Anna Faroqhi, Haim Peretz, Ute Aurand, Robert Beavers, Eunice Martins und Stefanie Schlüter werden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen filmische Projekte zum Thema Licht entwickeln, realisieren und im Arsenal präsentieren.

Januar '13
kino arsenal: Film als körperhafte Exposition

19:00 Kino 1


Spin / Verso / Contour

Spin / Verso / Contour
Hannes Schüpbach Schweiz 2011
16 mm/Digital HD stumm 41 min

Anschließend Hannes Schüpbach im Gespräch
mit Andreas van Dühren (Herausgeber TEXT)
kino arsenal: Magical History Tour im Januar: Land in Sicht - Landschaften im Film

19:30 Kino 2


Viaggio in Italia

Viaggio in Italia Reise nach Italien Roberto Rossellini Italien 1953
Mit Ingrid Bergman, George Sanders
35 mm engl. OmU 82 min