august 2016, living archive

Rundgang im neuen Filmarchiv

Unser erster Sommer im silent green hat begonnen! 57.050,20 kg analoges Filmmaterial liegen im nagelneuen Filmarchiv. Die lichtdurchfluteten Sichtungsräume wurden mit Sonnenschutz versehen, so dass es nun möglich ist, 16- und 35-mm-Filmkopien an Schneidetischen zu sichten – um anschließend über wenige Treppenstufen in den Garten des MOOS-Restaurants zu gelangen.

Warum legen wir so viel Wert auf die Unterbringung und Zugänglichmachung von analogem Material? Gibt es mittlerweile nicht fast alles online? Das ist bei weitem nicht der Fall, im Gegenteil. Der Großteil der Filmgeschichte ist nicht digitalisiert. Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, denn das Material altert, die analoge Technik verschwindet, und mit ihr die Fähigkeit, damit zu arbeiten. Was das bedeutet, was analoges Filmmaterial eigentlich ist und wie es sich verhält, kann man bei einem Rundgang am 24.8. erfahren. Treffpunkt ist um 18 Uhr im silent green.

august 2016, transfer

Arsenal Summer School: "Erbgemeinschaften"

Jedes Jahr im August bietet das Arsenal – Institut für Film und Videokunst eine Summer School an. Drei Tage lang setzen sich die Teilnehmer_innen mit einem Thema an der Schnittstelle von Theorie und Praxis auseinander.

Die diesjährige Summer School mit dem Titel "Erbgemeinschaften. Zum Umgang mit dem, was sein wird" findet vom 25. bis 27. August im silent green Kulturquartier statt, einem neuen Veranstaltungsort, der auch das Filmarchiv des Arsenal beheimatet. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Konzepte des kulturellen Erbes: Woraus besteht es, von wem kommt es, für wen ist es bestimmt? Wie bewegt es sich aus der Vergangenheit in die Zukunft? Es geht um Filme, um Bauwerke, aber auch um Ephemeres wie Nachrichten und Performancekunst. Und natürlich um das Kino.

august 2016, kino arsenal

Modulationen des Lächelns
 – Hommage auf Setsuko Hara

Keine andere Schauspielerin beherrschte die Kunst des Lächelns wie Setsuko Hara (1920–2015), die als gefeierter Star und bewundertes Idol zu den herausragenden Darstellerinnen des japanischen Kinos der 40er und 50er Jahre gehört. Ihr strahlendes Lächeln flutet ganze Szenen und unterwandert hin und wieder vorsichtig kokett und ironisch etwaige an sie gestellte Erwartungen. Zum beeindruckenden Spektrum ihres Lächelns zählen jedoch auch dessen dunklere Schattierungen: nämlich Haras feines, würdevoll-melancholisches Lächeln, mit dem sie Enttäuschungen auffängt, emotionale Untiefen überbrückt oder ernüchternde Lebenserkenntnisse flankiert. Hier verdichtet sich nicht nur ihr ausdrucksstarkes, gleichzeitig zurückgenommenes, immer präzises Spiel, sondern es blitzt für einen Moment die Essenz der Filme auf – oftmals sind es Alltagsstudien, Nachkriegsdramen, Geschichten, die um das Aufbrechen familiärer Strukturen kreisen oder um das Scheitern von Ehen. Immer wieder lotet sie in ihren Rollen den schmalen Grat zwischen gesellschaftlicher Erwartung und persönlicher Neigung im Japan der Nachkriegszeit aus und versucht, die Eigenständigkeit ihrer Figuren zu behaupten – nicht selten mit einem Lächeln.

Zwischen 1935 – ihr Schwager verschaffte ihr im zarten Alter von 15 Jahren die erste Rolle – und 1962 hat Setsuko Hara in über 100 Filmen gespielt, von denen vor allem die in der kreativen Partnerschaft mit Yasujiro Ozu entstandenen Arbeiten von BANSHUN (Später Frühling, 1949) bis KOHAYAGAWA KE NO AKI (Early Autumn, 1961) bekannt sind. Wir freuen uns, im August vier Filme aus dieser Zusammenarbeit zu präsentieren, darüber hinaus jedoch den Blick auf die im vergangenen September verstorbene große Schauspielerin erweitern zu können und sie in selten zu sehenden Filmen von Mikio Naruse, Keisuke Kinoshita, Akira Kurosawa, Kozaburo Yoshimura sowie in einer deutsch-japanischen Koproduktion von Arnold Fanck zu zeigen.

august 2016, kino arsenal

Magical History Tour
 – Von Schattenwesen, Geistern und Doppelgängern

Das ephemere, spukhafte und unheimliche Wesen des Kinos findet in der flüchtigen Form der Schatten, Geister und Doppelgänger im Film seine folgerichtige wie unbeständige Gestalt. Geister der Geschichte(n), Kulturen und Mythen, Schatten, von ausgeschnitten bis mondbeschienen, die dunklen Seiten der Protagonisten, die in der Figur des Doppelgängers deutlich zu Tage treten, verheißen das Unheimliche, das Andere und Fremde. Im dunklen Kinosaal begegnen wir dem Schauer als Urprinzip des Kinos, wie auch dem Spiel mit den Zeiten, Identitäten, der Wahrnehmung, der Ungläubigkeit. Mitunter erahnen wir im Grenzgebiet der projizierten und imaginierten Bilder vielleicht auch den Schatten unserer selbst.

Die Magical History Tour im August lädt zu 17 ganz unterschiedlichen Begegnungen ein – mit magischen Riten, ruhelosen Geistern, illusionären Schatten und entfesselten Doppelgängern.

august 2016, transfer

Zukunft der Erinnerung: 
Bundesweite Schulkinoreihen zur filmischen Erinnerung an den Holocaust

Im Rahmen des Projekts "Zukunft der Erinnerung" werden bundesweit in ausgesuchten Kinos in elf Städten Schulkinoveranstaltungen angeboten. Der Fokus der von pädagogischen Rahmenprogrammen begleiteten Veranstaltungen liegt auf der Auseinandersetzung mit den Themen Holocaust, Faschismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus. Für die Vorführungen steht eine Auswahl von 46 Dokumentar- und Experimentalfilmen aus der Sammlung des Arsenals zur Verfügung. Zu sechs Filmen wurde eigens Schulfilmmaterial erstellt.

Januar '13
kino arsenal: Die Filme von Larissa Schepitko

19:30 Kino 1


Natschalo newedomogo weka

Natschalo newedomogo weka Der Beginn eines unbekannten Zeitalters Larissa Schepitko, Andrej Smirnow UdSSR 1967 35 mm OmU 74 min

kino arsenal: Neu im Verleih: Das schlafende Mädchen

20:00 Kino 2


Das schlafende Mädchen

Das schlafende Mädchen Rainer Kirberg D 2011 DCP 105 min