dezember 2016, kino arsenal

Neues französisches Kino

Das französische Gegenwartskino hat viel Interessantes zu bieten, doch insbesondere Filme von jungen, noch unbekannten Filmemacher_innen, die nicht mit Stars und eingängigen Storys aufwarten, haben es schwer, hierzulande einen Verleih zu finden und ins Kino zu kommen. Wir freuen uns deshalb sehr, vom 2.-7. Dezember im Rahmen der 16. Französischen Filmwoche fünf viel beachtete Filme präsentieren zu können, die von 2014 bis 2016 als Teil der ACID-Auswahl beim Filmfestival in Cannes gezeigt wurden und von der Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen des jungen französischen Kinos zeugen. Das Spektrum des Programms reicht vom intimen filmischen Tagebuch über die dokumentarische (Selbst-)Inszenierung von Jugendlichen aus der Pariser Banlieue bis hin zu Spielfilmen, die Reales mit fantastischen Elementen verbinden. Alle fünf Titel sind erstmalig in Berlin zu sehen, dank der Zusammenarbeit mit ACID, einer seit 1992 bestehenden Vereinigung von Filmemacher_innen, die unabhängig entstandene Filme unterstützt und ihnen zu einer größeren Öffentlichkeit verhilft.

dezember 2016, kino arsenal

Retrospektive Frank Capra

Frank Capra (1897–1991) zählt zu den erfolgreichsten Filmemachern des klassischen Hollywoodkinos. Er war der erste, dessen Name vor dem Titel im Vorspann erschien und einer der wenigen Regisseure, der in Hollywood die weitgehende Kontrolle über seine Filme besaß. Capra führte das Columbia-Studio aus der Zweitklassigkeit und machte Barbara Stanwyck, Jean Arthur und James Stewart berühmt. Innerhalb eines Jahrzehnts, zwischen 1933 und 1942, erhielten seine Filme 40 Oscar-Nominierungen und wurden mit zwölf Oscars ausgezeichnet, darunter drei für die Beste Regie und zwei für den Besten Film.

Wir zeigen vom 8.12. bis zum 20. Januar eine umfassende Retrospektive mit 25 Filmen Frank Capras, vom ersten Kurzfilm aus dem Jahr 1921 bis zu seinem letzten Spielfilm von 1961.

dezember 2016, kino arsenal

Magical History Tour – 
Der Kammerspielfilm

Konzentration auf wenige Figuren und Räume, Fokussierung innerer Konflikte und Beschränkung auf einen überschaubaren zeitlichen Rahmen – die Grundkomponenten des Kammerspielfilms, wie er sich Anfang der 20er Jahre entwickelte, klingen eher asketisch. Aus einer auf die Spitze getriebenen Verknappung in Sachen Ort, Zeit und Handlung resultierte indes eine oftmals besondere Dramatik, getragen und verstärkt von wenigen symbolhaften Dekors, von einer stark subjektivierenden Lichtsetzung und Kamera, die, in unmittelbarer Nähe der Protagonisten positioniert, auch kleine Regungen in Gestik und Mimik aufnimmt. Ausgehend von Max Reinhardts neuem Inszenierungskonzept des modernen Dramas, das er ab 1906 in den neugegründeten "Kammerspielen" gleich neben dem Deutschen Theater umsetzte, erlebte der Kammerspielfilm seine erste (als klassische Form betrachtet vielleicht einzige) Hochphase in den 20er Jahren und markierte in Deutschland einen Übergang von expressionistischen Filmformen hin zu realistischen Tendenzen.

Die Magical History Tour präsentiert im Dezember den vielgestaltigen Nachhall des Kammerspielfilms in der Filmgeschichte, der von klassischen Reverenzen an die frühen Vorbilder bis zu kreativen Variationen des Genres reicht.

dezember 2016, living archive

FU-Vorlesungsreihe: Die Filmwissenschaft, das Archiv und die Differenz

Die Vorlesung von Sabine Nessel fragt nach der Relevanz von Archiven für die filmhistoriografische Forschung. Wir beschließen den Zyklus im Dezember mit Arsenal-Archiv-Filmen des amerikanischen Independent-Dokumentaristen Les Blank mit SPEND IT ALL (Les Blank, Skip Gerson, USA 1971, 6.12.), einer Glorie auf die Alltags-, Ess- und Musikkultur der Cajuns im Südwesten Lousianas und WERNER HERZOG EATS HIS SHOE (Les Blank, USA 1980, 6.12.), in dem Filmemacher Herzog eine verlorene Wette einlöst. Den Auftakt zu einem Schwerpunkt mit Filmen des feministischen Kinos der 70er Jahre bildet Helke Sanders DIE ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT – REDUPERS (BRD 1978, 13.12.), der den Alltag der Pressefotografin und alleinerziehenden Mutter Edda Chiemnyjewski (Helke Sander) im West-Berlin der 70er Jahre zeigt.

Die Vorlesungsreihe läuft bis Februar 2017 und ist für alle Interessierten offen.

dezember 2016, kino arsenal

Plakatverkauf am 10. und 11. Dezember

Wer einen Einblick in unsere umfangreichen Plakatbestände bekommen und an unseren Schätzen teilhaben möchte, ist am 3. Adventswochenende herzlich zu unserem Plakatverkauf im Arsenal-Foyer eingeladen. Gegen eine Schutzgebühr von 1,– € pro Plakat verkaufen wir zu den regulären Kassenöffnungszeiten Poster (v.a. von Arsenal-Verleihfilmen) aus mindestens drei Jahrzehnten. Überraschungen und Kuriosa sind ausdrücklich nicht ausgeschlossen!

Januar '13
kino arsenal: Die Filme von Larissa Schepitko

19:30 Kino 1


Woschoschdenie

Woschoschdenie Der Aufstieg UdSSR 1976
35 mm OmU 111 min

kino arsenal: Neu im Verleih: Das schlafende Mädchen

20:00 Kino 2


Das schlafende Mädchen

Das schlafende Mädchen Rainer Kirberg D 2011 DCP 105 min