september 2014, kino arsenal

Retrospektive Pier Paolo Pasolini

Filmemacher, Schriftsteller, Lyriker, Theaterregisseur, Essayist, Maler, Schauspieler – Pier Paolo Pasolini (1922–1975) gehört zu den vielseitigsten, einflussreichsten und radikalsten Künstlern und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Seine Filme, Romane und Essays haben im Nachkriegseuropa Zäsuren und Maßstäbe gesetzt, provoziert und polarisiert, Skandale und Kontroversen ausgelöst, gesellschaftliche Diskussionen initiiert. Seine Werke sind mittlerweile in die Film- bzw. Literaturgeschichte eingegangen, ohne sich dabei in ein Schema pressen zu lassen. Pier Paolo Pasolini war und ist ein Singulär, bewegte sich zeitlebens außerhalb von künstlerischen, politischen oder gesellschaftlichen Konventionen, war widersprüchlich, kompromisslos, kämpferisch und ungeheuer produktiv: Zwischen seinem bahnbrechendem Debüt ACCATTONE (1961) und seinem gewaltsamen Tod Ende 1975, kurz nach Fertigstellung seines letzten Films SALÒ, drehte Pasolini in rascher Folge über 20 Spiel- und Dokumentarfilme unterschiedlichster Form und Länge. In seinen Filmen widmete er sich immer wieder den Randzonen der Gesellschaft, dem Subproletariat, bearbeitete griechische Mythen ebenso wie das Matthäus-Evangelium, thematisierte Sexualität und Tod, Katholizismus und Marxismus; sein Denken kreiste um philosophische, politische oder soziale Fragen.

Die Stadt Rom spielt in zahlreichen Filmen, aber auch in Pasolinis Leben eine entscheidende Rolle. Dieser Verflechtung geht eine umfangreiche Ausstellung im Martin-Gropius-Bau nach, die unter dem Titel "Pasolini Roma" vom 11.9. bis Anfang nächsten Jahres zu sehen sein wird und in deren Zusammenhang wir im September und Oktober in kompakter Weise eine vollständige Retrospektive der Filme von Pier Paolo Pasolini im Arsenal präsentieren können. Eröffnung mit Gästen am 13. September.

september 2014, kino arsenal

Am Rand – Sinti und Roma im zeitgenössischen europäischen Film

Romvölker sind seit Jahrhunderten Projektionsfläche für Fremdzuschreibungen und Entlastungsmechanismen. Zahlreiche aktuelle Filme bieten neue Perspektiven auf Europas größte Minderheit, die diese Filmreihe exemplarisch aufgreift. Welche Antworten findet das zeitgenössische europäische Kino in Formensprache und Inhaltsbezügen? Thematische und filmästhetische Implikationen werden mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Filmbranche länderspezifisch aufgegriffen und kritisch diskutiert.

Am 25. September eröffnet der Dokumentarfilm THE FOREST IS LIKE THE MOUNTAINS von Christiane Schmidt und Didier Guillain (Forum 2014) die vierteilige Reihe, die im Oktober fortgesetzt wird. Regisseurin Christiane Schmidt ist anwesend.

september 2014, kino arsenal

Magical History Tour: Musik im Film

Die Verbindung von Musik und Film geht an die Anfänge der Kinematografie zurück. Neben dem Kinoerzähler gehörte die musikalische Begleitung der frühen Filme zum integralen Bestandteil der Filmerfahrung, eine spannungsreiche Beziehung, die bis heute existiert.

Im September präsentieren wir in der Magical History Tour anhand einiger Beispiele Positionen innerhalb des umfangreichen Themas "Musik im Film" und bieten mit (Original)Kompositionen für den Film, Musik(er)porträts, Konzertfilmen sowie filmischen Inszenierungen von Musik Einblicke in die Bedeutung und Funktion von Musik im Film.

september 2014, berlinale forum

Kinostart "Sto spiti (At Home)"

Bild aus Sto spiti

Am 4. September bringt arsenal distribution STO SPITI (AT HOME) von Athanasios Karanikolas in ausgewählte Kinos. Der Film, der im diesjährigen Forum uraufgeführt wurde, erzählt von Nadja, die seit vielen Jahren als Haushälterin bei einem wohlhabenden Paar der griechischen Oberschicht und deren Tochter lebt. Sie darf sich als Teil der Familie fühlen. Als man bei ihr eine schwere Krankheit diagnostiziert und der Hausherr im Zuge der Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wird Nadja entlassen. Beide Erschütterungen lässt sie sich nicht anmerken. Ein lichter Film. Die Misere ist den Bildern nicht anzusehen. Es ist Sommer, die Luft flirrt, das Meer glitzert.

Erst allmählich werden die Verhältnisse klar: Oben und unten, zu Hause und fremd, mit oder ohne Krankenversicherung scheiden sich voneinander. Doch die Klassenfrage ist für Nadja keine. Sie streitet nicht für ihr Recht. Stattdessen hält sie an ihren Gefühlen fest, besteht nicht auf dem Arbeitsverhältnis, sondern auf der emotionalen Bindung. Der realen Welt zugewandt und stilisiert zugleich, mit eleganten CinemaScope-Bildern und Rauminszenierungen erzählt der Film die Geschichte um seine leise Heldin in Zeiten sozialer Kälte im Stil eines zarten Melodrams. Keine Großaufnahmen, keine großen Gefühlsausbrüche – aber großes Kino. (Birgit Kohler)

Januar '13
kino arsenal: Die Filme von Larissa Schepitko

19:30 Kino 1


Woschoschdenie

Woschoschdenie Der Aufstieg UdSSR 1976
35 mm OmU 111 min

kino arsenal: Neu im Verleih: Das schlafende Mädchen

20:00 Kino 2


Das schlafende Mädchen

Das schlafende Mädchen Rainer Kirberg D 2011 DCP 105 min