februar 2015, kino arsenal

Kon Ichikawa

Im Anschluss an die Vorführungen im Forum der Berlinale können wir drei neu restaurierte Filme des japanischen Regisseurs Kon Ichikawa (1915–2008) als DCP im Arsenal wiederholen. Im Verlauf seiner langen Karriere, die Mitte der 30er Jahre begann, drehte Kon Ichikawa über 80 Filme – den letzten 2006 als 90-Jähriger. 1956 gewann er mit "The Burmese Harp" bei den Filmfestspielen von Venedig einen Preis und wurde auch im Westen bekannt. Sein filmisches Schaffen kann nicht in ein Schema gepresst werden. Zu divers waren seine Filme, die viele Genres und Stile in sich vereinten und von sozialen Satiren, Komödien, Dokumentarfilmen und Kriegsfilmen bis zu extravaganten Ausstattungsfilmen reichten. Die Drehbücher stammten oft von Natto Wada, mit der er verheiratet war. Persönliche Projekte wechselten mit Auftragsarbeiten, und Ichikawa selbst teilte seine Filme in "leichte" und "dunkle" ein. Ihm eigen ist auch eine ironische Sicht auf die japanische Nachkriegskultur. Gepeinigte Charaktere, die zu extremen Handlungen getrieben werden, stehen oft im Zentrum seiner Filme.

februar 2015, kino arsenal

Magical History Tour im Februar: Montage

Die Montage gehört zu den wichtigsten und ursächlich filmischen stilistischen Werkzeugen des Kinos und ist so elementar, dass ihre Bedeutung leicht vergessen wird. Montage strukturiert Raum und Zeit, kann Kontinuitäten und Brüche schaffen, dynamisierend und rhythmisierend wirken. Früh erkannten und erprobten die sowjetischen Avantgardefilmer die Wirksamkeit von Montage. Die Filmsprache, die stilbildend wurde und unsere Sehgewohnheiten bis heute prägt, wurde aber in Hollywood ausgebildet: die klassische découpage, die eine flüssige Bewegungskontinuität evoziert. Durch die möglichst unauffällige Montage ergibt sich der Eindruck einer leichten, unangestrengt dahinfließenden Erzählung. Im russischen Revolutionsfilm der 20er Jahre hingegen wird nicht das organische Zusammenfügen betont, sondern vielmehr die Gegensätze und Kontraste. Durch diese dialektische Montage, die aus konträren und assoziativen Einstellungen besteht, entsteht beim Zuschauer eine aufrüttelnde Wirkung. Das Nebeneinander zweier Einstellungen ergibt eine völlig neue Sinneinheit. Die diversen Neuen Wellen der 60er Jahre machten sich daran, das Regelsystem der klassischen Montage zu erschüttern.

februar 2015, distribution news

Digitalisiert: Filme des Projekts "Asynchron"

Die Erinnerung an den Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten ist heute, 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, von unverminderter Aktualität. An der Filmsammlung des Arsenal lässt sich die Geschichte unserer Institution, aber auch die Geschichte des Erinnerns und der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland ablesen. Das Projekt "Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust. Aus der Sammlung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V." umfasst 46 Filme aus den Jahren 1955 bis 2014, die sich mit dem Holocaust und den nationalsozialistischen Verbrechen auseinandersetzen. Hiervon können zehn Titel bis zum kommenden Herbst digitalisiert bzw. in digitaler Kinofassung angekauft werden. Dabei wurden sowohl bekannte Titel als auch bisher zu wenig beachtete oder zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke berücksichtigt.

Die zehn ausgewählten Filmen sind: DARK LULLABIES (Irene Lilienheim Angelico, Abbey Neidik, Kanada 1985), DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH (Paul Rosdy, Österreich 2011), HABEHIRA VEHAGORAL (Wahl und Schicksal, Tsipi Reibenbach, Israel 1993), HA’MAKAH HA’SHMONIM VE’AHAT (Der 81. Schlag, David Bergman, Jacques Ehrlich, Haim Gouri, Miriam Novitch, Zvi Shner, Israel 1975), ME’KIVUN HA’YAAR (Stimmen aus dem Wald, Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef, Israel 2003), PARTISANS OF VILNA (Josh Waletzky, USA 1986), SHOAH (Claude Lanzmann, Frankreich 1974–1985), SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES (Claude Lanzmann, Frankreich 2001), TOTSCHWEIGEN (Margareta Heinrich, Eduard Erne, Österreich/Deutschland/Niederlande 1994) und VOICES FROM THE ATTIC (Debbie Goodstein, USA 1988). Zu allen Titeln liegt ein Katalog vor, der die Filme vorstellt und kontextualisiert.

februar 2015, transfer

Arsenal Filmatelier

Im neuen Schulhalbjahr nimmt das Arsenal Filmatelier die filmvermittelnde Arbeit an Berliner Grund- und Oberschulen in Kreuzberg, Adlershof und Pankow auf. Unter Anleitung von Anna Faroqhi, Haim Peretz, Ute Aurand, Robert Beavers, Eunice Martins und Stefanie Schlüter werden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen filmische Projekte zum Thema Licht entwickeln, realisieren und im Arsenal präsentieren.

Januar '13
kino arsenal: Klassiker nicht nur für Kinder

16:00 Kino 1


The Wizard of Oz

The Wizard of Oz Der Zauberer von Oz
Victor Fleming USA 1939
Ab 6 Jahre 35 mm OmU 101 min

kino arsenal: Magical History Tour im Januar: Land in Sicht - Landschaften im Film

19:30 Kino 1


Viaggio in Italia

Viaggio in Italia Reise nach Italien Roberto Rossellini Italien 1953
Mit Ingrid Bergman, George Sanders
35 mm engl. OmU 82 min

kino arsenal: Vaginal Davis präsentiert: Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!

20:00 Kino 2


Permanent Vacation

Permanent Vacation Jim Jarmusch USA 1980
16 mm OmU 74 min

Präsentiert von Vaginal Davis