januar 2017, kino arsenal

Chamissos Schatten

Fast genau ein Jahr nachdem Ulrike Ottingers jüngster Film CHAMISSOS SCHATTEN (D 2016) im Rahmen des Berlinale Forum uraufgeführt wurde, präsentieren wir im Arsenal die vier Teile ihrer großangelegten filmischen Expedition in das nördliche Eismeer, an die äußerste Ostküste Russlands, entlang der Halbinsel Kamtschatka sowie deren geografische Brücke hinüber nach Alaska. Angeregt von den Berichten früherer Forscher wie Alexander von Humboldt, Georg Wilhelm Steller, Reinhold und Georg Forster und Adelbert von Chamisso führt auch Ottinger ein Logbuch und verknüpft ihren eigenen, künstlerisch-ethnografischen Blick mit den Erkenntnissen und bildlichen Darstellungen der einstmaligen Expeditionsreisenden. So berühren sich Vergangenheit und Gegenwart im Film, werden historische und kulturelle Veränderungen deutlich. Ein Spannungsverhältnis entsteht zwischen damals und heute, das zeigt, wie untrennbar beides zusammengehört: so wie der Schatten und Peter Schlemihl, der ihn in Chamissos "Wundersamer Geschichte" erst verliert und ihm dann mit Siebenmeilenstiefeln über alle Kontinente nachjagt. (CHAMISSOS SCHATTEN, Kapitel 1–4, 15., 22., 27.1. & 29.1., zu Gast: Ulrike Ottinger)

januar 2017, kino arsenal

Alltagssinfonien – Die Filme von Kenneth Lonergan

Es ist selten, dass man bei nicht einmal einer Handvoll Filmen bereits von einem Werk spricht, aber Kenneth Lonergan (*1962) ist ein besonderer Fall. Bis dato hat der Regisseur, Drehbuchautor und Dramatiker erst drei Spielfilme realisiert, die aufgrund ihrer präzisen Dialoge, beeindruckenden Schauspielleistungen und zutiefst bewegenden Wendungen sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum auf große Resonanz gestoßen sind. Lonergans Dramen scheuen nicht vor großen Themen wie Familie, Verlust, Traumata oder moralische Verantwortung zurück – eingebettet in genau beobachtete Alltagssituationen kommt ihre Behandlung immer organisch und lebensnah daher. Selbst wenn seine Figuren unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus entstammen, weisen sie gewisse Gemeinsamkeiten auf – einen Hang zu widersprüchlichem Verhalten, einen Tunnelblick, der ihnen oft zum Verhängnis wird, ein Faible für Schimpfwörter – die sie zuweilen unsympathisch erscheinen lassen, dafür aber auch umso menschlicher. Ähnlich wie die klassische Musik, die auf der Tonebene oft unerwartet über das Geschehen hereinbricht, haben Lonergans Filme selbst etwas Sinfonisches: Verschiedene Themen, Stimmungen und Spannungen wechseln sich unerwartet und stets auf intuitive Art und Weise ab, ohne dass der letzte Satz unbedingt die Auflösung bedeutet.

Anlässlich des bundesweiten Kinostarts seines neuen Films "Manchester by the Sea" (USA 2016) zeigt das Arsenal vom 23.-28. Januar die beiden bisherigen Spielfilme von Lonergan, die in Deutschland kaum bekannt sind.

januar 2017, kino arsenal

Magical History Tour
: Von Formen und Figuren – Choreografien im Film

Anordnungen von Menschen in Räumen, Orchestrierung von Gegenständen, selbst Konstruktionen von Mimik oder Gestik – zu filmischen Choreografien verschmelzende Bewegungsabläufe treten in unterschiedlichsten Formen und fast allen Genres in Erscheinung. Jenseits präzise koordinierter und minutiös getimter Arrangements von Figuren, Objekten und Einzelbewegungen können sich auch exakte Inbezugsetzungen von Kamerafahrten, Handlungssträngen und Schnittsequenzen zu komplexen filmischen Choreografien verdichten. Wenn auch bei weitem nicht immer getanzt, ist ihnen fast immer ein tänzerisches Element zu eigen: Choreografien im Film rhythmisieren, abstrahieren, stilisieren, kreieren Bildräume und Beziehungsgeflechte, reflektieren Stillstand und Bewegung, schaffen ein oft physisches Kino. Ein Kino der komprimierten Inszenierungseinheiten, welchem wir im Januar in 16 Programmen nachgehen.

januar 2017, berlinale forum

Forum 2017: Lebensnah und surreal

Das 47. Berlinale Forum zeigt 43 Filme im Hauptprogramm, davon 29 als Welt- und zehn als internationale Premiere.

Besonderes Augenmerk legt das diesjährige Programm auf den extremen Formenreichtum des Dokumentarfilms. Dabei sind Beiträge aus Südostasien, Europa, Latein- und Nordamerika, dem Nahen Osten und Afrika. Mit Institutionenporträts, Langzeitbeobachtungen, partizipierenden, narrativen, autobiografischen, essayistischen, ethnografischen, politischen und experimentellen Arbeiten ist die Bandbreite auffallend groß. Dazu gesellen sich Hybride, die weder dem Dokumentar- noch dem Spielfilm eindeutig zuzuordnen sind. Häufig dient die Landschaft nicht als Hintergrund, sondern spielt eine Hauptrolle.

januar 2017, berlinale forum

Forum Expanded Programm komplett

Das Forum Expanded Kuratorenteam hat die Programmauswahl für 2017 abgeschlossen. Eingeladen sind 44 künstlerische Beiträge aus insgesamt 21 Ländern, darunter 28 Filme unterschiedlicher Längen und 15 Installationen sowie eine Performance. Die Eröffnung der Gruppenausstellung in der Akademie der Künste am Hanseatenweg findet bereits am 8.2. statt, einen Tag vor Auftakt der Berlinale. Hier werden 13 Video- und Soundinstallationen gezeigt, zudem finden ab dem 10.2. erneut Filmvorführungen statt. SAVVY Contemporary präsentiert die Ausstellung The Law of the Pursuer von Amos Gitai und im Marshall McLuhan Salon der Botschaft von Kanada wird die mehrkanalige Sound-Installation Lago von Joshua Bonnetta ausgestellt.

januar 2017, berlinale forum

Chamissos Schatten

Fast genau ein Jahr nachdem Ulrike Ottingers jüngster Film CHAMISSOS SCHATTEN im Rahmen des Berlinale Forum uraufgeführt wurde, präsentiert das Arsenal am 15., 22., 27. und 29. Januar in Anwesenheit der Regisseurin die vier Teile ihrer großangelegten filmischen Expedition in das nördliche Eismeer, an die äußerste Ostküste Russlands, entlang der Halbinsel Kamtschatka sowie deren geografische Brücke hinüber nach Alaska.

Angeregt von den Berichten früherer Forscher wie Alexander von Humboldt, Georg Wilhelm Steller, Reinhold und Georg Forster und Adelbert von Chamisso führt auch Ottinger ein Logbuch und verknüpft ihren eigenen, künstlerisch-ethnografischen Blick mit den Erkenntnissen und bildlichen Darstellungen der einstmaligen Expeditionsreisenden. So berühren sich Vergangenheit und Gegenwart im Film, werden historische und kulturelle Veränderungen deutlich. Ein Spannungsverhältnis entsteht zwischen damals und heute, das zeigt, wie untrennbar beides zusammengehört: so wie der Schatten und Peter Schlemihl, der ihn in Chamissos "Wundersamer Geschichte" erst verliert und ihm dann mit Siebenmeilenstiefeln über alle Kontinente nachjagt.

januar 2017, distribution news

Digital im Verleih: Das Gesamtwerk von Clemens Klopfenstein

Clemens Klopfenstein, das "Urgestein des Schweizer Films", drehte mit allem, was er in die Hand und vors Auge kriegte: erst auf 8 mm, dann Super8, später 16 mm, Super16, 35 mm und dann Video8, Video Hi8, analog dann digital. Er lebt seit 40 Jahren in Umbrien als Maler, Zeichner, produziert mit familiären franziskanischen Budgets. Wir freuen uns sehr, jetzt neben unseren analogen Kopien auch Clemens Klopfensteins Gesamtwerk in digitalen Formaten im Verleih zu haben – sowie die Aussicht auf drei weitere Filme, die sich noch in der Produktion befinden.

Dezember '16
kino arsenal: Magical History Tour – 
Der Kammerspielfilm

19:30 Kino 2


Who's Afraid of Virginia Woolf?

Who's Afraid of Virginia Woolf? Mike Nichols
USA 1966 Mit Elizabeth Taylor, Richard Burton
DCP OF 131 min

kino arsenal: Retrospektive Frank Capra

20:00 Kino 1


It's a Wonderful Life

It's a Wonderful Life USA 1946
Mit James Stewart, Lionel Barrymore, Donna Reed
35 mm OmU 129 min
Preserved by the Library of Congress