august 2017, kino arsenal

Das Kino von Med Hondo

"Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi" ("Lauf Genosse, die alte Welt ist hinter Dir her") – so der Name des Programms – ist einer der Slogans der französischen 68er-Bewegung, der in SOLEIL Ô (1969) Eingang gefunden hat, dem wohl bekanntesten Film des in Mauretanien geborenen und seit nunmehr 50 Jahren in der Pariser Banlieue lebenden Avantgarde-Filmemachers, Schauspielers und Synchronsprechers Med Hondo.

In seiner langen Karriere als unabhängiger Filmemacher hat Med Hondo nicht nur Filme realisiert, die die politische Brisanz der afrikanischen und diasporischen Geschichte zum Vorschein bringen und dafür gestalterische Durchbrüche gewagt. Es ist ihm zudem gelungen, das Kino selbst in Bewegung zu versetzen und Alternativen zu den europäischen und amerikanischen Produktions- und Verleihstrukturen zu entwickeln. Das von Enoka Ayemba, Marie-Hélène Gutberlet und Brigitta Kuster kuratierte Ausstellungs- und Filmprojekt "Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi" zielt in seinem Filmprogramm auf den Fluchtpunkt, der aus Med Hondos Filmen gegen die gesellschaftlichen Verkrustungen und die Ignoranz gegenüber Alltagsrassismen spricht.

august 2017, transfer

Analog-Workshop

Je mehr wir uns dem Erhalt und der Neuentdeckung und -belebung von Archivfilmen widmen, desto mehr müssen wir Sorge tragen, dass es auch künftig ausreichend Kompetenz im Umgang mit analogem Filmmaterial gibt.

Aus diesem Grund bieten wir vom 18.-23. August erstmalig einen sechstägigen Analog-Workshop an. Arsenal-Mitarbeiter*innen und Partner*innen begleiten die Teilnehmer*innen von der Herstellung eines 16-mm-Films über seine Digitalisierung bis hin zur Projektion im Kino und geben Einblicke in die Archivierung und Pflege von Kopien. Der letzte Tag dient der Archivsichtung.

Der Workshop gibt Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche und enthält gleichermaßen Theorie- und Praxisteile, in denen Grundlagen vermittelt werden. Ab 2019 bietet das Arsenal vertiefende Workshops in den einzelnen Bereichen an.

august 2017, transfer

Arsenal Summer School: Curating the Archive

Die diesjährige Summer School mit dem Titel "ONE PLUS ONE. Curating the Archive" findet vom 24. bis 26. August im silent green Kulturquartier und im Kino Arsenal statt und widmet sich den Themen Digitalisierung, Restaurierung und Langzeitarchivierung, die das Arsenal derzeit sehr beschäftigen.

Die Zeit ist knapp, da analoge Filme vom Zerfall bedroht sind, und die Kosten sind hoch, so dass in der Regel für jede Maßnahme erst einmal eine Finanzierung gefunden werden muss. Trotz dieses Handlungsdrucks darf nicht übersehen werden, dass zu einem nachhaltigen Umgang mit Filmgeschichte auch das kollektive Gedächtnis beiträgt. Filme leben in der Erinnerung derjenigen weiter, die sie gesehen haben. Die Art und Weise, wie sich dabei ein Film ins Gedächtnis einprägt, steht in enger Verbindung mit den Bedingungen der Rezeption: Wann, wie und unter welchen Umständen wurde der Film gesehen? Welche anderen Filme oder filmischen Ereignisse haben seine Vorführung gerahmt?

One Plus One: Die Summer School 2017 geht davon aus, dass ein Archivfilm nur in Bezug auf die Gegenwart Bedeutung haben kann und nicht losgelöst von der konkreten Aufführungssituation erinnert wird. In den Beiträgen und Workshops geht es deshalb um die Praxis des Kuratierens: Wie schaffe ich Wahrnehmungsräume für Archivfilme, in denen die Filmgeschichte zu einer Erfahrung der Gegenwart werden kann? Wie kann die Aufführungspraxis zur Gedächtnisbildung und damit zu Prozessen der Archivierung beitragen?

august 2017, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit mehr als 25 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs Andrej Tarkowskij (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

august 2017, kino arsenal

Magical History Tour - Manifeste und Pamphlete

Flammende Manifeste, bahnbrechende Texte und dynamische Zukunftsentwürfe stehen im August im Mittelpunkt der Magical History Tour. In allen Schriften geht es um nichts weniger als die grundlegende Erneuerung bzw. die Befreiung des Kinos von Zwängen und Konventionen kommerzieller, ästhetischer, narrativer oder politischer Art; um das Ausrufen eines neuen Kinos, das politisch und künstlerisch Stellung bezieht. Wir haben den ausgewählten Manifesten jeweils einen Film an die Seite gestellt, der entweder eine "filmische" Umsetzungen des Texts ist oder im Text erwähnt wird und zumeist von den Autoren selbst stammt.

März '17
kino arsenal: Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #11

16:00 Kino 1


Fluke

Horse Over Tea Kettle

Lights

My Name is Oona

Rhythm

4000 Frames – An Eye Opener Film

Le tonnerre de Jupiter

Was klingt, kratzt, raschelt da im Film?
*Fluke Emily Breer USA 1985 16 mm ohne Dialog 6 min
*Horse Over Tea Kettle Robert Breer USA 1962 16 mm ohne Dialog 8 min
*Lights Marie Menken USA 1965 16 mm ohne Dialog 6 min
*My Name is Oona Gunvor Nelson USA 1969 16 mm OF 10 min
*Rhythm Len Lye USA 1957 16 mm OF 1 min
*4000 Frames – An Eye Opener Film Arthur & Corinne Cantrill AUS 1970 16 mm OF 3 min
*Le tonnerre de Jupiter Georges Méliès F 1903 16 mm ohne Dialog 4 min

Klangwerkstatt und Moderation: Eunice Martins und Laura Mello
Für alle ab 8 Jahren
kino arsenal: Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

18:00 Kino 1


Nomadisches Kino

Nomadisches Kino

Panel mit Asli Özge, Pia Marais, Sergei Loznitsa, moderiert von Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth (Revolver)
Eintritt frei
ca. 90 min
kino arsenal: Magical History Tour: 
Exzess und Opulenz

19:00 Kino 2


Tabu. A Story of the South Seas

Aloha

Aloha Ulrike Ottinger Deutschland 2016 Blu-ray 25 min
*Tabu. A Story of the South Seas
F.W. Murnau USA 1931
35 mm engl. Zwt. 86 min

Am Klavier: Eunice Martins
kino arsenal: 50 Jahre dffb

20:00 Kino 1


Con amore Fabia

Con amore Fabia Maria Teresa Camoglio D 1993
DCP 101 min

In Anwesenheit von Maria Teresa Camoglio