februar 2018, berlinale forum

Forum und Forum Expanded 2018

Es ist wieder so weit: Zum 48. Mal veranstaltet das Arsenal – Institut für Film und Videokunst im Rahmen der Berlinale das Forum sowie die mittlerweile 13. Ausgabe von Forum Expanded. Das Forum Hauptprogramm umfasst in diesem Jahr 44 Filme, darunter 35 Weltpremieren. Mit einer Reihe von Special Screenings, die einer alternativen Filmgeschichtsschreibung verpflichtet sind, wird das aktuelle Programm wie gewohnt ergänzt. Seit seiner Gründung 1971 hat das Forum sein Augenmerk stets auch auf historische Filme gelegt. Dabei rüttelt es an einem filmischen Kanon, der sein Hauptinteresse auf in Westeuropa und Nordamerika entstandene Spielfilme richtet. In Opposition dazu widmet sich das diesjährige Programm dem Kino afrikanischer Länder, dem Dokumentar- und Experimentalfilm, dem Anti-Kino-Film und dem anrüchigen B-Movie und „Schmuddelkino“.

Zum diesjährigen Thema von Forum Expanded „A Mechanism Capable of Changing Itself“ hat das Kurator*innenteam 49 künstlerische Beiträge aus insgesamt 27 Ländern eingeladen, darunter 34 Filme und Videoarbeiten aller Längen und Genre, sowie 15 Installationen. Das Programm umfasst auch in diesem Jahr eine breite Vielfalt an Arbeiten, die mit dokumentarischen Mitteln die Möglichkeiten des Kinos, aber auch der Musik erforschen und einsetzen, um fragend, aufzeigend, analysierend oder verändernd in das gesellschaftliche und politische Weltgeschehen einzugreifen. Dabei erweitern sie nicht zuletzt auch den Begriff des Dokumentarischen selbst.

Die Eröffnung der Gruppenausstellung in der Akademie der Künste am Hanseatenweg findet bereits am 14. Februar statt, einen Tag vor Auftakt der Berlinale. Im Marshall McLuhan Salon der Botschaft von Kanada wird ab dem 15. Februar eine Installation des Künstlerinnen-Duos Bambitchell präsentiert, die Überwachung als ästhetische Praxis untersucht.

„Think Film No. 6 – Archival Constellations“, ein internationales Symposium zu filmarchivarischen Themen und alternativen Archiv-Projekten, findet am 22. Februar im Kulturquartier silent green im Wedding statt. Zu den Gästen zählen Archive und Projekte aus Nigeria, Ägypten, Palästina, Mexiko, Japan und Indien.

februar 2018, living archive

Archive außer sich: Auftakt im Rahmen von „Think Film No. 6 - Archival Constellations“

Mit „Archive außer sich" beginnt das Arsenal – Institut für Film und Videokunst erstmalig eine langfristig angelegte Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt. Während der Berlinale werden am 22. Februar als Teil von „Think Film No. 6 – Archival Constellations“ erste Projekte präsentiert (siehe dazu weiter unten).

„Archive außer sich“ beschäftigt sich als langfristig angelegte kollaborative Serie von Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekten mit dem filmkulturellen Erbe und seinen Archiven. Was ist kulturelles Erbe, welche Gemeinschaften und Narrative, welche Adressaten und Vermittlungsformate leiten sich daraus ab und wie beständig sind sie? Oder: Welche noch unbekannten Archive bringt die Gegenwart hervor? Zugrunde liegt die Idee des Living Archive: Erforschung, Digitalisierung und/oder Restaurierung von Archivinhalten sind Teil einer partizipativ verstandenen künstlerischen und kuratorischen Gegenwartspraxis. Das Archiv ist ein Ort der Produktion. Aus der Diversität des Ausgangsmaterials—vollständige Filme, beschädigte oder nicht mehr rekonstruierbare Filme, ephemere Filme, Arbeitsmaterialien, Randnotizen und Objekte—sowie der jeweils spezifischen Örtlichkeit der Partner—Archive, Kinos, Festivals, Kunsträume, Universitäten, öffentlich rechtliche Fernsehsender, Datenbanken, ein ehemaliges Krematorium—stellt sich die Frage: Was ist heute ein Filmarchiv? Welche Forderungen stellt die Öffentlichkeit an Archive und welche Gegenwart und Zukunft kann aus archivarischen Konstellationen und neuen Formen der Navigation, auch spekulativ, entworfen werden?

februar 2018, kino arsenal

Magical History Tour
 – Lost Films Found

Im Schatten der Filmgeschichte befindet sich eine unermessliche Anzahl verlorener oder unvollständiger Filme. Dabei verschwinden Filme aus den unterschiedlichsten Gründen: Sie fallen politischen Umständen zum Opfer, werden durch unsachgemäße Lagerung oder mangelnde Aufmerksamkeit zerstört oder unterliegen wie im Falle des bis in die 50er Jahre hinein gängigen Nitratfilmmaterials einem chemischen Zersetzungsprozess. Bis zum Ende der Stummfilmzeit wurden Filme regelmäßig absichtlich zerstört, da man keinen Wert in ihnen sah. Schätzungsweise 70 bis 80 Prozent aller Stummfilme gelten als verloren. Datenbanken, Webseiten und unterschiedlichste Kampagnen zeugen von den großen Bemühungen von Institutionen und Einzelpersonen, Filme wiederzufinden und wieder sichtbar zu machen. Das British Film Institute etwa veröffentlichte eine Liste der "75 Most Wanted", an erster Stelle Alfred Hitchcocks erster Spielfilm von 1926, der bis heute nicht gefunden wurde.

Anhand von acht Filmen präsentiert die Magical History Tour im Februar Geschichten von Verlust und Zensur, vom Suchen und (manchmal zufälligem) Finden.

kino arsenal: 48. Forum


48. Forum / 68. Internationale Filmfestspiele Berlin

48. Forum / 68. Internationale Filmfestspiele Berlin

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