August 2017, kino arsenal

Robby Müller – Master of Light

PARIS, TEXAS, 1984

Der Niederländer Robby Müller (*1940) gilt als einer der bedeutendsten europäischen Kameramänner der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anlässlich der Ausstellung "Robby Müller – Master of Light", die vom 6.7.–5.11. im Filmhaus zu sehen sein wird, präsentiert die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen sechs Filme aus Müllers Œuvre. Die ursprünglich vom Niederländischen Filmmuseum EYE konzipierte Schau fokussiert insbesondere auf die Zusammenarbeit Müllers mit den Regisseuren Hans W. Geißendörfer, Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier. Robby Müller wurde für seine Kameraarbeit vielfach ausgezeichnet und trug seit den 70er Jahren beträchtlich zum Erfolg einer ganzen Generation unabhängiger deutscher Filmautoren bei, bevor er ab dem Ende des Jahrzehnts überwiegend in den USA arbeitete. Die wichtigsten Aspekte der Bildgestaltung Robby Müllers sind das Fotografieren mit möglichst natürlichem Licht, die bewegliche Kamera sowie eine dem jeweiligen Sujet angepasste Farbdramaturgie.

DER AMERIKANISCHE FREUND (Wim Wenders, BRD/F 1977, 4.8., Einführung: Nils Warnecke) Wenders' Verfilmung des Patricia-Highsmith-Romans "Ripley's Game" siedelt das Geschehen in Hamburg und Paris an. Dennis Hopper als Tom Ripley findet in dem von Bruno Ganz dargestellten Jonathan Zimmermann einen ebenso arglosen wie überforderten Auftragsmörder. Nicht zuletzt durch Robby Müllers brillante Kameraführung und ausgeklügelte Farbgestaltung gelingt Wenders eine kongeniale filmische Umsetzung des Stoffs.

DEAD MAN (Jim Jarmusch, USA/J/D 1995, 5.8., Einführung: Georg Simbeni) Jarmuschs Western um den von Johnny Depp dargestellten Buchhalter William Blake wurde von Robby Müller in betörend schönen Schwarzweiß-Bildern fotografisch komponiert. Der Zuschauer wird in das kafkaeske Geschehen, das sich aus den zufälligen und seltsamen Begebenheiten in Blakes Leben ergibt, hypnotisch hineingezogen.

PARIS, TEXAS (Wim Wenders, F/BRD 1984, 8.8., Einführung: Maximilian Weinberg) Wiederum versteht es Müller, seine eigene Kunst überzeugend in den Dienst des Regisseurs zu stellen, mit dem er am häufigsten zusammengearbeitet hat. Harry Dean Stanton verkörpert Travis, dessen Liebe zu Jane (Nastassja Kinski) sich in Besessenheit wandelt und ihn schließlich sprachlos macht. Dafür sprechen die weiten und kraftvoll farbigen Bilder unter einem unendlichen texanischen Himmel umso beredter.

DIE GLÄSERNE ZELLE (Hans W. Geißendörfer, BRD 1978, 11.8., Einführung: Gerlinde Waz) Der Architekt Phillip Braun (Helmut Griem) kehrt nach fünf Jahren aus dem Gefängnis zu seiner Familie zurück. Er hat unschuldig für ein Verbrechen gebüßt, das ein anderer begangen hat, doch seine Frau und sein Sohn haben sich inzwischen von ihm entfremdet. So gerät er in einen Strudel aus Schwermut und Abhängigkeit. Den neuerlich auf einer Geschichte von Patricia Highsmith basierenden Film gestalteten Geißendörfer und Müller in dichten Bildern als kammerspielartiges Psychogramm eines Verzweifelten.

BARFLY (Barbet Schroeder, USA 1987, 15.8., Einführung: Peter Mänz) Nach einem Drehbuch von Charles Bukowski spielt Mickey Rourke den saufenden Dichter Henry, der sich auf eine Beziehung mit der ebenfalls alkoholkranken Wanda (Faye Dunaway) einlässt, was zu fortgesetzten Auseinandersetzungen zwischen den beiden führt. Müller zeichnet ein Amerika der Gescheiterten in faszinierend pastelliger, beinahe schöner Farbigkeit.

BREAKING THE WAVES (Lars von Trier, D/S/F/NL/N/IS 1996, 17.8., Einführung: Kristina Jaspers) Von Triers monumentales Werk um einen Bohrinselarbeiter (Stellan Skarsgård), der, nachdem er durch einen Unfall gelähmt wird, von seiner tiefgläubigen Freundin (Emily Watson) verlangt, mit anderen Männern zu schlafen, erhält seine atemlose Dynamik durch den forcierten Einsatz der Handkamera. (nw)

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*Das Cabinet des Dr. Caligari Robert Wiene D 1920
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Improvisation im Film

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Warum läuft Herr R. Amok?

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Irm Hermann 35 mm 88 min