august 2017, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit mehr als 25 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs Andrej Tarkowskij (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

august 2017, kino arsenal

Robby Müller – Master of Light

Der Niederländer Robby Müller (*1940) gilt als einer der bedeutendsten europäischen Kameramänner der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anlässlich der Ausstellung "Robby Müller – Master of Light", die vom 6.7.–5.11. im Filmhaus zu sehen sein wird, präsentiert die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen sechs Filme aus Müllers Œuvre. Die ursprünglich vom Niederländischen Filmmuseum EYE konzipierte Schau fokussiert insbesondere auf die Zusammenarbeit Müllers mit den Regisseuren Hans W. Geißendörfer, Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier. Robby Müller wurde für seine Kameraarbeit vielfach ausgezeichnet und trug seit den 70er Jahren beträchtlich zum Erfolg einer ganzen Generation unabhängiger deutscher Filmautoren bei, bevor er ab dem Ende des Jahrzehnts überwiegend in den USA arbeitete. Die wichtigsten Aspekte der Bildgestaltung Robby Müllers sind das Fotografieren mit möglichst natürlichem Licht, die bewegliche Kamera sowie eine dem jeweiligen Sujet angepasste Farbdramaturgie.

august 2017, kino arsenal

Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi – Das Kino von Med Hondo

"Lauf Genosse, die alte Welt ist hinter Dir her" – so die deutsche Übersetzung des Programmtitels – ist einer der Slogans der französischen 68er-Bewegung, der in SOLEIL Ô (1969) Eingang gefunden hat, dem wohl bekanntesten Film des in Mauretanien geborenen und seit nunmehr 50 Jahren in der Pariser Banlieue lebenden Avantgarde-Filmemachers, Schauspielers und Synchronsprechers Med Hondo.

In seiner langen Karriere als unabhängiger Filmemacher hat Med Hondo nicht nur Filme realisiert, die die politische Brisanz der afrikanischen und diasporischen Geschichte zum Vorschein bringen und dafür gestalterische Durchbrüche gewagt. Es ist ihm zudem gelungen, das Kino selbst in Bewegung zu versetzen und Alternativen zu den europäischen und amerikanischen Produktions- und Verleihstrukturen zu entwickeln. Das von Enoka Ayemba, Marie-Hélène Gutberlet und Brigitta Kuster kuratierte Ausstellungs- und Filmprojekt "Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi" zielt in seinem Filmprogramm auf den Fluchtpunkt, der aus Med Hondos Filmen gegen die gesellschaftlichen Verkrustungen und die Ignoranz gegenüber Alltagsrassismen spricht. Ihre Kraft beziehen Med Hondos Filme aus der Notwendigkeit, den Zwängen, Vorurteilen und Maßregelungen immer einen Schritt voraus zu sein, um Raum zu schaffen für sich, für Wut, für große Bilder, für pluriversale Geschichtsschreibung, für Körperlichkeiten, Farben und Temperaturen.

Med Hondo ist ein Selfmademan, der mit der Arbeit am Theater begann und sich die Mittel des Filmemachens kompromisslos selbst aneignete: mit dem Kopf, dem Herzen und den Sinnen, mit Leidenschaft, Eklektizismus, modischen Momenten und Brüchen. Sieben der insgesamt zwölf zwischen 1968 und 2004 realisierten Filme des cineastischen Grenzgängers werden nun aufs Neue und in Konstellationen mit Autor*innen-, Experimentalfilmen und Videokunst gezeigt. Absicht ist dabei, geografische, motivische und sensorielle Verbindungen, die Nähe zu Abstraktion und Sound punktuell hervorzuheben und den Widerhall von Med Hondos Kino-Kosmos zu amplifizieren, der über die mauretanisch/algerisch/west-saharischen, burkinischen, malischen, karibischen und Pariser Filmschauplätze und seine Herkunft hinausgehen.

august 2017, kino arsenal

Magical History Tour - Manifeste und Pamphlete

Flammende Manifeste, bahnbrechende Texte und dynamische Zukunftsentwürfe stehen im August im Mittelpunkt der Magical History Tour. In allen Schriften geht es um nichts weniger als die grundlegende Erneuerung bzw. die Befreiung des Kinos von Zwängen und Konventionen kommerzieller, ästhetischer, narrativer oder politischer Art; um das Ausrufen eines neuen Kinos, das politisch und künstlerisch Stellung bezieht. Wir haben den ausgewählten Manifesten jeweils einen Film an die Seite gestellt, der entweder eine "filmische" Umsetzungen des Texts ist oder im Text erwähnt wird und zumeist von den Autoren selbst stammt.