juli 2014, kino arsenal

Let's Misbehave! Hollywood vor dem Hays-Code 1930–1934 (2)

Die frühe Tonfilmzeit stellt in der Geschichte Hollywoods eine Periode außergewöhnlicher Freiheit und Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Wirklichkeiten dar. Im Juli 1934 brach mit der Durchsetzung des Motion Picture Production Code oder Hays-Code diese Epoche jäh ab. Obwohl der Code offiziell bereits 1930 eingeführt wurde, blieben seine Vorgaben von den Studios größtenteils unbeachtet. Viele Filme standen diesen Vorgaben geradezu diametral gegenüber und kreisten um Sexualität und freiere Beziehungsformen, Prohibition und Verbrechen, großstädtische Lebenswelten mit Showbühnen und sogenannten "Gold Diggers". Die Pre-Code-Filme erzählten in einem frechen, respektlosen und ungeschönten Ton vom Alltag in Amerika, geprägt von Depression, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität, von Alkoholkonsum, emanzipierten Frauen und Überlebenskünstlern. Den Rhythmus der Großstadt nahmen sie in dynamischen Montagen, schnoddrigen Dialogen, überstürzten Handlungen und elliptischen Erzählweisen in sich auf. Dank der Unterstützung durch den Hauptstadtkulturfonds können wir dieser außergewöhnlichen Epoche des US-amerikanischen

Kinos noch bis Ende Juli ein umfangreiches, 30 Filme umfassendes Programm widmen.

juli 2014, kino arsenal

Magical History Tour - Rebels With a Cause – Halbstarke im Film

Rebellisch, unangepasst und cool – mit diesem Verhalten kollidierten knapp zehn Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs nicht nur in den USA und anderen Ländern der Welt, sondern auch in der BRD mitten in der Adenauer-Ära Teile der jugendlichen Generation mit einer weitgehend autoritären Gesellschaft. Ein Begriff aus der Zeit der Jahrhundertwende wird zum vielzitierten deutschen Label dieser Jugendbewegung und schließlich auch zum Filmtitel: DIE HALBSTARKEN (Georg Tressler, BRD 1956) – für die einen ein abfälliges Schimpfwort, für die anderen ein Ritterschlag. Eckpfeiler des devianten jugendlichen Verhaltens sind Coolness und Kriminalität, Aufrührertum und Protest gegen tradierte Werte, Rock'n'Roll und Motorräder.

Die Magical History Tour zeigt im Juli einige amerikanische und deutsche Klassiker des Halbstarken-Filmgenres sowie filmische Repräsentationen im Geiste verwandter jugendlicher Rebellen aus frühen Tagen, anderen sozialen oder geografischen Kontexten.

mai 2014, kino arsenal

Korrespondenzen – Sechs filmische Briefwechsel

Initiiert vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona entstanden von 2005 bis 2011 unter dem Titel "Todas las cartas: Correspondencias fílmicas" sechs filmische Briefwechsel zwischen jeweils einem spanischsprachigen Filmemacher und einem geografisch entfernten internationalen Kollegen. Die sechs Paare setzen sich aus namhaften Vertretern des zeitgenössischen Filmschaffens zusammen: José Luis Guerín (Barcelona) und Jonas Mekas (New York), Isaki Lacuesta (Girona) und Naomi Kawase (Nara), Albert Serra (Banyoles) und Lisandro Alonso (Buenos Aires), Víctor Erice (Madrid) und Abbas Kiarostami (Teheran), Jaime Rosales (Madrid) und Wang Bing (Shaanxi), Fernando Eimbcke (Mexico City) und So Yong Kim (Pusan/New York). Entstanden ist eine Serie von essayistischen Filmen, die vielfältige kinematografische Handschriften des Gegenwartskinos versammelt. Wir freuen uns sehr, dass wir dank der Unterstützung durch das Instituto Cervantes alle sechs Briefwechsel zeigen und zur Eröffnung den Filmemacher José Luis Guerín im Arsenal begrüßen können.