mai 2016, kino arsenal

The American Landscape – 
Die Filme von Kelly Reichardt

Kelly Reichardt (*1964) ist derzeit wohl die wichtigste unabhängige Filmemacherin der USA. Sie gehört zu den eigenwilligen Stimmen im zeitgenössischen amerikanischen Kino. Ihre Filme handeln vom Unterwegssein, von Menschen, die aufbrechen, die vom Weg abkommen oder auf der Suche sind. Sie befragen ihr Land, seine Mythen, seinen Alltag, seine Vorstädte, seine Natur und zeichnen sich meist durch eine bewusst minimalistisch gehaltene Inszenierung aus. Fast alle sind in der Landschaft des US-Bundesstaats Oregon angesiedelt und in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Jon Raymond entstanden. Über die regionale Verankerung hinaus eignet ihnen ein umfassenderer Aspekt, die Geschichten ihrer Figuren verweisen stets auf eine existenzielle Verfasstheit, eine soziale Ordnung und auf gesellschaftliche Krisen, ohne ostentativ politisch zu sein. Anlässlich der Restaurierung ihres wenig bekannten Langfilmdebüts RIVER OF GRASS (1994) zeigen wir Kelly Reichardts erste fünf Filme im Zusammenhang einer Werkschau.

mai 2016, kino arsenal

Werkschau Rakhshan Bani-Etemad

"Für wen machst du eigentlich deine Filme? Wer sieht sie denn?" Diese Fragen, die die Protagonist_innen der iranischen Regisseurin Rakhshan Bani-Etemad wiederholt in die Kamera sprechen, sind zu einem Leitfaden ihres filmischen Schaffens geworden. Seit über drei Jahrzehnten zeichnet sie in Spiel- und Dokumentarfilmen ein präzises Bild ihres Landes und hat sich in dieser Zeit als eine der wichtigsten und einflussreichsten Regisseurinnen des nach-revolutionären iranischen Kinos etabliert. Ihre Filme werden auf großen internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen gewürdigt, laufen aber auch im Iran erfolgreich im Kino. Wir zeigen eine Werkschau mit acht ihrer Spiel- und Dokumentarfilme und freuen uns sehr, dass Rakshan Bani-Etemad an zwei Abenden am 6. und 7. Mai im Arsenal zu Gast sein wird.

mai 2016, kino arsenal

Fantasiereisen – Die Filme von João Nicolau

Das aktuelle portugiesische Kino hat viele Facetten. Die Filme von João Nicolau (*1975), der auch als Cutter, Schauspieler und Musiker tätig ist, sind verspielt und einfallsreich, voll unerwarteter Wendungen und verblüffender Tricks. Nicolau hält sich nicht an die üblichen Spielregeln, unbeeindruckt von narrativen Konventionen lässt er seiner unbändigen Fantasie freien Lauf. Es sind junge Erwachsene, Teenager und Kinder, die im Fokus seiner Filme stehen – und obwohl diese konkret im Hier und Jetzt angesiedelt sind, weisen sie oft märchenhafte Elemente auf. Reales steht neben Surrealem, Komik neben Schwermut, Rock-, Rap- und Folk-Musik neben lauten Vogelschreien. Der ausgeprägten Trägheit seiner Helden gewinnt er wunderliche Kino-Momente ab. Dass wir João Nicolaus Filme, vier kurze und zwei lange, die alle auf den großen internationalen Festivals eingeladen waren, nun in Berlin zeigen können, verdankt sich der großzügigen Unterstützung durch die Botschaft von Portugal. Besonders freuen wir uns, João Nicolau persönlich im Arsenal zu Gast zu haben.

april 2016, kino arsenal

The Revolution that wasn't – Russische Dokumentarfilme 1991–2015

Seit dem Konflikt in der Ukraine und dem Krieg in Syrien steht Russland im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Dass die Realität in Russland komplexer ist als Fernsehreportagen oder Meinungsumfragen dies abbilden, ist hierzulande nur zu ahnen, denn filmische Innenansichten gelangen kaum nach Deutschland. Ein von Tatiana Kirianova kuratiertes umfangreiches Programm mit zahlreichen Gästen nimmt das 25-jährige Bestehen der Russischen Föderation zum Anlass, diese Lücke mit einer Auswahl unabhängiger russischer Dokumentarfilme zu schließen.

april 2016, kino arsenal

Living Archive: 
Neueröffnung

Es ist so weit! Unser neues Domizil für eine lebendige Archivpraxis ist bezogen. 10.000 Filme liegen in Regalen, die Schneidetische sind eingerichtet, an den Wänden hängen Plakate, die Maria Eichhorn einst für ihre Arbeit 23 Kurzfilme / 23 Filmplakate mit Blick auf unsere Sammlung hergestellt hat. Geschichte und Gegenwart des Arsenal erhalten eine neue Perspektive und das feiern wir – wie immer mit dem Publikum!

april 2016, kino arsenal

filmPOLSKA – Kamerakunst – 
Zu Gast: Karina Kleszczewska 
und Jolanta Dylewska

Dokumentar- und Spielfilme für Kino und Fernsehen, Kurzfilme und abendfüllende Werke, -polnische Produktionen und internationale Zusammenarbeiten – die große Bandbreite an unterschiedlichsten Stilrichtungen, Gattungen und Arbeitskontexten sowie die Vielfalt der von ihnen erschaffenen Bildräume und -kompositionen verbinden die beiden überaus gefragten Kamerafrauen Karina Kleszczewska und Jolanta Dylewska. Wir freuen uns sehr, im Rahmen von filmPOLSKA, dem größten Festival des polnischen Films in Deutschland, auf die beeindruckenden Filmografien der beiden DOPs anhand von jeweils zwei Beispielen eingehen und die Kameraautorinnen – beide Absolventinnen der renommierten Filmhochschule in Łódź (PWSTFiTV) – im Arsenal begrüßen zu können.

april 2016, kino arsenal

ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

ALFILM präsentiert vom 6. bis 13. April 2016 zum siebten Mal aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme sowie Kurzfilme. Mit seinem Fokus auf künstlerisch anspruchsvollen Independent- und Genrefilmen hat sich ALFILM europaweit zu einem der wichtigsten arabischen Filmfestivals entwickelt. Ein besonderes Programmhighlight ist die diesjährige Sonderreihe SPOTLIGHT Cousins/Cousinen. Jüdisch-arabische Identitäten. In der arabischen Kulturproduktion, allen voran in Literatur und Film, lässt sich in den letzten beiden Jahrzehnten eine zunehmende Auseinandersetzung mit ethnischen und religiösen Minderheiten, darunter jüdisch-arabischen Identitäten beobachten – ein Thema, das innerhalb der arabischen Welt und in Europa "jüdisch" und "arabisch" zumeist als binäre Gegensätze konstruiert. Die Filmreihe setzt sich mit historischen und aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen auseinander, die jüdisch-arabische Identitäten als Bestandteil sowohl arabischer als auch jüdischer Kultur und Erinnerung re-integrieren.