november 2014, kino arsenal

ONE WORLD BERLIN

2014 findet zum zehnten Mal das ONE WORLD BERLIN Human Rights Film Festival statt. Vom 20. bis 23.11. sind vier Programme zu sehen. RegisseurInnen, MenschenrechtlerInnen und ExpertInnen begleiten das Programm mit Diskussionen und Gesprächen.

1971 von Johanna Hamilton eröffnet das Festival am 20.11. Ab Anfang der 70er Jahre werden FBI-Informanten und Provokateure bei Antikriegsprotesten immer präsenter; die Bewegung sollte diskreditiert und zersetzt werden. Die "Citizens' Commission to Investigate the FBI" entwendete sämtliche Akten eines Regionalbüros in Media, Pennsylvania und machte diese für Journalisten verfügbar. Dadurch flog auf, dass sich das FBI für die verfassungswidrige Überwachung von Andersdenkenden missbrauchen ließ. Über 40 Jahre danach brechen die Vorläufer von Wikileaks und Edward Snowden ihr Schweigen über die Ereignisse.

november 2014, kino arsenal

Bohumil Hrabal: Schriftsteller – Tscheche – Mitteleuropäer

Bohumil Hrabal (1914–1997) gehört zu den wichtigsten tschechischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Seine grotesken, tragikomischen, subversiven Romane und Gedichte haben nicht nur Weltruhm erlangt, sondern waren und sind Inspirationsquelle für tschechische Filmemacher. Anlässlich der Ausstellung "Wer ich bin. Bohumil Hrabal: Schriftsteller – Tscheche – Mitteleuropäer" im Literaturhaus in der Fasanenstraße präsentieren wir vom 18.-20. November drei Hrabal-Verfilmungen.

november 2014, kino arsenal

AFRIKAMERA präsentiert: RE_IMAGING AFRICA 2014

Mit RE_IMAGING AFRICA, das im November 2014 zeitgleich in Berlin und Kassel stattfindet, präsentiert AFRIKAMERA in Kooperation mit der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. eine Auswahl aktueller Produktionen aus Afrika und verbindet in Workshops Filmschaffende, Lehrende und Lernende aus Deutschland und den afrikanischen Ländern.

november 2014, kino arsenal

Im Zeit-Kontinuum – Die Filme von António Reis und Margarida Cordeiro

Portugal hat eine sehr reiche Filmkultur – man denke nur an Manoel de Oliveira, Paulo Rocha, João César Monteiro, Pedro Costa, João Pedro Rodrigues, Miguel Gomes. Ein weiterer Name gehört unbedingt dazu: António Reis (1927–1991), der als Kollege, Lehrer und Mentor für alle Genannten wichtig war und großen Einfluss auf die Entwicklung des portugiesischen Kinos nach der Nelkenrevolution und auf die folgende junge Generation von Filmemachern hatte. In seiner Heimat hoch verehrt, außerhalb Portugals hingegen kaum bekannt sind Reis' Filme, die in Zusammenarbeit mit seiner Frau Margarida Cordeiro (*1939) in den 70er und 80er Jahren entstanden und als Meilensteine der portugiesischen und internationalen Filmgeschichte gelten. Wir freuen uns sehr, die vier zu Unrecht in Vergessenheit geratenen, inhaltlich und formal außergewöhnlichen Arbeiten von António Reis und Margarida Cordeiro in restaurierten Kopien präsentieren zu können. Darüber hinaus zeigen wir einen Film von Manoel de Oliveira, bei dem Reis assistierte. Vítor Gonçalves, Filmemacher und Professor an der Escola Superior de Teatro e Cinema in Lissabon, wo er selbst einst bei António Reis studierte, wird am Eröffnungswochenende zu Gast sein und ins Werk von Reis/Cordeiro einführen.

Zentral für die Filme von António Reis und Margarida Cordeiro sind eine Landschaft und ihre Menschen: Trás-os-Montes (übersetzt "hinter den Bergen"), eine arme Gegend im Nordosten Portugals. Ihr ethnografischer Ansatz, über mehrere Jahre hinweg an einem Film zu arbeiten, die Menschen vor Ort gut zu kennen und im Verschwinden begriffene Traditionen und Lebensweisen in einer abgelegenen Region festzuhalten, geht jedoch über Beobachtung und Abbildrealismus weit hinaus, indem inszenierte Szenen Mythisches und Imaginäres aus Vergangenheit und Zukunft integrieren. Was von heute aus gesehen wie eine Vorwegnahme zeitgenössischer Praktiken aussieht, war damals ein ganz ungewöhnliches Vorgehen. Die Ästhetik der Filme, von Jean Rouch als "neue kinematografische Sprache" bezeichnet, verblüfft auch jetzt noch: Dokument und Fiktion, Ethnografie und Poesie, Realität und Fantasie gehen ineinander über. Vergangenheit und Gegenwart werden nicht linear gedacht, sondern stattdessen in ein Zeit-Kontinuum überführt: Verschiedene gleichzeitig vorhandene und wirksame Zeitschichten ergeben ein Ganzes, wobei die Gegenwart nicht dominiert.