august 2014, kino arsenal

Juvenile Jungle – Filme von Ko Nakahira

Ko (Yasushi) Nakahira (1926–1978) gehört neben Kollegen wie Nagisa Oshima und Yasuzo Masumura zu den wichtigsten Erneuerern des japanischen Kinos in der Nachkriegszeit. Im westlichen Ausland wird sein Werk zumeist auf sein Debüt, das Jugenddrama JUVENILE JUNGLE (in Deutschland als "Die Gelbe Venus von Kamakura" in den Kinos) reduziert, dessen unkonventionelle Gestaltung 1956 das japanische Kino-Establishment herausforderte – und das nicht nur für die japanische, sondern auch für die französische Neue Welle ein wichtiger Bezugspunkt wurde; François Truffaut ließ sich von dem Film zu einer Eloge auf die jugendliche Unbekümmertheit hinreißen: "Die Jugend ist in Eile, ist ungeduldig, sie platzt aus allen Nähten vor lauter konkreten Ideen. Junge Filmemacher müssen ihre Filme mit manischem Tempo machen".

Nakahira ist Truffauts Anspruch auch in seiner weiteren Karriere treu geblieben. Für die Produktionsfirma Nikkatsu drehte er in den 50er und 60er Jahren in atemberaubender Geschwindigkeit Film um Film ab, später arbeitete er unter anderem in Hongkong für die Shaw Brothers. Sein Werk bewegt sich quer durch alle Genres: Komödien, Melodramen, Action- und Erotikfilme. Das Arsenal zeigt eine Auswahl von acht Filmen, die der ersten Karrierehälfte entstammen.

Schwer zu erklären ist, warum diese Filme außerhalb Japans bislang komplett unbekannt geblieben sind: Sichtbar wird in ihnen ein Kino, das sich in Form wie Inhalt der Freiheit verschreibt, das die erzählerischen und stilistischen Fesseln des kommerziellen Erzählkinos ebenso attackiert wie die beengende kleinbürgerliche Lebenswelt und Sexualmoral der japanischen Nachkriegsgesellschaft: Das Begehren gerade der jungen Generation lässt sich nicht mehr einrahmen, weder von den Grenzen der Einstellung, noch von den Vorgaben der tradierten Familienideologie.

august 2014, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit mehr als 20 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs Andrej Tarkowskij (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

august 2014, kino arsenal

Schauplatz Körper – Tribute to Peter Kern

Vorhang auf für Peter Kern! Anlässlich seines 65. Geburtstags und in Zusammenarbeit mit der Filmgalerie 451 zeigen wir vier Filme von und mit dem Wiener Schauspieler und Regisseur, der für Syberberg, Fassbinder und Schlingensief vor der Kamera stand und selbst bei knapp 30 Filmen Regie führte. Zum Tribute haben Elfriede Jelinek und Ulrich Seidl Grußworte geschrieben, die an den einzelnen Abenden verlesen werden. Als Gäste erwarten wir u.a. Irm Hermann, Traute Further, Rosa von Praunheim und Axel Ranisch sowie Peter Kern höchstpersönlich.