mai 2016, kino arsenal

Werkschau Rakhshan Bani-Etemad

"Für wen machst du eigentlich deine Filme? Wer sieht sie denn?" Diese Fragen, die die Protagonist_innen der iranischen Regisseurin Rakhshan Bani-Etemad wiederholt in die Kamera sprechen, sind zu einem Leitfaden ihres filmischen Schaffens geworden. Seit über drei Jahrzehnten zeichnet sie in Spiel- und Dokumentarfilmen ein präzises Bild ihres Landes und hat sich in dieser Zeit als eine der wichtigsten und einflussreichsten Regisseurinnen des nach-revolutionären iranischen Kinos etabliert. Ihre Filme werden auf großen internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen gewürdigt, laufen aber auch im Iran erfolgreich im Kino. Wir zeigen eine Werkschau mit acht ihrer Spiel- und Dokumentarfilme und freuen uns sehr, dass Rakshan Bani-Etemad an zwei Abenden am 6. und 7. Mai im Arsenal zu Gast sein wird.

mai 2016, kino arsenal

Fantasiereisen – Die Filme von João Nicolau

Das aktuelle portugiesische Kino hat viele Facetten. Die Filme von João Nicolau (*1975), der auch als Cutter, Schauspieler und Musiker tätig ist, sind verspielt und einfallsreich, voll unerwarteter Wendungen und verblüffender Tricks. Nicolau hält sich nicht an die üblichen Spielregeln, unbeeindruckt von narrativen Konventionen lässt er seiner unbändigen Fantasie freien Lauf. Es sind junge Erwachsene, Teenager und Kinder, die im Fokus seiner Filme stehen – und obwohl diese konkret im Hier und Jetzt angesiedelt sind, weisen sie oft märchenhafte Elemente auf. Reales steht neben Surrealem, Komik neben Schwermut, Rock-, Rap- und Folk-Musik neben lauten Vogelschreien. Der ausgeprägten Trägheit seiner Helden gewinnt er wunderliche Kino-Momente ab. Dass wir João Nicolaus Filme, vier kurze und zwei lange, die alle auf den großen internationalen Festivals eingeladen waren, nun in Berlin zeigen können, verdankt sich der großzügigen Unterstützung durch die Botschaft von Portugal. Besonders freuen wir uns, João Nicolau persönlich im Arsenal zu Gast zu haben.

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The American Landscape – 
Die Filme von Kelly Reichardt

Kelly Reichardt (*1964) ist derzeit wohl die wichtigste unabhängige Filmemacherin der USA. Sie gehört zu den eigenwilligen Stimmen im zeitgenössischen amerikanischen Kino. Ihre Filme handeln vom Unterwegssein, von Menschen, die aufbrechen, die vom Weg abkommen oder auf der Suche sind. Sie befragen ihr Land, seine Mythen, seinen Alltag, seine Vorstädte, seine Natur und zeichnen sich meist durch eine bewusst minimalistisch gehaltene Inszenierung aus. Fast alle sind in der Landschaft des US-Bundesstaats Oregon angesiedelt und in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Jon Raymond entstanden. Über die regionale Verankerung hinaus eignet ihnen ein umfassenderer Aspekt, die Geschichten ihrer Figuren verweisen stets auf eine existenzielle Verfasstheit, eine soziale Ordnung und auf gesellschaftliche Krisen, ohne ostentativ politisch zu sein. Anlässlich der Restaurierung ihres wenig bekannten Langfilmdebüts RIVER OF GRASS (1994) zeigen wir Kelly Reichardts erste fünf Filme im Zusammenhang einer Werkschau.