November 2013, kino arsenal

Film- und Vortragsreihe: Filmästhetische Forschung (1)

LES SOVIETS PLUS L'ELECTRICITE, 2001

Da die Wirklichkeit aus dem Blickwinkel kritischer Kunst heute verstärkt als Unbekannte wahrgenommen wird, die es in Abhängigkeit von den ästhetischen Mitteln zu erfinden und in die Sichtbarkeit und Hörbarkeit zu heben gilt, werden in dieser seminarähnlichen Film- und Vortragsreihe avancierte Filmkunstwerke im Hinblick auf ihre forschenden Verfahren vorgestellt und erörtert. Initiiert von Prof. Michaela Ott (HfbK Hamburg) und Prof. Dieter Mersch (Universität Potsdam/ZHdK Zürich), werden unter Einbeziehung des DFG-Graduiertenkollegs "Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens" der Universität Potsdam möglichst unterschiedliche Experimental-, Dokumentar- und Spielfilm-Forschungen präsentiert. Die Reihe wird bis Januar fortgesetzt.

In DREI (D 2010, 8.11., Einführung: Michael Wedel) erzählt Tom Tykwer von einem Paar, dessen Beziehung in die Jahre gekommen ist, und die beide nach Abwechslung mit einem Dritten suchen. Splitscreens visualisieren die vielfältigen Verknüpfungen der Protagonisten mit ihrer Umgebung.

In SCHNITTSTELLE (D 1995, 15.11., Einführung: Jan Distelmeyer) reflektiert Harun Farocki seine Art des Filmemachens, in der vorgefundene Bilder eine zentrale Rolle spielen.

PUBLIC ENEMIES (Michael Mann, USA 2009, 22.11., Einführung: Peter Müller) erzählt vom Kampf zwischen der historischen Figur des John Dillinger und der Polizei in den USA der 30er Jahre. Mann drehte mit einer hochauflösenden Digitalkamera, die seinen Bildern eine hyper-realistische Ästhetik verleiht.

LES SOVIETS PLUS L'ELECTRICITE (Sowjetmacht plus Elektrifizierung, Nicolas Rey, F 2001, 29.11., Einführung: Christine Hanke) Eine Kinoreise in drei Etappen quer durch Russland bis nach Magadan, jener fernen, legendären Stadt, die 1941 gegründet wurde, damit Arbeitskräfte des Gulags von hier die Goldminen der Region ausbeuten konnten. Ausgehend von Fragmenten seines akustischen Tagebuchs, dokumentarischen Aufnahmen und einigen unterwegs gewonnenen autobiografischen Erkenntnissen, versucht Nicolas Rey seiner imaginierten Herkunft auf den Grund zu gehen. (mo/al)

August '16