April 2017, kino arsenal

Retrospektive 
Manoel de Oliveira

A CAIXA, 1994

Manoel de Oliveira (1908–2015) ist ohne Zweifel der bedeutendste portugiesische Filmregisseur. Er hat durch sein umfassendes Werk weltweites Renommee erlangt. Bis zu seinem Tod mit 106 Jahren war er der älteste noch aktive Filmregisseur, noch 2014 realisierte er einen Trailer für das Festival "Viennale". Oliveiras Werk ist weitgespannt und thematisch schwer einzugrenzen. Es ist vielfach verwurzelt in der Welt der Literatur und des Theaters, das gilt für die Klassik ebenso wie die Moderne. Durch Oliveiras Bearbeitung der Stoffe und eine besondere stilistische Eigenart erhalten seine Filme jedoch eine andere Dimension. Der Zuschauer wird distanziert, plötzlich ergeben sich neue Perspektiven, der Unterschied zwischen Realität und Fiktion rückt selbst ins Blickfeld. Durch die Zuspitzung von melodramatischen Elementen, durch Einrahmung oder Parallelhandlungen kippt die Erzählung in Oliveiras Filmen zuweilen ins Surreale oder Parabelhafte, erreicht eine andere Wirklichkeitsebene. Oliveiras Filme haben bei all ihrer Komplexität oft auch eine subtile satirische Dimension, sie sind durchwirkt von feiner Ironie und Doppelbödigkeit. Er meditiert über die Vergeblichkeit von Liebesbeziehungen, stellt existentielle Grundfragen, dann wieder unternimmt er Streifzüge durch Länder, Kontinente und Epochen der Geschichte. Den Realismus des Erzählens durchbrechen seine Filme, indem die Darsteller in die Kamera blicken oder die Texte rezitieren anstatt zu "spielen". Dadurch rückt Oliveira in die Nähe von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet. Andererseits ist er in seinen Bildkompositionen ein Verwandter von Dreyer und Bresson. Oliveiras Filme waren vielfach im Programm des Arsenals und des Internationalen Forums präsent, der Regisseur selbst war oft unser Gast. Wie mit einem Paukenschlag präsentierten wir 1980 als ersten Film AMOR DE PERDIÇÃO (Das Verhängnis der Liebe) in einer 16-mm-Kopie auf dem Forum, einen Film ungewohnter Länge und streng stilisierter Erzählweise, der einen unvergesslichen Eindruck hinterließ und selbst hartgesottene Kritiker zu Tränen rührte. Über diesen Film schrieb der französische Kritiker Louis Marcorelles: "eine unnachahmliche Art und Weise, das Leben der Welt und der Menschen zu betrachten, ein Herzschlag, ein Elan zu den Gipfeln". Ein Motto, das auch über Oliveiras Gesamtwerk stehen könnte. Wir haben Oliveiras Werk fortlaufend verfolgt, deshalb ist es uns eine besondere Freude, ab dem 8. April eine umfassende Retrospektive seiner Filme präsentieren zu können, eine Folge selten gezeigter Meisterwerke.

PORTO DA MINHA INFÂNCIA (Das Porto meiner Kindheit, Portugal/Frankreich 2001, 8.4., Einführung: José Manuel Costa) Anlässlich der Ernennung Portos zur europäischen Kulturhauptstadt drehte Manoel de Oliveira einen Essay über seine Erinnerungen und erweckt das Porto seiner Kindheit wieder zum Leben: Opern, die er besuchte, Confiserien, in denen er am liebsten über Nacht vergessen worden wäre, Dandys, die ihn faszinierten, und der Bohemien, zu dem er als junger Mann selbst wurde. Eine melancholische Hommage an seine Heimatstadt, die es so nicht mehr gibt, an das Kino, das er hier erstmals rezipierte und realisierte. Spielszenen und Dokumentarisches, Fotografien und Bilder der heutigen Stadt lassen Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.

VISITA OU MEMÓRIAS E CONFISSÕES (Erinnerungen und Geständnisse, Portugal 1982/2015, 8.4., Einführung: José Manuel Costa, im Anschluss José Manuel Costa im Gespräch mit Erika und Ulrich Gregor) Im Alter von 73 Jahren war Manoel de Oliveira wegen finanzieller Schwierigkeiten gezwungen, das Haus zu verkaufen, das er 1941 nach seiner Hochzeit in Porto hatte bauen lassen und in dem er 40 Jahre lang gelebt hatte. Anlässlich dieses Einschnitts in seinem Leben drehte er einen autobiografischen Film, der allerdings erst nach seinem Tod gezeigt werden durfte. Als Basis dienten ein Text von Agustina Bessa-Luís und de Oliveiras eigene Reflexionen über die Architektur, die Geschichte und den Geist des Hauses sowie Erinnerungen an seine Kindheit, seine Frau und Kinder, Schauspielerinnen, die Zeit der Diktatur sowie für sein Leben und Werk wichtige Themen.

VALE ABRAÃO (Am Ufer des Flusses, Portugal/Frankreich/Schweiz 1993, 9.4., Einführung: José Manuel Costa & 20.4.) Manoel de Oliveiras portugiesische Version von Gustave Flauberts "Madame Bovary": Die attraktive Ema Cardeano Paiva heiratet einen wesentlich älteren Arzt und erhält dadurch Zutritt zu den Kreisen des portugiesischen Landadels. Die zunehmende Einsamkeit, die sie dafür in Kauf nehmen muss, versucht sie mit amourösen Affären und (Gesellschafts-)Spielen zu verdrängen. "Der Ursprung des Bovarysmus bei Flaubert berührt etwas im Stolz der Frauen. Ich sehe Ema einen Weg der Illusion folgen – vom Asketischen zum Spirituell-Geistigen. Das heißt, sie befreit sich von sich selbst. Sie will höher aufsteigen und ihr Ziel durch Leidenschaft, Anmut oder Leiden erreichen. Ema ist immer im Zustand des Begehrens." (Manoel de Oliveira)

ANIKI BÓBÓ (Portugal 1942, 10. & 23.4.) Der Titel ist einem Abzählreim der Kinder Portos entnommen, mit dem festgelegt wird, wer im Spiel Räuber und wer Gendarm ist. Manoel de Oliveiras erster Spielfilm, in dem Georges Sadoul eine unabhängige Vorwegnahme des italienischen Neorealismus sah, erzählt vom Werben zweier Jungen aus ärmlichen Verhältnissen um das einzige Mädchen der Bande. "Was in diesem Film von 1942 auffällt, das ist die Deutlichkeit seiner Parteinahme. Ich sehe hier zwei Motive: 1. Sind die Eltern absichtlich aus der Geschichte eliminiert. Erwachsene treten nur einzeln auf, sie erscheinen als Ausnahmewesen. 2. Die Kinder erleben Dramen von Erwachsenen und spielen auch wie sie." (Serge Daney)

ACTO DA PRIMAVERA (Der Leidensweg Jesu in Coralha, Portugal 1963, 12. & 25.4.) Ein hybrider, aus dokumentarischen und fiktiven Elementen bestehender Film, der als Beginn des radikal modernen Filmemachens in Portugal gilt: Jedes Jahr führen die Bauern aus dem Dorf Curalha (Trás-os-Montes) in der Karwoche den Leidensweg Jesu auf. Das Passionsspiel findet im Freien statt, die Dorfbewohner rezitieren Verse der Textvorlage aus dem 16. Jahrhundert in ihrem volkstümlichen Dialekt. Entgegen seiner ursprünglichen Absicht, einen klassischen Dokumentarfilm über diese lokale Tradition zu drehen, stellte Oliveira die Aufführung der Passionsgeschichte für seinen Film nach und intervenierte, indem die Dreharbeiten, das Filmteam und Szenen aus dem dörflichen Alltag ins Spiel integriert wurden. Darüber hinaus gibt es einen aktuellen Zusatz: Eine apokalyptische Montage verbindet den Tod Jesu mit Bildern der Gewalt aus dem Vietnamkrieg.

A CAÇA (Die Jagd, Portugal 1963, 12. & 25.4.) Der parabelhafte Kurzfilm basiert auf einer Zeitungsmeldung: Zwei Jungen geraten am Rande einer bäuerlichen Jagdgesellschaft in ein Sumpfgebiet. Als der eine im Moor zu versinken droht, formiert sich eine Hilfsgemeinschaft, die jedoch nach dem Scheitern des ersten Rettungsversuchs in Streit gerät und darüber den zu Rettenden vergisst. Der Zensur war der Film zu pessimistisch und de Oliveira musste für die Freigabe ein positiveres Ende drehen. Seit dem Ende der Diktatur enthalten die Vorführkopien die beiden alternativen Schlusssequenzen.

O PASSADO E O PRESENTE (Vergangenheit und Gegenwart, Portugal 1972, 14. & 26.4.) Der erste Teil von Manoel de Oliveiras Tetralogie der frustrierten Liebe ist eine Verwechslungskomödie aus dem Reich der Toten: Vanda heiratet nach dem Unfalltod ihres Mannes Ricardo zum zweiten Mal. Ein Jahr später ist sie ihren zweiten Mann Firmino leid und schwelgt in Erinnerungen an Ricardo, der ihr zu Lebzeiten zuwider war. Firmino stürzt sich aus dem Fenster und stirbt in dem Augenblick, als Daniel, der Zwillingsbruder Ricardos, auftaucht und erklärt, er sei in Wirklichkeit Ricardo und habe nach dem Tod seines Bruders die Identität gewechselt. Vanda und Ricardo sind als Paar wiedervereint, ihre Partnerschaft wird jedoch bald von Vandas Erinnerungen an die glücklichen Tage mit Firmino überschattet.

BENILDE OU A VIRGEM MÃE (Benilde, Jungfrau und Mutter, Portugal 1975, 14. & 27.4.) Die Tetralogie der frustrierten Liebe, Teil 2: Die junge, in einem religiösen Milieu aufgewachsene Benilde lebt in den 1930er Jahren mit ihrem Vater zurückgezogen auf einem abgelegenen Gut im Alentejo, wo dieser sie vor der Welt zu schützen versucht hat. Als zur großen Überraschung aller bei ihr eine Schwangerschaft diagnostiziert wird, führt Benilde dies auf göttliche Einwirkung zurück. "In seiner großen Klarheit der Komposition erinnert BENILDE an Gertrud von Dreyer. Wenn BENILDE ergriffen macht, so sehr wohl deshalb, weil das Bild nie ein Urteil erlaubt, so dass sich am Ende das Geheimnis dieser Schwangerschaft noch verdichtet hat; nie bestätigt oder dementiert es einen Gesichtspunkt: dass Benilde lügt oder dass sie hysterisch ist, wie es der Arzt diagnostiziert, dass das Kind, wie wir schnell, zu schnell vielleicht, mit der Tante vermuten, von jenem Verrückten stammt, der im Sturm herumirrt und wie ein Wolf an der Tür des Hauses heult, oder dass es, im Gegenteil, von ihrem Cousin stammt, wie dieser später behauptet, oder ein göttliches Geschenk ist." (Yann Lardeau)

AMOR DE PERDIÇÃO (Das Verhängnis der Liebe, Portugal 1979, 15. & 28.4.) ist eine tragische, Ende des 18. Jahrhunderts spielende Liebesgeschichte zwischen dem Studenten Simão und der jungen Teresa, die wegen der Feindschaft ihrer Familien getrennt bleiben. Teresa soll stattdessen mit ihrem Cousin Balthasar verheiratet werden und wählt das Kloster. Simão tötet Balthasar und hat die Wahl zwischen Gefängnis und Verbannung. Für den dritten Teil seiner Tetralogie der frustrierten Liebe kreierte Manoel de Oliveira eine puristische Form der Literatur-adaption und verzichtete auf jegliche realistische Interpretation. Er stellte Bild für Bild aus dem gleichnamigen Roman von Camilo Castelo Branco nach, die Schauspieler rezitieren den Text frontal in die Kamera.

FRANCISCA (Portugal 1981, 16. & 29.4.) Die Tetralogie der frustrierten Liebe, Teil 4: Mitte des 19. Jahrhunderts verlieben sich der Schriftsteller Camilo Castelo Branco und sein Freund José Augusto Branco in die Schwestern Fanny und Maria Owen. Obwohl José Augusto Maria favorisiert, entführt er Fanny und heiratet sie, vollzieht jedoch die Hochzeit nicht, weil er an Fannys Jungfräulichkeit zweifelt. De Oliveira "stellt sich gerade mit diesem Werk in eine Reihe mit Straub, Bresson, Dreyer: minimal art der langen, perspektivischen Einstellungen, theatralisches Dekor, episches Segmentieren des Erzählstoffs und ein äußerstes Kalkül beim Arrangement des Bildes, der Kameraposition und der Bewegung mit ihr und von ihr, eine überwältigende Genauigkeit bei der Verwendung von Musik." (Wolfram Schütte)

"NON", OU A VÃ GLÓRIA DE MANDAR (NON, oder Der vergängliche Ruhm der Herrschaft, Portugal/Spanien/Frankreich 1990, 13. & 18.4.) Eingebettet in eine Rahmenhandlung aus dem portugiesischen Kolonialkrieg des Jahres 1974 – auf dem Weg in den afrikanischen Dschungel fasst Leutnant Cabrita, im Zivilleben Historiker, für seine an ihrem Auftrag zweifelnden Kameraden die portugiesische Geschichte und ihre Wendepunkte zusammen – entwickelt der Film an Hand von fünf exemplarischen Episoden eine ganz persönliche Geschichtsphilosophie der Friedfertigkeit und des Verzichts.

O DIA DO DESESPERO (Der Tag der Verzweiflung, Portugal/Frankreich 1992, 17. & 29.4.) ist dem portugiesischen Schriftsteller Camilo Castelo Branco gewidmet, dessen Roman "Amor de Perdição" Manoel de Oliveira 1978 verfilmte. Der titelgebende "Tag der Verzweiflung" ist der Tag, an dem sich Camilo im Jahr 1890 das Leben nimmt, nachdem man ihm die Unheilbarkeit seines Augenleidens diagnostiziert hat. Der auf Camilos Briefen basierende Film erzählt die letzten Lebensjahre des ebenso polemischen wie romantischen Mannes, der sich ständig in inneren Konflikten befindet – "'ein Drama auf der Suche nach Personen', wie Fernando Pessoa gesagt hätte." (Manoel de Oliveira)

A CAIXA (Die Büchse, Portugal/Frankreich 1994, 11. & 21.4.) ist eine durch das gleichnamige Theaterstück von Prista Monteiro inspirierte poetische Parabel, die zwischen Tragödie und Farce changiert. Die Handlung spielt auf den Straßentreppen eines Armenviertels in Lissabon und erzählt von einem alten blinden Mann, der beneidet wird, weil er eine "offizielle", genehmigte Almosenbüchse hat. Als diese gestohlen wird, verdächtigt jeder jeden. Die Verwirrung wird noch größer, als ein anderer Blinder mit Bettelbüchse auftaucht. „Man könnte A CAIXA ein Porträt der Menschheit nennen, die durch eine Gruppe armer und am Rande der Gesellschaft lebender, um nicht zu sagen in Vergessenheit geratener Menschen dargestellt wird.“ (Manoel de Oliveira)

VIAGEM AO PRINCÍPIO DO MUNDO (Reise an den Anfang der Welt, Portugal/Frankreich 1997, 21. & 30.4.) Ein alternder Pionier des portugiesischen Films (Marcello Mastroianni), ein aus Portugal stammender Schauspieler (Jean-Yves Gautier) und zwei weitere Filmleute reisen im Auto von Frankreich in den Norden Portugals zu Dreharbeiten. Während der Regisseur zu seinem Heimatort zurückkehrt, der aber mit seinen verklärenden Erinnerungen nur noch wenig gemein hat, sieht der Schauspieler Orte, von denen sein Vater ihm erzählt hatte, zum ersten Mal. Ein Film über Erinnerungen, mit Marcello Mastroianni als Alter Ego des Regisseurs in seiner letzten Filmrolle und Manoel de Oliveira als dessen Chauffeur.

JE RENTRE À LA MAISON / VOU PARA CASA (Ich geh' nach Hause, Portugal/Frankreich 2001, 22. & 24.4.) Ein in die Jahre gekommener Theaterschauspieler (Michel Piccoli) in Paris, der sich nach dem Unfalltod seiner Familie aufopferungsvoll um den einzigen Überlebenden des Unglücks, seinen achtjährigen Enkel, kümmert, muss angesichts mangelnder Bühnenrollen und eines kulturfreien Fernseh-Engagements erkennen, dass er am Ende seiner Karriere (und seines Lebens) angekommen ist. Er kann bei einer "Ulysses"-Verfilmung von John Malkovich sich seinen Text nicht mehr merken und geht nach Hause. Die Rolle im Leben wird immer wieder durch die Rolle als Schauspieler verfremdet und umgekehrt. Ein bewegender Film.

SINGULARIDADES DE UMA RAPARIGA LOURA (Eigenheiten einer jungen Blondine, Portugal/Spanien/Frankreich 2009, 19. & 23.4.) Ein junger Buchhalter aus Lissabon verliebt sich in eine blonde Frau aus der Nachbarschaft. Sie beschließen, so schnell wie möglich zu heiraten, doch als sie Eheringe kaufen wollen, wird die Frau als Diebin entlarvt, die Pläne zerplatzen. Der Hauptdarsteller erzählt seine tragische Geschichte während einer Zugfahrt einer älteren Begleiterin. "Die im 19. Jahrhundert situierte Geschichte vom vergeblichen Mühen des Buchhalters Macário um die Hand der schönen Luísa Vilaça, die so betörend mit dem Fächer zu wedeln versteht, wurde von De Oliveira ins Hier und Jetzt versetzt, denn das Geld als sexueller Fetisch ist nicht an eine historische Periode gebunden, sondern kapitalismusimmanent. Ein Film, der sich auch als verschrobene Hitchcockiade betrachten lässt, irgendwo zwischen Vertigo und Marnie." (Rui Hortênsio da Silva e Costa)

O ESTRANHO CASO DE ANGÉLICA (Der seltsame Fall der Angélica, Portugal/Spanien/Frankreich/Brasilien 2010, 19. & 22.4.) Mit 101 Jahren verfilmte Manoel de Oliveira ein Drehbuch, das er fast 60 Jahre zuvor zu schreiben begonnen hatte: Der junge Fotograf Isaac wird mitten in der Nacht angerufen, um ein letztes Foto der wenige Tage nach ihrer Hochzeit verstorbenen Tochter einer wohlhabenden Familie zu machen. Die fotografische Sitzung erinnert an eine Séance. Als Isaac durch den Sucher blickt, schlägt die Tote plötzlich ihre Augen auf und lächelt ihn an. Das mysteriöse Ereignis lässt ihn nicht mehr los und er wird zunehmend besessen von der Idee, Angélica könnte von den Toten auferstehen. "Oliveira verfilmt eine Fabel, die auch einem Mystery-Thriller gut anstehen würde, mit der ihm eigenen exakten Ökonomie. Er hat ein wunderbares Auge für surreale Abweichungen, die dem Film eine sanft entrückte Aura verleihen, ohne ihn völlig den Ebenen der Realität zu entheben. Auf den Weinbergen des Douro sehen die Arbeiter mit ihren Harken plötzlich wie Totengräber aus, auch ein Bettler weckt morbide Assoziationen." (Dominik Kamalzadeh)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Cinemateca Portuguesa, mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Portugal / Camões-Instituto da Cooperação e da Língua und ICA (Instituto do Cinema e do Audiovisual).

April '17