september 2016, living archive

Rising Stars, Falling Stars – Sweet 16mm #2

Zum zweiten Mal präsentiert Vaginal Davis gemeinsam mit Daniel Hendrickson die Serie "Rising Stars, Falling Stars – Sweet 16mm" in der Kuppelhalle des silent green im Wedding. Am 4. September stellt die Filmgeschichtsexpertin eine besondere Rarität aus dem Archiv des Arsenal vor: NOT A PRETTY PICTURE (USA 1976), einen frühen Dokumentarfilm der Hollywood-Regisseurin Martha Coolidige, der weitgehend unbekannt geblieben ist.

NOT A PRETTY PICTURE basiert auf einer Vergewaltigungserfahrung in ihrer Jugend. Sie bricht mit der dokumentarischen Form, indem sie fiktionale Szenen sowie Aufnahmen ihrer Arbeit am Film und Diskussionen mit dem Team einbaut. Dieses Verfahren führt sie bis zur vollständigen Verflechtung der Ebenen, wobei sie alle Beteiligten dicht an ihre Grenzen treibt. Der 1976 entstandene und in den 60ern angesiedelte Film widmet sich auch der Frage nach gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, was ihm bis heute besondere Relevanz verleiht.

august 2016, living archive

Rundgang im neuen Filmarchiv

Unser erster Sommer im silent green hat begonnen! 57.050,20 kg analoges Filmmaterial liegen im nagelneuen Filmarchiv. Die lichtdurchfluteten Sichtungsräume wurden mit Sonnenschutz versehen, so dass es nun möglich ist, 16- und 35-mm-Filmkopien an Schneidetischen zu sichten – um anschließend über wenige Treppenstufen in den Garten des MOOS-Restaurants zu gelangen.

Warum legen wir so viel Wert auf die Unterbringung und Zugänglichmachung von analogem Material? Gibt es mittlerweile nicht fast alles online? Das ist bei weitem nicht der Fall, im Gegenteil. Der Großteil der Filmgeschichte ist nicht digitalisiert. Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, denn das Material altert, die analoge Technik verschwindet, und mit ihr die Fähigkeit, damit zu arbeiten. Was das bedeutet, was analoges Filmmaterial eigentlich ist und wie es sich verhält, kann man bei einem Rundgang am 24.8. erfahren. Treffpunkt ist um 18 Uhr im silent green.

juni 2016, living archive

Rising Stars, Falling Stars: Sweet 16 mm Never Been Kissed

Rising Stars, Falling Stars in einer Neuauflage: Nach acht Jahren findet die nächste Veranstaltung am 5. Juni erstmalig in der Kuppelhalle des neu bezogenen silent green im Wedding statt. Wie in der Vergangenheit wählt unsere Filmgeschichtsexpertin Vaginal Davis gemeinsam mit ihrem Pianisten Daniel Hendrickson verborgene Schätze aus dem Archiv des Arsenals. Mit musikalischer Unterstützung präsentiert sie sie dem Publikum, und verrät dabei ausführliche Insiderinformationen zur Produktions- und Rezeptionsgeschichte der Filme, die nie zuvor an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Bei der Auswahl der Filme konzentriert Ms Davis sich auf das schlanke, schnelle und leichte Format, das es Filmemacherinnen und Filmemachern jahrzehntelang ermöglicht hat, ungehindert in Nischen und Poren einzudringen, ohne sich den Zwängen der großen Kinoindustrie beugen zu müssen: 16 mm. Die Sammlung des Arsenals enthält tausende dieser Perlen.

april 2016, living archive

Living Archive: 
Neueröffnung

Es ist so weit! Unser neues Domizil im silent green für eine lebendige Archivpraxis ist bezogen. 10.000 Filme liegen in Regalen, die Schneidetische sind eingerichtet, an den Wänden hängen Plakate, die Maria Eichhorn einst für ihre Arbeit 23 Kurzfilme / 23 Filmplakate mit Blick auf unsere Sammlung hergestellt hat. Geschichte und Gegenwart des Arsenal erhalten eine neue Perspektive und das feiern wir – wie immer mit dem Publikum!

Zur Eröffnung am 12. April spricht u.a. Prof. Vinzenz Hediger, der an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main den Masterstudiengang "Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation" aufgebaut hat, über gegenwärtige Perspektiven zum Begriff "Kulturerbe". Natürlich gibt es auch Filme, Musik und Überraschungen aus dem Moos Restaurant.

märz 2016, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – Briefe aus der Garderobe

Seit Jahren taucht Filmexpertin Vaginal Davis allmonatlich ins Arsenal-Archiv, um Juwelen zum Vorschein zu bringen. Nun sind unsere analogen Filme ins silent green im Wedding gezogen – und Ms. Davis zieht hinterher! Ab Mai findet die Reihe zwar nur noch alle drei Monate, dafür aber größer und glamouröser im Kuppelsaal des ehemaligen Krematoriums statt. Für die letzte Veranstaltung am Potsdamer Platz am 27.3. wählte Ms. Davis einen Westberliner Kultfilm: In TAXI ZUM KLO (BRD 1980) spielt der Regisseur Frank Ripploh selbst einen schwulen Lehrer, der versucht, zwischen Klassenzimmer, den damaligen Tuntenbällen und Klappe Privates und Berufliches voneinander zu trennen. Wie immer lädt sie anschließend zum Drink ins Rote Foyer. Wir danken Vaginal Davis und ihrem Mitstreiter Daniel Hendrickson für all die wundervollen Abende im Kino 2 und freuen uns auf den gemeinsamen Neuanfang!

februar 2016, living archive

Living Archive im silent green Kulturquartier

Das silent green Kulturquartier beherbergt seit November unser analoges Filmarchiv. Auf 525 m2 lagern Filme, zusätzlich stehen Sichtungsstationen mit Schneidetischen und Monitoren zur Verfügung. Die offizielle Eröffnung findet im April statt.

Viele der Filme stammen aus 45 Forumsjahren. Seit der Gründung der Berlinale-Sektion im Jahre 1971 wurden Kopien angekauft und teilweise untertitelt. Die Idee war, sicherzustellen, dass sie auch nach dem Festival weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Aus heutiger Sicht wurde dabei unbeabsichtigt eine konservatorische Meisterleistung vollbracht: Zahlreiche Filme aus unterschiedlichen Ländern haben im Arsenal überlebt. Viele Filme sind vergessen oder waren ihrer Zeit voraus und erhalten erst jetzt ihre Bedeutung. Mit dem Blick auf unser Archiv eröffnet sich eine neue, ganz besondere Filmlandschaft: Jeder Film kann als Versuch einer Ästhetik des Kinos gesehen werden, die sich seinerzeit als gesellschaftliche und politische Praxis der Gegenwart verstand, um in die Zukunft hineinzuwirken. Vielleicht ist jenes Utopiemoment der Schlüssel zu einem lebendigen Archiv.

Um den Gegenwartsbezug der Sammlung erfahrbar zu machen, stellen Forum und Forum Expanded eine sogenannte Referenzliste zusammen: Sie enthält Titel, die in einem Bezug zu unserem aktuellen Berlinaleprogramm stehen: ältere Filme unserer Gäste oder Filme, deren Erinnerung sich direkt oder indirekt in neuen Filmen widerspiegelt. Die Filme dieser Liste, die auf unserer Homepage veröffentlicht wird, können im silent green Kulturquartier unter fachlicher Betreuung an Schneidetischen gesichtet werden.

januar 2016, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – Briefe aus der Garderobe

Im zweiten Teil der nur dreiteiligen Reihe präsentiert Filmexpertin Vaginal Davis am 31. Januar DIE KLAGE DER KAISERIN, eine 1989 entstandene Regiearbeit der Tänzerin und Choreografin Pina Bausch. Im 35-mm-Format und in den farbigsten Kostümen choreografiert sie Menschen und Tiere. Musik von verschiedenen Orten und aus verschiedenen Zeiten begleitet die kaleidosko-pische Struktur von Stimmungen und Atmosphären, ein mal unheimliches, dann wieder komisches Lamento, erzählt von Körpern oder Körperteilen, Gesten, Mimik und Bewegungen. Wie immer lädt Vaginal Davis ihre Gäste im Anschluss an die Vorführung zu einem Drink ein.

dezember 2015, living archive

Neu: Rising Stars, Falling Stars - Briefe aus der Garderobe

Eine neue Rising Stars, Falling Stars-Saison bricht an. Wie gewohnt wird Filmexpertin Vaginal Davis Entdeckungen aus unserem Archiv präsentieren.

Ms. Davis kam 2005 aus Los Angeles nach Berlin, um hier mit dem CHEAP Collective zu arbeiten. Vor dem Hintergrund all ihrer Aktivitäten als Künstlerin, Autorin, DJane und Performerin freut es uns sehr, dass die Cineastin seit 2007 allmonatlich ihr filmhistorisches Spezialwissen mit dem Arsenal-Publikum teilt. Unterstützt wird sie dabei – nicht nur am Klavier – von einem anderen Mitglied des CHEAP Collectives, Daniel Hendrickson.

Die kommende Staffel wird die letzte im Kino Arsenal sein. Ab Frühjahr 2016 wird die Serie nur noch quartalsweise, dafür aber umso größer und aufregender in der Kuppelhalle des silent green Kulturquartiers stattfinden. Denn hier lagern inzwischen unsere 10.000 Filme, aus denen Vaginal Davis ihre Auswahl trifft.

Die letzte Serie am Potsdamer Platz ist klein aber fein: Auf drei Monate angelegt trägt sie den Titel: "Briefe aus der Garderobe". Es geht um Kostüme, Make-Up und Frisuren, um Produktionsdesign und Architektur. Der erste Film der Reihe am 27. Dezember bildet einen Übergang zur letzten, die der Musik gewidmet war: DIVA von Jean-Jacques Beineix, der Kultfilm aus dem Jahre 1981, in dem ein junger Mann heimlich ein Opernkonzert seiner angebeteten Diva aufnimmt und in Schwierigkeiten gerät, als das Band verwechselt wird. Eine Garderobengeschichte schafft es dabei auf das Titelblatt einer Tageszeitung: "Who stole the diva's gown?"

november 2015, living archive

Unser Archiv ist umgezogen

Die analogen Filmkopien des Arsenal-Archivs haben ein neues zu Hause. Seit Anfang November lagern sie im silent green Kulturquartier – einem Ausstellungs- und Veranstaltungsort in den denkmalgeschützten Räumlichkeiten des ehemaligen Krematorium Wedding. Der Umzug – ermöglicht durch ein privates Sponsoring – dient nicht nur der besseren Lagerung des umfangreichen Bestandes von rund 10.000 Kopien. Im Fokus steht die Idee eines lebendigen Archivs, das im Zusammenhang mit Digitaliserung- und Restaurierungsprojekten stets (Wissens-)Produktion und zeitgenössische Rezeption mit im Blick hat. Im silent green Kulturquartier bieten sich dem Arsenal-Archiv neue Möglichkeiten zum Forschen, Arbeiten, Experimentieren und Ausstellen, die die Arbeit in den beiden Kinos am Potsdamer Platz erweitern. Zur offiziellen Eröffnung laden wir im Frühjahr 2016 ein.

oktober 2015, living archive

Rising Stars, 
Falling Stars – We Must Have Music! Eight year anniversary

Seit 2008 lädt Filmexpertin Vaginal Davis allmonatlich zu Filmabenden ein. Die Jahrestage widmet sie der Schauspielerin Louise Brooks, diesmal am 25.10. in TAGEBUCH EINER VERLORENEN (G.W. Pabst, D 1929). Thymian übt eine besondere Anziehung auf Männer aus und wird schwanger. Vom Vater verstoßen, des Kindes beraubt und im Heim gequält, landet sie im Bordell. "Und Louise Brooks", so das Berliner Tageblatt, "geht in stummer Schönheit, erschrocken, trotzig, wartend, verwundert durch den Film, als das Mädchen, dem dies passiert."

september 2015, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!: "Stop Making Sense"

Demnächst erwartet uns eine Neuauflage der Serie mit besonderen Filmjuwelen, ausgewählt und präsentiert von unserer Archivexpertin Vaginal Davis gemeinsam mit Daniel Hendrickson. Doch noch geht es um Musik: Am 27. September ist der Konzertfilm STOP MAKING SENSE (Jonathan Demme, USA 1984) zu sehen, der mit einem Solo von David Byrne auf der akustischen Gitarre beginnt: "Psycho Killer". Song um Song, Musiker um Musiker vervollständigt sich die Band allmählich auf der Bühne, bis die "Talking Heads" komplett sind. Jonathan Demme filmte die Band bei einem Auftritt im Pantages Theatre in Los Angeles.

august 2015, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!

Am 30. August präsentiert Vaginal Davis ein musikalisches Kurzfilmprogramm mit Filmen aus den 60er Jahren: Neben einer Episode der US-Fernsehsendung SHINDIG, einer Musikrevue, in der auch Sam Cooke einen Auftritt hat, und dem polnischen Animationsfilm DWA KONCERTY (Zwei Konzerte, Wacław Wajser, Polen 1966), der eine Visualisierung von Musik versucht, sind zwei Filme des georgischen Regisseurs Micheil Kobachidze zu sehen: KORTSILI (Die Hochzeit, UdSSR 1964) spielt mit sozialen und musikalischen Konventionen – darunter jene des Chansonsängers Charles Aznavour – und KOLGA (Der Regenschirm, UdSSR 1967), in dem ein tanzender Regenschirm sein Unwesen treibt. Das Programm wird wie immer abgerundet durch Musik und Drinks in Kino 2.

august 2015, living archive

Filme von Lennart Malmer und Ingela Romare neu im Verleih

Durch das Projekt "Visionary Archive" haben zwei Filme der schwedischen Dokumentaristen Lennart Malmer und Ingela Romare Eingang in die Sammlung des Arsenal gefunden: EN NATIONS FÖDELSE (Birth of a Nation, Schweden 1973) und VREDENS POESI (Poetry of Anger, Schweden 1978). Im Mittelpunkt von EN NATIONS FÖDELSE steht die unilaterale Unabhängigkeitserklärung und Staatsgründung Guinea-Bissaus am 24. September 1973. VREDENS POESI ist ein Fiktion und Dokument mischendes Erinnerungsprotokoll Malmers an die Jahre des Befreiungskampfes. Die Filme wurden im Mai in Zusammenhang mit dem Projekt "From Boé to Berlin" gezeigt, das sich der Erschließung des 2012 durch das Arsenal digitalisierten Archivbestandes des nationalen Filminstituts von Guinea-Bissau (INCA – Instituto Nacional de Cinema e Audiovisual) widmete. Zu diesem Bestand zählt u.a. der Film O REGRESSO DE AMíLCAR CABRAL (The Return of Amílcar Cabral, José Bolama, Josefina Crato, Djamila Fettermann, Flora Gomes, Sana na N’Hada, Guinea-Bissau/Guinea/Schweden 1976), der in der digitalisierten Fassung im Verleih des Arsenal ist. Die Produktion des Films wurde seinerzeit von Lennart Malmer und Ingela Romare unterstützt. Weitere Verbindungslinien führen zu einem anderen Verleihfilm, der Aufnahmen aus EN NATIONS FÖDELSE enthält: CONCERNING VIOLENCE (Schweden/USA/Dänemark/Finnland 2014) des schwedischen Regisseurs Göran Hugo Olsson, der letztes Jahr im Rahmen der Berlinale mit dem CINEMA-fairbindet-Preis ausgezeichnet wurde und sich mit Befreiungsbewegungen der 60er, 70er und 80er Jahre in Afrika auseinandersetzt.

juli 2015, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! im Juli

Am 26. Juli präsentiert Vaginal Davis einen weiteren Abend der Reihe "Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!": Gebrochene Versprechen, ungestillte Leidenschaften und vorzeitige Tode verstricken zwei Familien in ein tragisches Labyrinth spiritueller Besessenheit. DER DIBUK (Michał Waszyński, Polen 1937) ist die Filmadaption des 1917 von 
S. Ansky verfassten gleichnamigen Theaterstücks. Komplett auf Jiddisch und unter Mitwirkung der größten jüdischen Talente des polnischen Films gedreht, zeigt das Musical in seinen exquisiten Musik- und Tanznummern den kulturellen Reichtum des Schtetl-Lebens und des polnischen Judentums kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Filmkritiker Parker Tyler nannte den Film eines der "feierlichsten Zeugnisse der mythischen Kraft des Geistes, das die Fantasie jemals auf eine Filmrolle gebannt hat".

Wie immer gibt es Musik und Drinks im Anschluss.

juni 2015, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, 
Falling Stars – We Must Have Music!

1936 drehten Fred Zinnemann und Emilio Gómez Muriel gemeinsam REDES, die Geschichte eines Kampfes gegen die Ausbeutung von Fischern im Golf von Mexiko. Der tragische Tod eines Kindes aufgrund medizinischer Unterversorgung führt zu Solidarität zwischen den Fischern und wachsendem Widerstand gegen einen Großhändler. Die Kamera führte Paul Strand. Silvestre Revueltas – "the great free spirit of Mexican music" – wurde erstmalig mit der Komposition für einen Film beauftragt. Filmexpertin Vaginal Davis führt durch das Programm am 28. Juni.

mai 2015, living archive

Visionary Archive Festival

21.–31. Mai 2015

Vor zwei Jahren hat das Arsenal ein translokales Experiment initiiert. Das im TURN-Fonds der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt "Visionary Archive" setzt kinematografische Kontexte in Berlin, Bissau, Johannesburg, Kairo und Khartum miteinander in Beziehung.

Im Zentrum steht die Frage, wie eine transkulturelle, kuratorische und künstlerische Arbeit mit Archiven und Archivforschung heute aussehen kann. Projektpartner sind neben dem Arsenal mit Blick auf die hauseigene Sammlung das nicht-staatliche Projekt Cimatheque – Alternative Film Centre (Kairo), das unabhängige Kino The Bioscope (Johannesburg), das Archiv des verstorbenen Filmemachers Gadalla Gubara (Khartum) und der Verein Geba Filmes (Bissau).

Vom 21. bis 31.5. geben die Teilnehmer_innen des Projekts Einblick in ihr Material, präsentieren Ergebnisse und diskutieren offene Fragen mit geladenen Gästen und dem Publikum. Das Festival, ein Abschluss, der an vielen Stellen von Unabgeschlossenem handelt, umfasst u.a. Filmvorführungen, Ausstellungen, drei Workshops und Kino unter freiem Himmel. Spielorte sind neben dem Arsenal die Projekträume Scriptings und Archive Kabinett. Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

mai 2015, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!

Am 17. Mai präsentiert Vaginal Davis John Cassavetes' wunderbaren OPENING NIGHT (USA 1977). Gena Rowlands als "woman under the influence": Für den Theaterstar Myrtle Gordon sind Leben und Rollen zu einem unentwirrbaren Ganzen verschmolzen. Als eine jugendliche Verehrerin bei einem Unfall getötet wird, entwickelt sie einen Widerstand gegen das Stück und ihre Rolle einer alternden Frau und verfällt immer mehr dem Alkohol. Die Premiere droht im Eklat zu enden. Über die Musik von Bo Harwood wurde gesagt "This is film music in the raw, as rough and unpolished as Cassavetes' movies." (Peter Rinaldi)

Wie immer gibt es Drinks und Musik im Anschluss.

april 2015, living archive

Rising Stars, Falling Stars: We Must Have Music! im April

Am 26. April präsentiert Vaginal Davis BUGSY MALONE. Der Kultfilm von Alan Parker aus dem Jahr 1976 spielt in Chicago zur Zeit der Prohibition. Gelegentlich arbeitet Bugsy Malone für Fat Sam, dem nur noch seine Kneipe, ein paar Gangster und die Sängerin Tallulah (Jody Foster) geblieben sind, nachdem Dandy Dans Bande ihm alle Geschäfte abgenommen hat. Bugsy verliebt sich in Blousey Brown, die erfolglos versucht, vorzusingen, rekrutiert Männer aus einer Suppenküche und erobert mit ihnen Dans Waffenlager. Die Maschinengewehre sind echt: Ihre Munition ist Sahne. Ein Gangstermusical, ausschließlich von Kindern gespielt.

februar 2015, living archive

Visionary Archive: It all depends #5: Flora Gomes

Flora Gomes' aufsehenerregendes Spielfilmdebüt "Mortu Nega" (1988) galt lange als der Beginn des Kinos in Guinea-Bissau, zu dessen wichtigsten Akteuren Gomes seitdem gehört. Weniger bekannt ist seine frühere Arbeit als Dokumentarist des guineischen Befreiungskampfes – eine kollektive, mit dem Dekolonisierungsprozess verflochtene Filmarbeit, die derzeit im Rahmen des Arsenal-Projekts "Visionary Archive" wieder ins Blickfeld gerückt wird (Forum-Expanded-Panel auf der Berlinale am 11.2.).

Der Kinoabend am 17.2. gibt die Gelegenheit, mit Flora Gomes zwei Filme zu sehen und zu diskutieren: seinen Spielfilm PO DI SANGUI (1996), über den Exodus einer von Dürre bedrohten Dorfgemeinschaft, und den letzten Film des senegalesischen Kino-Visionärs Djibril Diop Mambéty, LA PETITE VENDEUSE DE SOLEIL (1999).

februar 2015, living archive

"Visionary Archive" bei Forum und Forum Expanded

Seit Juni 2013 verbindet das Projekt "Visionary Archive" Filmrecherchen in Berlin, Bissau, Johannesburg, Kairo und Karthum. Diese Recherchen gehen auf ganz unterschiedliche Weise der Frage nach, was ein lokal archiviertes Filmkonvolut angesichts gesellschaftlicher Umwälzungen und Verdrängungsprozesse für Erinnerungs- und Emanzipationspraktiken zu leisten imstande ist. Welche Geschichten lagern in diesen Archiven und ihren Filmen? Welche Revisionsprozesse werden mit der Sichtung des disparaten, idiosynkratischen und fragmentarischen Materials angestoßen?

Eine gemeinsame Präsentation des Projekts im Rahmen von Forum Expanded am 11. Februar in der Akademie der Künste setzt diese Fragen mit Bildern und Tönen performativ um und gibt Einblicke in die Praktiken und Methoden der laufenden Subprojekte. Diese gelten dem südafrikanischen "B-Schemes"-Konvolut von Filmen für eine schwarze Zuschauerschaft der 1970er bis späten 1980er-Jahre, dem genre- und epochenübergreifenden Lebenswerk des sudanesischen Filmemachers Gadalla Gubara, einem Archivforschungsprojekt in der Cimatheque - Alternative Film Centre in Kairo, das Zeiten historischer Übergänge untersucht, einem in Guinea-Bissau teilweise erhaltenen dokumentarischen Filmbestand aus den 1970er Jahren sowie der eng mit der Geschichte des Forums der Berlinale verknüpften Sammlung von Filmen afrikanischer Filmemacherinnen und Filmemacher im Archiv des Arsenal.

Das Forum zeigt zudem zwei Filme des Projekts "B-Schemes" von Darryl Els: den Gangsterfilm JOE BULLET aus dem Jahr 1973 sowie UMBANGO (THE FEUD), einen Western aus dem Jahr 1986. Regisseur und Produzent Tonie van der Merwe wird als Gast zu den Vorführungen am 6. Februar erwartet. Beide Filme sind am 14. und 15. Februar in Anwesenheit von Darryl Els nochmals zu sehen.

januar 2015, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! im Januar: "Golden Eighties"

Auf ihrer Suche nach den musikalischen Highlights der Filmsammlung des Arsenal ist die Künstlerin und Performerin Vaginal Davis diesmal auf eine Filmkomposition von Chantal Akerman gestoßen: Das Musical GOLDEN EIGHTIES (Belgien 1985) spielt in einer fiktiven Brüsseler Einkaufspassage, deren Frisörsalons und Herrenausstatter zur Bühne für große Emotionen werden. Man sehnt sich nach jemandem, himmelt sich an, startet Verführungsversuche, trifft sich nach langer Zeit wieder. Im Neonlicht der Schaufenster, zwischen Snack-Bar und Rolltreppe fließen Tränen, wird getanzt, gelacht und vor allem: gesungen. Im Anschluss an die Vorführung am 25. Januar serviert Ms. Davis wie immer Drinks, Musik und Klatsch in Kino 2.

dezember 2014, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! im Dezember

"Marine gegen Liebeskummer" ist der deutsche Verleihtitel des Films FOLLOW THE FLEET von Mark Sandrich (USA 1936), den unsere Musikfilmexpertin Vaginal Davis am 28. Dezember – ergänzend zu unserer Musicalreihe – präsentiert. Die Story, basierend auf dem Bühnenstück Shore Leave von Hubert Osborne, ist darin schon angedeutet: Ein Revuetänzer meldet sich aus Liebeskummer bei der Marine und trifft beim Landurlaub auf die Dame, die diesen verursacht hat. Viel wichtiger jedoch sind die spektakulären Auftritte Fred Astaires und seiner Partnerin Ginger Rogers.

november 2014, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! im November

Am 30. November präsentiert unsere Archivarin Vaginal Davis EL TANGO ES UNA HISTORIA (Der Tango ist eine Geschichte, Mexiko 1983): Ursprünglich wollte Humberto Rios nur das erste Tango-Festival, das im Juni 1980 in seinem Exilland Mexiko stattfand, dokumentieren, vor allem drei der berühmtesten Vertreter der Tango-Musik, die dort auftraten: Osvaldo Pugliese, den Altmeister, Astor Piazzolla, den Erneuerer, und Susana Rinaldi, die vehementeste Stimme des Tangos. Aber die politischen Ereignisse im Argentinien der Militärs beeinflussten nicht nur die Auftritte der Künstler, sondern auch den Film.

oktober 2014, living archive

7 Jahre Rising Stars, Falling Stars

7 year anniversary: Wie in jedem Jahr feiert Stummfilmexpertin Vaginal Davis ihr RSFS-Jubiläum mit einer Hommage an die Schauspielerin Louise Brooks. Am 26. Oktober präsentiert sie diesmal PRIX DE BEAUTÉ (F 1930) von Augusto Genina, gedreht als Stummfilm und vollendet als Tonfilm. Louise Brooks spielt eine Stenotypistin, die einen Schönheitswettbewerb gewinnt und zur gefeierten Schauspielerin wird. In der letzten Szene des Films wird sie unter ihrem eigenen Filmbild erschossen. Eunice Martins begleitet die Stummfilmfassung am Klavier.

oktober 2014, living archive

Visionary Archive in Johannesburg

"Visionary Archive" ist in fünf thematischen, vernetzt arbeitenden Einzelprojekten organisiert. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Frage, wie eine zeitgemäße transkulturelle kuratorische und künstlerische Arbeit mit Archiven und Archivforschung aussehen kann. Das Projekt "B-Schemes – Ein Archivprojekt und Filmprogramm zu Filmproduktionen für schwarze Zuschauer in Südafrika der 1970er und 1980er Jahre" in Johannesburg widmet sich der kritischen Aufarbeitung und Präsentation von bis dato nur wenig erforschten südafrikanischen Filmen. Das Ziel ist eine Kontextualisierung und Wiedersichtbarmachung dieser Filme. "B-Schemes" wird geleitet von Darry Els in Zusammenarbeit mit Marie-Hélène Gutberlet. Die Arbeitsergebnisse der Recherche und Filme aus dem Konvolut der "B-Schemes" werden im Rahmen der Abschlussveranstaltung von "Visionary Archive" im Mai 2015 in Berlin präsentiert. Vom 24.–26. Oktober werden drei Filme aus dem Zusammenhang der "B-Schemes" im Johannesburger The Bioscope Independent Cinema, von Darryl Els mitbegründet und geleitet, gezeigt.

oktober 2014, living archive

Visionary Archive: It all depends #4

Bild aus NOTES ON PASOLINI'S FORM OF A CITY

Anfang Oktober findet die vierte Veranstaltung von It all depends im Rahmen von Visionary Archive in Form zweier Abende statt. Am 1. Oktober ist Pier Paolo Pasolinis APPUNTI PER UN'ORESTIADE AFRICANA (Notizen für eine afrikanische Orestie, Italien 1969) zu sehen. Im Stil eines filmischen Notizbuchs erzählt, mischt sich Pasolinis dramaturgisches Interesse an einer Verfilmung der antiken Tragödie mit afrikanischen Darstellern mit einem ungebrochen kolonialen Blick auf Realitäten in Tansania, Uganda und Äthiopien. Die Struktur des filmischen Notizbuchs und dessen kulturideologische Aufladung fordern dazu auf, Pasolinis Film in Kontext mit zwei weiteren Filmen zu stellen. In ihrer Videoarbeit NOTES ON PASOLINI'S FORM OF A CITY (Deutschland 2013) untersucht Sandra Schäfer Pasolinis Afrika-Projektionen vor dem Hintergrund seiner Kritik an der Moderne. Wir zeigen den Film am 3. Oktober zusammen mit Haile Gerimas radikaler Gesellschaftssatire MIRT SOST SHI AMIT (Ernte 3000 Jahre, Äthiopien 1975), gedreht in Äthiopien am Ende der Herrschaft von Haile Selassie.

september 2014, living archive

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!

Vaginal Davis, Erfinderin und Kuratorin dieser legendären Reihe mit Filmen aus unserem Archiv, hat für die Veranstaltung am 28. September eine alte 16-mm-Kopie aus dem Regal gezogen: COAL MINER'S DAUGHTER ist der Originaltitel, "Nashville Lady" der deutsche Verleihtitel des Films von Michael Apted aus dem Jahre 1980. Erzählt wird die Lebensgeschichte der Country-Sängerin Loretta Lynn. Die Tochter eines Bergarbeiters lernt im Alter von 13 Jahren den Kriegsveteranen Doolittle Mooney Lynn kennen, der sie gleich nach der Heirat schlägt. Dennoch versuchen sie ihr gemeinsames Glück mit Haus und vielen Kindern. Doolittle entdeckt ihre musikalischen Talente und fördert ihre Karriere als Sängerin, bis sie so erfolgreich wird, dass er selbst zurückstecken muss, während sie mit ihrer berühmten Freundin Patsy Cline auf Tournee geht.

august 2014, living archive

Summer School 2014: REANIMATION & REENACTMENT

Vom 21. bis 23. August 2014 findet die nunmehr sechste Arsenal Summer School statt. Sie greift den im Arsenal wichtigen Bezug zum eigenen Archiv auf und lehnt sich an das laufende Projekt Visionary Archive an. Unter dem Titel "REANIMATION & REENACTMENT. Filmische Formen der Wieder-Begegnung" widmet sie sich den spezifischen Formen des Wieder-Sehens, mit denen im Kino Vergangenes gegenwärtig wird.

Zentraler Bestandteil dieser Summer School ist das gemeinsame Sichten von Filmen aus dem Archiv des Arsenal. Die Filmauswahl konzentriert sich auf die mannigfaltigen Formen der Reinszenierung, des Reenactments und der Begegnung mit Orten, an denen Vergangenes in offensichtlicher bzw. verborgener Form weiterlebt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Filmen aus dem antikolonialen, außereuropäischen Kino und der in ihnen erinnerten Geschichte des Widerstands. In dieser Konstellation trifft der Blick ins Archiv auf Filme, die ihrerseits als Archive agieren. Sie sammeln und konservieren Bilder, Töne und Sichtweisen, füllen Löcher des Wissens und reißen andere auf. Sie lassen ein Kino in den Blick nehmen, das sich der kollektiv erlebten, aber widersprüchlich erinnerten Geschichte stellt.

Die gemeinsame Vergegenwärtigung dieser unterschiedlichen filmischen Memotechniken, zu der diese Summer School einlädt, ist nicht als unverfänglicher, distanzierter Blick von außen zu verstehen. Vielmehr soll dabei die in jedem Film angelegte Möglichkeit der Wieder-Begegnung in Anspruch genommen werden, bei der etwas Vergangenes in eine mögliche Zukunft involviert wird.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldeschluss war am 15. August.

august 2014, living archive

Living Archive / Curators in Residence: Lara Khaldi und Yazan Khalili

Bild aus The Sky on Location

Diesen Monat begrüßen wir Lara Khaldi und Yazan Khalili im Rahmen von Living Archive im Kino Arsenal, die mit Unterstützung durch das Goethe-Institut Ramallah in Berlin zu Gast sind.

Am 19. August stellen sie ihre neue Lecture Performance "Love Letters to Mars" vor. Im Archiv des Arsenals haben sie dafür einen Monat lang Filme recherchiert, die an das futuristische Szenario der Lecture Performance anknüpfen: Eine Mars-Mission im Jahr 2026 schafft einen unüberwindbaren Graben zwischen zwei sich Liebenden bei der Frage, ob die Erde gerettet oder neue Gesellschaften und Kolonien auf anderen Planeten gegründet werden sollen. Utopie und Neubeginn sind zwei der zentralen Themen. Im Archiv des Arsenals sind sie auf den lettischen Film 235.000.000 von Uldis Braus, Biruta Veldre und Laima Schurgina aus dem Jahr 1966 und auf Babette Mangoltes THE SKY ON LOCATION (USA 1982) aufmerksam geworden.

juni 2014, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music im Juni

Am 29. Juni präsentiert Vaginal Davis die nächste Ausgabe ihrer Reihe "Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music", in der sie einmal monatlich musikalisch reizvolle Filme aus dem Archiv vorstellt.

"Was auch immer die Idee ist, es wird nie etwas sein, was du einer anderen Person so erklären kannst, dass sie es genau versteht … also spiel einfach die Musik." Der Satz stammt von Ornette Coleman, dem Pionier des Free Jazz. In ihrem Porträt ORNETTE: MADE IN AMERICA (USA 1985) geht Shirley Clarke ebenso vor: Es beginnt mit der Symphonie "Skies of America" und endet im Applaus. Dazwischen gibt sich die ehemalige Tänzerin seiner Musik, seinen Bildern und seinem Lebensrhythmus hin.

Im Anschluss an die Vorführung wie immer Drinks und Musik.

mai 2014, living archive

Visionary Archive: It all depends #3 und Ausstellung "Regulado" im n.b.k.

"Von Boé nach Berlin – Ein mobiles Labor zur Filmgeschichte Guinea-Bissaus": Am 23.5. eröffnet im Rahmen des Projekts Visionary Archive im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) die Ausstellung "Regulado" von Filipa César und Suleimane Biai. Filipa César setzt sich in ihren Filmen und Installationen mit den post-kolonialen Konstellationen auseinander, die die jüngere Geschichte Portugals hervorgebracht hat. Seit 2011 gelten ihre Recherchen der Filmproduktion Guinea-Bissaus, deren Anfänge eng mit dem Befreiungskampf verknüpft waren. "Regulado" (2014) ist Filipa Césars zweite Zusammenarbeit mit Suleimane Biai. Im Rahmen von Visionary Archive organisieren beide Filmemacher gemeinsam mit Sana na N'Hada unter dem Titel "Von Boé nach Berlin" ein "mobiles Labor zur Filmgeschichte Guinea-Bissaus". Zentrales Modul dieses Vorhabens ist ein mobiles Kino durch Guinea-Bissau, bei dem das unlängst wieder aufgetauchte Archivmaterial aus dem nationalen Filmarchiv von Guinea-Bissau (INCA – Instituto Nacional de Cinema e Audiovisual) u.a. an den Orten seiner Entstehung reaktualisiert werden soll.

In der Reihe "It all depends" zeigen sie am 25.5. im Arsenal Ergebnisse ihrer Dreharbeiten im Februar 2014 in Guinea-Bissau und stellen ein geplantes mobiles Kino vor, das Filme aus der Dekade der Dekolonisierung (1970–1980) an die Orte ihrer Entstehung zurückbringen soll. Zwei unserer Archivfilme (POR PRIMERA VEZ von Octavio Cortázar, REASSEMBLAGE von Trinh T. Minh-ha) sowie ein Dokumentarfilm von Sana na N'Hada aus den Anfangsjahren des unabhängigen Guinea-Bissau legen filmhistorische Fährten für die Diskussion.

mai 2014, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! im Mai

Nach "Les parapluies de Cherbourg" präsentiert Miss Vaginal Davis am 25.5. erneut einen Film von Jacques Demy: UNE CHAMBRE EN VILLE (Ein Zimmer in der Stadt, F 1982). Der Regisseur selbst nannte den Film, in dem alle Dialoge gesungen werden, eine "musikalische Tragikomödie". Während des Werftarbeiterstreiks in Nantes 1955 verlieben sich ein junger Arbeiter und die verheiratete Tochter einer mittellosen Baronin ineinander. So wie der Film mit einer Konfrontation zwischen Streikenden und Polizisten beginnt und schließt, so blutig endet die unstandesgemäße Liebesbeziehung.

mai 2014, living archive

Der filmische Nachlass von Gadalla Gubara

Schon zum zweiten Mal konnte das Arsenal – Institut für Film und Videokunst mit Mitteln des Auswärtigen Amtes ein Projekt zum Erhalt eines Filmbestands realisieren: Der filmische Nachlass des sudanesischen Filmemachers Gadalla Gubara (1920–2008). Gadalla Gubara war über 50 Jahre als Regisseur von Spielfilmen und als Dokumentarist tätig. Bis zu seinem Tod betrieb er das erste private Filmstudio in Khartum: das Studio Gad. Vor dem Hintergrund fehlender technischer und finanzieller Mittel, sowie prekärer Lagerbedingungen drohte dieses Filmerbe durch den fortschreitenden Materialzerfall verloren zu gehen. Mit der Förderung durch das Auswärtige Amt im Kulturerhalt-Programm wurde die Digitalisierung der Filme im Herbst 2013 in Berlin ermöglicht. Bereits im Jahr 2012 konnte im Rahmen des Projekts "Animated Archive" der Archivbestand des nationalen Filminstituts in Guinea-Bissau (INCA – Instituto Nacional de Cinema e Audiovisual) digitalisiert werden.

märz 2014, living archive

Visionary Archive: It all depends #2

Wiederbegegnungen mit dem afrikanischen Kino in gemeinsamen Filmsichtungen sind zentraler Bestandteil des translokalen Rechercheprojekts Visionary Archive. Am 30.3. sind vier südafrikanische Künstler zu Gast, die zur gleichen Zeit resident artists des Performance-Projekts "On Fire" von Constanza Macras/Dorky Park in Berlin sind. Die Filme MUEDA, MEMORIA E MASSACRE (Mosambik 1979), COME BACK, AFRICA (Südafrika/USA 1958) und MATSOGO (Südafrika 2013) sollen assoziative Zugänge eröffnen, um mit Lucky Kele, Mmakgosi Kgabi, Zanele Muholi, Mamela Nyamza und Lerato Shadi über Körperpolitiken und Geschichtsarbeit zu diskutieren und über die Rolle von performativen Kunstformen in der "Vielfalt der Einzigartigkeit" (A. Mbembe) im südlichen Afrika. (th)

februar 2014, living archive

Living Archive: "Ghashiram Kotwal"

Schon zum zweiten Mal präsentieren wir im Rahmen des Forums und anschließend am 25.2. im Arsenal einen früheren Forums-Beitrag: GHASHIRAM KOTWAL (Indien 1977) ist ein Film der Yukt Film Cooperative unter der Regie von K. Hariharan und Mani Kaul, basierend auf dem gleichnamigen, damals sehr erfolgreichen Theaterstück des Autors Vijay Tendulkar. Er kombiniert Stilelemente des Theaters mit experimentellem Film und behandelt die Politik der Peshwa/Maratha-Epoche in den letzten Jahren ihrer Krise. GHASHIRAM KOTWAL konnte mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Botschaft Neu Delhi digitalisiert und in der Arsenal Edition auf DVD veröffentlicht werden.

januar 2014, living archive

"A Day’s Pleasure, Behind the Screen" – Eine filmkuratorische Performance von Clemens von Wedemeyer

Die Premiere von Clemens von Wedemeyers Spielfilm MUSTER (D 2012, 18.1. im Kino Arsenal) haben wir zum Anlass genommen, ihn einzuladen, sich in der Sammlung des Arsenal umzusehen und haben ihm für einen Tag unsere beiden Kinos inklusive Foyer zur Verfügung gestellt. Entstanden ist das Programm A DAY’S PLEASURE, BEHIND THE SCREEN, das wir am 19. Januar präsentieren. "Wie wäre es, wenn man in einem Multiplex-Kino die Wände zerschlagen würde, wenn sich die Besucher ganz unterschiedlicher Filme vermischen würden, um gemeinsam getrennte Filme zu sehen? Das Experiment: Zwei komplementäre Programme werden parallel gezeigt, und der Besucher darf mit demselben Ticket zwischen ihnen frei wählen und flanieren. Das heimliche Herausgehen aus dem Kino, das störende Türenschlagen wird hier zu einem Teil der gemeinsamen zerstreuten Performance. Das kuratierte Marathon-Programm kann an diesem Tag, wie bei einem Filmfestival, nur zu einem Teil gesehen werden. Ein anderer Teil wird immer verpasst. Die Inspiration gaben zwei Filme von Charlie Chaplin: A DAY’S PLEASURE und BEHIND THE SCREEN." (Clemens von Wedemeyer)

november 2013, living archive

Öffentliche Sichtung: Das erste internationale Frauenfilmseminar

Vor genau 40 Jahren, im November 1973, fand im alten Arsenal in der Welserstraße sowie in der gegenüberliegenden Grundschule das erste internationale Frauenfilmseminar statt. Organisiert haben es die Filmemacherinnen Claudia von Alemann und Helke Sander. Sie stellten 45 Filme aus sieben Ländern vor, was einer Pionierinnenarbeit gleichkam, und luden 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die in Frauengruppen aktiv waren. Hinzu kamen Frauen, die in den Medien arbeiteten und durch das Seminar/Festival erstmalig beginnen konnten, ein Netzwerk aufzubauen. Das gleiche galt für Filmemacherinnen. Die meisten Vorführungen waren Erstaufführungen, und so konnte das Ereignis auch als weltweit erstes Frauenfilmfestival mit Filmen von und über Frauen gewertet werden. Vorher hatte es noch kein Frauenfilmfestival in diesem Ausmaß gegeben. Doch im Vordergrund stand die Etablierung eines öffentlichen Diskurses. In dieser Hinsicht hatte die Veranstaltung Modellcharakter und wurde in den folgenden Jahren in vielen Städten, z. B. in Frankfurt und München (hier organisiert von Angela Haardt) in veränderter Form wiederholt und weiter geführt. Die Themen, die behandelt wurden, lauteten "Frauen im Arbeitskampf, Frauen in der Darstellung der Medien, Frauen und der Paragraph 218, Sexualität, Rollenverhalten, Frauenbewegung in Europa und den USA". Eingeladen wurden Filme aller Längen und Genres, die diese Themen in kritischer Weise aufgriffen. Bereits 1993 nahmen das Arsenal, der Verein "Blickpilotin", sowie die Gruppe "Übung am Phantom" das Ereignis nach einer Distanz von 20 Jahren erneut in Augenschein. Auch Angela Melitopoulos thematisierte es in ihren "Möglichkeitsraum"-Veranstaltungen am HKW und im Arsenal. Inzwischen sind vier Jahrzehnte vergangen.

Wir laden ein, am Sonntag, den 10. November die 28 größtenteils kurzen Filme erneut anzusehen, die seit 1973 in der Sammlung des Arsenals verblieben sind. Claudia von Alemann und Helke Sander sowie Angela Melitopoulos und Stefanie Schulte Strathaus führen durch das Tagesprogramm und diskutieren es mit dem Publikum und einigen Teilnehmerinnen der Veranstaltung vom November 1973.

oktober 2013, living archive

Ian White (1971-2013)

Mit großer Trauer haben wir die Nachricht vom Tod unseres Freundes, Kollegen und Living Archive Teilnehmers Ian White erhalten, der am Samstag, den 26. Oktober im Alter von 41 Jahren in London verstorben ist.

Ian White war Kurator, Autor, Künstler und Lehrer. In seiner jahrzehntelangen Verbindung mit der Londoner Filminstitution LUX hat er zahlreiche Projekte initiiert, kuratiert und organisiert, zuletzt das Associate Artist Programme. Als Jurymitglied und Kurator war er regelmäßig zu Gast bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen. Außerdem hat er für die Whitechapel Gallery und die Frieze Kunstmesse gearbeitet.

Dem Arsenal war Ian White seit einer dreimonatigen Kuratorenresidenz in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD, die er in unserem Haus verbrachte, eng verbunden. Im Rahmen seines Aufenthalts kuratierte er im Jahr 2009 das Projekt "It's Not The Homosexual Who Is Perverse, But The Situation in Which He Lives: Art, Cinema, Context Now“. Darin untersuchte er die Verbindungen zwischen künstlerischer und kuratorischer Praxis – zwischen der Filmpräsentation und ihrem Kontext. Das Projekt wurde zu einer großen Inspiration für das Konzept von "Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart".

oktober 2013, living archive

Öffentliche Sichtung im Oktober: "Take it Like a Man, Madam!"

Am 9. Oktober findet die nächste Öffentliche Sichtung mit dem Film TA' DET SOM EN MAND, FRUE! (Nehmen Sie es wie ein Mann, Madame!, Dänemark 1975) statt, eine Arbeit des Kollektivs "Rote Schwester" (Mette Knudsen, Elisabeth Rygaard, Li Vilstrup). Der Film wurde im Jahr 1975 im Rahmen des Internationalen Forum des Jungen Films präsentiert und handelt von Ellen Rasmussen, einer 50-jährigen Frau aus der Mittelklasse, Hausfrau in einer Durchschnittsehe. Sie trinkt und weist sämtliche Symptome der bekannten Hausfrauenneurose auf. Plötzlich hat sie einen Traum, in dem die Geschlechterrollen vertauscht sind.

Wir freuen uns sehr, Erika Gregor im Kino Arsenal begrüßen zu dürfen und mit ihr den Film zu diskutieren.

september 2013, living archive

Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!

In diesem Monat präsentiert Vaginal Davis einen indischen Film von 1977: AGRAHARATHIL KAZHUTHAI (Ein Esel im Brahmanendorf) Indien 1977) ist das bekannteste Werk des Avantgarde-Filmemacher John Abraham, einer eigenwilligen Figur in der indischen Kinogeschichte. In allegorischer und satirischer Form erzählt er die Geschichte von einem Esel, der eines Tages in einem Brahmanendorf eintrifft. Zum Entsetzen der Dorfbevölkerung wird er von einem Professor adoptiert. In der Form einer Fabel über Schuld und Unschuld formuliert Abraham Kritik an Intoleranz und Aberglauben unter den Brahmanen. (22.9., wie immer gefolgt von Drinks und Musik.)

september 2013, living archive

"El golpe"

Der Militärputsch unter Führung Augusto Pinochets vom 11. September 1973 setzte dem Versuch eines demokratischen Sozialismus in Chile ein gewaltsames Ende. Das Ereignis – in Chile "el golpe" genannt – jährt sich diesen Monat zum 40. Mal. Aus diesem Anlass zeigen wir am 11.9. ein von Florian Wüst kuratiertes Programm, das die ungleichen sozialen und ökonomischen Verhältnisse als Grundlage der politischen Auseinandersetzungen im Chile der frühen 70er Jahre thematisiert. REPORTAJE A LOTA dokumentiert die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Kohlestadt Lota vor der Wahl Salvador Allendes. Peter Nestlers CHILEFILM analysiert die lange Geschichte der imperialistischen Ausbeutung und des Klassenkampfs in Chile. Die Situation unmittelbar nach dem Putsch beschreibt CONTRA LA RAZON Y POR LA FUERZA: Santiago im Kriegszustand, die Villenviertel beim Feiern, die Arbeitersiedlungen in Trauer.

september 2013, living archive

Öffentliche Sichtung am 10. September: "Year of the Woman"

Bild aus Year of the Women

Aufgrund des regen Interesses setzen wir das Format der Öffentlichen Sichtung ab diesem Monat fort: In den kommenden Öffentlichen Sichtungen stellen wir die Filme des "1. Internationalen Frauenfilm Seminars der BRD und Westberlins" von 1973 in den Mittelpunkt. Es wurde im Kino Arsenal in der Welserstraße abgehalten und von den Regisseurinnen Helke Sander und Claudia von Alemann organisiert. Beide werden am 10. September zu Gast sein.

Für das damals so genannte "Modellseminar", dem ähnliche Veranstaltungen in anderen deutschen Städten folgten, wurden ca. 45 Kurz- und Langfilme ausgewählt, von denen sich heute einige in unserer Sammlung befinden. Die Filme sollten vor allem der gesellschaftlichen Aufklärung und Agitation dienen. Mit dabei war der Film YEAR OF THE WOMAN von Sandra Hochman (USA 1972, OmU, 82 min), den wir als ersten Film sichten. Er wurde zuvor im Rahmen des Internationalen Forum des Jungen Films präsentiert und markiert einen Meilenstein der feministischen (Film-)Geschichte: Es ist der erste abendfüllende Film in den USA, der ausschließlich von Frauen produziert wurde. Er dokumentiert, wie sich Frauen beim Kongress der Demokratischen Partei in Miami 1972 erstmals die von Männern dominierte Politikwelt erobern. "Sandra Hochman wollte die Würde der Frauen in einem neuen Bewusstsein zeigen und hat die Absicht mit einem ausgelassenen, lustigen Film verwirklicht, in dem Scharen prominenter Persönlichkeiten auftreten, wie auch viele dezidierte Mitglieder verschiedener internationaler Frauenorganisationen", heißt es im Forumsblatt 1973. Die Liste der Mitwirkenden ist lang: Neben Betty Friedan, Flo Kennedy, German Grier oder Shirley McLaine, sind auch Norman Mailer und Warren Beatty zu sehen. Der Eintritt zur Öffentlichen Sichtung ist wie immer frei.

september 2013, living archive

Living Archive – die Fortsetzung!

Das Living-Archive-Projekt tritt in eine neue Phase. Eines der wichtigsten Ergebnisse war, überhaupt einen Eindruck von der Vielfalt der Sammlung des Arsenals zu bekommen. Was bislang hervorgebracht wurde, war die Spitze des Eisbergs.

Deshalb werden wir weiterhin Veranstaltungen von ProjekteilnehmerInnen und anderen Archivforschenden präsentieren und monatliche Öffentliche Sichtungen veranstalten. So ist die Veranstaltung "El golpe" am 11.9. eine Fortsetzung des Living-Archive-Projekts von Florian Wüst. In der Öffentlichen Sichtung am 10.9. sichten wir den Film YEAR OF THE WOMEN von Sandra Hochman. Und am 21.9. präsentiert Vaginal Davis im Rahmen ihres Living Archive Projekts "Rising Stars, Falling Stars - We Must Have Music!" einen indischen Film aus dem Jahr 1977.

Wir freuen uns auf weitere Entdeckungen mit dem Publikum, die nicht nur zu neuen filmischen Erfahrungen, sondern auch zu Digitalisierungen, Restaurierungen oder neuen Programmideen führen können.

juli 2013, living archive

DVD-Veröffentlichungen im Rahmen von Living Archive

Im Rahmen des Projekts "Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart" sind fünf neue DVD-Titel in der 451/Arsenal-Edition erschienen: Laura Mulvey und Peter Wollens Avantgardefilme RIDDLES OF THE SPHINX und AMY! (GB 1976/77 & 1980), Deepa Dhanrajs film-politische Pionierarbeit KYA HUA IS SHAHAR KO? (What Has Happened to this City?, Indien 1986), Philip Scheffners THE HALFMOON FILES und DER TAG DES SPATZEN (D 2007 & 2010), eine DVD mit Klassikern des Queer Cinema von Sheila McLaughlin und Lynne Tillman (INSIDE OUT, COMMITTED und SHE MUST BE SEEING THINGS, USA 1976–84) sowie das filmische Gesamtwerk der Berliner Filmemacherin, Fotografin, Netzwerkerin, Geschichten- und Bildersammlerin Riki Kalbe mit insgesamt 15 Filmen von 1976–98. Vom 2. bis 7. Juli werden die Filme im Arsenal gezeigt (Termine unter kino arsenal / Programm).

juni 2013, living archive

Living Archive – Der Katalog

Der Katalog zeigt einen neuen einzigartigen Zugang zum Archiv des Arsenal – Institut für Film und Videokunst auf, der neue Maßstäbe im Umgang mit einer Filmsammlung setzt. 37 KünstlerInnen, PerformerInnen, KuratorInnen und WissenschaftlerInnen wurden eingeladen, eigene Perspektiven im Umgang mit dem Archiv zu entwickeln, Projekte zu realisieren und zu präsentieren. Zwei Jahre lang war das Arsenal-Archiv Ausgangspunkt für den multiperspektivischen Zugang der TeilnehmerInnen aus USA, Indien, Südafrika, Israel, Brasilien, Jordanien, Großbritannien und Deutschland, das eine unerschöpfliche Vielfalt an Projekten hervorbrachte: Retrospektiven sowjetischer, chilenischer, spanischer und kubanischer Filme; die Aufarbeitung der Werke zweier Berliner KünstlerInnen Riki Kalbe und Ludwig Schönherr; ein Kino der Dekolonisierung; eine Querschnittanalyse zum Jahr 1978; Keywording – die Bedeutung von Verschlagwortung für das Funktionieren eines Archivs, eine Kinoarchäologie oder ein Programm zur filmischen Auseinandersetzung mit nationalen Identitäten.

juni 2013, living archive

Großes Abschlussfestival vom 4.–30. Juni

Vom 4.–30. Juni feiern wir mit dem Abschlussfestival des Projekts "Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart" gleichzeitig den 50. Geburtstag des Arsenals. Alle beteiligten KünstlerInnen, Filmschaffenden, PerformerInnen, MusikerInnen, KuratorInnen und WissenschaftlerInnen sowie die vier StipendiatInnen des Goethe-Instituts aus Indien, Südafrika, Jordanien und Brasilien stellen ihre jeweiligen Arbeiten und Projekte vor: Vor uns liegt ein ganzer Monat mit Filmprogrammen, Soundarbeiten, Ausstellungen, Performances, Einführungs- und Diskussionsveranstaltungen. Ein Festivalpass, der zu allen Veranstaltungen im Kino Arsenal sowie zur Ausstellung in den KW berechtigt, ist für 50 Euro an der Kinokasse erhältlich. Ebenfalls dort erhältlich ist ein Katalog mit Texten aller ProjektteilnehmerInnen (herausgegeben von b_books, 17 x 24,5 cm, 288 Seiten, 4-farbig, € 25).

juni 2013, living archive

Family Affairs 

Dorothee Wenners in Zusammenarbeit mit Erika und Ulrich Gregor im Rahmen von Living Archive entstandenes Projekt "Family Affairs" ist eine persönliche, fast private – und doch hoffentlich aufschlussreiche – Sammlung von Geschichten über einzelne Filme im Archiv des Arsenal, die irgendwann im Forum zu sehen waren, als Ankäufe, Schenkungen oder über andere Kanäle nach Berlin gelangten. Tatsächlich sind und waren es oft Zu- und Glücksfälle, geschmackliche Präferenzen, politische Überzeugungen einzelner Personen, (film)-historische Konstellationen, finanzielle Rahmenbedingungen oder geschickte Schachzüge, die den Weg einzelner Filme in das Archiv geebnet, ermöglicht haben. Zum 50. Geburtstag präsentieren wir die erste Serie dieser "netflicks" im Foyer des Arsenal sowie auf unserer Webseite.

juni 2013, living archive

Publikationen im Rahmen von Living Archive

Im Rahmen des Projekts Living Archive entstehen zahlreiche Publikationen. Neben dem Katalog bereits erschienen sind "Rising Stars, Falling Stars" zu Vagnial Davis' Reihe im Kino Arsenal und elf Bücher unter dem Projekttitel "KEYwording". In Kürze ist die Publikation "NOW! Extended" erhältlich. Madhusree Dutta und Ines Schabers Projekt „KEYwording – Notes on Enculturation of Words and Word Practice within the Image Archive" setzt sich mit der Bedeutung von Verschlagwortung und Annotation für das Funktionieren eines Archivs auseinander. Das Arsenal hat die Konvention der Stichwortsuche aufgegeben, da "standardisierte Kategorien viele der im Archiv vertretenen filmischen Formen nicht erfassen können." Inspiriert von dieser Aussage, versucht das Projekt einen kulturenübergreifenden Dialog über den Gebrauch von Worten in Theorie, Praxis, Gemeinschaft und Aktion im Kontext zeitgenössischer Kulturproduktion zu führen.

juni 2013, living archive

Living Archive für Kinder, mit Kindern

Was kann ich sehen, wenn ich einen Filmstreifen in den Händen halte? Wie finde ich einen Film im Filmarchiv? Welche Bilder bleiben mir von einem Kurzfilmprogramm im Gedächtnis? Mehr als 200 Grundschüler aus Berlin haben Einblicke in die Filmsammlung des Arsenals genommen. Im Archiv haben die Kinder auf spielerische Weise Filmprogramme aus kurzen, meist experimentellen Filmen zusammengestellt. Ihre Filmerinnerungen haben sie in einer Zeichnung festgehalten.

In einer Ausstellung im Roten Foyer und drei Kinoveranstaltungen für Familien und Schulen am 9., 11. und 13. Juni stellt Stefanie Schlüter unter dem Titel Living Archive für Kinder, mit Kindern die Ergebnisse vor. Gezeigt werden Filme, Filmprogramme, Filmzeichnungen und Live-Vertonungen aus Kinderhand. Unterstützt wurde das Projekt durch die FilmemacherInnen Ute Aurand, Robert Beavers, Milena Gierke und die Stummfilmpianistin Eunice Martins.

mai 2013, living archive

Living Archive: Endspurt

Living Archive ist im (vorläufigen) Endspurt. Im gesamten Monat Juni werden wir im Arsenal und in den KW Institute for Contemporary Art alle Projekte vorstellen. In den vergangenen zwei Jahren wurden ca. 1100 Filme aus der Sammlung des Arsenals gesichtet. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben aus ihrer Beschäftigung damit heraus neue Filme gedreht, Installationen, Performances und Soundarbeiten entwickelt, mit Studierenden gearbeitet, Interviews geführt, Bücher und DVDs publiziert. All das und mehr wird vier Wochen lang Thema sein, beginnend am 4.6. Weil das ein wahres Fest wird, feiern wir damit auch gleich das 50. Jubiläum des Arsenal – Institut für Film und Videokunst (save the month!). Wir sind rund um die Uhr mit den Vorbereitungen beschäftigt, deshalb wird es im Mai keine Living-Archive-Veranstaltung mehr geben, außer natürlich Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!. Vaginal Davis stellt in diesem Monat BROADWAY MELODY OF 1940 vor. Außerdem eröffnen wir unsere Sichtungsstation im "Studiolo" des KW – Institute for Contemporary Art mit einer Reihe von Filmen, die im Rahmen von Living Archive entdeckt oder wieder entdeckt wurden.