Terrence Malick (*1943) ist eine singuläre Erscheinung innerhalb der amerikanischen Filmindustrie, ein Autor par excellence, der seine Drehbücher selbst verfasst, Auftragsarbeiten kompromisslos ablehnt und Filme nur realisiert, wenn ihm die absolute künstlerische Kontrolle über ein Projekt sicher ist. Seit seinem Debüt BADLANDS (1973) hat er insgesamt sechs Filme gedreht. Wir nehmen das Erscheinen eines neuen Buches über Malick (Dominik Kamalzadeh, Michael Pekler: Terrence Malick, Schüren Verlag) und den Start seines aktuellen Films "To the Wonder" Ende Mai zum Anlass, vom 12.-31. Mai die bisherigen fünf Regiearbeiten und ein Malick-Porträt zu zeigen – in zum Teil neuen Kopien.
Living Archive ist im (vorläufigen) Endspurt. Im gesamten Monat Juni werden wir im Arsenal und in den KW Institute for Contemporary Art alle Projekte vorstellen. In den vergangenen zwei Jahren wurden ca. 1100 Filme aus der Sammlung des Arsenals gesichtet. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben aus ihrer Beschäftigung damit heraus neue Filme gedreht, Installationen, Performances und Soundarbeiten entwickelt, mit Studierenden gearbeitet, Interviews geführt, Bücher und DVDs publiziert. All das und mehr wird vier Wochen lang Thema sein, beginnend am 4.6. Weil das ein wahres Fest wird, feiern wir damit auch gleich das 50. Jubiläum des Arsenal – Institut für Film und Videokunst (save the month!). Wir sind rund um die Uhr mit den Vorbereitungen beschäftigt, deshalb wird es im Mai keine Living-Archive-Veranstaltung mehr geben, außer natürlich Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!. Vaginal Davis stellt in diesem Monat BROADWAY MELODY OF 1940 vor. Außerdem eröffnen wir unsere Sichtungsstation im "Studiolo" des KW – Institute for Contemporary Art mit einer Reihe von Filmen, die im Rahmen von Living Archive entdeckt oder wieder entdeckt wurden.
Ab sofort neu in unserem Verleihprogramm: LEVIATHAN (USA/GB/F 2012) von Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel. Ein Jahr verbrachten die beiden Filmemacher mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer. Das Porträt der Fischereiarbeit, das daraus hervorging, steht in der alten Tradition, Fischerleute als Motiv für Bilder zu benutzen. Und dennoch widersteht der Film jedweder Romantisierung und dem Anthropozentrismus, die oftmals mit dieser Tradition einhergehen. Er evoziert vielmehr eine weniger emotionale Beziehung zwischen Mensch und Ozean sowie eine in ästhetischer und ontologischer Hinsicht gleichwertige Gewichtung von Humanem, Ökologischem und Industriellem. In den gleichen Gewässern, in denen Melvilles Schiff Pequod Moby Dick jagte, fängt LEVIATHAN den Zusammenprall von Mensch, Natur und Maschine ein. Mit einem Dutzend Kameras gedreht – die angebunden und herumgeschleudert sowie von Fischer zu Filmemacher gereicht wurden – entsteht das Porträt eines der ältesten Unterfangen des Menschen. Ab 23. Mai im Kino – in Berlin im fsk-Kino, der Brotfabrik sowie am 23. & 25.5. bei uns im Kino Arsenal. Zum Kinostart am 23.5. zeigen wir als besonderes Highlight die Sechs-Stunden-Fassung CANST THOU DRAW OUT LEVIATHAN WITH A HOOK? HE MAKETH A PATH TO SHINE AFTER HIM; ONE WOULD THINK THE DEEP TO BE HOARY. Beide Fassungen waren im diesjährigen Programm von Forum Expanded zu sehen.
Anlässlich unseres anstehenden 50. Geburtstags und des "Relaunches", den Ellen Blumenstein, neue Chefkuratorin der KW – Institute for Contemporary Art als erstes Projekt dort präsentiert, freuen wir uns, den Beginn einer neuen Kooperation ankündigen zu können. Im "Studiolo" der KW richtet das Arsenal einen Sichtungsplatz ein, an dem Besucher ausgewählte Filme und Videoarbeiten ansehen können. Wir beginnen mit einer Auswahl gesichteter und digitalisierter Filme aus dem Living-Archive-Projekt, sowie einem Programm zum KW-Relaunch. Parallel eröffnen die KW in Form einer Vitrine eine permanente Präsenz im Foyer des Arsenals. Doch zunächst stellen wir uns gegenseitig öffentlich vor: Am 13.5. im Arsenal und am 28.5. in den KW.
Was bedeutet 16mm, 35mm und 70mm? Wie kommt der Ton zum Bild? Was ist und wozu dient ein Kasch? Wie funktioniert eine Überblendung? Und was passiert, wenn auf der Leinwand das Bild stehen bleibt und dahin schmilzt? Das Arsenal lädt all jene, die sich dafür interessieren, wie die Bilder auf die Leinwand kommen, zu einem Blick hinter die Kulissen in den "Offenen Vorführraum" ein. Bei einem Rundgang durch die Bildwerferräume erklärt unser Vorführer Bodo Pagels Filmformate, Projektoren und Vorführtechniken, er zeigt, wie ein Film in den Projektor eingelegt wird und führt kenntnisreich in die Geheimnisse der Vorführkunst ein. Selbstverständlich beantwortet er gerne alle Fragen zur Kinotechnik und orientiert seine Führung nach Möglichkeit auch an den Interessen und Wünschen der BesucherInnen. Der nächste Termin ist am Samstag, 18. Mai um 16 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten.
Wir freuen uns sehr, ab sofort Eva Heldmanns FREMD GEHEN. GESPRÄCHE MIT MEINER FREUNDIN auf unserem Video-on-Demand-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. FREMD GEHEN. führt in eine Subkultur: in fremde Welten und auf fremdes Territorium. Auf der Suche nach Sex und Vergnügen begibt sich Eva Heldmanns Freundin Annette auf erotische Streifzüge durch Clubs und Kasernen der amerikanischen Armee in Frankfurt und Umgebung. Die Offenheit und provozierende Direktheit, mit der eine Frau über ihre sexuelle Lust spricht, und der Exhibitionismus, mit dem sich die deutsche Akademikerin an der Seite von schwarzen GIs vor der Kamera inszeniert, erhellt eine Seite weiblicher Lust, die nur wenig dargestellt ist. Durch Annettes neugieriges erotisches und waches Verhalten, ihren spezifischen und auch "unverschämten" Blick verändert und verkehrt sich die Perspektive auf eine Kasernen- und Männerwelt. Ihre Gefühle sind ambivalent: einerseits verführt sie der Charme, die Unverhohlenheit und Direktheit der Männer, das offensichtliche Begehrtwerden unabhängig von "Stand" und "Alter", gleichzeitig sind die Beziehungen die in den Militärclubs entstehen meist von Unverbindlichkeit, Flüchtigkeit und Fremdheit geprägt.
End After 9 George Maciunas 1966 16 mm 1 min
Negative Man Cathy Joritz 1985 16 mm 2 min
Free Radicals Len Lye 1958 16 mm 5 min
Cameras Take Five Steven Woloshen 2003 35 mm 3 min
Film No. 3 (Interwoven) Harry Smith 1947–49 35 mm 3 min
Eye Myth Educational Stan Brakhage 1972 16 mm 2 min
Chicago Jürgen Reble 1996 16 mm 12 min Blutrausch – Bloodlust Torsten Fleisch 2000
16 mm 4 min
Capsicum Deborah Phillips 2008 16 mm 11 min
Girl from Moush Gariné Torossian 1993 16 mm 5 min Kröten Milena Gierke 1997 S8 6 min
Fuses Carolee Schneemann 1965–68 16 mm 22 min To the Beat Thad Povey 2006 16 mm 7 min
Angel Recovered Ian Helliwell 2003 Beta SP 3 min China Girl Cécile Fontaine 2010 HDV 6 min
Weissfilm Birgit und Wilhelm Hein 1977 16 mm 5 min
Shorts 1972–85:
Pierre Vallières, Solidarity, A & B in Ontario, Birds at Sunrise 16 mm ca. 70 min
*Ginger e Fred Ginger und Fred Federico Fellini
I / F / BRD 1985 Mit Giulietta Masina, Marcello Mastroianni 35 mm OmU 126 min