august 2017, transfer

Analog-Workshop

Je mehr wir uns dem Erhalt und der Neuentdeckung und -belebung von Archivfilmen widmen, desto mehr müssen wir Sorge tragen, dass es auch künftig ausreichend Kompetenz im Umgang mit analogem Filmmaterial gibt.

Aus diesem Grund bieten wir vom 18.-23. August erstmalig einen sechstägigen Analog-Workshop an. Arsenal-Mitarbeiter*innen und Partner*innen begleiten die Teilnehmer*innen von der Herstellung eines 16-mm-Films über seine Digitalisierung bis hin zur Projektion im Kino und geben Einblicke in die Archivierung und Pflege von Kopien. Der letzte Tag dient der Archivsichtung.

Der Workshop gibt Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche und enthält gleichermaßen Theorie- und Praxisteile, in denen Grundlagen vermittelt werden. Ab 2019 bietet das Arsenal vertiefende Workshops in den einzelnen Bereichen an.

august 2017, transfer

Arsenal Summer School: Curating the Archive

Die diesjährige Summer School mit dem Titel "ONE PLUS ONE. Curating the Archive" findet vom 24. bis 26. August im silent green Kulturquartier und im Kino Arsenal statt und widmet sich den Themen Digitalisierung, Restaurierung und Langzeitarchivierung, die das Arsenal derzeit sehr beschäftigen.

Die Zeit ist knapp, da analoge Filme vom Zerfall bedroht sind, und die Kosten sind hoch, so dass in der Regel für jede Maßnahme erst einmal eine Finanzierung gefunden werden muss. Trotz dieses Handlungsdrucks darf nicht übersehen werden, dass zu einem nachhaltigen Umgang mit Filmgeschichte auch das kollektive Gedächtnis beiträgt. Filme leben in der Erinnerung derjenigen weiter, die sie gesehen haben. Die Art und Weise, wie sich dabei ein Film ins Gedächtnis einprägt, steht in enger Verbindung mit den Bedingungen der Rezeption: Wann, wie und unter welchen Umständen wurde der Film gesehen? Welche anderen Filme oder filmischen Ereignisse haben seine Vorführung gerahmt?

One Plus One: Die Summer School 2017 geht davon aus, dass ein Archivfilm nur in Bezug auf die Gegenwart Bedeutung haben kann und nicht losgelöst von der konkreten Aufführungssituation erinnert wird. In den Beiträgen und Workshops geht es deshalb um die Praxis des Kuratierens: Wie schaffe ich Wahrnehmungsräume für Archivfilme, in denen die Filmgeschichte zu einer Erfahrung der Gegenwart werden kann? Wie kann die Aufführungspraxis zur Gedächtnisbildung und damit zu Prozessen der Archivierung beitragen?

april 2017, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #12

Das nächste Arsenal Filmatelier "Stadt-Rhytmen" für Kinder ab 8 Jahren findet am 30. April unter Anleitung von Anna Faroqhi und Haim Peretz statt.

Die Stadt als Lebensort ist ein beliebtes filmisches Motiv. Mal wird sie freundlich, oftmals feindlich und ablehnend gezeigt, fast immer fasziniert sie. In vier kurzen Filmen zeigt sich, wie unterschiedlich Stadtporträts sein können und wie die Bewegung der Stadt eingefangen wird. In VORMITTAGSSPUK (Hans Richter, Deutschland 1928) machen sich Objekte (Hüte, Tassen, Kragen usw.) selbständig und rebellieren gegen den Menschen und die alltägliche Routine. Hans-Jürgen Pohland erzählt in SCHATTEN (BRD 1960) eine Stadt über Lichter und Dunkelheit. WOCHENENDE (Walter Ruttmann, Deutschland 1930) fügt aus gefundenem Tonmaterial eine eigene Erzählung der Großstadt Berlin zusammen. Ähnliches wird in DIE SPRACHE DER STADT (2016) versucht: 15 Kinder machten sich mit einer Kamera auf die Suche nach dem Geschehen, das sich ihnen an einem Nachmittag bot. Anschließend gibt es die Gelegenheit, eigene Stadtpanoramen für ausdrucksvolle Schattenbilder zu erstellen.

april 2017, transfer

"Offener Vorführraum" am 29. April

Vorführraum des Arsenal

Was bedeutet 16mm, 35mm und 70mm? Wie kommt der Ton zum Bild? Was ist und wozu dient ein Kasch? Wie funktioniert eine Überblendung? Und was passiert, wenn auf der Leinwand das Bild stehen bleibt und dahin schmilzt? Das Arsenal lädt all jene, die sich dafür interessieren, wie die Bilder auf die Leinwand kommen, zu einem Blick hinter die Kulissen in den "Offenen Vorführraum" ein. Bei einem Rundgang durch die Bildwerferräume erklärt unser Vorführer Bodo Pagels Filmformate, Projektoren und Vorführtechniken, er zeigt, wie ein Film in den Projektor eingelegt wird und führt kenntnisreich in die Geheimnisse der Vorführkunst ein. Selbstverständlich beantwortet er gerne alle Fragen zur Kinotechnik und orientiert seine Führung nach Möglichkeit auch an den Interessen und Wünschen der BesucherInnen. Der nächste Termin ist am Samstag, den 29. April um 16 Uhr. Um Anmeldung im Voraus wird gebeten.

märz 2017, transfer

Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #11

Das nächste Arsenal Filmatelier findet am 26. März statt und umfasst ein Kurzfilmprogramm mit Klangwerkstatt für Kinder ab 8 Jahren.

Was klingt, kratzt, raschelt da im Film? Bereits zur ersten öffentlichen Filmvorführung im Jahr 1895 wurden die Filme von Klängen und Musik begleitet. Bevor wir eigene Klangexperimente machen und gemeinsam Ideen für einen Soundtrack zum Film HORSE OVER TEA KETTLE erfinden und live spielen, entdecken wir, was in sieben Kurzfilmen zu sehen und zu hören ist: FLUKE von Emily Breer (USA 1985) reist durch die Luft. HORSE OVER TEA KETTLE (USA 1962) von Robert Breer lässt Farben und Formen fliegen und in LIGHTS (Marie Menken, USA 1965) wirbeln Lichter durch die Nacht. Len Lyes RHYTHM (USA 1957) lässt Maschinen tanzen und in 4000 FRAMES – AN EYE-OPENER FILM (Arthur & Corinne Cantrill, AUS 1970) beschleunigen sich die Bilder zu einem Sog. Gunvor Nelson lässt uns in MY NAME IS OONA (USA 1981) einem Mädchen lauschen. In Georges Méliès' LE TONNERRE DE JUPITER (Frankreich 1903) hat Jupiter unerwartete Probleme mit dem Donner.

februar 2017, transfer

Think Film No. 5: Archival Constellations

Unter dem Titel "Archival Constellations" findet im Rahmen von Forum Expanded am 16. Februar die fünfte Ausgabe von Think Film statt. Tagungsort ist das silent green Kulturquartier in der Gerichtstraße 35 im Wedding. Präsentiert werden acht Archivpräsentationen, drei Archivbesuche und eine Performance.

Welche Rolle spielt der Ort eines Archivs, sei es als Schutzraum, Verwahrungsort, Produktionsstätte, aber zuweilen auch als Gefahrenzone? Archive können sich in Bewegung setzen, sie können neue Verbindungen eingehen, die sie zum Leben erwecken. So befinden sich im Filmarchiv des INCA (Instituto Nacional de Cinema e Audiovisual) in Guinea-Bissau auch Filme der ehemaligen Sowjetunion und so gelangten Werke der Schule des wissenschaftlichen Films in Kiew in einen zeitgenössischen Kunstkontext. Die Archivbesuche führen in die Ausstellung von Amos Gitai bei SAVVY Contemporary sowie in das Filmarchiv des Arsenal - Institut für Film und Videokunst, wo auch Konzertmitschnitte (u.a. von Einstürzende Neubauten, Malaria, Nick Cave) aus dem West-Berlin der 1980er Jahre zu sehen sind, die aus dem Archiv von !K7 stammen. Den Abschluss des Tages bildet eine Spezialausgabe der Serie "Rising Stars, Falling Stars", in der Ms. Vaginal Davis, Archivarin und Performerin, eine kleine 16mm-Ausgrabung präsentiert.

Alle Vorträge, Diskussionen und Präsentationen finden auf Englisch statt.

februar 2017, transfer

Großes Kino, kleines Kino #10

Am 26. Februar präsentieren Ute Aurand und Robert Beavers ein Programm für Kinder ab sieben Jahren. Es beginnt und endet mit Musik, die Mut macht. THE SUN'S GONNA SHINE (USA 1975) heißt Les Blanks Film, in dem der Bluesmusiker Lightnin' Hopkins erzählt, wie er im Alter von acht Jahren beschloss, nicht mehr Baumwolle zu pflücken, sondern zu singen. In SOMMERREGEN (Deutschland 1995) filmte der achtjährige Franz von Lucke Alltägliches im Garten und Zauberkunststücke auf dem Spielplatz. DOKTOR DOLITTLE UND SEINE TIERE (Deutschland 1928) ist ein Scherenschnittfilm der berühmten Lotte Reiniger mit vielen Affen. NEW YORK NEAR SLEEP FOR SASKIA (USA 1972) von Peter Hutton, ein Schwarz-Weiß-Film ohne Ton, überrascht durch seine Montage. Theo Thiesmeiers MY LINE (Deutschland 2000) ist ein Musikclip mit seinem Sohn Ernie.

januar 2017, transfer

Schulkino: Zukunft der Erinnerung

Im Rahmen der Schulkinoreihe zur filmischen Erinnerung an den Holocaust bieten wir im Januar zwei Programme für Schulklassen im Arsenal an:

Debbie Goodsteins Filme VOICES FROM THE ATTIC (USA 1988) und ECHOES FROM THE ATTIC (USA 2015, 23. & 24.1.) umkreisen den Dachboden im polnischen Urzejowice, auf dem das Ehepaar Grocholski 16 Mitglieder der Familie der Regisseurin vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten versteckte. Im Abstand von 25 Jahren reiste Goodstein zwei Mal nach Polen, um mehr über die Geschichte ihrer Familie und die ihrer Retter zu erfahren.

WAS BLEIBT (Gesa Knolle, Birthe Templin, D 2008, 25. & 26.1.) thematisiert die innerfamiliäre Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Durch die Montage entstehen Dialoge zwischen den Familienangehörigen einer jüdisch-deutschen KZ-Überlebenden und denen einer KZ-Aufseherin. Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 13. Januar.

Das Projekt wird gefördert von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ).

januar 2017, transfer

Großes Kino, kleines Kino #9 – Filmspiele

Nicht nur im Leben wird gespielt, sondern auch im Film. Den Auftakt dieses Filmprogramms am 22. Januar für Kinder ab fünf Jahren bildet das Schattenspiel, das Schüler_innen der Wedding-Grundschule im Filmworkshop "Licht und Farbe" des Arsenal Filmateliers hergestellt haben. Im Film SALLY (Luna Maurer & Roel Wouters, NL 2005) überwinden Murmeln die Gesetze der Schwerkraft: Im Innenraum eines Glaskastens rollen sie mühelos die Wände hoch. Der Film 33 YO-YO TRICKS (P. White, USA 1976) hält, was der Titel verspricht: Ein Yo-Yo-Champion zeigt seine Tricks, die tolle Namen wie "Spaziergang mit Hund" haben. Der stumme Film FADENSPIELE I (Detel Aurand & Ute Aurand, D 1999) lässt Gegenstände – Stöcke, Fäden, Steine und Sand – lebendig werden, als wären keine Hände im Spiel. Im Anschluss an das Filmprogramm lässt unser Gast Sebastian Holzkamp (Deutscher Yo-Yo-Vizemeister & Europameister der Junioren 2016) das Yo-Yo für euch fliegen. Bringt zum Mitmachen und Lernen von Tricks ein Yo-Yo mit! Moderation: Stefanie Schlüter

januar 2017, transfer

Word·e·scape

Sprache, Klang, Schriftbild, Live-Vertonung: Ausgehend von zwei Worten aus der Muttersprache und der neu erlernten bzw. neu zu erlernenden deutschen Sprache entwerfen Schüler_innen der Willkommensklasse an der Albert-Gutzmann-Schule unter Anleitung der vier Künstler_innen Eunice Martins, Laura Mello, Heidrun Schramm und Nicolas Wiese eigene, auf ihrer Handschrift basierende Schriftzüge, setzen sie mittels Stop-Motion-Technik in Bewegung und vertonen die kurzen filmischen Arbeiten mit Sprachklangstücken. In einer multimedialen Spoken-Word-Performance sowie in einer Ausstellung im Roten Foyer präsentieren die Schüler_innen ihre Arbeiten am 11. Januar im Arsenal.