dezember 2016, transfer

Großes Kino, kleines Kino #8: Porträts

Unter der Überschrift "6 kurze Porträts – Poetisches Kino für alle ab 7" präsentieren Ute Aurand und Robert Beavers am 11. Dezember eine Reihe von Filmen, die auf die eine oder andere Weise Porträts sind: ENVIOS 26 (Chile 2013) von Jeannette Muñoz ist das Porträt einer chilenischen Berglandschaft mit Pferden, Kindern und einem sehr alten Fotoapparat, gefilmt in Schwarzweiß und ohne Ton. Margaret Tait filmte in A PORTRAIT OF GA (USA 1952) ihre Mutter auf den Orkney-Inseln, rennend unterm Regenbogen und rauchend am Fenster. FIRST WEEKS (USA 2014) von Robert -Beavers ist das Porträt eines Babys. Ute Aurands Patenkind FRANZ (D 2011) wird älter. Alltägliche Beobachtungen von Kindern, blühenden Bäumen und alten Klöstern montiert Renate Sami in JAPAN MÄRZ 2014 zu einem zarten visuellen Gedicht; IN THE STREET (USA 1948) filmte die Fotografin Helen Levitt Mitte der 40er Jahre in Spanish Harlem in New York viele spielende Kinder und ab und zu Erwachsene.

dezember 2016, transfer

Buchpräsentation: 
Putting Rehearsals to the Test

Film, Theater und bildende Kunst nutzen die Probe als künstlerisches Format, dennoch fand sie in Kunstdiskursen bislang kaum Beachtung. Das eben erschienene Buch "Putting Rehearsals to the Text. Practices of Rehearsal in Fine Arts, Film, Theater, Theory, and Politics" untersucht die Rolle und Funktion der Probe als Methode, modus operandi, Medium und Ort der Repräsentation und Reflexion. Herausgegeben von Sabeth Buchmann, Ilse Lafer und Constanze Ruhm, wird das ästhetische und politische Potenzial der Probe auch im Hinblick auf ihre ökonomisch-ideologische Logik erörtert.

Am 20.12. findet im Kino Arsenal eine Buchpräsentation mit Filmbeispielen in Anwesenheit der Herausgeberinnen und einiger Autor_innen statt.

november 2016, transfer

CINEMA FUTURES

Im Rahmen der Konferenz "Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe" präsentiert das Arsenal am 17.11. eine Premiere: Michael Palms CINEMA FUTURES widmet sich Fragen, die mit der "digitalen Revolution" einhergehen: Stehen Filmarchive am Beginn eines dunklen Zeitalters? Droht ein Verlust des kollektiven audio-visuellen Gedächtnisses? Stirbt der Film oder verändert er sich bloß? Im Anschluß gibt es einen Werkstattbericht des ZKM und eine Podiumsdiskussion.

Die Konferenz "Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe" findet zum 6. Mal am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart statt. Die Digitalisierung des kulturellen Erbes hat große Fortschritte gemacht. Doch angesichts der rasanten Entwicklung elektronischer Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen der Nachhaltigkeit an Bedeutung.

november 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #7

Seit es das Kino gibt, spielt dort auch die Unterhaltung eine wichtige Rolle. Zum 1. Advent am 27. November werden in einer Veranstaltung für Kinder ab 8 Jahren frühe und gegenwärtige kurze Filmkomödien vorgestellt, die Lust auf mehr machen. DER NEUE SCHREIBTISCH (Karl Valentin, D 1913) zeigt die Tücken der Dingwelt vor über 100 Jahren. In THE MIDNIGHT PATROL (Die Hüter des Gesetzes, Lloyd French, USA 1933) stehen Stan Laurel und Oliver Hardy einander selbst im Weg. In der kurzen Filmkomödie DAS LICHT (Anna Faroqhi, Haim Peretz sowie Schüler_innen der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule) von 2015 wird das Kino Arsenal selbst zum Spielort. Nach der Filmvorführung basteln wir aus Haushaltsgegenständen eine optische Linse. Weißt Du, was eine Laterna Magica ist?

november 2016, transfer

Zukunft der Erinnerung: Filme von Debbie Goodstein

Als Teil des Rahmenprogramms der bundesweiten Schulkinoreihe zur filmischen Erinnerung an den Holocaust präsentieren wir in einer Abendveranstaltung am 7. November zwei Filme von Debbie Goodstein aus dem Schulfilmprogramm: VOICES FROM THE ATTIC (USA 1988) und ECHOES FROM THE ATTIC (USA 2015).

Die Großeltern, Großonkel, Mutter und Tanten der Regisseurin Debbie Goodstein überlebten den Holocaust im polnischen Urzejowice auf dem Dachboden der Familie Grocholski. 1988 reiste sie in Begleitung ihrer Tante Sally und mehrerer Cousinen nach Polen, um mehr über diese Geschichte – über die in der Familie nicht gesprochen wurde – zu erfahren. 25 Jahre später folgte die zweite Reise, in der die Familie der Retter im Mittelpunkt steht. Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ), eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Nach den Filmen führt Veronika Nahm vom Anne Frank Zentrum ein Gespräch mit der Filmwissenschaftlerin und Autorin Sonja M. Schultz, die Schulmaterial zu den Filmen erstellt hat. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum und der Stiftung EVZ.

november 2016, transfer

Bundesweite Schulkinoreihen zur filmischen Erinnerung an den Holocaust

Im Rahmen des Projekts werden bundesweit in ausgesuchten Kinos Schulkinoveranstaltungen angeboten. Der Fokus der von pädagogischen Rahmenprogrammen begleiteten Veranstaltungen liegt auf der Auseinandersetzung mit den Themen Holocaust, Faschismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus. Für die Vorführungen steht eine Auswahl von 46 Dokumentar- und Experimentalfilmen aus der Sammlung des Arsenals zur Verfügung. Die Filme aus den Jahren 1955 bis 2014 zeigen in ihrer Vielfältigkeit, wie divers sich die Diskussionen um die Darstellung des Holocaust gestalteten und gestalten. Zu sechs Filmen wurde eigens Schulfilmmaterial erstellt. In Berlin finden die Schulkinovorführungen mit Einführung und anschließender Diskussion im Kino Arsenal statt.

oktober 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #6

Seit Januar 2016 gibt es im Arsenal Filmatelier regelmäßig Filmprogramme mit begleitenden Workshops, die sich an Kinder richten. Der nächste Termin ist am 16. Oktober und richtet sich an Kinder ab 8 Jahren.

Was klingt, spricht, raschelt im Film? Seit das erste Mal im Jahr 1895 Filme gezeigt wurden, spielte man Klänge und Musik dazu. Heute werden Klänge, Stimmen, Musik und Geräusche auf der Tonspur zusammengesetzt. Bevor wir selbst mit Klängen, Sprache und Geräuschen experimentieren und Ideen für einen Soundtrack zu einer Szene aus BEHIND THE SCREEN (1916) von Charles Chaplin erfinden und live spielen, entdecken wir, was in fünf Kurzfilmen zu sehen und zu hören ist: In PACIFIC 231 (Mitry, Frankreich 1949) rauscht eine Lokomotive musikalisch durch die Welt, Menschen und Dinge verwandelt LE CHAUDRON INFERNAL (Méliès, Frankreich 1903) in unerwarteter Weise. Katzen machen im CATFILM FOR KATY AND CYNNIE (Lawder, USA 1973) die Sicht frei. Len Lye zeigt mit seinen Linien in Bewegung die Musik der Bagirmi im Tschad und bei Robert Breer zwitschert es zu A MAN AND HIS DOG OUT FOR AIR. 31 SPRÜNGE (Winkelmann, BRD 1967) erzählt davon, wie es ist, 31 Mal zu springen.

september 2016, transfer

Filmworkshop "Die Sprache der Stadt"

"Die Sprache der Stadt" ist der Titel eines zweitägigen Dokumentarfilm-Workshops für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren, den Anna Faroqhi und Haim Peretz in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bank KunstHalle und dem Arsenal am 30. & 31.8. sowie am 18. & 19.10., jeweils von 10–16 Uhr anbieten. Die Premiere der entstandenen Filme folgt am 30.10. im Kino Arsenal.

september 2016, transfer

"Offener Vorführraum" am 3. September

Vorführraum des Arsenal

Was bedeutet 16mm, 35mm und 70mm? Wie kommt der Ton zum Bild? Was ist und wozu dient ein Kasch? Wie funktioniert eine Überblendung? Und was passiert, wenn auf der Leinwand das Bild stehen bleibt und dahin schmilzt? Das Arsenal lädt all jene, die sich dafür interessieren, wie die Bilder auf die Leinwand kommen, zu einem Blick hinter die Kulissen in den "Offenen Vorführraum" ein. Bei einem Rundgang durch die Bildwerferräume erklärt unser Vorführer Bodo Pagels Filmformate, Projektoren und Vorführtechniken, er zeigt, wie ein Film in den Projektor eingelegt wird und führt kenntnisreich in die Geheimnisse der Vorführkunst ein. Selbstverständlich beantwortet er gerne alle Fragen zur Kinotechnik und orientiert seine Führung nach Möglichkeit auch an den Interessen und Wünschen der BesucherInnen. Der nächste Termin ist am Samstag, den 3. September um 16 Uhr. Um Anmeldung im Voraus wird gebeten.

august 2016, transfer

Arsenal Summer School: "Erbgemeinschaften"

Jedes Jahr im August bietet das Arsenal – Institut für Film und Videokunst eine Summer School an. Drei Tage lang setzen sich die Teilnehmer_innen mit einem Thema an der Schnittstelle von Theorie und Praxis auseinander.

Die diesjährige Summer School mit dem Titel "Erbgemeinschaften. Zum Umgang mit dem, was sein wird" findet vom 25. bis 27. August im silent green Kulturquartier statt, einem neuen Veranstaltungsort, der auch das Filmarchiv des Arsenal beheimatet. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Konzepte des kulturellen Erbes: Woraus besteht es, von wem kommt es, für wen ist es bestimmt? Wie bewegt es sich aus der Vergangenheit in die Zukunft? Es geht um Filme, um Bauwerke, aber auch um Ephemeres wie Nachrichten und Performancekunst. Und natürlich um das Kino.

april 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #4

Unter der Überschrift "Gar nicht so stumme Filme" schauen wir am 24.4. mit PREMIÈRE SÉANCE (Die erste Vorstellung, Gebrüder Lumière, F 1895) die Filme, die zwei erfinderische Fotoindustrielle aus Lyon 1895 im Rahmen der allerersten Filmvorführung der Weltgeschichte präsentierten. Wir sehen frühe Special Effects in LES PAPILLONS JAPONAIS (Japanische Schmetterlinge, Segundo de Chomón, F 1908), die Stummfilmkomödie BEHIND THE SCREEN (Hinter der Leinwand, Charles Chaplin, USA 1916) und springen mit dem Stummfilm mit Musik DAS LICHT (Anna Faroqhi, Haim Peretz, Schüler der Anna-Seghers-GS, D 2015) durch 100 Jahre Filmgeschichte. Es geht um die Fragen: Wie kommt es, dass sich Filmbilder bewegen? Sind alle frühen Filme schwarzweiß? Was haben die alten Filme mit dem heutigen Filmemachen zu tun? Im Anschluss an die Vorstellung stellen wir selber Bilder ohne Kamera und Projektor her.

april 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #3 ½

Unter dem Motto "Das Kino tanzt" zeigt das Arsenal Filmatelier am 17. April Experimental- und Animationsfilme für Kinder ab 4 Jahren. Der quietschbunte Film PPII von MM Serra unternimmt einen Ausflug nach Mexiko, wo ein Haus mit roten und grünen Schleifen geschmückt wird, und zugleich ins frühe Kino, 
in dem Serpentinentänzerinnen ihre Kostüme schwingen lassen. In Maya Derens magischem Kameraexperiment A STUDY IN CHOREOGRAPHY FOR THE CAMERA kannst Du sehen, wie ein Tänzer in einer einzigen Bewegung große Distanzen überwindet: Eben noch im Wald, landet er mit nur einem Schritt in einem Wohnzimmer. Auf den schwarzweißen, stummen Tanzfilm folgt mit RAINBOW DANCE von Len Lye ein musikalischer Farbentanz, der neben ungetrübter Freude auch ein volles Sparkonto verspricht. Am Ende des Programms erfährst Du, wie der Animationsfilmer Winsor McCay vor 101 Jahren die Wette gewinnt, er könne Dinosaurier wieder zum Leben erwecken. In GERTIE THE DINOSAUR führt die Saurierdame Gertie einen Tanz und andere Kunststücke auf.

märz 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #3

Was klingt, kratzt, raschelt da im Film? Seit das erste Mal im Jahr 1895 Filme gezeigt wurden, wurden dazu Klänge und Musik gespielt. Unterschiedlichste Klänge, Musiken und Geräusche werden dabei auf der Tonspur zusammengesetzt. Bevor wir selbst mit Klängen und Geräuschen experimentieren und gemeinsam Ideen für einen Soundtrack zu dem Film DWIGHTIANA von Marie Menken (USA 1959) erfinden und live spielen, entdecken wir, was in sechs Kurzfilmen zu sehen und zu hören ist: VALSE TRISTE von Bruce Conner (USA 1979): Ein kleiner Junge träumt. SUSAN THROUGH CORN (Kathleen Laughlin, USA 1974) zeigt einen Gang im Maisfeld und in EARLY ABSTRACTIONS (Ausschnitt, Harry Smith, USA 1933–56) sehen wir Formen und Bewegungen von Licht. In Buster Keatons THE BALLOONATIC (Ausschnitt, USA 1923) fliegen wir plötzlich in einem Ballon und in Joyce Wielands SAILBOAT (Kanada 1968) hören wir das Meer.

Am 13.3. im Arsenal 2

februar 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: 
Großes Kino, kleines Kino #2

Eine Reise nach "Anderswo" mit fünf experimentellen Filmen ohne Dialog für Kinder ab sieben Jahren und Erwachsene präsentieren wir am 28. Februar: In THE SPIRIT OF THE NAVAJO (1966) folgen Mary Jane und Maxine Tsosie – beide Navajo – dem Heilungsritual eines Medizinmanns, vom Kräutersammeln in der Wildnis, dem "Malen" eines Sandmandalas bis zur Behandlung von Patienten. NAVAJO RAIN CHANT (1971) ist eine klitzekleine bunte Animation, so lang wie das Lied, das den Regen herbeiruft. VALENTIN DE LAS SIERRAS (1968) filmte Bruce Baillie in Mexiko mit einem blinden Sänger und Ball spielenden Kindern. In TAKE THE 5:10 TO DREAMLAND (1975) nimmt uns die assoziative Montage aus gefundenen Filmbildern mit auf eine Reise ins Traumland. Und zum Schluss spielt Richard Serra mit seiner großen Hand Fangen (HAND CATCHING LEAD, 1968).

januar 2016, transfer

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, Kleines Kino #1

Beginnend mit dem Monat Januar 2016 zeigt das Arsenal Filmatelier jeden letzten Sonntag im Monat ein Filmprogramm, das sich an Kinder unterschiedlichen Alters richtet. In diesen Programmen gesellen sich zu Künstler-, Experimentalfilmen und anderen filmischen Gattungen immer wieder auch Filme, die in Zusammenarbeit mit Filmemacher_innen, Musiker_innen und Vermittler_innen in der schulischen und außerschulischen Filmvermittlung des Arsenal entstanden sind. Im ersten Filmprogramm der Reihe lädt Stefanie Schlüter die jüngsten Kinobesucher_innen, Kinder ab 4 Jahren, am 31.1. zu einer Expedition durch die Experimentalfilm-Sammlung des Arsenal ein.