Martin Ebner

Ein helles Kino
Deutschland 2015

05.02. bis 16.02. täglich 11:00 – 21:00 Akademie der Künste, Hanseatenweg

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Ein helles Kino ist der Titel einer zweiteiligen Videoinstallation, deren Thema die räumliche und zeitliche Erfahrung eines fiktiven Kinoraumes ist, vergleichbar einem ‚inneren‘, imaginären, psychischen Wahrnehmungsraum. Eine in stetiger, ruhiger Bewegung von unten nach oben gleitende, plane Hintergrundfläche erzeugt beim Betrachter das Gefühl des Schwebens, während auf einem in geringem Abstand davor gehängten Projektionsschirm das zeitlich weit gedehnte ‚Programm‘ abläuft, bestehend aus kurzen, sehr kurzen und relativ langen Bild- und Tonfragmenten sowie unregelmäßig auftretenden Bild- oder Tonpausen. Die fragmentierte und für herkömmliche filmische Wahrnehmungsmuster ungewöhnliche Zeitdramaturgie lässt die Aufmerksamkeit des Betrachters abschweifen, gleichzeitig tritt der Objektcharakter der beiden Projektionsleinwände und ihrer dazugehörigen Projektoren umso stärker in den Vordergrund, besonders wenn die Leinwand dunkel bleibt, oder gerade kein Ton zu hören ist. Es gibt in diesem Ablauf an Ereignissen keinen eigentlichen Anfang oder Ende, die Dauer dieser Arbeit könnte daher mit wenigen Sekunden oder mit mehreren Tagen bemessen werden. Die Videoinstallation Ein helles Kino wird selbst zu einem speziellen Ort, den man betreten kann, zu dem man sich verhalten kann, sie beschreibt durch die modellhafte Zergliederung einiger kinematografischer Basiselemente die Möglichkeit einer zurückhaltenden und komplexen audiovisuellen Präsenz.

Martin Ebner, geboren 1965 in Österreich, lebt in Berlin und Hamburg. Studium der Publizistik / Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien; Studium der Visuellen Medien an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Arbeitet mit Film, Video, Ton, Skulpturen, Installationen, Rauminstallationen, Texten, Musik und Ökonomiekritik. Publiziert regelmäßig und ist beteiligt an Kommunikationsprojekten, ist Mitbetreiber des JAZZCLUB Berlin sowie Mitherausgeber des Magazins STARSHIP. 2005 konzipierte er zusammen mit Florian Zeyfang das Ausstellungsprojekt „Poor Man’s Expression“ im Atrium des Filmhauses am Potsdamer Platz.

Kontakt: martinebner.org
Format:
2-Kanal-Videoinstallation
Länge
: 42 min
Sprache: Ohne Dialog