Shelly Silver

A Tiny Place That is Hard to Touch
2019

09.02.2019 17:30 OmEU Kino Arsenal 1
10.02.2019 14:00 OmEU Werkstattkino@silent green

35 Min. Japanisch, Englisch.

Eine anonyme Wohnung in Tatekawa, Tokio: Eine Amerikanerin beauftragt eine Japanerin mit der Übersetzung von Interviews zu Japans rückläufiger Geburtenrate. Die Amerikanerin bildet sich einiges auf ihr Wissen über Japan ein, die Japanerin leidet an einem selbstattestierten Überschuss an kritischer Distanz. Die beiden reiben sich, streiten, stoßen zusammen – in Liebe oder Lust. Als die Übersetzerin ihre Treffen mit Geschichten über eine mit dem Wissen ihres eigenen Untergangs infizierte Welt unterbricht, wird ihre Arbeit in Science-Fiction-Gefilde entführt. Dieses Stadtviertel hat bereits Zerstörung erfahren: In der Nacht des 9. März 1945 wurde es von amerikanischen Bomben ausgelöscht.
Der dritte Protagonist ist der Tatekawa selbst, ein von einer erhöhten Autobahntrasse überspannter Kanal, der an der Wohnung der Übersetzerin vorbeifließt und der dem Viertel seinen Namen gibt. In seinem Wasser, das in verzerrten blauen, grünen und schimmernd schwarzen Mustern die ihn umgebende Betonwelt reflektiert, transportiert er eine Prozession von Vögeln, Schuhen, Kondomen, Krabben, Plastiktüten, Blumen, großen und kleinen Fischen, Tod, Leben.

Shelly Silver, geboren 1957 in New York, USA, studierte Geschichte und Konzeptkunst an der Cornell University. Nachdem sie als Fotografin gearbeitet hatte, ging sie zur Arbeit mit bewegten Bildern über. Nach ihrem Studium arbeitet sie als Film- und Videoeditorin. Ihre Erfahrung mit Film und Fernsehen sowie ihre frühe Beschäftigung mit Konzeptkunst und Strukturalismus brachten sie dazu, mit der Grammatik der kommerziellen Medien zu brechen, um über die Welt zu sprechen.

Produktion Shelly Silver. Produktionsfirma House Productions (New York, USA). Regie, Buch Shelly Silver. Kamera Shelly Silver. Montage Shelly Silver. Mischung Mike Degen. Stimme Saori Tsukada. Übersetzung Riyo Niimoto. Postproduktionsleitung Riaki Enyama.

Filme

Auswahl: 1984: Are We All Here? (50 Min.). 1987: Meet the People (17 Min.). 1989: Things I Forget to Tell Myself (2 Min.), getting in (3 Min.). 1990: We (4 Min.). 1991: The Houses That Are Left (51 Min.). 1994: Former East/Former West (62 Min.), April 2nd (10 Min.). 1996: 37 Stories About Leaving Home (52 Min.). 1999: small lies, Big Truth (19 Min.). 2001: I. (3 Min.). 2003: suicide (7 Min.). 2004: What I'm Looking For (15 Min.). 2008: in complete world (53 Min.). 2009: 5 lessons & 9 questions about Chinatown (10 Min.). 2013: TOUCH (68 Min.), frog spider hand horse house (47 Min., Forum Expanded 2013). 2015: The Lamps (4 Min.). 2017: A Strange New Beauty (52 Min.). 2018: This Film (7 Min.), TURN (4 Min.). 2019: A Tiny Place That is Hard to Touch.

Foto: © Shelly Silver