Zur Bauweise des Films bei Griffith

Harun Farocki
2006

silent green Betonhalle
7.2.–17.2. 11–21 Uhr, außer 14.2. 11–17 Uhr
19.2.–9.3. Di–So 14–19 Uhr

2-Kanal-Videoinstallation, 9 Min. stumm.

Eine Einstellungsfolge bei Griffith aus Intolerance von 1916. Es gibt vielfältige Montageformen: ganz selbstverständlich die Großaufnahme, die wechselnden Einstellungsgrößen, Schuss-Gegenschuss, Parallel-Montage, den Zeitsprung über viele Jahrhunderte. Aber eine Einstellungsfolge fällt heraus. Sie lässt einen denken, mit ihr werde die Ausdrucksform Schuss-Gegenschuss erfunden. Oder, zur Bekräftigung einer Sache, der man sich noch nicht sicher ist, nochmals hergeleitet.
Diese Sequenz ist wie eines der Tiere, die nur in der Welt sind, um ein Beispiel für die Richtigkeit der darwinistischen Theorie abzugeben. Der Kino-Darwinismus ist aber weder richtig noch falsch. (Harun Farocki)

Harun Farocki, geboren 1944 in Nový Jicin, im damals von den Deutschen annektierten Teil der Tschechoslowakei, heute Tschechien, war Filmemacher, Künstler und Autor. Von 1966 bis 1968 studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Er realisierte mehr als 100 Produktionen für Kino und Fernsehen sowie zahlreiche installative Arbeiten für den Ausstellungsraum. Harun Farocki verstarb 2014 bei Berlin.

Produktion Harun Farocki. Produktionsfirma Harun Farocki (Berlin, Deutschland). Regie Harun Farocki. Montage Harun Farocki. Idee Harun Farocki, Antje Ehmann.

Filme

Auswahl: 1967: Die Worte des Vorsitzenden / The Words of the Chairman (3 Min.). 1978: Zwischen zwei Kriegen / Between Two Wars (83 Min.). 1982: Etwas wird sichtbar / Before your Eyes Vietnam (114 Min.). 1984: Peter Lorre – das doppelte Gesicht / The Double Face of Peter Lorre (59 Min.). 1986: Wie man sieht / As You See (72 Min.). 1988: Bilder der Welt und Inschrift des Krieges / Images of the World and the Inscription of War (75 Min.). 1990: Leben – BRD / How to Live in the FRG (83 Min.). 1991: Was ist los? / What's Up? (60 Min.). 1992: Videogramme einer Revolution / Videograms of a Revolution (mit Andrei Ujica, 106 Min.). 1995: Arbeiter verlassen die Fabrik / Workers Leaving the Factory (36 Min.), Schnittstelle / Interface (Videoinstallation, 23 Min.). 1996: Der Auftritt / The Appearance (40 Min.). 1997: Die Bewerbung / The Interview (58 Min.), Stilleben / Still Life (56 Min.). 2000: Ich glaubte Gefangene zu sehen / I Thought I was seeing Convicts (Videoinstallation, 23 Min.). 2001: Die Schöpfer der Einkaufswelten / The Creators of Shopping Worlds (72 Min.), Auge / Maschine / Eye / Machine (Videoinstallation, 23 Min.). 2002: Auge / Maschine II / Eye / Machine II (Videoinstallation, 14 Min.). 2003: Erkennen und Verfolgen / War at a Distance (58 Min.), Auge / Maschine III / Eye / Machine III (Videoinstallation, 25 Min.). 2004: Gegen‑Musik / Counter Music (Videoinstallation, 23 Min.), Nicht ohne Risiko / Nothing Ventured (50 Min.). 2005: Aufstellung / In-Formation (Videoinstallation, 16 Min.), Ausweg / A Way (Videoinstallation, 14 Min.). 2006: Zur Bauweise des Films bei Griffith / On Construction of Griffith’ Films, Arbeiter verlassen die Fabrik in elf Jahrzehnten (Videoinstallation, 36 Min.). 2007: Vergleich über ein Drittes (Videoinstallation, 24 Min.), Deep Play (Videoinstallation, 15 Min.). 2008: Fressen oder Fliegen (Videoinstallation, 24 Min.). 2009: Ernste Spiele III: Immersion (Videoinstallation, 20 Min.), Zum Vergleich / In Comparison (61 Min.). 2012: Ein neues Produkt / A New Product (37 Min.). 2013: Sauerbruch Hutton Architekten (73 Min.). 2014: Parallele I–IV (2012–2014) (Videoinstallation).

Foto: © Harun Farocki