Weitere Werke: Everyday Life and a Call for Freedom

(1) LE CUIRASSE ABDELKARIM 2003 (2) KARIM 2011 (3) ONE IN A MILLION 2006 (4) SUSPENDED FREEDOM 2011 (5) BEFORE VANISHING 2005 (6) TANDID - CONDEMNATIONS 2010

LE CUIRASSE ABDELKARIM (BATTLESHIP ABDELKARIM)
Walid Mattar, Tunesien 2003, OmE, 8 min

Eine Gruppe junger Menschen, die darauf wartet ein Visum für Europa zu bekommen. Alle Anträge werden abgelehnt, aber es muss doch irgendeine Lösung geben! Eine Revolution? Dieser schwarz/weiß-Stummfilm wurde innerhalb von ein paar Stunden gedreht. War der Panzerkreuzer Potemkin der Ausgangspunkt der russischen Revolution, so ist BATTLESHIP ABDELKARIM das, was denjenigen bleibt, die nie revoltieren werden. Das Ende des Films wird der dunkelsten Seite der Realität gerecht.

Walid Mattar wurde 1980 in Tunis geboren. Er arbeitet als Kameramann und Filmemacher. BATTLESHIP ABDELKARIM, 2003 gedreht, hat mehrere Preise bei nationalen und internationalen Festivals gewonnen. Dem Erstlingswerk folgte die Kurzdokumentation Sons of the Turtle (2005). 2006 führte er mit Laila Bouzid für Good Morning Regie. Weitere Filme sind der Dokumentarfilm Giorgio (2007) und der Spielfilm TANDID – CONDEMNATIONS (2010).

KARIM Omar El Shamy
Ägypten 2011, OF, 12 min

Sie essen, singen und bewachen Parkplätze in Kairo: Der Alltag von Nader und Karim.

Der 21-jährige Omar El Shamy studiert Medienwissenschaften. Seinen ersten Film hat er in Australien produziert, seit seiner Rückkehr nach Kairo hat er bei einigen Dokumentarfilmen Regie geführt.

ONE IN A MILLION
Nadine Khan, Ägypten 2006, OmE, 12 min

In einer stickigen Nacht in Kairo fährt eine Hochzeitsgesellschaft laut hupend über eine Brücke. Jugendliche streunen umher und kommentieren alles und jeden, der ihnen begegnet. Zwei Wachmänner spielen Karten während ein Dritter an seinem Tee nippt und eine Seifenoper schaut. Eine kurze Meditation über die Willkür, den Fluss und die Intensität gelebter Erfahrung.

Die ägyptische Filmemacherin Nadine Khan hat am High Institute of Cinema in Kairo einen BA in Filmregie abgeschlossen. Als Regieassistentin und Produzentin hat sie mit verschiedenen ägyptischen Regisseuren – wie beispielsweise Yousry Nasrallah, Nabil Ayouch und ihrem Vater, Mohammed Khan gearbeitet. Sie hat bei mehreren Kurzfilmen und Musikvideos Regie geführt.

SUSPENDED FREEDOM
May El Hossamy, Ägypten 2011, Video, OF, 11 min

Sie arbeitet als Reinigungskraft im Großraum Kairo und kämpft täglich mit dem öffentlichen Leben und den Erfordernissen ihres harten Arbeitsalltags.

May El Hossamy studierte an der Helwan University Cairo Bildenende Kunst und hat in Frankreich ihre Doktorarbeit im Bereich der Bildenden Kunst abgeschlossen.

BEFORE VANISHING
Joude Gorani, Frankreich/Syrien 2005, OF, 13 min

Mit geschärftem Blick, sowohl für das Leben als auch für das Kino, schaut Joude Gorani präzise und gleichzeitig mit Raum für Zweideutigkeiten auf den Fluss Bardy. Der Bardy war Zeuge des Aufstiegs Damaskus‘, Goranis Familie, sowie Schriftsteller und Historiker erzählten in Bezugnahme auf seine Überflutungen und Trockenzeiten die Geschichte der Stadt. Heute, da der Fluss kurz davor ist völlig auszutrocknen, spaziert die Künstlerin an seinem Ufer entlang und entdeckt das Leben um ihn herum.

Joude Gorani studierte Film in Frankreich. Zurück in Syrien fing sie an Dokumentarfilme zu drehen und arbeitete als Kamerafrau. Anschließendend wandte sie sich dem Spielfilm zu, indem sie gemeinsam mit anderen Regisseuren, wie beispielsweise Joud Said und Suwar Zirkly, zunächst Kurzfilme und schließlich auch Langfilme (mit Nidal Al-Dabas, Maher Kadu, Joud Said und zuletzt Abdullatif Abdulhamid) drehte. Sie ist eine der prominentesten Kamerafrauen Syriens.

TANDID – CONDEMNATIONS
Walid Mattar, Tunesien/Frankreich 2010, OmE, 15 min

Eine Gruppe arbeitsloser Freunde vertreibt sich die Zeit in einem Kaffeehaus. Ein Fußballspiel wird kommentiert als plötzlich die israelische Invasion Gazas beginnt und sich die Kommentare nun diesem Ereignis zuwenden. Ein filmisches Portrait, das zeigt, was es heißt als junger Mensch unter einem despotischen Regime zu leben. Die Sprache, der sich die Kamera bedient, ist zugleich einfach und verschachtelt und hinterlässt ein Gefühl von Rastlosigkeit. Der Bürger als Mensch und kreatives Lebewesen scheint hier nicht zu existieren.

Walid Mattar wurde 1980 in Tunis geboren. Er arbeitet als Kameramann und Filmemacher. Sein Erstlingswerk BATTLESHIP ABDELKARIM (2003) gewann mehrere Preise bei nationalen und internationalen Festivals. Der Spielfilm TANDID – CONDEMNATIONS gewann den Publikumspreis auf dem Montpellier Filmfestival.