dezember 2021, kino arsenal

Unheimliche Tiefen – 
Filme von Dario Argento und David Lynch

Grauen und Schönheit, dunkle Abgründe und farbschillernde Räume, zerstörerische Gewalt und sinnliche Bilderfindungen: In den Filmwelten von Dario Argento (*1940) und David Lynch (*1946) sind diese Gegensätze unentrinnbar miteinander verbunden. Die Werke beider Regisseure erforschen unergründliche Bereiche der menschlichen Psyche, finden eindringliche, allgemeingültige, teils verstörende, teils berührende Bilder für individuelle Traumata, Obsessionen und seelische Ausnahmezustände.

Argento wie auch Lynch nutzen die Ausdrucksmöglichkeiten des Films – Farbe, Licht, Kamerabewegungen, Musik, Schnitt –, um Werke zu kreieren, die erst in ihrem analogen Originalformat und in einer Kinosituation ihre umfassende Qualität offenbaren. Das von Gary Vanisian kuratierte Programm stellt vom 3.-19. Dezember ausgewählte Filme beider Künstler in einen Dialog. Zehn seiner Werke versammelnd, ist es die bislang umfassendste Werkschau Dario Argentos in Deutschland.

 

dezember 2021, kino arsenal

arsenal 3: 
Ergänzungen zu Dario Argento und David Lynch

Ergänzend zum Hauptprogramm zeigen wir auf der Streamingplattform arsenal 3 im Dezember zwei Langfilme und sechs kürzere Arbeiten, die mit dem Schaffen der Regisseure Dario Argento und David Lynch korrespondieren.

Das Werk beider steht in der Tradition des experimentellen und surrealistischen Kinos. Manche Stilmittel, die bei ihnen prominent vorkommen (etwa fetischisierende, irreal vergrößerte Nahaufnahmen oder visuelle Verzerrungen), finden sich bereits im Kino der 20er und 40er Jahre. Hans Richters FILMSTUDIE (D 1926) kontrastiert geometrische Flächen, Linien und abstrakte Formen mit ähnlich gestalteten realen Gegenständen wie einem Augapfel oder einem Kopf. In VORMITTAGSSPUK (D 1928) rebellieren Alltagsobjekte gegen den Menschen und die alltägliche Routine. Maya Derens Meisterwerk MESHES OF THE AFTERNOON (USA 1943) erzeugt seine unheimliche Stimmung u.a. durch eine subjektive, Räume durchschreitende Kamera, ein spätestens in den 70er Jahren für das Horrorkino essentielles Stilmittel. Detailaufnahmen eines Messers nehmen ein archetypisches visuelles Mittel des Giallo vorweg. In FACE I AND II (BRD 1969) löst Ludwig Schönherr durch gegensätzlich angeordnete Einzelbildaufnahmen des Gesichts von Beatrice "Trixie" Cordua eine visuelle Identität auf. WHICH IS WITCH (Marie Losier, F 2020) zeigt drei Hexenschwestern in einem bunten und surrealen Märchen. DARK ADAPTATION (Kanada 2016) von Chris Gehman schafft durch Experimente mit Farbe und optischen Techniken einzigartige visuelle Eindrücke. Der Langfilm NIGHT PASSAGE (Trinh T. Minh-ha, USA 2004) erzählt von drei Freunden, die sich auf eine spirituelle Reise in das Zwischenreich von Leben und Tod begeben und in sinnliche Traumlandschaften gelangen. Schließlich zeigen wir – als einziges nicht von arsenal distribution verliehenes Werk dieser Auswahl – Mariano Bainos visuell beeindruckenden und von experimentellen Bildern durchwobenen Spielfilm DARK WATERS (Großbritannien/Ukraine/Italien 1993), der als einer der letzten großen Horrorfilme Italiens vor dem Ende dieser prägenden Ära der italienischen Kinogeschichte gilt und heute Kultstatus genießt.

dezember 2021, kino arsenal

16. Forum Expanded

Das Programm des 17. Forum Expanded ist in Vorbereitung, doch ganz abgeschlossen ist die 16. Ausgabe noch nicht. Zwei Filme konnten aufgrund ihrer Überlänge während des Summer Specials nicht gezeigt werden und werden nun am 12. und 18. Dezember in Anwesenheit der Filmemacher*innen vorgestellt: SABA’ SANAWAT HAWL DELTA AL-NEEL (Seven Years Around the Nile Delta, Ägypten 2020, 12.12.) von Sharief Zohairy und BLACK BACH ARTSAKH (Armenien/USA 2021, 18.12.) von Ayreen Anastas und Rene Gabri.

dezember 2021, kino arsenal

Ozu in Farbe
 – Das Spätwerk von Yasujiro Ozu

Es sind die ruhigen, durchkomponierten Stillleben in nuanciertem Schwarzweiß, die vielen in den Sinn kommen, wenn es um die Filme von Yasujiro Ozu (1903–1963) geht, einem der berühmtesten japanischen Regisseure. Andere führen die berührenden, allgemeingültigen Themen seiner Filme an, die Ozu mal still und präzise, mal mit Ironie oder Humor auffächert: Generationskonflikte, eine sich wandelnde Welt, Abschied, Trauer, Einsamkeit. Bei den Spezifika des Ozu’schen Œuvres geht es selten – und das zu Unrecht – um das Element der Farbe, der er sich erst spät und zögernd zuwandte. Der Blick auf Ozus sechs Farbfilme und damit auf den letzten Abschnitt seines Schaffens zeigt indes die wichtige Erweiterung seines Instrumentariums um ein Stilmittel, mit dem er nicht nur Geschehen und Stimmungen unterstreicht und kommentiert, sondern uns nicht zuletzt vor Augen führt, dass auch Melancholie eine Farbe hat. (21.-30. Dezember)

kino arsenal: Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

15:00 Kino 1


Queen of Diamonds

Queen of Diamonds Nina Menkes USA 1991
35 mm OF 77 min
Print courtesy of the Academy Film Archive

In Anwesenheit von Nina Menkes
kino arsenal: Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

17:00 Kino 1


Myth/Document

Myth/Document

Gespräch mit Nina Menkes, moderiert von Nicolas Wackerbarth (Revolver)
Eintritt frei
ca. 90 min
kino arsenal: Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

19:30 Kino 1


Provenance

Provenance Amie Siegel USA 2013
Digital file OF 41 min

In Anwesenheit von Amie Siegel
kino arsenal: Magical History Tour: 
Exzess und Opulenz

20:00 Kino 2


Barry Lyndon

Barry Lyndon Stanley Kubrick
GB/USA 1975 Mit Ryan O'Neal, Marisa Berenson
35 mm OF 185 min

kino arsenal: Symposium: The Shock of the Real – Filmmakers in Dialog

20:30 Kino 1


Possible Images

Possible Images

Gespräch mit Amie Siegel, moderiert von Christoph Hochhäusler (Revolver)
Eintritt frei
ca. 90 min