August 2017, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

ANDREJ RUBLJOW, 1966–69

Tarkowskij im Sommer – seit mehr als 25 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs Andrej Tarkowskij (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

Tarkowskijs Abschlussarbeit an der staatlichen Filmhochschule KATOK I SKRIPKA (Die Walze und die Geige, UdSSR 1960) zeigen wir zusammen mit seinem letzen Film OFFRET (Opfer, Schweden/Frankreich 1986, 6. & 22.8.) KATOK I SKRIPKA zeigt einen Tag im Leben des verträumten Sascha, der seine Geige dem Fußballspiel vorzieht und deshalb von seinen Kameraden verspottet wird. Die Abgeschiedenheit einer einsamen Insel ist Schauplatz von OFFRET. Hier finden die Geburtstagsfeierlichkeiten für den 50-jährigen Alexander statt, als die Nachricht eines Atomschlags über die Feiernden hereinbricht. Tarkowskij gelingt in seiner wort- und bildgewaltigen Vision die Verbindung von poetischer Filmsprache und philosophisch-religiösem Diskurs.

IWANOWO DETSTWO (Iwans Kindheit, UdSSR 1962, 7. & 19.8.) schildert "die Geschichte eines Charakters, der vom Krieg geboren und von ihm verschlungen wird" (A.T.). Der zwölfjährige verwaiste Iwan stößt während des Zweiten Weltkriegs im Dnjepr-Gebiet zur Roten Armee und ist nicht davon abzubringen, als Späher und Kurier für die sowjetischen Truppen hinter den feindlichen Linien eingesetzt zu werden. Kunstvoll überlagert Tarkowskij das Geschehen des Films mit Iwans Träumen, Erinnerungen und Fantasien.

In ANDREJ RUBLJOW (UdSSR 1966–69, 9. & 20.8.) treffen Künstler und Staatsmacht unversöhnlich aufeinander. Der in acht Kapitel gegliederte, monumentale Cinemascope-Film zeigt den legendären Ikonenmaler Rubljow (ca. 1360–1430) als humanistischen, aufgeklärten Künstler an der Schwelle zur Neuzeit. Menschenverachtende Macht- und Kriegspolitik seiner Auftraggeber stürzen ihn in eine tiefe schöpferische Krise, gleichzeitig werden sie aber auch zur Triebfeder für die Auseinandersetzung mit der komplexen Position des Künstlers in der Gesellschaft.

SOLARIS (UdSSR 1972, 12. & 18.8.) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stanislaw Lem. Im Mittelpunkt steht die Reise des Psychologen Kelvin, der zum meerbedeckten Planeten Solaris geschickt wird, um die rätselhaften Vorkommnisse auf der dortigen Forschungsstation zu untersuchen. Nach und nach erkennt Kelvin, dass der geheimnisvolle Ozean auf Solaris die Träume, Ängste und Schuldgefühle der Männer der Raumstation zu materialisieren vermag.

SERKALO (Der Spiegel, UdSSR 1975, 14. & 19.8.) In dem stark autobiografisch bestimmten Film gibt der Protagonist sein Leben, seine Erinnerungen, seine Ängste und Obsessionen preis. Er ist Sohn geschiedener Eltern, auf der Suche nach der verlorenen Zeit und nach der eigenen Identität. Sein privates Schicksal ist verbunden mit den gesellschaftlichen Erschütterungen und Umbrüchen der Sowjetunion zwischen 1930 und den 70er Jahren.

STALKER (UdSSR 1980, 10. & 16.8.) Unter der Führung eines Ortskundigen, der am Rande der Welt in einer verfallenen Industrielandschaft lebt, begeben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die mysteriöse "Zone", wo es angeblich einen Ort geben soll, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Die Expedition wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten, ins Imaginäre, ins Schweigen.

NOSTALGHIA (Italien 1983, 13. & 21.8.) "Ich wollte von der russischen Form der Nostalgie erzählen, von jenem für unsere Nation so spezifischen Seelenzustand, der in uns aufkommt, wenn wir fern der Heimat sind." Fern der Heimat ist ein russischer Schriftsteller, der nach Italien gekommen ist, um Material über einen italienischen Komponisten zu sammeln, dessen Biografie er schreiben will. Hier überkommt ihn jedoch eine übermächtige Sehnsucht nach der geografischen wie spirituellen Heimat.

kino arsenal: FU-Seminar Found Footage Film: Theorie und Praxis

16:30 Kino 2


Histoire du soldat inconnu

Rose Hobart

Hurry! Hurry!

A Movie

Looking for Mushrooms

Now

Marilyn Five Times

Take the 5:10 to Dreamland

Displaced Person

Standard Gauge

*Histoire du soldat inconnu / Story of the Unknown Soldier
Henri Storck Belgien 1932 16 mm OF 10 min
*Rose Hobart Joseph Cornell USA 1939 16 mm 19 min
*Hurry! Hurry! Marie Menken USA 1957 16 mm 4 min
*A Movie Bruce Conner USA 1958 16 mm OF 12 min
*Looking for Mushrooms Bruce Conner USA 1961 Kurzfassung 16 mm OF 3 min
*Now Santiago Alvarez Kuba 1965 35 mm OF 5 min
*Marilyn Five Times Bruce Conner USA 1963 16 mm OF 14 min
*Take the 5:10 to Dreamland Bruce Conner USA 1975 16 mm OF 6 min
*Displaced Person Daniel Eisenberg USA 1991 16 mm OmU 11 min
*Standard Gauge Morgan Fisher USA 1985 16 mm OF 35 min

kino arsenal: Die DEFA-Stiftung präsentiert: Für Annekathrin Bürger

19:00 Kino 2


Königskinder

Königskinder Frank Beyer DDR 1962
Mit Annekathrin Bürger, Armin Mueller-Stahl
35 mm 85 min

Zu Gast: Annekathrin Bürger, Moderation: Klaus-Dieter Felsmann
kino arsenal: Drei Filme von Sadao Yamanaka

20:00 Kino 1


Kochiyama Soshun

Kochiyama Soshun
Priest of Darkness Japan 1936 Mit Setsuko Hara
35 mm OmE 81 min

kino arsenal: Die DEFA-Stiftung präsentiert: Für Annekathrin Bürger

21:00 Kino 2


Hostess

Hostess Rolf Römer DDR 1975
Mit Annekathrin Bürger DCP 98 min

Zu Gast: Annekathrin Bürger, Moderation: Klaus-Dieter Felsmann