Januar 2007, kino arsenal

Kino Polska

Unter neuem Titel – Kino Polska – aber weiterhin dem polnischen Kino verbunden, wollen wir auch im Januar wieder zwei wichtige Filme der polnischen Filmgeschichte präsentieren, die beide auf unterschiedliche Weise Ereignisse in Polen während des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besetzung thematisieren.

Wojciech Jerzy Has' JAK BYC KOCHANA (Die Kunst, geliebt zu werden, 1963) ist – eingebettet in Rückblenden – die subtile Introspektion einer Schauspielerin, die während des Krieges ihren Geliebten, einen von der Gestapo gesuchten Widerstandkämpfer, in ihrer Wohnung versteckt. Wenig später zerbricht die Beziehung an den äußeren Umständen. Jahre später auf einer Reise nach Frankreich überdenkt sie ihr Leben und erkennt, dass die Flucht keine Befreiung von den Schatten der Vergangenheit bedeutet. Die Hauptrollen spielen Barbara Krafftowna und Zbigniew Cybulski. (9.1.)

Wie die Protagonistin in Has' melancholischer Literaturverfilmung, verließ auch Andrzej Zulawski Anfang der 80er Jahre Polen, um in Paris zu leben und zu arbeiten. Vor seiner Ausreise drehte er in Polen eine Reihe bemerkenswerter Filme, wie z.B. sein Debüt, die pessimistische Parabel TRZECIA CZESC NOCY (Ein Drittel der Nacht, 1971). Der Film spielt in Krakau im Kriegsjahr 1940. Nachdem seine Familie von den Deutschen ermordet wurde, geht ein Mann in den Untergrund und schließt sich dem Widerstand an. Er lernt eine Frau kennen, die seiner getöteten Ehefrau ähnelt und deren Mann von der Gestapo verhaftet wurde. Mit ihr schafft er eine "Ersatzfamilie", um die er sich aufopfernd kümmert. Als er hört, dass ihr Mann am Leben ist, startet er eine Befreiungsaktion, die er nicht überlebt. (16.1.)

In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut.