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august 2020, distribution news

FREM

von Viera Čákanyová

Zu Beginn: einige analoge Bilder, als sentimentale Erinnerung an uns, an biologische Materie, an die Dinge, die mal waren, und die Weisen, wie wir sie filmten, bevor alles verschwinden wird. Es folgt eine Komposition aus kristallklaren, digitalen Bildern – Topshots weißer Unendlichkeiten der Antarktis, choreographierte Fahrten, Flüge –, die hier und da Störungen, digitale Effekte aufweisen und von Atmen, Tonverzerrungen, weißem Rauschen begleitet werden. Maximale Sichtbarkeit, das Auge, dem nichts entgeht, weil es potentiell endlos auflösen und in alle Richtungen blicken kann, trifft auf eine Landschaft, die im Begriff ist, zu verschwinden, die ebenso überscharf und zugleich labil ist wie die präpotent-instabilen Bilder, durch die wir auf sie blicken.

februar 2020, distribution news

Forum 50 Jubiläumsprogramm

Kopien aus der Sammlung des Arsenal

Zur Feier seines 50. Jubiläums präsentiert das Berlinale Forum gemeinsam mit Forum Expanded Filme, die im Gründungsjahr 1971 liefen. Von folgenden Filmen werden Kopien bzw. DCPs aus der Sammlung des Arsenal gezeigt: EL GHORBA (LES PASSAGERS) (Algerien 1971, 35mm OF) von Annie Tresgot, MARE’S TAIL (Großbritannien 1969, 16mm OF) von David Larcher, MES VOISINS (Frankreich 1971, neu digital restauriertes DCP OmeU) von Med Hondo, MONANGAMBEEE (Algerien 1969, DCP OmU + OmeU oder 16mm OF) von Sarah Maldoror, NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT (BRD 1971, 16mm OF) von Rosa von Praunheim, ON VOUS PARLE DE PARIS: MASPERO, LES MOTS ONT UN SENS (Frankreich 1970, neu digital restauriertes DCP OmeU) von Chris Marker, W.R. – MISTERIJE ORGANIZMA (Jugoslawien / BRD 1971, 35mm OmeU) von Dušan Makavejev sowie THE WOMAN’S FILM (USA 1970, neue 16mm-Kopie OF) der Newsreel Group (Judy Smith, Louise Alaimo, Ellen Sorrin).

januar 2020, distribution news

"Delphine et Carole, insoumuses"

von Callisto Mc Nulty

Die legendäre Schauspielerin Delphine Seyrig war in den 70er Jahren als singende Fee, lesbische Vampirin, ätherische Botschaftergattin und Kartoffeln schälende Hausfrau im Kino zu sehen. Gleichzeitig engagierte sie sich als Feministin und nahm als solche selbst die Kamera in die Hand. Zusammen mit Carole Roussopoulos gehörte sie zu den ersten Videoaktivistinnen in Frankreich, die nicht nur Demonstrationen der französischen Frauenbewegung dokumentierten, sondern das neue Medium auch nutzten, um die dominante Darstellung von Frauen im TV und anderswo mit eigenen Bildern und Kommentaren zu kontern.

dezember 2019, neu in distribution

Filme der Sudanese Film Group (SFG)

In den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren gab eine Gruppe von Filmemachern, die zu dem Zeitpunkt in der Filmabteilung des Kulturministeriums arbeiteten, das Magazin CINEMA heraus. Diese Gruppe gründete im April 1989 die Sudanese Film Group (SFG), um unabhängiger vom Staat agieren zu können. Ihr Ziel bestand darin, an allen Aspekten der Filmproduktion, der Filmvorführung und der Lehre beteiligt zu sein und die Leidenschaft der Sudanes*innen für das Kino aufrechtzuerhalten. Am 30. Juni 1989 beendete jedoch der Putsch, der ein Misstrauen gegenüber allen Formen der Kunst mit sich brachte, jegliche kulturellen Bestrebungen. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen wurden verboten. Im Jahr 2005 wurde schließlich die feste Hand des Staates etwas gelockert und die SFG konnte sich erneut registrieren.

oktober 2019, distribution news

"Born in Flames" (USA 1983) von Lizzie Borden & "Variety" (USA 1983) von Bette Gordon

Jahrzehntelang übten BORN IN FLAMES von Lizzie Borden und VARIETY Bette Gordon großen Einfluss auf die feministische Filmgeschichtsschreibung und Theoriebildung aus. Entstanden aus der Bewegung des Independent Cinema in New York, liefen beide Filme im Forum und wurden anschließend durch das Arsenal im deutschsprachigen Raum verliehen. Mittlerweile liegen sie in restaurierten Fassungen vor - BORN IN FLAMES als DCP in OmU, VARIETY als neue 35mm OF Kopie.

april 2019, distribution news

"Kino Wien Film"

von Paul Rosdy

KINO WIEN FILM ist eine Kinoreise durch Wien von 1896 bis heute. Sie erzählt mittels Gesprächen mit Kinobetreibern, Filmvorführern und Technikern, Kinobesuchern und einem Historiker sowie zahlreichen Film-, Foto- und Textdokumenten eine Kinogeschichte Wiens – vom ersten Kino auf der Kärntner Straße bis zur heutigen Multiplexwelt.

märz 2019, distribution news

"La Casa Lobo" (Das Wolfshaus)

von Cristóbal León und Joaquín Cociña, Kinostart: 4. April 2018 begleitet von der Caligari Filmpreistour

Ein kurzer Propagandafilm nimmt die Zuschauenden mit in die Gemeinschafft frommer Deutscher im Süden von Chile. Ihr Motto „Helfen macht glücklich“ dringt aus jedem der stimmungsvollen Archivbilder und umso bemühter ist der Erzähler, die negativen Gerüchte, die sich um seine Kolonie ranken, zu zerstreuen. Wenn auch nicht explizit, der Verweis auf die 1961 von Paul Schäfer gegründete Sekte Colonia Dignidad ist offensichtlich. Während der Pinochet-Diktatur war die Colonia Dignidad an Kindesentführungen, Missbrauch, Folter und Morden beteiligt. Die folgende, kunstvolle Stop-Motion-Animation ergründet die Traumata, die die Sekte hinterlassen hat. In Form einer albtraumhaften Parabel erzählt LA CASA LOBO von Maria, die sich aus Furcht vor einer ungerechten Strafe aus der Kolonie in ein verlassenes Haus im Wald flüchtet. Bedroht vom Wolf, der unablässig draußen herumstreift, versucht sie, hier mit ihren Schweinen ein neues Leben aufzubauen.

november 2018, distribution news

"Klassenverhältnisse" (BRD/F 1983)

von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

Basierend auf Kafkas Romanfragment „Der Verschollene“ erzählt der Film von Karl Rossmann, der im frühen 20. Jahrhundert in die USA auswandert und versucht, dort in der „Neuen Welt“ Fuß zu fassen. Doch scheitert er wie alle Helden Kafkas an der Undurchschaubarkeit eines Systems. Wir freuen uns sehr, die digital restaurierte Fassung als DCP neu im Verleih zu haben.

februar 2018, distribution news

"Shaihu Umar" (Nigeria 1976)

von Adamu Halilu

Lange Zeit galt SHAIHU UMAR als verschollen. Dem 1976 in Hausa gedrehten Film liegt die gleichnamige Erzählung von Abubakar Tafawa Balewa von 1955 zugrunde. Balewa war von 1957 bis zu seiner Ermordung 1966 Ministerpräsident Nigerias. SHAIHU UMAR, angesiedelt im Norden Nigerias zum Ende des 19. Jahrhunderts, beginnt mit einem Gespräch zwischen Studenten des Islam und ihrem angesehenen Lehrer, Shaihu Umar. Aufgrund seiner Weisheit nach seiner Herkunft befragt, beginnt er, seine Geschichte zu erzählen.