Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. > home
januar 2019, kino arsenal

Der Sonne nach – 
Retrospektive Michail Kalik

Ein kleiner Junge, der einen Tag lang verzaubert der Sonne nachläuft; zwei Liebende, die eine Nacht lang ernüchtert nach einem Unterschlupf für ihre Liebe suchen; ein weites, träges Meer, an dessen Ufern vier Jugendliche die letzten unbeschwerten Tage ihres Lebens verbringen. Diese Ideen bilden die Grundlage für drei Filme, die ob ihrer Originalität, Modernität, der Menschlichkeit ihrer Gefühle und ihrer genuin persönlichen Filmsprache zu den künstlerischen Höhepunkten des Tauwetterkinos und der sowjetischen Filmgeschichte überhaupt gehören. Ihr Schöpfer, der sowjetisch-jüdische Filmemacher Michail Kalik, gehört zur gleichen Generation wie Andrej Tarkowskij und Sergej Paradschanow, galt neben ihnen und dem zuletzt in zahlreichen Retrospektiven gewürdigten Marlen Chuzijew Anfang der 60er Jahre international als eines der großen Talente des Sowjet-Kinos.

Unsere Retrospektive vom 18. bis 30. Januar, welche die Gesamtheit seiner Kinoarbeiten in Filmkopien aus dem Gosfilmofond und der Jerusalem Cinematheque zusammenführt, präsentiert das Werk eines großen Filmkünstlers, dessen Wiederentdeckung überfällig ist.

januar 2019, kino arsenal

Magical History Tour
 – Rauminszenierungen

Zwischen Orientierungshilfe und Irritationsmoment – im Januar lädt die Magical History Tour zu einer Reise durch bedeutungsvolle, montierte, erzählende und gesellschaftliche Räume ein. Jeder Film findet in einem definierten Raum statt, dessen Konstruktion von entscheidender Bedeutung für die Wirkung auf den Zuschauer ist. Mit verschieden angelegten Räumen lassen sich nicht nur verschiedene Stilrichtungen (Naturalismus oder Künstlichkeit) markieren, auch Stimmungen und Gefühle (Weite oder Enge) können dadurch filmisch umgesetzt werden. Wir zeigen Filme, in denen Räumen eine spezielle Rolle entweder als Handlungsträger oder als Ausdruck einer Gefühlslage der Protagonisten zukommt.

januar 2019, kino arsenal

70 mm: VERTIGO

Unsere fortlaufende Reihe mit 70-mm-Projektionen beginnt im neuen Jahr mit dem Film, der vor fast 18 Jahren als erster im analogen Großbildformat im neuen Arsenal am Potsdamer Platz präsentiert wurde: VERTIGO (USA 1958). Die Sogwirkung des titelgebenden Schwindels von Alfred Hitchcocks vielgedeutetem Hauptwerk erfasst den Zuschauer schon in der von Saul Bass gestalteten Eröffnungssequenz: Der Polizist Scottie Ferguson (James Stewart) stürzt bei einer Verfolgungsjagd über den Dächern von San Francisco beinahe ab. Ein Kollege, der ihm helfen will, stürzt dabei zu Tode. In der Folge quittiert der traumatisierte, unter Schuldgefühlen und Höhenangst leidende Scottie den Dienst. Als er als Privatdetektiv von einem Schulfreund den Auftrag erhält, dessen von Todessehnsucht getriebene Ehefrau Madeleine (Kim Novak) zu überwachen, gerät Scottie in einen Strudel aus Liebe, Obsession, Täuschung und Phantasma.

Wir zeigen VERTIGO am 27. und 31. Januar.

januar 2019, berlinale forum

Forum 2019: Risiko statt Perfektion

Bild aus MS SLAVIC 7

Zum 49. Mal veranstaltet das Arsenal im Rahmen der Berlinale das Forum. Das Hauptprogramm umfasst in diesem Jahr 39 Filme, darunter 31 Weltpremieren. Die diesjährigen Special Screenings werden unter dem Titel „Archival Constellations“ in einer weiteren Pressemitteilung bekannt gegeben.

Das Hauptprogramm des Forums 2019 versteht sich nicht als Bestenliste, sondern versammelt Filme, die Wagnisse eingehen, Haltung zeigen und keine Kompromisse machen. Einige schauen zurück auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, andere widmen sich dem, was kommen wird – und sind dabei doch gegenwärtig. Zahlreiche Filme der Auswahl gehen vom geschriebenen Wort aus. Sie beziehen sich auf Literatur oder arbeiten mit Briefen, Gedichten und anderen Schriften.

januar 2019, berlinale forum

14. Forum Expanded: ANTIKINO (The Siren’s Echo Chamber)

Bild aus The Mermaids, or Aiden in Wonderland

In einer Zeit, in der Bewegtbilder allgegenwärtig sind, werden mediale Grenzüberschreitungen, wenn sie überhaupt noch so zu nennen sind, durch andere Parameter bestimmt. Spannungsverhältnisse zwischen Mainstream und Underground, Erzählkino und Avantgarde, Kunst und Kino scheinen weitgehend aufgelöst. Heute stellen sich verstärkt übergreifende Fragen zum Verhältnis der Bilder zum Realen.

Das 14. Forum Expanded zeigt 30 Kurz- und Langfilme, 17 installative Arbeiten und eine Performance, die auf das Leben außerhalb der Echokammern verweisen, in denen wir uns nicht nur in den sozialen Medien wiederfinden.