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Die Kunst der Filmprojektion (ab 5 Jahren, ab der Vorschule)

Die Arbeit der Filmvorführer*innen findet im Verborgenen statt – in der Projektionskabine im Rücken des Publikums. Das Programm führt in die Kunst der Filmprojektion ein und macht erfahrbar, worin die Arbeit des Vorführens von analogen Filmkopien besteht. Die historischen Fährten legt der Film PREMIÈRE SÉANCE (Philippe Truffault/Auguste & Louis Lumière, Frankreich 1895/1995) über die erste Kinovorführung der Brüder Lumière 1895 in Paris. Der quietschend-bunte COLORFILM (Standish Lawder, USA 1972) zeigt, wie farbige Filmstreifen zu Musik durch einen 16-mm-Filmprojektor transportiert werden. Außerdem wird live ein Farbenfilm im Projektor erstellt.

Filmprogramm und Projektionsperformance. Mit Stefanie Schlüter.

Kontakt sämtliche Programme: schlueter(at)arsenal-berlin.de

 

Schauen die Tiere auch zurück? (ab 1. Klasse)

Im Zoo, im Zirkus oder im Kino: Tiere werden gern angeschaut. Das Programm widmet sich experimentellen und frühen Filmen, in denen Tiere die Hauptattraktion sind. In CATFILM FOR KATY AND CYNNIE (USA 1973) werden Katzen zu Protagonisten in einem künstlerischen Expe-riment. In MENNESKEABEN (Dänemark 1909) und HUNDE-VARIETÉ (Frankreich 1907) stellen dressierte Tiere ihr Können zur Schau: Auf einer Bühne fährt ein Schimpanse Fahrrad und kostümierte Hunde tanzen. Im Dickicht indischer Großstädte sitzen heilige Kühe mit stoischer Gelassenheit auf dichtbefahrenen Straßen. In ÜBUNG ZUR GELASSENHEIT I–III (2002–2004) nimmt niemand Notiz von ihnen. Menschen nähern sich Tieren in freier Wildbahn in LA GENETTE (Frankreich 1912) und TROIS AMIS (Frankreich 1909). Eine Ginsterkatze plündert ein Vogelnest und tappt in eine Falle. In einem afrikanischen Land füttern zwei Kinder einen kleinen Elefanten und werden von ihm verjagt. So viele Blicke, die wir Tieren schenken! Schauen die Tiere auch zurück?

Filmprogramm und Gestalten von Tiercollagen. Mit Stefanie Schlüter.

Happy Ghosts – Fröhlicher Spuk (ab 1. Klasse)

Wenn in SPOOK SPORT(USA 1939) die Uhr zur Geisterstunde schlägt, führen bunte Geister einen fröhlichen Balletttanz auf. Auch am helllichten Tag spukt es hier und da: In AH! LA BARBE (Der lästige Bart, Frankreich 1905) treibt ein Spiegel einen Schabernack, in der Geschichte vom Stuhl, A CHAIRY TALE (Kanada 1957), wehrt sich ein Stuhl gegen die Annäherungsversuche eines Mannes. Es entsteht eine tänzerische Choreografie. Auch Hexen treiben ihr Unwesen bei Tag: In BEWITCHED MATCHES (Behexte Zündhölzer, Frankreich 1903) werden Zündhölzer von einer Hexe zum Leben erweckt. Wie von Geisterhand bewegt führen die Hölzchen ein kleines Schauspiel auf. Im schablonenkolorierten Film MME CROQUEMITAINE (Die böse Hexe, Frankreich 1909) verwandelt eine Hexe Kinder in Riesengemüse.

Filmprogramm und Schattenspiel. Mit Stefanie Schlüter.

Staunen – Kinderfilme von Harun Farocki (ab 1. Klasse)

Es gibt so vieles zu sehen in der Welt! Harun Farockis Einschlafgeschichten für Kinder, in den 1970er Jahren für die Fernsehformate Sandmännchen und Sesamstraße gedreht, handeln von staunenden Blicken. Farocki zeigt überraschende Dinge, die Kinder täglich beobachten und von denen sie in den Bann gezogen werden. Zwei Schwestern, dargestellt von Farockis Zwillingstöchtern Anna und Lara, spielen abends vor dem Einschlafen ihre Seheindrücke durch: „Ich habe schon mal einen Mann gesehen, der hatte Krallen an den Füßen und konnte damit einen Baumstamm hochklettern.“ Oder: „Hast du schon mal ein Auto gesehen, das aus der Wand wuchs?“ Den Perspektiven seiner Töchter stellt Farocki überraschende Auflösungen zur Seite.

So lässt DER WEG DES GELDES Geldkreisläufe sichtbar werden, in dem die Kamera einem von Hand zu Hand wandernden 50-Pfennig-Stück folgt. In TRANSPORT sind es wiederum Ziegelsteine, die von einer Hand zur nächsten weitergereicht werden. Der Film zeigt auf, wie sich die Beförderung von Lasten erleichtern lässt, und verdeutlicht dabei auch den Übergang von körperlichen zu maschinellen Transportmethoden. Das Programm wurde im Rahmen der Retrospektive Harun Farocki (2017) entwickelt.

Moderation: Stefanie Schlüter

 

 

 

Fortbildung für Lehrer*innen und Erzieher*innen: Kleine Formen – Einstellung, Szene, Kurzfilm

Die Fortbildung führt in die kindgerechte Filmanalyse und -praxis ein, indem sie kleine filmische Formen – Einstellungen, Szenen und Kurzfilme – in den Mittelpunkt stellt. Die Teilnehmer*innen lernen verschiedene, auch spielerische Methoden der Analyse und des Vergleichs von Filmausschnitten und Kurzfilmen kennen. Gemeinsam werden Analyse-Methoden und das Drehen einzelner Filmeinstellungen erprobt.

In Kooperation mit der Regionalen Fortbildung Berlin, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Referentinnen: Dr. Bettina Henzler, Stefanie Schlüter, Dr. Brigitta Wagner