28th International Forum of New Cinema
Bertolt Brecht - Liebe, Revolution und andere gefährliche Sachen
Bertolt Brecht - Love, Revolution and Other Dangerous Things
Jutta Brückner
Deutschland 1998

Produktion/production company: Top Story Filmproduction, Kaj Holmberg
Buch/screenplay: Jutta Brückner, Kaj Holmberg
Kamera/cinematography: Jyrki Arnikari, Klaus Gottschall
Ton/sound: Uve Haussig
Darsteller/principal cast: Peter Buchholz
Format: 35mm, 1:1.66, Farbe/colour
Länge/running time: 95 Minuten/minutes


Kino 7 im Zoo-Palast     So 15.2. 11.00
Delphi-Filmpalast        So 15.2. 16.30
Arsenal                  Mo 16.2. 22.30
Akademie der Künste      Di 17.2. 19.30
Babylon im Zeughauskino  Fr 20.2. 17.00

Am 10. Februar 1998 wird Brechts hundertster Geburtstag gefeiert. Anlaß genug, sein Leben noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Wie war Brecht wirklich? Um bisher Unentdecktes aufzuspüren, schickt Jutta Brückner den Schauspieler und Theaterautor Peter Buchholz auf eine faszinierende Reise - hin zu den Brennpunkten des Brechtschen Lebens.

''Dies ist der Versuch, den 'Klassiker des 20. Jahrhunderts' von den Ablagerungen einer jahrzehntelangen Denkmalpflege zu befreien, Widersprüchliches in Leben und Werk deutlich zu machen, bisher weniger Beachtetes hervorzuheben, eigene Akzente zu setzen. In vier Kapiteln werden spezielle Aspekte behandelt: Brechts Verhältnis zu Marxismus, Sozialismus, Stalinismus, seine Beziehungen zu Frauen, sein Leben im Exil und schließlich seine Haltung zur DDR, in der sich der alte deutsche Traum von einer Verbindung von Geist und Macht manifestierte.

Stets geht es um die sinnlich anschauliche Darstellung der schwierigen und widersprüchlichen Persönlichkeit, die Brecht war, um den Versuch, das Geheimnis der außerordentlichen Anziehungskraft dieses Mannes zu entschlüsseln, den Bedingungen seines immensen Einflusses auf die Kultur dieses Jahrhunderts auf die Schliche zu kommen. Der subjektive Blickwinkel der Filmemacherin ermöglicht einen spannenden, verblüffenden, manchmal komischen, stets unterhaltsamen Blick auf den Dichter, den politischen Denker, den faszinierenden Mann - zugleich damit auf unser 20. Jahrhundert - und läbt uns Brecht gerade in seiner Zerrissenheit als groben Zeitgenossen erleben, dessen Gedanken und Werke sich für uns noch lange nicht verbraucht haben.'' Erika Richter

Jutta Brückner, geb. 1941. Filme seit 1975, im Forum: Tue recht und scheue niemand (1978), Hungerjahre (1980), Ein Blick - und die Liebe bricht aus (1987), Kolossale Liebe (1992).

''This is an attempt to free a ''classic writer of the 20th century'' from the dust of decades of being treated like a monument; to bring out the contradictions in his life and work; to point up less well-known angles and to develop an individual approach. Special aspects are dealt with in four sections: Brecht's relationship to Marxism, socialism, Stalinism, his relationships to women, his existence in exile and finally his attitude to the German Democratic Republic, where the old German dream of a link between intellect and power was manifested. A narrator, played by Peter Buchholz, goes to places where Brecht lived, and specific situations from Brecht's life are singled out in which the narrator acts out various moments of identification with Brecht as well as moments when he feels remote from him.

The constant theme is the vivid sensual depiction of the difficult and contradictory person that Brecht was, and the attempt to get behind the mystery of the extraordinary magnetism that this man, this magician, exercised on so many people. The film also tries to find out the premises and conditions of his immense influence on the culture of this century. The filmmaker's subjective viewpoint gives rise to an exciting, baffling, sometimes funny, always entertaining look at the poet, the political thinker, the fascinating man - and at the same time, at our own 20th century. The film lets us see Brecht with all his inner conflicts as a great man of our times whose thought and works will long continue to have meaning for us.'' Erika Richter

mailto:intforum@fdk-berlin.de

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