august 2018, kino arsenal

"To risk everything to express it all" – John Cassavetes

John Cassavetes (1929–1989) gilt mit seinem kompromisslosen Werk als einer der Begründer des unabhängigen amerikanischen Filmschaffens und setzte Maßstäbe in seiner konsequenten Ablehnung künstlerischer Zwänge. In einem 1956 für arbeitslose Schauspieler gegründeten Workshop entwickelte Cassavetes seine Ideen vom Filmemachen als Gruppenarbeit. Daraus entstand in Improvisation und mit kleinstem Budget SHADOWS, der ihm die Türen nach Hollywood öffnete. Der Versuch, seine Arbeitsweise und ästhetischen Vorstellungen im Studiosystem durchzusetzen, geriet jedoch zur Enttäuschung. In der Folge gründete Cassavetes seine eigene Produktionsfirma und situierte sich konsequent außerhalb des Studiosystems Hollywoods. Die Arbeit in engen und kontinuierlichen Gruppenzusammenhängen wurde zum zentralen Aspekt von Cassavetes’ Schaffen, der bevorzugt mit einem festen Ensemble von Schauspieler*innen arbeitete – neben Gena Rowlands, mit der er seit 1954 verheiratet war, vor allem Peter Falk, Ben Gazzara und Seymour Cassel. Von ihrem vollen physischen Einsatz und der vorbehaltlosen Öffnung gegenüber ganz persönlichen Ängsten, Sehnsüchten und Unsicherheiten lebt sein Kino der Intensität und des schonungslosen Sezierens von Gefühlen. So unkalkulierbar, schwer fassbar und erratisch wie diese sind auch seine Geschichten; Exzess und Eruption stehen anstelle von vorhersehbaren narrativen Mustern. An der Produktion schöner Bilder nicht interessiert, widersetzen sich seine Filme konventionellen Sehgewohnheiten, sind ganz um die Menschen herum gebaut, auf ihre Gesichter und Körper fokussiert. Das Geld für seine Filme verdiente Cassavetes oft als Schauspieler in Filmen anderer Regisseure. Auch dabei ging er oft an Grenzen und lotete menschliche Extremzustände aus, spielte häufig Bösewichte, brillierte aber auch in leiseren Rollen.

Wir zeigen vom 27.7.-31.8. sämtliche Filme Cassavetes’ in 35-mm-Kopien mit deutschen Untertiteln und zusätzlich eine Auswahl seiner Arbeiten als Schauspieler.

august 2018, kino arsenal

Magical History Tour - Montage

Die Montage gehört zu den wichtigsten und genuin filmischen, stilistischen Werkzeugen des Kinos. Montage strukturiert Raum und Zeit, kann Kontinuitäten und Brüche schaffen, dynamisierend und rhythmisierend wirken. Früh erkannten und erprobten die sowjetischen Avantgardefilmer die Wirksamkeit von Montage. Die Filmsprache, die stilbildend wurde und unsere Sehgewohnheiten bis heute prägt, wurde indes in Hollywood ausgebildet: die découpage classique, die eine flüssige Bewegungskontinuität evoziert und möglichst unauffällig den Eindruck einer leichten, unangestrengt dahinfließenden Erzählung suggeriert. Beispiele von Kontrastmontagen, Match oder Jump Cuts, unsichtbaren, harten, dialektischen oder assoziativen Schnitten fügen sich in der Magical History Tour im August zu einem Eindruck unterschiedlichster Montageformen und -strategien quer durch Epochen und Regionen.

august 2018, kino arsenal

70 mm: 2001: A Space Odyssey

Wie angekündigt, möchten wir in unregelmäßigen Abständen – die technischen Möglichkeiten des Arsenal-Vorführraums in Kino 1 machen es möglich – der "Renaissance" des 70-mm-Formats Rechnung tragen und Filme im Großbildformat präsentieren. Nachdem Christopher Nolans DUNKIRK im Juni den Anfang gemacht hat, zeigen wir am 22. und 27. August – passend zum Thema der Magical History Tour "Montage" – Stanley Kubricks kühne Weltraumoper 2001: A SPACE ODYSSEY (GB/USA 1968). Die vom Originalnegativ neu gezogene 70-mm-Fassung des Films wurde jüngst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Uraufführung von Nolan im Rahmen von Cannes Classics präsentiert. "This is a true photochemical film recreation. There are no digital tricks, remastered effects, or revisionist edits. This is the unrestored film – that recreates the cinematic event that audiences experienced fifty years ago." (Nolan)

august 2018, transfer

Autumn School für Lehrer*innen: Erzählen und Zeigen im Film

Vom 11. bis zum 13. Oktober 2018 findet unter dem Titel "Erzählen und Zeigen im Film" die erste Autumn School für Lehrer*innen im Arsenal statt. Das Fortbildungsangebot führt Filmanalyse und -praxis zusammen, stellt Vermittlungsmethoden für den Unterricht vor und bietet eine vertiefende Auseinandersetzung mit Formen filmischen Erzählens und Dokumentierens. Die Autumn School reflektiert das Medium Film angesichts einer Vielfalt von filmischen Gattungen, Formen und Formaten sowie in Bezug zu anderen Kunstformen und Medien. Dabei geht sie von den analogen Anfängen von Film und Kino aus und weist bis in die digitale Gegenwart. Das Angebot ist interdisziplinär, überregional, schul- und fachübergreifend und richtet sich an Lehrende in schulischen und außerschulischen Kontexten. Konzipiert wurde es von den Filmvermittlerinnen Bettina Henzler und Stefanie Schlüter.

juli 2018, distribution news

"A Skin So Soft - Ta peau si lisse"

von Denis Côté, Kinostart: 2. August 2018

Sechs starke Männer - vom Hochleistungs-Bodybuilder über den Ex-Champion, der heute als Trainer und Kinesiologe arbeitet, dem Studenten, der im Keller seiner Eltern trainiert und gleichzeitig versucht, seine Freundin zu coachen, bis hin zum Wrestler - teilen eine Leidenschaft: Ihren Körper. Familie, Freunde und alles außerhalb des Fitnessraums müssen sich ihren strickten Trainingsplänen unterordnen. Nach BESTIAIRE (2012) der zweite Film von Denis Côté im Verleih von arsenal distribution.

juni 2018, berlinale forum

Arsenal-Vorstand übernimmt Interimsleitung des Forum 2019

Der Vorstand des Arsenal, bestehend aus Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus, übernimmt die Interimsleitung für das Forum 2019. Mit Unterstützung des langjährigen Teams werden alle drei ab dem 1. Juli die Leitungsaufgaben für das Forum 2019 wahrnehmen und damit auch an dieser Stelle der konstitutiven Verbindung zwischen Arsenal und Forum Ausdruck verleihen.

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

16:00 Kino 1


Vortrag von Rasha Salti

Vortrag von Rasha Salti zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“
In englischer Sprache
Eintritt 3 €

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

17:00 Kino 2


Tshweesh

Last Days of the Man of Tomorrow

Street of Death

Kurzfilmprogramm (De-)Constructed Realities
Tshweesh Feyrouz Serhal D/Libanon/Spanien 2017
DCP OmE 26 min
Last Days of the Man of Tomorrow Fadi Baki D/Libanon 2017
DCP OmE 29 min
Street of Death Karam Ghossein Libanon/D 2017
DCP OmE 22 min

Anschließend Gespräch mit Feyrouz Serhal, Fadi Baki, Karam Ghossein
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:00 Kino 1


Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“

Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“ mit Merzak
Allouache, Mohamed Soueid, Mohammad Hammad und Eliane Raheb
In englischer Sprache
Eintritt frei

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:30 Kino 2


Nihayat Saida

Nihayat Saida Happily Ever After
Nada Riyadh, Ayman El Amir Ägypten 2016
DCP OmE 71 min

Anschließend Gespräch mit Nada Riyadh
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:00 Kino 1


Akhdar Yabes

Akhdar Yabes Withered Green
Mohammed Hammad Ägypten 2016
DCP OmE 73 min

Anschließend Gespräch mit Mohammed Hammad
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:30 Kino 2


Madame Courage

Madame Courage Merzak Allouache Algerien/F 2015
DCP OmE 90 min

Anschließend Gespräch mit Merzak Allouache