oktober 2018, kino arsenal

Family Affairs – Filmische Beziehungen zwischen Georgien und dem Arsenal

Die Beziehungen zwischen dem Arsenal und dem georgischen Kino sind vielschichtig und gehen weit in die Geschichte unserer Institution zurück. Seit der ersten georgischen Filmwoche 1975 wurden georgische Filme immer wieder in unserem Kinoprogramm und im Forum gezeigt, haben Kopien georgischer Filme Eingang in unseren Verleih und unser Archiv gefunden. Vor einem Jahr präsentierten wir in einer umfangreichen Filmreihe einen Teil dieser Sammlung und konnten zahlreiche Regisseur*innen zu Diskussionen mit dem Publikum begrüßen. Diese Gespräche mit Lana Gogoberidse, Salomé Alexi, Merab Kokotschaschwili, Gela Kandelaki, Otar Iosseliani und Dito Tsintsadze, eine Podiumsdiskussion über georgische Filme in Archiven sowie zwei Essays zur georgischen Filmgeschichte und Zensurgeschichte sind nun in einer gerade erschienenen, dreisprachigen (deutsch, englisch, georgisch) Publikation versammelt.

Aus diesem Anlass zeigen wir vom 22.-31.10. weitere Filme aus unserer Sammlung. Zum Auftakt stllen Erika und Ulrich Gregor am 22.10. die neue Publikation vor; am 23.10. ist Otar Iosseliani zu Gast, der uns die digital restaurierten Fassungen all seiner Filme für unseren Verleih zur Verfügung stellt.

oktober 2018, kino arsenal

King of New York – Werkschau Abel Ferrara

Abel Ferrara ist ein Überlebenskünstler. Ein Künstler, der überlebt, ein Überlebender, der Kunst macht, der manchmal sein Überleben zur Kunst macht. Er hat eine Jugend in der Bronx überlebt, eine streng katholische Erziehung, später endlose Alkohol- und Drogeneskapaden. Auch als Filmemacher hat er überlebt. Und zwar, weil er sich im Verlauf seiner Karriere gleich mehrfach neu erfinden konnte: Begonnen hat er seine Karriere in den 70er Jahren buchstäblich in der Gosse, mit dreckigen Exploitation- und Pornofilmen, die in den finstersten Winkeln seiner damals noch keineswegs gentrifizierten Heimatstadt New York entstanden. In den 80er Jahren arbeitet er sich in den Mainstream hinein, nur um dann in den 90er Jahren zu einem der zentralen Vertreter des neuen amerikanischen Independent-Kinos zu avancieren. Heute entstehen die meisten seiner Filme in Europa. Aber im Grunde spielt es gar keine Rolle, wer Ferraras Filme produziert, in welchem Genre er arbeitet, ob er viel Geld und einen gewaltigen Studioapparat zur Verfügung hat oder die Filme mit ein paar Kumpels und praktisch aus eigener Tasche verwirklicht. Er geht jedes Projekt mit derselben überschäumenden Energie an. Alles, was wirklich zählt in seinem Kino, ist der höchstpersönliche Affekt. In ihrem Buch über Ferrara beschreibt die französische Filmwissenschaftlerin Nicole Brenez dies folgendermaßen: „Ferrara braucht die Menschenmasse, die Straße und menschlichen Umgang. Seine Kritik verwendet nicht die Waffen der Objektivität; sie antwortet auf das Reale wie ein Seufzer auf einen Kuss antwortet oder ein Schrei auf einen Hieb.“

Das Arsenal zeigt vom 5.-29.10. zwölf Langfilme des Ausnahmeregisseurs, aus allen Phasen seines Schaffens. Die Auswahl kuratierte Lukas Foerster.

oktober 2018, kino arsenal

Magical History Tour – Von Schattenwesen, Geistern und übernatürlichen Kräften

Das ephemere, spukhafte und unheimliche Wesen des Kinos findet in der flüchtigen Form der Schatten, Geister und der übernatürlichen Kräfte im Film seine folgerichtige wie unbeständige Gestalt. Geister der Geschichte(n), Kulturen und Mythen, Schatten, von ausgeschnitten bis mondbeschienen, die dunklen Seiten der Protagonisten, die nicht nur in der Figur des Doppelgängers deutlich zu Tage treten, verheißen das Unheimliche, das Andere und Fremde. Im dunklen Kinosaal begegnen wir dem Schauer als Urprinzip des Kinos, wie auch dem Spiel mit den Zeiten, Identitäten, der Wahrnehmung, der Ungläubigkeit. Mitunter erahnen wir im Grenzgebiet der projizierten und imaginierten Bilder vielleicht auch den Schatten unserer selbst.

Die Magical History Tour im Oktober lädt ein zu elf ganz unterschiedlichen Begegnungen – mit magischen Riten, ruhelosen Geistern (darunter auch einige „gute“ oder schottenberockte), unbeirrten Boten des Jenseits und illusionären Schatten.

oktober 2018, kino arsenal

Film:ReStored_03: Das Filmerbe-Festival

Zum dritten Mal präsentiert „Film:ReStored“ vom 25.-28. Oktober aktuell digitalisierte Filme, begleitet von Vorträgen und Werkstattberichten, die sich Fragen rund um die Digitalisierung des Filmerbes widmen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel von Film- und Fernseharchiven bei der Überlieferung des Filmerbes.

oktober 2018, living archive

Digital restauriert neu im Verleih: Die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND (BRD 1971) von Ula Stöckl und Edgar Reitz

„Die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND sind für unser Land eine cineastische Revolution.“ (Peter W. Jansen, Die Zeit, 23.7.1971) Das Kübelkind, eine anarchisch-außer-soziale Kunstfigur, erwächst aus einer weggeworfenen Plazenta und lernt neugierig, was von ihr erwartet wird und viel darüber hinaus. Sie wird missverstanden, eckt an, wird abgestraft, geschändet, ermordet und ist doch nicht tot zu kriegen. Mit den 22 unterschiedlich langen Kurzfilmen positionierten sich Stöckl und Reitz radikal außerhalb des Systems Kino. Sie funktionierten ein Münchner Kabarett-Theater zum „Kneipenkino“ um, in dem die Gäste einzelne Kübelkind-Folgen anhand einer Menükarte bestellen konnten. So entsteht durch eine immer neue Zusammensetzung der Geschichten jedes Mal ein einmaliges Filmereignis.

Diesen Gedanke aufgreifend, gehen die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND ab 11. Oktober auf „Kneipenkino“-Tour quer durch die Republik – auch an Orte jenseits der klassischen Abspielstätten. Kneipen, Kunstvereine, Kleinkunst-Bühnen, ungewöhnliche Räume können zum Ort für die anarchischen Geschichten werden, die voller Wut und Kritik, aber vor allem auch Spaß und Lust stecken. Den Auftakt bildet das Arsenal „Kneipenkino“ im silent green Kulturquartier am 11. Oktober. Karten können an der Abendkasse oder im Vorverkauf an der Arsenal-Kasse zu den üblichen Kinopreisen gekauft werden.

Ein Projekt im Rahmen von Archive außer sich.

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

16:00 Kino 1


Vortrag von Rasha Salti

Vortrag von Rasha Salti zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“
In englischer Sprache
Eintritt 3 €

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

17:00 Kino 2


Tshweesh

Last Days of the Man of Tomorrow

Street of Death

Kurzfilmprogramm (De-)Constructed Realities
Tshweesh Feyrouz Serhal D/Libanon/Spanien 2017
DCP OmE 26 min
Last Days of the Man of Tomorrow Fadi Baki D/Libanon 2017
DCP OmE 29 min
Street of Death Karam Ghossein Libanon/D 2017
DCP OmE 22 min

Anschließend Gespräch mit Feyrouz Serhal, Fadi Baki, Karam Ghossein
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:00 Kino 1


Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“

Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“ mit Merzak
Allouache, Mohamed Soueid, Mohammad Hammad und Eliane Raheb
In englischer Sprache
Eintritt frei

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:30 Kino 2


Nihayat Saida

Nihayat Saida Happily Ever After
Nada Riyadh, Ayman El Amir Ägypten 2016
DCP OmE 71 min

Anschließend Gespräch mit Nada Riyadh
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:00 Kino 1


Akhdar Yabes

Akhdar Yabes Withered Green
Mohammed Hammad Ägypten 2016
DCP OmE 73 min

Anschließend Gespräch mit Mohammed Hammad
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:30 Kino 2


Madame Courage

Madame Courage Merzak Allouache Algerien/F 2015
DCP OmE 90 min

Anschließend Gespräch mit Merzak Allouache