Januar 2019, kino arsenal

Hommage Catherine Binet

LES JEUX DE LA COMTESSE DOLINGEN DE GRATZ, 1981

Das filmische Universum von Catherine Binet (1944–2006) ist erfüllt von verzauberten Schauplätzen, rätselhaften und schillernden Gestalten, wirkt wie ein surreales Puppenhaus voller nachlässig versteckter Erinnerungen an Kindheit und Träume. Binet, die im Laufe ihrer Karriere nur eine Handvoll Filme realisieren konnte, galt in Frankreich als nahezu vergessen, bis die Schauspielerin und Autorin Marina Vlady sie mit ihrem 2013 erschienenen Buch „C’était Catherine Binet“ wieder in Erinnerung brachte. Marina Vlady wird an den beiden Tagen der Hommage zu Gast im Arsenal sein und über das Leben und Werk ihrer engen Freundin Binet sprechen. Am 12. Januar wird sie vor Beginn des Films einige ausgewählte Kapitel aus ihrem Buch in französischer Sprache lesen. Die deutsche Übersetzung liest im Anschluss die Schauspielerin Franziska Junge.

LES JEUX DE LA COMTESSE DOLINGEN DE GRATZ (Die Spiele der Gräfin Dolingen von Gratz, F 1981, 12.1.) Binets einziger eigenständiger Spielfilm ist ein Ausnahmewerk der französischen Filmgeschichte. Die von einer Stimmung des Unheimlichen geprägte, visuell erlesene Studie über weibliche erotische Fantasie schöpft ihre Hauptinspiration aus der Erzählung „Dunkler Frühling“ der von Binet verehrten deutschen Dichterin Unica Zürn. In drei vielfach miteinander verwobenen Geschichten erzählt sie vom Verbrechen eines Mannes (Michael Lonsdale), der unerfüllten Liebe eines jungen Mädchens und vom Schicksal einer vernachlässigten Ehefrau (Carol Kane). Als Produzent fungierte Binets damaliger Lebensgefährte, der Schriftsteller Georges Perec.

LE PRINTEMPS (Der Frühling, Marcel Hanoun, Catherine Binet, F 1971, 13.1.), bei dem sie gemeinsam mit dem u.a. von Jonas Mekas geschätzten Marcel Hanoun Regie, Drehbuch und Schnitt verantwortete und selbst kurze Auftritte hat, entstand zehn Jahre zuvor. Er vereint Szenen aus der Kindheit eines Mädchens mit der verzweifelten Flucht eines Mannes. Im gleichen Programm laufen HANS BELLMER (F 1973), eine faszinierende Studie über die Kunst des deutschen Surrealisten, die auch Binets Werk prägte, sowie TROMPE L’ŒIL (F 1982), in dem Georges Perec illusionistische murals kommentiert. (gv)

kino arsenal: Großes Kino, kleines Kino #25

16:00 Kino 1


Spook Sport

Ah! La barbe

A Chairy Tale

Bewitched Matches

Mme. Croquemitaine

Vormittagsspuk

*Spook Sport Mary Ellen Bute, Norman McLaren USA 1939 16 mm 8 min
*Ah! La barbe Der lästige Bart Segundo de Chomón F 1905 16 mm stumm 2 min
*A Chairy Tale Norman McLaren, Claude Jutra Kanada 1957 35 mm Musik 10 min
*Bewitched Matches Behexte Zündhölzer Emile Cohl F 1903 35 mm 3 min
*Mme. Croquemitaine Die böse Hexe Georges Denola F 1909 35 mm 5 min
*Vormittagsspuk Hans Richter Deutschland 1928 16 mm Musik 6 min

Moderation: Stefanie Schlüter Für alle ab 5 Jahren
kino arsenal: Der Sonne nach – 
Retrospektive Michail Kalik

18:00 Kino 1


Diskussion: Das Werk Michail Kaliks zwischen Tauwetter und Exilkino

Diskussion: Das Werk Michail Kaliks zwischen Tauwetter und Exilkino

Es diskutieren: Erika und Ulrich Gregor, Christoph Huber, Anna Malgina, Barbara Wurm In englischer Sprache Eintritt frei
kino arsenal: Magical History Tour
 – Rauminszenierungen

19:00 Kino 2


Tokyo monogatari

Tokyo monogatari Die Reise nach Tokio
Yasujiro Ozu Japan 1953 Mit Chisu Ryu, Setsuko Hara
DCP OF mit dt. und fr. UT 136 min

kino arsenal: Der Sonne nach – 
Retrospektive Michail Kalik

19:30 Kino 1


I woswraschajetsja weter …

Neotprawlennoe pismo w Moskwu

I woswraschajetsja weter … Die Rückkehr des Windes
UdSSR/USA 1991 35 mm OmU 133 min
Vorfilm: Neotprawlennoe pismo w Moskwu
Der nicht abgeschickte Brief nach Moskau Israel 1977
16 mm OmU 32 min