Dezember 2011, kino arsenal

Ulrike Ottinger

EXIL SHANGHAI, 1997

Auch im Dezember ist Ulrike Ottinger im Berliner Kulturleben sehr präsent. Im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) wird anlässlich der Verleihung des Hannah-Höch-Preises an Ulrike Ottinger das unbekannte und bisher nicht gezeigte malerische Frühwerk (1963–68) Ottingers ausgestellt (26.11.–22.1.). Das Arsenal lädt noch bis Februar in 14 Filmveranstaltungen mit Gesprächen und Einführungen dazu ein, das filmische Œuvre von Ulrike Ottinger zu entdecken. Das Programm spiegelt und kommentiert Ulrike Ottingers Bewegtbild-Welten zwischen Opulenz und Stilisierung, Variationen des Theatralen und Ethnografischen, Kulturgeschichte und Science-Fiction, Reflexion und Reise.

EXIL SHANGHAI (D / IL 1997, 11.12.) berichtet von Lebensläufen deutscher, österreichischer und russischer Juden, die sich im gemeinsamen Fluchtpunkt Shanghai kreuzen. Aus Erzählungen, Fotos, Dokumenten und neuen Bildern aus der größten und widersprüchlichsten Metropole des Fernen Ostens wird ein Ganzes, in dem das historische Exil aktuelle Brisanz gewinnt. "EXIL SHANGHAI berichtet von einer gegenwärtigen Abwesenheit, die zarte Spuren hinterlassen hat – die der Juden in Shanghai. Fragment einer Stadtgeschichte, über die sich sowohl die chinesische Geschichtsschreibung als auch die der Diaspora bislang ausgeschwiegen haben." (Veronika Rall)

BILDNIS EINER TRINKERIN – ALLER JAMAIS RETOUR (BRD 1979, 18.12.) Der stilisiert komponierte Spielfilm ermöglicht eine Sightseeing-Tour durch Berlin, ein Erkunden der Topografie der Stadt anhand einer besonderen Route: Die namenlose Reisende, die am Flughafen Tegel ankommt, möchte hier nur ungestört ihrer Passion, dem Trinken, nachgehen.