November 2012, kino arsenal

Rosa von Praunheim zum 70. Geburtstag

DIE BETTWURST, 1971

Am 25. November wird Rosa von Praunheim 70! Wir feiern seinen Geburtstag mit einem Brunch um 12 Uhr in der Kantine der dffb im 9. Stock des Filmhauses (Kosten 10 €, Anmeldung unter 030-269 55 100) und einem langen Filmtag mit sechs Filmen und vielen Gästen. Rosa von Praunheim, 1942 in Riga geboren, in Berlin und im Frankfurter Stadtteil Praunheim aufgewachsen, hat bis heute über 70 Filme gedreht. Er ist ein leidenschaftlicher Filmemacher: Seine Filme zeichnen sich aus durch eine unbändige Lust am Exzess, an der Grenzüberschreitung, an der Sinnlichkeit und Fülle des Lebens. Dabei kümmert er sich weder um ästhetische Konventionen noch um den so genannten "guten" Geschmack, ist laut und schrill, dabei aber voll ernsthaftem Interesse für die Menschen, die er porträtiert.

NICHT DER HOMSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT (1971) Die Geschichte um einen jungen Schwulen, der nach Berlin kommt und hier sein Glück und die Liebe sucht, inszeniert Praunheim als eine Anklage gegen eine unpolitische schwule Szene. In STADT DER VERLORENEN SEELEN (1982) porträtiert Rosa von Praunheim acht queere Showstars in einer Mischung aus Musical und Dokument, Realität und Utopie. In demsemidokumentarischen AFFENGEIL (1990) erzählt die vor Lebensmut strotzende 77-jährige Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Lotti Huber aus ihrem Leben. ICH BIN MEINE EIGENE FRAU (1992) ist ein Porträt von Charlotte von Mahlsdorf (1928–2002), geboren als Lothar Berfelde. DIE BETTWURST (1971) Eine zwar erfundene, aber mit realen Charakteren und vor authentischen Kulissen inszenierte Liebesgeschichte zwischen der kleinbürgerlichen Sekretärin Luzi und dem Hilfsarbeiter Dietmar. MEINE MÜTTER – SPURENSUCHE IN RIGA (2007) Erst kurz vor dem Tod seiner Mutter erfährt Rosa von Praunheim, dass er nicht ihr leiblicher Sohn ist, sondern dass sie ihn in einem Kinderheim in Riga gefunden hat. Er fliegt nach Riga und macht sich auf die Suche nach seiner Geschichte und der Lettlands während der deutschen Besatzung.(25.11.)