So 27.09.
09:30
Kino
Arsenal
zu dem KalenderPanelteilnehmer*innen: Giovanna Fossati, Lisabona Rahman, Moderation: Nikolaus Perneczky, Cecilia Valenti
Angesichts der weltweit wachsenden Forderungen nach der Rückgabe geraubter Kulturgüter aus westlichen Museen und ethnologischen Sammlungen stellt sich die Frage, wie es um das verstreute und in Vergessenheit geratene audiovisuelle Kulturerbe der „Globalen Mehrheit“ steht? Die von Cecilia Valenti und Nikolaus Perneczky herausgegebene Publikation, die dieses Jahr bei bei Routledge erscheint, untersucht Restitutionspraktiken in audiovisuellen Archiven weltweit und widmet sich dabei drängenden praktischen Fragen, die unmittelbare politische Implikationen haben. Es beleuchtet rechtliche Rahmenbedingungen, Verhaltenskodexe sowie institutionelle Steuerungsstrukturen und leistet zugleich einen wegweisenden theoretischen Beitrag zur Film- und Kulturerbeforschung. Diese Fragen werden die Herausgeber*innen mit Giovanna Fossati und Lisabona Rahman diskutieren und dabei auch kritisch auf die Lücken und Grenzen des Bandes selbst eingehen. Welche Geschichten, Geografien, Archive und Formen des audiovisuellen Erbes sind unterrepräsentiert? In welche Richtung sollten sich Forschung und Restitutionspraxis künftig entwickeln?
Giovanna Fossati ist Professorin für Media Heritage, Technology, and Culture an der Universität Utrecht und Forschungsdirektorin von ICON. Zuvor war sie Hauptkuratorin am Eye Filmmuseum und Professorin für Filmkulturerbe an der Universität Amsterdam. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Filmgeschichte, Restaurierung, Digitalisierung und audiovisuelles Kulturerbe, mit einem Fokus auf globale und nachhaltige Ansätze. Sie ist Autorin von From Grain to Pixel und Mitbegründerin von GAVA.
Nikolaus Perneczky ist Teaching Associate bei Cambridge Digital Humanities. Als Film- und Medienwissenschaftler sowie Kurator beschäftigt er sich in seiner Arbeit mit audiovisuellem Kulturerbe, Archivverwaltung und Medieninfrastrukturen in ungleichen globalen Kontexten, die durch koloniale Hinterlassenschaften und zeitgenössische Ungleichheiten geprägt sind. Seine Arbeiten wurden unter anderem in Black Camera (2022), Public (2025) und Feminist Media Histories (2026) veröffentlicht. Zusammen mit Cecilia Valenti ist er Mitherausgeber von Restitution and the Moving Image (Routledge, 2026).
Lisabona Rahman beschäftigt sich von Berlin und Jakarta aus mit der Filmkonservierung. Sie hat sich an Maßnahmen zum Wissensaustausch mit Archiven in Berlin, Kairo, Jakarta und Jos beteiligt. Ihre Arbeiten wurden mit Unterstützung von Institutionen wie dem Arsenal Filminstitut, Thai Film Archive, Eye Filmmuseum Amsterdam, Sinematek Indonesia and rubanah underground hub Jakarta entwickelt und gezeigt. Lisabona hat mehrere Projekte zur Digitalisierung oder Restaurierung von Filmen als kollektiven Lernrahmen initiiert, an denen Archivar*innen, Techniker*innen und Künstler*innen beteiligt waren. Außerdem organisiert sie Filmvorführungen für Festivals und Galerien mit dem Schwerpunkt auf südostasiatischen Film und Werken von Frauen. Sie ist Mitglied der Southeast Asia-Pacific Audio Visual Archive Association (SEAPAVAA). Lisabona ist Teil des Forschungskollektivs Kelas Liarsip und Gründungsmitglied des feministischen Netzwerks Translocal School of Women’s Thought. Seit April 2025 ist sie als Training & Outreach Coordinator bei FIAF tätig.
Cecilia Valenti ist seit Oktober 2022 Juniorprofessorin für Film- und Medienwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen ein Artikel über Ateyyat El-Abnoudy und transnationale Koproduktionen im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen (2025) sowie ein Artikel über militante Filmmanifeste der 1930er Workers Film and Photo League (2025). Derzeit arbeitet sie an einem Buch über globalkritische Perspektiven auf Fernseh- und Filmkoproduktionen. Zusammen mit Nikolaus Perneczky ist sie Mitherausgeberin von Restitution and the Moving Image (Routledge, 2026).
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